Sonntag, 12.10.2008
Live vom BarCamp München: SEO is dead, long live SEO
Marc Uhlig über SEO. Kann man nicht für sich betreiben, muss im Gesamtkontext stehen. Daher auch Überschneidung mit Usability und Accessibility.
Wie nutze ich Social Media?
Zunächst braucht man ein außergewöhnliches Produkt. Was schreiben Blogs über uns, Twitter, Facebook? Darauf können wir reagieren. Frage aus dem Publikum: Nutzen Firmen schon Twitter zur Beobachtung? Antwort: In den USA gibt es ein paar, z.B. Virgin America Airline: War mit deren Service zufrieden, habe ein paar Mal mit denen getwittert, wurde von denen geadded. Ein anderes Beispiel: Beebo. Ist eine Art Service-Hotline. Was man auf Twitter nicht machen darf ist Spamming indem man tausende Leute added und dann nur versucht sie auf die Produktseiten zu ziehen – das wollen wir nicht haben. Automatismen (Bots) funktionieren nicht, kommt beim Publikum nicht an; da muss ein Mensch dahinter sein. »Die Zeiten von Buschmarketing sind vorbei. Die Leute wollen nicht erzählt bekommen was sie gut finden sollen, sie möchten das selbst herausfinden oder sie wissen es schon.« Bei Serviceseiten Fotos der Leute zeigen, die mit einem sprechen.
Landing pages
Großen Einfluss: Navigation rausnehmen – Leute sollen nicht verwirrt werden, brauchen daher nicht die komplette Navi (Quelle: MarketingSherpa-Report 2008). Am besten: Testen, testen, testen. Es gibt eine separate Präsentation zu Landing Pages.
Welche Analyse-Programme?
Google Analytics ist gut und günstig, sehr gut ist ClickTracks das aber mit 12.000 USD teuer ist. Frage aus dem Publikum: Wie sieht es mit Datenschutz aus, wenn die Daten zu Google in die USA geschickt werden? Antwort aus dem Publikum: Technisch kann man es eh nicht so lösen wie es das deutsche Recht vorsieht: Man müsste schon vor dem loggen einer IP ein Einverständnis einholen, funktioniert aber nicht mit dem TCP/IP-Protokoll – insofern ist man eh nicht auf der sicheren Seite.
ROI
Nicht überanalysieren! Das meiste kann man anhand von Daumenregeln entscheiden – Analyse ist für eine erste Einschätzung. Nicht jede Zahl auseinandernehmen und glauben dass man alles messen kann; sich auch auf seine Erfahrung verlassen. Nur die Zahlen nutzen um einen Überblick zu bekommen. »’Wenn ich das ändere muss meine Conversion so sein’ funktioniert nicht.« Conversions/KPI sollte man aber schon messen, sich nicht nur auf PageRank beschränken. Klickpfad-Analyse um zu sehen ob die Usability funktioniert oder ob evtl die Navi angepasst werden muss. User-generated Content hat einen Gegenwert, auch wenn die Leute nichts kaufen. Großen Einfluss auf den Erfolg haben sowohl die Ad copy (body text) als auch der Text auf der Landing Page – muss zusammenpassen. Nicht nur auf Google konzentrieren. Das Volumen bei Google ist zwar größer, aber nicht unbedingt der ROI: Der sieht laut MarketingSherpa bei Yahoo und MSN besser aus (bessere Clickthrough-Rates bei organischen und bezahlten Ergebnissen, es ist also wahrscheinlicher dass jemand bei MSN klickt als bei Google). Aus dem Publikum: Evtl ist MSN deswegen höher, da es die Standardsuche von IE ist – das Publikum ist u.U. ein anderes, das nicht so Internet-affin ist. Marc: Ja, würde ich aber nicht nur darauf zurückführen: In Google gibt es mehr Wettbewerb, in MSN kann man sich besser von der Konkurrenz abheben. MSN ist laut irgendeiner Studie angeblich die präferierte Suchmaschine von wenig gebildeten Frauen mittleren Alters. Wenn meine Zielgruppe Frauen mittleren Alters mit nicht so hohem Einkommen sind, würde ich MSN für die Werbung gegenüber Google vorziehen. Conversions bei organischen und bezahlten Ergebnissen sind nahezu identisch, Anzeigen funktionieren aber etwas besser (da man auf den Landing Pages passenderen Conent anbieten kann). Bei einem Download ist die Conversion Rate natürlich viel höher als bei einer Registrierung oder einem Kauf. Das Branding ist wichtiger als das Ranking. Es ist also sinnvoll, neben SEO auch eine Kampagne laufen zu lassen weil die Leute dadurch den Namen öfter sehen und sie auch das schon beeinflusst. Banner-Blindness gibt es: Leute klicken zwar nicht drauf, aber sie nehmen es trotzdem unbewusst war. Solche Effekte lassen sich nur schwer messen, aber es gibt sie.
Was sehen sich die Leute an?
27% nur die ersten paar Ergebnisse, 41% die erste Seite, die zweite Seite nur noch 17%. Auf Position 10 bekommt man mehr Klicks als auf Position 5: Das was am Anfang und am Ende steht wird als wichtig erachtet. Dito PPC-Kampagne.
Welche Suchmaschinen werden verwendet?
80% der Business Decision Makers verwenden Google. Junge Leute benutzen gerne Ask, Ältere AOL bzw. in Deutschland T-Online. Leute mit hohen Einkommen verwenden Google.
Nachtrag (13.10.08)
Marc hat die Folien online gestellt.
Erschienen am Sonntag, 12.10.2008 @ 12:12
| Kommentar schreiben
Tags: analytics, barcamp, bcmuc08, IA, seo
