»Ich habe Dinge gesehen, die ihr Menschen niemals glauben würdet.
Gigantische Schiffe die brannten, draußen vor der Schulter des Orion.
Und ich habe C-Beams gesehen, glitzernd im Dunkln, nahe dem Tannhäuser
Tor. All diese Momente werden verloren sein, in der Zeit. So wie Tränen...
im Regen. Zeit zu sterben.«
Rutger Hauer (alias »Roy Batty«) in »Blade Runner«
»There's the television. It's all right there -- all right there.
Look, listen, kneel, pray. Commercials! We're not productive anymore. We don't
make things anymore. It's all automated. What are we for then? We're consumers,
Jim. Yeah. Okay, okay. Buy a lot of stuff, you're a good citizen. But if you
don't buy a lot of stuff, if you don't, what are you then, I ask you? What?
Mentally ill.«
Brad Pitt (alias »Jeffrey Goines«) in »Twelve Monkeys«
In dieser Ausgabe:
freimark's favorites
Willkommen zu dieser fünften Ausgabe der favorites!
Diesmal ein special mit einem klaren Schwerpunkt: Film. Vorgestellt werden
heute: Digital-Movie, DVD-inside, filmfacts, der höllische Kinobesuch,
Kinotechnik, die IMAX-Page von Christian Laub und die Site des CineCitta'-IMAX,
an dem bis Ende 2000 in Nürnberg gebaut wird.
Film ab!
»Meine Frau sagt auch schon,
wir müssen endlich mal DVD kaufen.«
Dann vielleicht mal bei einer der größten deutschsprachigen Heimkino-Sites
vorbeischauen, Digital-Movie.
Die private Web-Site bietet News nach dem Heise-Prinzip (jeder Eintrag eine
eigene Seite), Tests von DVDs (der Schwerpunkt liegt dabei klar bei der technischen
Umsetzung, wer sich über die inhaltliche Qualität eines Werks informieren
will, muss andere Seiten aufsuchen), einen 18er-Bereich (nur mit Login und
Passwort zugänglich), Flohmarkt und Marktplatz, ein Forum, einen Chat
und vieles mehr.
Erwähnt werden müssen außerdem die Liste der DVD-Titel, unterteilt
nach neuen, kommenden, lieferbaren, und diesen Monat erscheinenden Titeln,
mit einer Suchfunktion, einer Top Ten-Liste, einer besonderen Empfehlung (»unser
Tip«) und einer Videotheken-Liste, die DVDs im Verleih haben (was ja
noch nicht von jeder behauptet werden kann), mit genauer Auflistung, welche
Ländercodes im Angebot sind, wie die Auswahl ist, ob auch Player verliehen
werden und was Disc- bzw. Player-Miete pro Tag kostet, außerdem natürlich,
wo die Videothek zu finden ist (mit Telefonnummer und Öffnungszeiten).
Kurz noch zu den Tests: Infos für die Statistik (Bild- und Tonformate,
Untertitel, Menü, Booklet, Verpackung, Kapitel, Laufzeit und TV-Norm,
Freigabe, Ländercode, Disc-Typ...), Testgeräte, kurze Inhaltsangabe,
außerdem Besonderheiten der Disc, Wertungen (mit Kommentar) zur Menügestaltung,
Bild- und Tontest und natürlich einem Gesamtergebnis. Jeder Leser kann
ein eigenes Review einschicken (es werden Durchschnitts-Bewertungen ausgerechnet,
die Kommentare der Leser werden mit angezeigt), weiterhin gibt es Bilder von
Cover-Vorder- und Rückseite, aus dem Menü und aus dem Film, darüber
hinaus einen Trailer im Real-Format und einen Link auf die IMDB-Seite des
Titels.
