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In dieser Ausgabe:
freimark's favorites
Hallo zur vierten Ausgabe meiner Surf-Empfehlungen!
Wie immer fünf Sites, die interessant, amüsant oder nützlich sind, diesmal mit Screen it! für Filmfreunde und besorgte Eltern, amazon.de für Couch Potatoes, das CIA World Factbook für alle, die an den Staaten der Welt interessiert sind, sowie mit SelfHTML und Dr. Web für die Homepage-Bastler unter den Lesern.
Viel Vergnügen!
»Parental Advisory - Explicit Content«
Screen it! hat zwei verschiedene Zielgruppen: in der Hauptsache besorgte Eltern, damit sie sich darüber informieren können, mit welchen bedenklichen Szenen der Nachwuchs konfrontiert wird, außerdem Filmfreunde, die zu ihrem Lieblingsfilm Trivia-Informationen suchen. Abgesehen davon ist es manchmal auch recht witzig, wie penibel recherchiert wird (»American Pie«: 19 »f-words«, 29 »s-words«, 4 »slang terms for male genitals ('d*ck', 'salami', 'one-eyed snake', 'c*ck')...«).
Screen it! bietet eine Kurzzusammenfassung, eine Inhaltsbeschreibung, eine vermutete Antwort auf die Frage, ob Kinder das wohl sehen wollen, weswegen die MPAA (amerikanische Filmfreigabe) zu ihrem Rating gekommen ist, einen kurzen Überblick, welche Schauspieler welche Hauptrollen spielen, eine Kritik zum Film und natürlich »our word to parents«
mit Empfehlungen für Eltern sowie der bereits erwähnte Statistikteil, der haarklein auflistet, auf was man sich beim gewählten Film einlässt, eingeteilt in die Kategorien »Alcohol or Drug Use«, »Blood/Gore«, »Disrespectful/Bad Atitude«, »Frightening Scenes«, »Guns/Weapons«, »Imitative Behavior«, »Jump Scenes«, »Music (Scary/Tense)«, »Music (Inappropriate)«, »Profanity«, »Sex/Nudity«, »Smoking«, »Tense Family Scenes«, »Topics to talk about« und schließlich »Violence«.
Wenn man sich das alles durchgelesen hat, muss man sich den Film eigentlich nicht mehr ansehen, wenn man ihn noch nicht
kennt.:-)
Es werden seit kurzem auch Musik-Titel untersucht (Marilyn Manson kommt nicht gut weg).
>> Screen it!
Schöner einkaufen
»Eine Buchhandlung im Internet? Weswegen sollte ich denn
da einkaufen wollen?«
Stell' Dir vor Du stehst in einer »echten«
Buchhandlung und willst Dir ein Buch kaufen. Leider nicht lieferbar.
Das gewünschte Werk muss bestellt werden und dann darf man
zwei Tage später wieder in die Stadt fahren und das Buch
abholen. Der Online-Buchhändler amazon.de (»Amazon«)
liefert per Post bis an die Haustür, und zwar ohne Versandkosten
(nur bei Büchern). Amazon bietet noch weitere Vorteile, ein
Einkaufsbeispiel:
Ich möchte mir ein Comic-Buch kaufen, allerdings den Nachfolger
des ersten Teils, den ich bereits besitze (»Sherman's Lagoon:
Ate That, What's Next?«). In der Schnellsuche gleich auf
der Startseite wähle ich daher »US-Bücher«
(solche werden von amazon.de ohne Zoll oder zusätzliche
Steuern verschickt)
und gebe »lagoon« ein. Wenig später werden die
drei Titel präsentiert, die am besten auf die Anfrage
passen, darunter eine Liste aller gefundenen Bücher. Der
gewünschte Band steht mit dabei: »Poodle:
The Other White Meat: The Second Sherman's Lagoon Collection«,
ein Klick darauf führt zu einer Detailansicht, mit Angaben
zu Autor, Preis (umgerechnet 19,31 DM), Verlag, Verfügbarkeit
(»versandfertig in 24 Stunden«), Einband, Seitenzahl,
Erscheinungsdatum und ISBN-Nummer. In der Hitliste bei Amazon
(»Verkaufsrang«) steht das Buch aktuell auf Platz 4.711
und es gibt neun Leserrezensionen, außerdem drei Titel
»Kunden, die dieses Buch gekauft haben, haben auch die
folgenden Bücher gekauft«.
