Archiv für Postings mit dem Tag ‘bahn’

Freitag, 03.09.2010

Pendler

Klingt vielleicht bescheuert, drei Stunden Hinfahrt und drei Stunden Rückfahrt von Erlangen-Hüttendorf nach München-Perlach auf sich zu nehmen, um ganze zehn Minuten in der SAE in Perlach zu bleiben. Normal: Gestern Abend, nach dem Kino, arbeitete ich noch runde drei Stunden an der Photoshop-Übung. Ich begann sie gegen zehn Uhr abends und war um kurz nach halb eins fertig. Ging zwar schneller als befürchtet, aber sie war durchaus anspruchsvoll und hielt ein paar knifflige Aufgaben bereit. Mir war es sehr wichtig, die Übung noch diese Woche in der SAE auf der vorgeschriebenen ZIP-100 abzugeben (nix E-Mail), da sie dann vielleicht am Montag oder Dienstag schon korrigiert zurück ist, evtl sogar noch früher (und mein Studienkollege Alex K. geht evtl am Samstag in den Freehand-Unterricht und kann dann nachsehen, so dass ich am Montag den zweiten Versuch abgeben könnte). Hätte ich sie erst am Montag abgegeben, müsste ich mich Mitte nächster Woche nach dem Ergebnis erkundigen, ggf. reinfahren, vor Ort nachbessern, wieder abgeben und dann die Finger kreuzen, dass sie ja vor der Deadline am Samstag, den 6.9. abgezeichnet wird. Meine drei Fehlschüsse (nach zweimal Nachbessern noch nicht ok oder nicht vor dem Termin als ok abgezeichnet) hebe ich mir lieber auf, evtl brauche ich sie bei den zwölf Übungen woanders.
Am Wochenende mache ich die Vektorübung in Freehand und gebe sie am Montag ab. Das wird eine einfache Sache, ist zeitlich nur etwas aufwändig und könnte etwas fitzelig werden, wenn ich mit dem Handling von Freehand noch nicht klar kommen sollte.

Ich habe ja schon öfter mal geschrieben, dass ich gerne Bahn fahre. Die Gedanken schweifen lassen, lesen, schreiben, Musik hören, aus dem Fenster schauen; keine Staus, ein Chauffeur fährt mich im Zug von Bahnhof zu Bahnhof; kein Stress mit dem Innenstadtverkehr (kann ich eh nicht leiden) und der Orientierung in fremden Städten (das ist mein absoluter Horror: mit dem Auto in einer fremden Stadt was suchen; mit dem Rad, zu Fuß oder U-/S-Bahn habe ich keine Probleme). Fahrtkosten sind für mich seit dem Kauf der Netzkarte Anfang August ohne Bedeutung: Ich kann ein Jahr so oft Zug fahren wie ich will, ohne Mehrkosten.
Die Zeit während der Hinfahrt habe ich genutzt um eine Latte von auf’s iBook geladener Webseiten zu lesen. Wie ich gestern schon mal schrieb: Ob ich Dinge, die ich auch zu Hause an meinem Schreibtisch machen kann, speziell lesen oder schreiben, zu Hause mache oder im Zug, ist mir völlig egal; dabei bequem sitzen lässt sich’s an beiden Orten, nur fährt der Sitz im Zug halt von einer Stadt in eine andere. Mit meinem voll geladenen iBook-Akku ginge das zur Not auch in einem ICE1 oder ICE2 ohne Notebook-Steckdosen (außer Konferenzabteil). Mein zwei Jahre alter Akku hält immer noch zwei Stunden; das ist länger, als in den letzten drei Jahren der Pre-Centrino-Ära in so manchem PC-Notebook, das in der Werbung stolz mit anderthalb Stunden Laufzeit auf sich aufmerksam zu machen suchte (Herstellerangabe!). Ein frischer iBook-Akku hält vier Stunden. Heute fuhr ich sowohl hin als auch zurück mit ICE-Ts, die haben Steckdosen zwischen den Sitzen.
Bis München und in der S-Bahn bis Perlach habe ich einen großen Teil meines Pensums geschafft, auf der Rückfahrt las ich bis Augsburg weiter und schrieb dann an diesem two cents-Eintrag.