Das ist noch lange nicht alles, was Digital-Movie zu bieten hat: Ein großer
FAQ-Bereich mit Einsteigerinformationen zur DVD, technischen Angaben zu Bild
und Ton machen die Seite für Heimkino-Anfänger besonders interessant,
genauso wie der Hardware-Bereich und die Heimkino-FAQ.
Ich weiß, es wird lang, aber darauf muss ich noch eingehen!
In der Hardware-Sektion werden Geräte für's Heimkino-Vergnügen
vorgestellt: DVD-Player, DVD-ROM für den Computer, Verstärker, Projektoren,
Codefree-Umbausätze (falls man das selbst machen möchte) und Zubehör.
Es handelt sich dabei nicht um Tests wie in einer beliebigen Zeitschrift,
sondern nur um eine kurze Erläuterung, was das Gerät macht (mit
Bild), Preis, Garantie, Ausstattungsmerkmale und technische Daten. Das ist
in Ordnung, weil man besser nicht auf »Hersteller-finanzierte«
Tests hören sollte, sondern sich besser auf Erfahrungsberichte anderer
Nutzer verlässt, wie es sie beispielsweise in der Newsgroup de.rec.film.heimkino
(drfh) noch und nöcher gibt.
Bevor man sich in die Usenet Newsgroups stürzt und in ein Fettnäpfchen
tritt, darf gerne die Heimkino-FAQ gelesen werden, die auf Digital-Movie gehostet
wird und alle häufig gestellten Fragen beantwortet, die in drfh so gestellt
werden, sei es »Was ist eine DVD?«, »Was ist dts?«
oder »Wann wird [gesuchter Film] auf DVD erscheinen?«
>> Digital-Movie
»Jetzt
sitz' ich hier mit dem Kram.«
Alle Heimkino-Fragen sind beantwortet, Player, Sechs-Kanal-Anlage und Fernseher
oder Projektor sind gekauft. Digital-Movie bietet zwar auch viele Tests, aber
wenn es um Software-Ausstattung für die heimische Hardware geht, ist
DVD-inside ungeschlagen: ausführliche Tests, die den Film selbst, den
Ton in (sofern vorhanden) Deutsch und Englisch, und das Bild (mit getrennten
Bewertung für Vorlage und Kompression) bewerten, versehen mit zusätzlichen
Detail-Informationen (Originaltitle, Genre, Studio, Veröffentlichung,
Freigabe, Ländercode, Verpackung, Preis, Ausstattung...). Die Redakteure
scheuen sich auch nicht, einen Film schlecht zu bewerten wenn's sein muss,
auch wenn das Testexemplar von der Herstellerfirma zur Verfügung gestellt
wurde.
DVD-inside kann nicht alle Filme des Marktes bewerten, daher gibt es (und
das ist der Clou) eine riesige Review-Datenbank mit derzeit über 5.800
Einträgen, die nach diversen Anforderungen durchsucht werden kann. Als
Ergebnis wird einem angezeigt, ob die fraglichen Titel bereits von anderen
DVD-Sites im Web getestet wurden und falls dies zutrifft, gibt es Links direkt
zu den Tests.
Einige weitere Highlights: Der Errata-Bereich mit gesammelten Fehlern auf
DVDs, versteckten Features, Flipper (zweiseitige DVD, die mitten im Film gewendet
werden muss) oder Goofs (Fehler im Film, z.B. Armbanduhren in Ben Hur-Filmen).
Die Termin-Seite mit allen bekannten Veröffentlichungs-Terminen von Code
1- und Code 2-Discs mit den wichtigsten Ausstattungsmerkmalen (Soundsystem
von deutschem und englischem Ton, Bildformat, Studio, Link zum Trailer) sowie
Termine von DVD-Börsen und -Messen. Oder der riesige Background-Bereich,
der bis zum Abwinken Auskunft über die DVD, Surround-Sound, die Regionalcodierung,
DVD-Laufwerke im Computer oder zu Subwoofern gibt.