In der herkömmlichen Buchhandlung habe ich keine neun
Leserrezensionen (bei Amazon gibt es zu manchen Büchern
sogar vierzig Leserkritiken); jeder kann bei Amazon seine
Meinung von der Seele schreiben, schlechte Bewertungen (das wäre
dann ein Stern von fünf plus Freitext) werden nicht zensiert.
Aus allen Bewertungen wird dann ein Durchschnitt gebildet.
Wenn man sich für den Kauf entschieden hat (die Leserkritiken
sind sehr hilfreich), klickt man auf den »In den
Einkaufswagen«-Knopf. Danach kann man weiter einkaufen oder
»zur Kasse gehen«. Bestandskunden melden sich jetzt
mit ihrer E-Mail-Adresse und einem selbst gewählten Passwort
auf einem Sicherheitsserver an (das heißt, die Verbindung
wird dann verschlüsselt, alternativ steht auch eine normale
http-Verbindung zur Verfügung, Neukunden machen ihre
persönlichen Angaben). Als Bestandskunde bestätige ich
meine gespeicherte Adresse, bestätige oder ändere
die Bestellmengen und suche mir ein Geschenkpapier aus (oder auch
nicht). Nach der Überprüfung der gesamten Bestellung
wählt man noch die Zahlungsart (Lastschrift von gespeicherter
Bankverbindung, Lastschrift von neuer Bankverbindung, Kreditkarte
mit gespeicherten Kreditkarten-Informationen, Vorausscheck,
Guthaben auf dem Amazon-Konto oder Geschenkgutschein) und klickt
auf die nächste Seite. Erst wenn man auf der nun dargestellten
Seite auf »Fertig. Jetzt will ich's haben.« klickt,
wird die Bestellung abgeschlossen.
Weiterer Pluspunkt: Innerhalb von 30 Tagen kann man die (unbenutzte)
Ware zurückschicken, zum Beispiel wenn man einen falschen
Artikel bestellt hat.
Amazon hat ausgebaut, es gibt jetzt auch CDs (teilweise mit
Hörproben), Auktionen und sogenannte zShops. In allen
Bereichen kommt das bewährte Sterne-Bewertungssystem
zum Einsatz. In den zShops kaufen und verkaufen Amazon-Kunden
ihre eigenen Waren untereinander; Amazon gibt eine Garantie
bis 500 Mark, wenn der Verkäufer mindestens eine Bewertung
von drei Sternen hat (oder keine Sterne, weil er noch nicht
bewertet wurde).
Eine kritische Anmerkung: amazon.com (die amerikanische
Mutter) hat ein Patent auf das »1-Click-System«
(kaufen mit nur einem Mausklick) und setzt das gegen Konkurrenten,
die ein vergleichbares System verwenden, auch durch. Zwei
Links zu Meldungen aus dem Heise-Newsticker stehen unten.
>> amazon.de
>> Amazon verteidigt 1-Click-Patent
(Heise, 03.12.99)
>> Stallman: »Boykottieren
Sie Amazon!« (Heise, 14.12.99)
Öffentlich einsehbar
Der US-amerikanische Nachrichtendienst Central Intelligence
Agency (CIA) bietet in einem Unterbereich seiner Website
das World Factbook an, das vergleichbar ist mit den
deutschsprachigen Publikationen »Weltjahrbuch« aus
dem Spiegel-Verlag, dem Fischer Weltalmanach oder
der »aktuell«-Reihe aus dem Harenberg-Verlag.
Das Factbook der CIA beschränkt sich allerdings auf
Details zu den Staaten der Welt und geht nicht auf aktuelle
Ereignisse ein, sofern sie nicht von herausragender Bedeutung
für das jeweilige Land sind. Abgesehen von den
Länder-Informationen
stehen noch einige Karten zur Verfügung, die aber nur eine
Ergänzung sind, falls man im Internet-Cafe keinen richtigen
Atlas zur Hand hat. Die Detailinformationen zu den Staaten der
Erde sind sehr ausführlich geraten. Eine Karte zeigt
die Grenzen, Nachbarländer, wichtige Städte und
Flüsse. Texte gibt es zu den Bereichen Introduction,
Geography, People, Government, Economy, Communications, Transportation,
Military und Transnational Issues. In den einzelnen Sparten
hagelt es Zahlen, von der Fläche (Deutschland insgesamt:
356.910 km2, davon Wasser: 7.390 km2)
oder der Länge der Grenzen (Deutschland zu
Österreich: 784 km) in der Rubrik Geographie, der
Gesamtbevölkerung mit Altersstruktur, Wachstums-,
Geburten- und Sterblichkeitsrate in »People«
bis zur Information, dass es in Deutschland vierzehn Flughäfen
(mit geteerten Bahnen) gibt, die Start- und Landebahnen mit
einer Länge von über 3.047 Metern besitzen.