Eine Besonderheit gab es heute auf der Rückfahrt: Der ICE 1512 nach Berlin fuhr in zwei Zugteilen. Ich ging im Münchner Kopfbahnhof ganz nach vorne zum zweiten Zugteil (»die Wagen mit den Ordnungsnummern 31 bis 38«), da es dort erfahrungsgemäß nicht so viele Reservierungen gibt und die meisten Leute aus Faulheit auch nicht bis dorthin laufen. Beim Vorbeigehen an den beiden zueinander gewandten Führungskanzeln der Halbzüge wunderte ich mich, warum die Züge nicht gekoppelt waren. Ob man das in den acht Minuten bis zur Abfahrt noch machen wird? Aber normalerweise fahren die leeren Züge doch schon gekoppelt in den Bahnhof ein (wie der Bahner sagt: Sie werden »bereit gestellt«)? Bei Abfahrt dann eine erhellende Durchsage: Der vordere Zugteil (»mit den Ordnungsnummern…«) verkehrt nur bis Bamberg, der hintere Zugteil fährt bis Berlin und folgt im Abstand von fünf Minuten.
Weiß der Geier, warum die nicht verbunden waren. Vielleicht ein Defekt an der Kupplung, vielleicht eine Überführungsfahrt. Ich habe aber auch schon erlebt, dass bei einer Überführungfahrt beide Halbzüge gekoppelt waren, der vordere Zugteil allerdings verschlossen war, so dass die Reisenden nur in den hinteren Halbzug einsteigen konnten. Da Nürnberg der wichtigste Umsteigebahnhof in Franken (aka Nordbayern) ist, ist die Aufenthaltszeit des Zuges dort größer als in Provinzbahnhöfen wie Donauwörth oder Treuchtlingen. Nu’ saß dem ICE 1512 ja der andere ICE 1512 im Nacken. Lösung des Problems: Der reguläre Berlin-Zug fuhr am selben Bahnsteig am gegenüberliegenden Gleis ein.
Was immer der Grund für diese Anomalie war, sie wurde von der Bahn vorbildlich gelöst. Während des Einsteigens an den »Unterwegsbahnhöfen« (noch so ein Bahner-Ausdruck) gab der Zugchef per Durchsage den Sachverhalt bekannt, und dass der Berlin-Zug im fünfminütigen Abstand folge. Auf den Bahnsteigen gab es, soweit ich mitbekam, Lautsprecher-Durchsagen und in Nürnberg hat man auch ein Rotkäppchen am Bahnsteig postiert.

Obwohl ich weit vorne einstieg, füllte sich der Zug rasch und in München-Pasing musste ich meine bequeme Zweierbank aufgeben. Aber mir war klar, dass das nur temporär war, denn zwischen München und Augsburg gibt es viele Pendler: Augsburg ist der nächste Halt nach Pasing und exakt nach dreißig Minuten erreicht (37 Minuten ab Hbf). Was heißt, »es war mir klar«, die Wahrscheinlichkeit war einfach groß. Klar war es mir, als der Mann während der Fahrkarten-Kontrolle ein Stammkunden-abo für die Strecke zückte. Stammkunden-Abos und Streckenkarten sehe ich häufig zwischen den beiden Bahnhöfen.
Wie dem auch sei, ab Augsburg saß ich wieder allein auf der Bank und an den weiteren Bahnhöfen leerte sich der Zug zusehends; in Nürnberg stieg nur noch ein weiterer Mann in »meinen« Wagen zu und wir saßen bis Erlangen nur zu dritt darin.
Ach ja, Nachtrag von Dienstag: Schräg vor mir ein Herr mit einem 12er Powerbook. Einfach nur sexy das Teil…

Ich fuhr nicht gleich nach Hause: In der Stadt traf ich noch Stefie und Holger. Wir hatten Lust auf Griechisch, aber ist das zu glauben, den gesamten August haben drei Griechen in der Nähe geschlossen: Delphi am Bohlenplatz, Deutsches Haus am Zollhaus und Akropolis am E-Werk. Das »Pantheon in der Weinstube Kach« Nähe Theaterplatz und das Poseidon am Ohmplatz schieden wegen deren hohem Preisniveau aus. Wir landeten schließlich im Pleitegeier und blieben dort eine Weile, ehe wir dann zusammen heimwärts fuhren.

