»Naja, Ihr wißt es ja selber, aber Amazon ist einfach geil!
Mittwoch Nacht um 0:30 bestellt, Donnerstag war Feiertag, Freitag 12:00 ist
das Buch da.«
Holger Eggert, holger@eggbert.de
10. Januar 2000, Ausgabe 1/2K
In dieser Ausgabe:
freimark's favorites
Hallo zur vierten Ausgabe meiner Surf-Empfehlungen!
Wie immer fünf Sites, die interessant, amüsant oder nützlich
sind, diesmal mit Screen it! für Filmfreunde und besorgte Eltern, amazon.de
für Couch Potatoes, das CIA World Factbook für alle, die an den
Staaten der Welt interessiert sind, sowie mit SelfHTML und Dr. Web für
die Homepage-Bastler unter den Lesern.
Viel Vergnügen!
»Parental Advisory - Explicit
Content«
Screen it! hat zwei verschiedene Zielgruppen: in der Hauptsache besorgte
Eltern, damit sie sich darüber informieren können, mit welchen bedenklichen
Szenen der Nachwuchs konfrontiert wird, außerdem Filmfreunde, die zu
ihrem Lieblingsfilm Trivia-Informationen suchen. Abgesehen davon ist es manchmal
auch recht witzig, wie penibel recherchiert wird (»American Pie«:
19 »f-words«, 29 »s-words«, 4 »slang terms for
male genitals ('d*ck', 'salami', 'one-eyed snake', 'c*ck')...«).
Screen it! bietet eine Kurzzusammenfassung, eine Inhaltsbeschreibung,
eine vermutete Antwort auf die Frage, ob Kinder das wohl sehen wollen, weswegen
die MPAA (amerikanische Filmfreigabe) zu ihrem Rating gekommen ist, einen
kurzen Überblick, welche Schauspieler welche Hauptrollen spielen, eine
Kritik zum Film und natürlich »our word to parents« mit Empfehlungen
für Eltern sowie der bereits erwähnte Statistikteil, der haarklein
auflistet, auf was man sich beim gewählten Film einlässt, eingeteilt
in die Kategorien »Alcohol or Drug Use«, »Blood/Gore«,
»Disrespectful/Bad Atitude«, »Frightening Scenes«,
»Guns/Weapons«, »Imitative Behavior«, »Jump
Scenes«, »Music (Scary/Tense)«, »Music (Inappropriate)«,
»Profanity«, »Sex/Nudity«, »Smoking«,
»Tense Family Scenes«, »Topics to talk about« und
schließlich »Violence«.
Wenn man sich das alles durchgelesen hat, muss man sich den Film eigentlich
nicht mehr ansehen, wenn man ihn noch nicht kennt.:-)
Es werden seit kurzem auch Musik-Titel untersucht (Marilyn Manson kommt nicht
gut weg).
>> Screen it!
Schöner einkaufen
»Eine Buchhandlung im Internet? Weswegen sollte ich denn da einkaufen
wollen?«
Stell' Dir vor Du stehst in einer »echten« Buchhandlung und willst
Dir ein Buch kaufen. Leider nicht lieferbar. Das gewünschte Werk muss
bestellt werden und dann darf man zwei Tage später wieder in die Stadt
fahren und das Buch abholen. Der Online-Buchhändler amazon.de (»Amazon«)
liefert per Post bis an die Haustür, und zwar ohne Versandkosten (nur
bei Büchern). Amazon bietet noch weitere Vorteile, ein Einkaufsbeispiel:
Ich möchte mir ein Comic-Buch kaufen, allerdings den Nachfolger des ersten
Teils, den ich bereits besitze (»Sherman's Lagoon: Ate That, What's
Next?«). In der Schnellsuche gleich auf der Startseite wähle ich
daher »US-Bücher« (solche werden von amazon.de ohne Zoll
oder zusätzliche Steuern verschickt) und gebe »lagoon« ein.
Wenig später werden die drei Titel präsentiert, die am besten auf
die Anfrage passen, darunter eine Liste aller gefundenen Bücher. Der
gewünschte Band steht mit dabei: »Poodle: The Other White Meat:
The Second Sherman's Lagoon Collection«, ein Klick darauf führt
zu einer Detailansicht, mit Angaben zu Autor, Preis (umgerechnet 19,31 DM),
Verlag, Verfügbarkeit (»versandfertig in 24 Stunden«), Einband,
Seitenzahl, Erscheinungsdatum und ISBN-Nummer. In der Hitliste bei Amazon
(»Verkaufsrang«) steht das Buch aktuell auf Platz 4.711 und es
gibt neun Leserrezensionen, außerdem drei Titel »Kunden, die dieses
Buch gekauft haben, haben auch die folgenden Bücher gekauft«.