Wer keinen Almanach in greifbarer Nähe hat oder sich das
Geld sparen möchte und dennoch aktuelle Informationen
zu allen Ländern der Erde braucht, der oder die ist beim
Factbook der CIA bestens aufgehoben.
>> CIA World Factbook
Do it yourself
Du hast Dir vielleicht schon mal überlegt, Dir
Deine eigene Homepage zu basteln. Mach' jetzt bloß
nicht den Fehler, in der nächsten Buchhandlung das
erstbeste Buch »HTML4« oder »Meine
erste Homepage« für 19 Mark 95 zu kaufen.
Mach' einen Abstecher
bei SelfHTML, dem deutschsprachigen Komplettwerk
für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis.
Stefan Münz, der Autor von SelfHTML, gibt dem
Anfänger die unumgängliche Einführung
ins Internet (»Die Ursprünge des heutigen
Internet reichen in die 60er Jahre zurück.«),
er fängt fast bei Adam und Eva an (zu empfehlen
sind die verschiedenen Touren unter dem
Menüpunkt »Wie fange ich an?«, in Tour
5 geht's mit HTML los). An die Fortgeschrittenen wird
ebenso gedacht: außer den verschiedenen HTML-Standards
behandelt Stefan Münz auch ausführlich
das Thema Stylesheets und er schneidet die Bereiche
Javascript, DHTML und CGI/Perl an. Profis finden eine
vollständige Befehlsreferenz: jeder Befehl wird
mit einem Code- und einem Anschauungsbeispiel erklärt,
außerdem wird angegeben, um welchen Standard es
sich handelt und von welchen Versionen der beiden dominierenden
Browser dieser Befehl unterstützt wird (bei
text-indent steht beispielsweise: CSS Level 1,
unterstützt von IE ab Version 3 und Navigator ab Version 4).
Eine Kurzreferenz und ein langes Stichwortverzeichnis runden
dieses Werk ab. Getoppt wird das ganze von der Möglichkeit,
SelfHTML als gezipptes Archiv downzuloaden (2,5 MB).
SelfHTML ist in der siebten Version vom 27. April 1998
aktuell und wird wahrscheinlich nicht mehr so
schnell nachgebessert, da Standards wie XML und XHTML noch
zu jung sind; eine achte Version ist aber vorgesehen. Wer
trotzdem auf dem Laufenden bleiben möchte, sollte sich
unbedingt die Seiten von »SelfHTML aktuell«
ansehen, mit neuen Beiträgen von verschiedenen Autoren
und einem gut besuchten Forum.
>> SelfHTML
>> SelfHTML aktuell
Know-How für Fortgeschrittene
Wer weiß, was <h1> bedeutet, sollte mal
einen Blick auf Dr. Web werfen, ein Magazin für
die fortgeschrittenen in der Web-Branche (wer nicht
weiß, für was <h1> steht, darf
sich das zuvor besprochene SelfHTML ansehen).
Sven Lennartz, der Herausgeber von Dr. Web, bietet neben
einem sehr beliebten Newsletter (kostenlos, 14-tägig),
der inzwischen über 20.000 Abonnenten hat, alles was
der Webworker braucht. Buchbesprechungen, Surftipps,
Links zu nützlichen Programmen und jede Menge Tricks
und Kniffe, die der eigenen Web-Site noch das gewisse
Etwas geben (»Dr. Web« klärt auch
über Fettnäpfchen auf, in die man als Web-Designer
lieber nicht fassen sollte, zum Beispiel die »zehn
Todsünden« oder die »zehn häufigsten
Fehler«). Anleitungen für die Praxis gibt es
zu komplizierteren Tabellen (mit haarfeinen Rahmen oder
Schatteneffekten), zu Formularen, Frames oder Stylesheets.
Ideal auch für alle, die zwar wissen wie etwas prinzipiell
funktioniert, aber wichtigeres zu tun haben, als das
Rad neu zu erfinden. Texte zu Promotion der eigenen Web-Site,
zu Suchmaschinen oder zum Site-Management kommen ebenfalls
nicht zu kurz.
Alles in allem ein must see für jeden
Hobby- und Profi-Webdesigner.
>> Dr. Web -- Online-Magazin
für Webworker
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