Falls es jemand genau wissen will:

  • 13:09 – Abfahrt in Erlangen mit ICE 1515 (davor halbe Stunde mit dem Rad in die Stadt)
  • 15:09 – Pünktliche Ankunft in München
  • 15:19 – Leicht verspätete S-Bahn vom Hbf nach Perlach raus
  • 15:40 – Ankunft in Perlach, fünf Minuten Fußweg zur SAE
  • 15:55 – Bin in der SAE fertig und gehe wieder zurück zur S-Bahn-Station
  • 16:05 – Mit der S7 zurück zum Hauptbahnhof
  • 16:22 – Ankunft am Hbf, bei Yorma’s das obligatorische Salami-Baguette und etwas zu trinken gekauft
  • 16:38 – Abfahrt des ICE 1512 aus München
  • 18:45 – Pünktliche Ankunft des 1512 in Erlangen

 

Erschienen am Freitag, 03.09.2010 @ 3:44 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 16.09.2003

Unterscheidung von ICE-Zügen für Gelegenheits-Bahnfahrer

Dieses Posting ist jetzt einfach fällig: Ich muss mein Wissen weitergeben.
Heute morgen um kurz vor halb acht im ICE (vor der Abfahrt aus Nürnberg nach München) begab sich folgende Unterhaltung zwischen einer Mitfahrerin und mir (sie ging im Gang an meinem Sitz vorbei):

Sie: Ich suche eine Steckdose.

Ich: Nicht in diesem Zug.
(Ich musste den letzten Bissen meines Yorma’s-Salamibaguettes runterwürgen, deswegen fiel die Antwort etwas knapper aus.)

Sie: Sie belieben wohl zu scherzen?!

Ich: Der Zug ist zwölf Jahre alt, damals war das noch nicht so ein Thema. Irgendwo gibt’s ein Konferenzabteil, da könnte eine Steckdose sein.

Wenn ich am Abend vor einer Fahrt zur SAE nach München meine Sachen packe, gebe ich meiner Schwester und meinem Vater immer Bescheid: »Benutzt das iBook nur an der Steckdose, ich brauch’ es morgen früh voll aufgeladen, weil mein Zug morgens keine Steckdose hat.«
Die Rückfahrt ist dann kein Problem, da der 14:49-Uhr-Zug von München bis Erlangen immer Steckdosen hat. Morgens lese ich immer geladene Webseiten auf meinem iBook, am Nachmittag gibt’s die Fortsetzung am Stromnetz des Zuges (leider hält der inzwischen zwei Jahre alte Akku nur noch ein bis zwei Stunden, nicht mehr vier bis fünf).
Übrigens fragte auch ein Herr auf der Rückfahrt den Zugchef nach der nächsten Steckdose im Zug (»Direkt unter Ihrem Sitz. In der Mitte. Etwas tiefer.«).

Hier die endgültige Tabelle (auch als PDF):

In welchem Zug sitze ich und wo finde ich im Großraumwagen die Steckdose?

Es sind bei weitem nicht alle Details aufgezählt, anhand derer man die verschiedenen ICE-Typen voneinander unterscheiden kann, sondern nur die wichtigsten. Die diversen Teppichböden in den Zügen zu beschreiben ginge etwas weit (es gibt aber z.B. einen sehr interessanten Artikel, auch aus Usability-Sicht, über die Tür-Öffner-Mechanismen in den verschiedenen Zügen; ich finde ihn leider nicht mehr).