In der herkömmlichen Buchhandlung habe ich keine neun Leserrezensionen
(bei Amazon gibt es zu manchen Büchern sogar vierzig Leserkritiken);
jeder kann bei Amazon seine Meinung von der Seele schreiben, schlechte Bewertungen
(das wäre dann ein Stern von fünf plus Freitext) werden nicht zensiert.
Aus allen Bewertungen wird dann ein Durchschnitt gebildet.
Wenn man sich für den Kauf entschieden hat (die Leserkritiken sind sehr
hilfreich), klickt man auf den »In den Einkaufswagen«-Knopf. Danach
kann man weiter einkaufen oder »zur Kasse gehen«. Bestandskunden
melden sich jetzt mit ihrer E-Mail-Adresse und einem selbst gewählten
Passwort auf einem Sicherheitsserver an (das heißt, die Verbindung wird
dann verschlüsselt, alternativ steht auch eine normale http-Verbindung
zur Verfügung, Neukunden machen ihre persönlichen Angaben). Als
Bestandskunde bestätige ich meine gespeicherte Adresse, bestätige
oder ändere die Bestellmengen und suche mir ein Geschenkpapier aus (oder
auch nicht). Nach der Überprüfung der gesamten Bestellung wählt
man noch die Zahlungsart (Lastschrift von gespeicherter Bankverbindung, Lastschrift
von neuer Bankverbindung, Kreditkarte mit gespeicherten Kreditkarten-Informationen,
Vorausscheck, Guthaben auf dem Amazon-Konto oder Geschenkgutschein) und klickt
auf die nächste Seite. Erst wenn man auf der nun dargestellten Seite
auf »Fertig. Jetzt will ich's haben.« klickt, wird die Bestellung
abgeschlossen.
Weiterer Pluspunkt: Innerhalb von 30 Tagen kann man die (unbenutzte) Ware
zurückschicken, zum Beispiel wenn man einen falschen Artikel bestellt
hat.
Amazon hat ausgebaut, es gibt jetzt auch CDs (teilweise mit Hörproben),
Auktionen und sogenannte zShops. In allen Bereichen kommt das bewährte
Sterne-Bewertungssystem zum Einsatz. In den zShops kaufen und verkaufen Amazon-Kunden
ihre eigenen Waren untereinander; Amazon gibt eine Garantie bis 500 Mark,
wenn der Verkäufer mindestens eine Bewertung von drei Sternen hat (oder
keine Sterne, weil er noch nicht bewertet wurde).
Eine kritische Anmerkung: amazon.com (die amerikanische Mutter) hat ein Patent
auf das »1-Click-System« (kaufen mit nur einem Mausklick) und
setzt das gegen Konkurrenten, die ein vergleichbares System verwenden, auch
durch. Zwei Links zu Meldungen aus dem Heise-Newsticker stehen unten.
>> amazon.de
>> Amazon verteidigt 1-Click-Patent (Heise, 03.12.99)
>> Stallman: »Boykottieren Sie Amazon!« (Heise, 14.12.99)
Öffentlich einsehbar
Der US-amerikanische Nachrichtendienst Central Intelligence Agency
(CIA) bietet in einem Unterbereich seiner Website das World Factbook an, das
vergleichbar ist mit den deutschsprachigen Publikationen »Weltjahrbuch«
aus dem Spiegel-Verlag, dem Fischer Weltalmanach oder der »aktuell«-Reihe
aus dem Harenberg-Verlag.
Das Factbook der CIA beschränkt sich allerdings auf Details zu den Staaten
der Welt und geht nicht auf aktuelle Ereignisse ein, sofern sie nicht von
herausragender Bedeutung für das jeweilige Land sind. Abgesehen von den
Länder-Informationen stehen noch einige Karten zur Verfügung, die
aber nur eine Ergänzung sind, falls man im Internet-Cafe keinen richtigen
Atlas zur Hand hat. Die Detailinformationen zu den Staaten der Erde sind sehr
ausführlich geraten. Eine Karte zeigt die Grenzen, Nachbarländer,
wichtige Städte und Flüsse. Texte gibt es zu den Bereichen Introduction,
Geography, People, Government, Economy, Communications, Transportation, Military
und Transnational Issues. In den einzelnen Sparten hagelt es Zahlen, von der
Fläche (Deutschland insgesamt: 356.910 km2, davon Wasser:
7.390 km2) oder der Länge der Grenzen (Deutschland zu Österreich:
784 km) in der Rubrik Geographie, der Gesamtbevölkerung mit Altersstruktur,
Wachstums-, Geburten- und Sterblichkeitsrate in »People« bis zur
Information, dass es in Deutschland vierzehn Flughäfen (mit geteerten
Bahnen) gibt, die Start- und Landebahnen mit einer Länge von über
3.047 Metern besitzen.
Wer keinen Almanach in greifbarer Nähe hat oder sich das Geld sparen
möchte und dennoch aktuelle Informationen zu allen Ländern der Erde
braucht, der oder die ist beim Factbook der CIA bestens aufgehoben.