Nicht zu vergessen die geniale Newsseite, die mehrmals täglich über
geplante DVD-Veröffentlichungen, Szene-News (andere DVD-Sites), neue
Einträge in die Review-Datenbank und vieles mehr berichtet. Die News
kann man sich wahlweise auch per E-Mail zuschicken lassen.
>> DVD-inside
Filmkritiken mit
subjektivem Einschlag
Andreas Edler stellt auf seiner Homepage derzeit über 160 Kritiken von
Filmen zur Verfügung, die er alle selbst gesehen und bewertet hat. Seine
Kritiken (und das mag ich daran) sind in drei Teile aufgespilttet: die Vorgeschichte
mit einigen Infos zum Drum-Herum (wann und wo mit wem weswegen den Film gesehen,
welche Stimmung davor gehabt), der »Zum Inhalt...«-Teil mit einer
Inhaltsbeschreibung, die nicht zu viel verrät und dem »Hmm...«-Teil
mit der persönlichen Bewertung von Andreas.
Es werden nicht nur aktuelle Filme des laufenden Kinoprogramms (teilweise
auch aus Sneak-Previews) bewertet, sondern auch schon mal Video-Konserven,
so dass auch ältere Filme noch zu ihrem gerechten Urteil kommen. Oft
gibt es das Filmplakat oder Bilder aus dem Film zu bewundern.
Ideal für alle, die ihren nächsten Kinobesuch planen oder in den
nächsten dreißig Minuten in den Elektronikmarkt vor der Haustüre
fahren wollen, um dem Video-/DVD-Regal Nachschub zu gönnen (Stichwort
DVD: filmfacts bewertet nur den Film an sich, nicht die technische Umsetzung
auf irgendwelchen Speichermedien; wer sich darüber schlau machen möchte,
sollte eine der oben genannten Sites konsultieren). Das Archiv bietet nicht
nur einen schönen Überblick über die bisher von Andreas bewerteten
Filme, sondern lässt auch auf den ersten Blick erkennen, ob ein Streifen
taugt oder nicht (Plus, Minus und Raute als Symbole für gut, schlecht
und durchschnittlich).
>> filmfacts
Do
Androids dream of electronic sheep?
Die Internet Movie Database, der ich bereits in den favorites
vom 29.11.1999 einen langen Absatz gewidmet habe, ist sehr gut, um sich
eine Flut an Informationen zu Filmen zu besorgen, manchmal darf's aber doch
etwas mehr sein, am besten in Form einer FAQ, frequently asked questions
(häufig gestellte Fragen) und deren Antworten.
Martin »Vicay« Schulz hat in seinem Verzeichnis bei der Uni Jena
lokale Kopien von großen FAQs zu drei der besten Filme wo gibt gespeichert:
Der Bladerunner, Twelve Monkeys und Brazil. Die
verschiedenen Autoren der Interviews, Aufsätze und FAQs zu den drei genannten
Filmen beantworten jede nur erdenkliche Frage und sind geradezu ideal, um
das Gesehene gedanklich nachzubearbeiten, denn, das ist klar, alle drei Filme
liefern Stoff für Diskussionen, Twelve Monkeys im Besonderen
(ich habe noch keinen anderen Film gesehen, nach dem jeder Zuschauer mit dem
ich gesprochen hatte, eine völlig andere Meinung zur Bedeutung hatte).
>> Film-FAQs von Martin »Vicay« Schulz
»Das
schlimmste am Kino ist, dass andere auch rein dürfen.«
Nicht immer ist der Kinobesuch der Höhepunkt des Abends: der wird einem
manchmal durch Zeitgenossen verdorben, die schlechte Angewohnheiten haben.