  ICE1 ICE2 ICE3 ICE-T / ICE-TD
Generation 1. 2. 3. 3.
Baujahr ab 1991 ab 1997 ab 2000 ICE-T ab 1999, ICE-TD ab 2001
Triebkopf Flache Nase, ca. 45° Winkel Flache Nase, ca. 45° Winkel (kann im Gegensatz zum ICE1 in Halbzügen fahren) Langer, spitz zulaufender Bogen Rund (T=Tilt, Neigetechnik; TD=Tilt-Diesel)
Merkmale außen
  • Aufgemalte Wagennummern (bzw. Folie, jedenfalls fix)
  • Wagentüren am Ende der Wagen
  • Elektronische Anzeige von Wagennummer, Zuglauf und Ziel
  • Wagentüren am Ende der Wagen
  • Elektronische Anzeige von Wagennummer, Zuglauf und Ziel
  • "Schürzen" um Stromabnehmer auf dem Dach
  • Wagentüren in der Mitte der Wagen, nicht am Ende
  • Elektronische Anzeige von Wagennummer, Zuglauf und Ziel
  • Wagentüren in der Mitte der Wagen
Merkmale innen
  • Platzreservierungen sind ausgedruckte Zettelchen, die in Plexiglas-Fassungen gesteckt werden
  • Armlehnen nicht hochklappbar
  • Audio-Kontrollen, Kopfhörerbuchse und Rückenlehnen-Arretierung seitlich in den Armlehnen
  • Sonstige Einrichtung von ICE1 und ICE2 weitgehend identisch
  • Platzreservierung als orange LED-Anzeige über den Sitzen
  • Armlehnen hochklappbar
  • Sitze schmaler als im ICE1
  • Abfallbehälter in der Wagenmitte statt der Garderobe (im ICE 1 sind die Behälter im Gang nach dem Einstiegsbereich und in der Wagenmitte gibt es eine Garderobe)
  • Sonstige Einrichtung von ICE1 und ICE2 weitgehend identisch
  • Platzreservierungen als kräftige rote LED-Anzeige über den Sitzen
  • Spezielles Kinderabteil (Matchbox-Auto-Fußboden)
  • Dunkelblaue Polsterbezüge mit hellblauen Kopfkissen
  • "Leichtere" Gepächablagen über den Sitzen (nicht so massive Träger wie in ICE1 und ICE2)
  • Helles Holz im Innenraum
  • Keine Abteile, nur Großraumwagen (außer Kinderabteil)
  • Leder in der 1. Klasse
(wie ICE3)
Verkehrt z.B.
  • München-Nürnberg, weiter Richtung Hamburg
  • Hamburg-Kassel-Würzburg-München
  • Nürnberg-Hamburg
  • Neubaustrecke Frankfurt-Köln
  • bis etwa Mitte 2002 auch Hamburg-München, seitdem ICE1
  • ICE-T: München-Nürnberg-Bamberg-Jena-Leipzig-Berlin
  • ICE-TD: Nürnberg-Bayreuth-Dresden
Steckdose? Nein Nur bei Sitzgruppen mit Tisch; eine am Tisch In der Mitte unter jeder Sitzbank In der Mitte unter jeder Sitzbank

Das absolut sicherste Unterscheidungsmerkmal ist die Form des Triebkopfes: Eine gerade, ebene, im 45 Grad-Winkel abfallende Fläche kennzeichnet einen ICE1 oder ICE2. Ein langer, spitz zulaufender Bogen zieht einen ICE3 und eine runde Knubbelnase lässt auf einen ICE-T oder -TD schließen.
Der zweite Blick des Experten gilt den Wagen, genauer: den Wagennummern. Aufgeklebte Folien pappen auf einem ICE1. Elektronische Anzeigen gibt es in den späteren Generationen, wobei sich die Wagen von ICE2 und ICE3/-T/-TD markant unterscheiden (Fenster, Türen, Anzeigetafel). Weiß ich anhand der Wagenart, dass ich es mit einem ICE der dritten Generation zu tun habe, aber ist der Triebkopf nicht in Sicht, wandert mein Blick auf’s Wagendach, um mir die Stromabnehmer anzusehen. Aber der Unterschied zwischen ICE3 und -T/-TD ist eigentlich eher akademischer Natur: für den normalen Fahrgast völlig unbedeutsam, Steckdosen gibt’s in beiden Zügen. Höchstens für die Leute interessant die wissen wollen, ob sie in einem Neigezug fahren oder nicht.

Empfehlenswerte Links:

Erschienen am Dienstag, 16.09.2003 @ 15:18 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 30.09.2003

»Die Fahrscheine bitte!«

Am Sonntag schieb ich noch in einem in Blogger-Kreisen umgehenden Fragebogen auf die Frage zur letzten sexuellen Phantasie:

»Die Freundin einer Freundin.«

Die Zugbegleiterin von heute war auch nicht ohne: Leicht rötliches, Kastanien-braunes, schulterlanges, leicht gewelltes aber ansonsten glattes Haar und braune Augen in einem schönen Gesicht. Um die 1,75 groß, etwa 30 Jahre alt, schlank, die dunkelblaue Uniform mit dem knallroten Halstuch bildete einen interessanten Gegensatz zu ihrem Haar.
Das Kontrastprogramm saß von München bis Erlangen neben mir: Typ Wolfgang Petry in Lederhosen, der in Pasing unzweifelhaft noch einen Döner mit viel Zwiebeln zu sich genommen hat. War aber ansonsten ganz umgänglich.