>> CIA World Factbook
Do it yourself
Du hast Dir vielleicht schon mal überlegt, Dir Deine eigene Homepage
zu basteln. Mach' jetzt bloß nicht den Fehler, in der nächsten
Buchhandlung das erstbeste Buch »HTML4« oder »Meine erste
Homepage« für 19 Mark 95 zu kaufen. Mach' einen Abstecher bei SelfHTML,
dem deutschsprachigen Komplettwerk für Einsteiger, Fortgeschrittene
und Profis.
Stefan Münz, der Autor von SelfHTML, gibt dem Anfänger die unumgängliche
Einführung ins Internet (»Die Ursprünge des heutigen Internet
reichen in die 60er Jahre zurück.«), er fängt fast bei Adam
und Eva an (zu empfehlen sind die verschiedenen Touren unter dem Menüpunkt
»Wie fange ich an?«, in Tour 5 geht's mit HTML los). An die Fortgeschrittenen
wird ebenso gedacht: außer den verschiedenen HTML-Standards behandelt
Stefan Münz auch ausführlich das Thema Stylesheets und er schneidet
die Bereiche Javascript, DHTML und CGI/Perl an. Profis finden eine vollständige
Befehlsreferenz: jeder Befehl wird mit einem Code- und einem Anschauungsbeispiel
erklärt, außerdem wird angegeben, um welchen Standard es sich handelt
und von welchen Versionen der beiden dominierenden Browser dieser Befehl unterstützt
wird (bei text-indent steht beispielsweise: CSS Level 1, unterstützt
von IE ab Version 3 und Navigator ab Version 4).
Eine Kurzreferenz und ein langes Stichwortverzeichnis runden dieses Werk ab.
Getoppt wird das ganze von der Möglichkeit, SelfHTML als gezipptes Archiv
downzuloaden (2,5 MB).
SelfHTML ist in der siebten Version vom 27. April 1998 aktuell und wird wahrscheinlich
nicht mehr so schnell nachgebessert, da Standards wie XML und XHTML noch zu
jung sind; eine achte Version ist aber vorgesehen. Wer trotzdem auf dem Laufenden
bleiben möchte, sollte sich unbedingt die Seiten von »SelfHTML
aktuell« ansehen, mit neuen Beiträgen von verschiedenen Autoren
und einem gut besuchten Forum.
>> SelfHTML
>> SelfHTML aktuell
Know-How für Fortgeschrittene
Wer weiß, was <h1> bedeutet, sollte mal einen Blick auf Dr. Web
werfen, ein Magazin für die fortgeschrittenen in der Web-Branche (wer
nicht weiß, für was <h1> steht, darf sich das zuvor besprochene
SelfHTML ansehen).
Sven Lennartz, der Herausgeber von Dr. Web, bietet neben einem sehr beliebten
Newsletter (kostenlos, 14-tägig), der inzwischen über 20.000 Abonnenten
hat, alles was der Webworker braucht. Buchbesprechungen, Surftipps, Links
zu nützlichen Programmen und jede Menge Tricks und Kniffe, die der eigenen
Web-Site noch das gewisse Etwas geben (»Dr. Web« klärt auch
über Fettnäpfchen auf, in die man als Web-Designer lieber nicht
fassen sollte, zum Beispiel die »zehn Todsünden« oder die
»zehn häufigsten Fehler«). Anleitungen für die Praxis
gibt es zu komplizierteren Tabellen (mit haarfeinen Rahmen oder Schatteneffekten),
zu Formularen, Frames oder Stylesheets. Ideal auch für alle, die zwar
wissen wie etwas prinzipiell funktioniert, aber wichtigeres zu tun haben,
als das Rad neu zu erfinden. Texte zu Promotion der eigenen Web-Site, zu Suchmaschinen
oder zum Site-Management kommen ebenfalls nicht zu kurz.
Alles in allem ein must see für jeden Hobby- und Profi-Webdesigner.
>> Dr. Web -- Online-Magazin für Webworker
my two cents ist nicht verantwortlich für die Inhalte anderer Web-Sites.