»Schröders kleine Filmseiten« haben in einem special alle
gesammelten Unarten zusammengetragen, die den Lesern der Newsgroup de.rec.film.misc
aufgefallen sind. Sei es der »Laserman«, der glaubt cool zu sein,
nur weil er mit seinem Laserpointer auf der Leinwand den anderen Besuchern
auf die Nerven fällt, der Quatscher in seinen vier Varianten (Rezitator,
superschlauer Kenner, Talkshow-Pärchen, Nacherzähler) oder der Fragende
(der »Wieso das jetzt?«-Typ, der Selbstspoiler, der Sequelfrager),
in diesem special sind nahezu alle schlechten Angewohnheiten von Kinobesuchern
zusammengefasst.
>> Der höllische Kinobesuch
Technik für echte Film-Freaks
Der Kinosaal bebt und nach einem kurzen Trailer wird mit enormen Getöse
der Schriftzug »Dolby Digital« auf die Leinwand projeziert. Danach
hat ein Roboter ein Problem mit Kühen oder er repariert ein »THX«-Logo.
Wer damit nichts anfangen kann, sollte auf der Kinotechnik-Seite vorbeisehen.
Frank Schiele gibt auf seiner Homepage einen Überblick zu allem, was
mit Kinotechnik zu tun hat: die bereits erwähnten Soundsysteme (Lichtton,
dts und SDDS kommen ebenfalls nicht zu kurz), verschiedene Bildformate, der
Zweck von THX und wie das mit dem Ton im Kino generell funktioniert.
>> Kinotechnik (von Frank Schiele)
Mitten drin, statt nur dabei
Nach dem Heimkino-Bereich und den Sites zum »normalen« Kino nun
zu gänzlich anderen Dimensionen: IMAX. Eine Leinwand so groß wie
die Vorderseite eines Mehr-Familien-Hauses, Sechs-Kanal-Sound mit mehreren
tausend Watt, bei schnellen Bewegungen auf der 500 m2-Leinwand
(1.000 m2 bei IMAX-Dome) wird den Zuschauern schwindelig...
Christian Laub erklärt auf seiner Homepage, was IMAX ist, wo es IMAX-Kinos
gibt und welche Filme in diesem Verfahren bisher gedreht wurden (mit Bewertung).
Seine Deutschland-Karte ist mit Links zu den jeweiligen Betreibern versehen,
ideal, um ein Kino in der Nähe zu suchen und sich dann auf der Homepage
über dessen Programm zu informieren.
>> IMAX-Page von Christian Laub
»Größer
als die Wirklichkeit.«
In Nürnberg wird zurzeit am größten IMAX-Kino Europas gebaut
(500 Plätze mit Reservierung, IMAX-classic, IMAX-Dome, IMAX-Turboride),
das komplett unterirdisch angelegt wird (über der Erde wird nur ein Eingangspavillon
mit Kassen und einer Cafe-Bar sein), in direkter Nachbarschaft zur Kinostadt
CineCitta', das mit 15 »gewöhnlichen« Kinosälen (die
fünf größten sind mit THX-Zertifizierung ausgestattet) eines
der größten Multiplex-Kinos überhaupt ist. Die Eröffnung
von IMAX und drei weiteren Kinosälen soll Ende 2000 stattfinden. »Schön
und gut«, wird jetzt vielleicht ein Leser aus Berlin oder eine Leserin
aus Hamburg sagen, »aber was interessiert mich, was in Nürnberg
passiert?«
Die Site des CineCitta' bietet noch einiges mehr: Fotos vom Baufortschritt,
acht Baupläne (jeweils eine kleine und eine große Version, Seitenschnitt
und Draufsicht), eine schematische Darstellung des Dome, Infos über die
verschiedenen IMAX-Systeme, die auch alle im neuen Kino zu finden sein werden
(Classic/Theater, Dome, und 3D in einem Saal, Turboride extra) und Details
zur Technik (Projektion, Leinwand, Sound, Tellersystem).
Es kommen also nicht nur Eingeborene auf ihre Kosten, wenn sie sich über
IMAX informieren möchten und reichlich Bildmaterial sehen wollen.
>> CineCitta' IMAX (Nürnberg)
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