Es gibt noch eine andere sehr attraktive ZuBine auf der Strecke, aber mit ausführlichen Beschreibungen halte ich mich jetzt lieber zurück.   :-)

Nachtrag zu Samstag: Ich fuhr mit der S-Bahn um 16:25 von Perlach zum Hauptbahnhof. Ankunft im Tiefgeschoss um 16:42. Wenig Zeit, den ICE 1712 gen Heimat um 16:49 Uhr zu erwischen. Aber ich nahm die Beine in die Hand und schaffte es noch knapp, denn auch wenn man sich beeilt, sind es vom S-Bahn-Bahnsteig bis zu den Gleisen für die Fernzüge rund fünf Minuten (man muss zwei Stockwerke und eine kürzere Strecke überwinden). Mir kam entgegen, dass der Zug samstags an Gleis 25 abfährt, gleich neben dem Aufgang vom Untergeschoss, und nicht aus Gleis 18 oder 14.
Mein Lieblingsplatz war in keinem der Wagen frei, und so ging ich bis ganz vorne durch. Zufällig saß in der Lounge, dem Bereich direkt hinter der Fahrerkanzel, nur ein weiterer Fahrgast, weswegen ich dort Platz nahm.

Ich fuhr schon einige Male in der Lounge von ICE-T- und ICE3-Zügen mit und ich wusste auch, dass der etwas schmutzige Ton der Glastür und -scheibe zwischen Lokführer und Reisenden in einer besonderen Funktion begründet ist: Der Fahrer kann auf Knopfdruck in Sekundenbruchteilen die Scheibe undurchsichtig machen. Bislang habe ich diese Funktion aber noch nie in Aktion gesehen, bis letzten Samstag: Die Scheibe war undurchsichtig, in einem milchigen Ton. Ab Pasing schaltete der Zugführer die Sicht wieder frei und kam kurz aus seiner Kanzel raus, um die leere Salatschüssel wegzuwerfen.

Bei der Gelegenheit ein kurzes Wort zum Thema Oktoberfest. Ich bin ja an zwei Tagen die Woche nach München. Ich hätte so einfach die Gelegenheit, auf’s Oktoberfest zu gehen, aber ich sehe lieber zu, dass ich so schnell wie möglich wieder aus der Stadt flüchte. Ich kann diesem Zeltstadtfest auf einer Brettl-ebenen, zertrampelten Wiese nichts abgewinnen (aus dem gleichen Grund gehe ich auch nicht auf das Nürnberger Volksfest). In Erlangen haben wir etwas besseres: Die Bergkirchweih (Fotos, Bericht). Bier unter Bäumen, nicht in stickigen Festzelten.

Erschienen am Dienstag, 30.09.2003 @ 19:21 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 14.10.2003

Fahrplan-Änderungen zum 14.12.03

Die Bahn gab heute einige Neuerungen betreffend den nächsten Fahrplan-Wechsel bekannt.
Einige IC werden wieder durch ICEs ersetzt (bringt mehr Komfort, aber auch höhere Preise) und in einigen Regionen wird das Angebot ausgeweitet. Nach der Behebung der Flutschäden in Sachsen wird Dresden wieder durchgängig angebunden. Von den Änderungen profitiert vor allem Franken, indem Nürnberg über die NBS an Frankfurt (Süd, nicht Hbf) und Köln angebunden wird. Die Strecke wird mit ICE3 bedient, die Fahrzeit für N–K verkürzt sich von 4h 30m auf 3h 15m.
Alle Infos gibt es in einer Pressemitteilung sowie einem neunseitigen PDF (mit Karten).

Erschienen am Dienstag, 14.10.2003 @ 22:46 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 15.10.2003

Steckdosen im ICE1

Neulich habe ich ja schon aufgelistet, welche ICE-Züge Steckdosen haben, wo sie an Bord zu finden sind und woran man erkennt, in welchem Zug man sitzt bzw. vor welcher ICE-Generation man steht.
Seit einigen Wochen ist bekannt, dass die ICE1 umgerüstet werden sollen, neue Bestuhlung et cetera, und die Hoffnung ist groß, dass dann auch allgemein zugängliche Steckdosen in die Wagen eingebaut werden.

Konkretes ist leider noch nicht bekannt, aber heute lese ich neue Infos zu diesem Thema: Die Aufteilung soll erhalten bleiben, speziell die Abteile. Das Umbauprogramm soll 2004 beginnen.

Erschienen am Mittwoch, 15.10.2003 @ 16:39 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 20.10.2003

Lieblingsplatz

Ich habe ja schon öfter mal beschrieben, wo ich am liebsten im Zug sitze, jetzt kann ich’s auch zeigen.   :-)

Der ICE1 morgens um 07:27 ab Nürnberg. »Mein« Platz ist in der Dreiergruppe der einzelne (in Fahrtrichtung rechts), gegenüber dem Sitz, auf dem gerade mein Rucksack steht. Meine Jacke hängt in der Garderobe auf der anderen Seite. Vorteil hier: Kein Platznachbar (ist ja ein Einzelsitz) und Ablageplatz für den Rucksack auf dem gegenüberliegenden Sitz, sofern der Zug nicht zu voll ist.
Der ICE-T um 14:49 ab München. Auf dem Bild ist links nicht mehr zu sehen, dass da noch eine weitere Sitzreihe ist sowie ein Tisch. Mein Platz ist, aus Sicht des Aufnahmestandpunkts, auf der linken Seite der Fensterplatz in der dritten Reihe (in Fahrtrichtung rechts). Der hat drei entscheidende Vorteile: Man kann die Beine lang machen, weil einem niemand gegenüber sitzt wie an einem Tischplatz. Weiterhin: Man hat mehr vom Fenster als eine Reihe weiter vorne. Und drittens: Hinter einem kommt keine weitere Reihe in der gleichen Anordnung, sondern ein kleiner Zwischenraum (eignet sich gut für Koffer) und dann eine Reihe in die andere Blickrichtung. Ideal, um hemmungslos die Sitzlehne nach hinten zu klappen und zwischen den beiden Sitzen zu schlafen.

Heute begann in München die Systems, aber überraschenderweise war der Zug leerer als sonst an einem Montag-Morgen. Sogar nach Augsburg hatte ich noch die Dreiergruppe für mich alleine.

Hier sieht man mal deutlich, wie sich eine Zuggattung im Laufe von zehn Jahren verändern kann. Im ICE1 ist alles noch wuchtig, im ICE-T ist die Einrichtung dagegen recht »leicht« und unaufdringlich. Die Sitze im ICE-T sind bequemer und die Kopfkissen bleiben da, wo sie sein sollen. Überhaupt bekommt man die Kopfkissen im ICE-T leichter in die gewünschte Position.
Die Platzreservierung ist im ICE1 noch old-school, wie in einem InterCity (Papierfetzen in einem dicken Plastik-Schuber). Im ICE-T gibt’s die rote LED-Anzeige über den Plätzen (in den ICE2 gab es dann schon eine orangene LED-Anzeige).
Die Farben im ICE-T sind nüchterner: hell- und dunkelblau, außerdem weiß und viel Glas und Metall (die Innentüren), in den Durchgängen helles Holz. Im ICE1 gibt es blaue, graue Sitze, graue Kopfkissen, angegilbte Wände (die waren glaube ich schon immer so) und viel grün lackiertes Metall.
Die Gepäckablagen im ICE der ersten Generation sind sehr wuchtig, im ICE der dritten Generation wieder leicht. Tatsächlich bekommt man im Zweifelsfall einen dicken Koffer im ICE1 eher auf die Gepäckablage als im ICE-T bzw. ICE3 (dafür gibt es dort noch die Zwischenräume bei Rücken-an-Rücken stehenden Sitzreihen und hinter den Innentüren).
Mir gefällt das Design des ICE-T sehr viel besser als das des ICE1.

Erschienen am Montag, 20.10.2003 @ 19:37 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 16.11.2003

Stühlerücken

Neulich fuhr ich nach der SAE von München einen Zug später heim, um 15:44 Uhr. Um die Zeit fährt kein ICE-T über Erlangen Richtung Leipzig und Berlin, sondern ein ICE1 über Hannover nach Hamburg. Manchmal fährt ein zur zweiten Klasse umgelabelter Erste-Klasse-Wagen mit; eine Gelegenheit, bei der ich mich nicht zweimal bitten lasse.

Erste Klasse im ICE1

Erste Klasse im ICE1

Die Erste Klasse in den alten ICE1-Zügen hat zwar keine Lederausstattung wie in den neueren ICEs der dritten Generation (ICE3, ICE-T und ICE-TD), aber dort Platz zu nehmen ist auch recht angenehm: größere Beinfreiheit, gepolsterte Armlehnen (in der Zweiten Klasse des ICE1 nur Plastik), breitere Sitze und jeder Sitz hat seine eigenen, breiteren Armlehnen.

Nachdem bekannt wurde, dass die ICE1 umgerüstet werden sollen, kam nun eine neue Nachricht ans Licht der Öffentlichkeit: Die Bahn bestellt 28 neue ICE-T-Züge und ändert im Innenraum einige Dinge (»ICE-T2«). Die Garderobe verschwindet zu Gunsten weiterer Sitzplätze, die Sitzabstände werden verringert und man setzt hier und da auf günstigere Materialien. Außerdem werden erstmals in einem ICE die Audio-Kontrollen in den Armlehnen abgeschafft. Sehr schade wie ich finde, denn ab und an war es doch mal nett, Radio oder die neuesten Nachrichten zu hören, gerade auf längeren Fahrten.
Weitere Infos gibt es in einem Thread der Gruppe debts und auf den ICE-Seiten.

Ah ja, noch ein Grund, weswegen im ICE1 die gegenüberliegenden Plätze meine Lieblingsplätze sind: In der Reihenanordnung können im ICE1 die Fußstützen nicht ganz nach oben weggeklappt werden, so dass sie entweder unten sind oder halb oben. Das macht mich wahnsinnig, da beides ein Ausstrecken der Beine verhindert. Da nehme ich lieber noch in Kauf, dass ich bei volleren Fahrten meine Beinfreiheit mit jemandem gegenüber tauschen muss. Im ICE2 und ICE3 (dito -T und -TD) können die Fußstützen ganz hochgeklappt werden.

Erschienen am Sonntag, 16.11.2003 @ 9:35 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 08.12.2003

Deutschland, Dein Nahverkehr

Nur weil ich die letzten drei Wochen nichts über die Münchner S-Bahn geschrieben hätte, heißt das nicht, dass alles im grünen Bereich wäre. Im Gegenteil: Jede Woche regiert das Chaos und es lohnt fast schon, über die seltenen Ausnahmen zu berichten, in denen alles glatt läuft.
Heute erforschte ich neue Tiefpunkte.

Die Story beginnt allerdings nicht in München, sondern in Erlangen, Haltestelle »Tulpenweg«, Hüttendorf. Jeden Montag und Dienstag fahre ich um 06:05 Uhr mit dem Bus der VGN nach Erlangen, von dort um 06:47 mit dem RegionalExpress nach Nürnberg und um 07:27 mit dem ICE weiter nach München.
Am heutigen Montag stand ich um 06:03 an der Haltestelle, zusammen mit einem anderen Frühaufsteher, der schon einige Minuten eher eingetroffen war. Es steht kein Bus da, wie sonst an jedem Morgen. Auch um 06:05 kam kein Bus. Nicht um 06:10 und nicht um 06:15 Uhr.
Der Mitbürger bot um 06:20 an, mich mit dem Auto reinzufahren, das glücklicherweise verfügbar war (im Winter fährt seine Frau damit die Kinder in den Kindergarten, deswegen fährt er mit dem Bus). So erreichte ich meinen Zug noch.

[Nachtrag vom Dienstag: Der Busfahrerin von heute war der Fall bekannt, wusste aber auch nichts näheres, da sie in dieser Woche am Dienstag ihren ersten Arbeitstag hatte. Ihr zufolge sei auch der Bus um 06:30 ausgefallen und auf der Strecke haben die Leute eine Stunde bei minus 6 Grad gewartet.]

Pünktliche Ankunft des ICE in München-Pasing. Durchsage: Die Weiterfahrt verzögert sich um etwa zehn Minuten wegen eines Stellwerkproblems zwischen Pasing und Hauptbahnhof. Ich denke mir: »Zehn Minuten? Erzähl’ das Deiner Oma«, und steige in Pasing aus, während der Zug noch im Bahnhof steht.
Umsteigen in die S-Bahn. Als ich einige Minuten später im Hbf-Tiefgeschoss ankomme und aussteige, brabbelt eine einsteigende, ältere Frau etwas von »16 Minuten später« und mir schwant Böses. Ich sollte Recht behalten: Zehn Minuten später, gegen 09:30, erfolgt eine Durchsage, dass die S7 Richtung Perlach heute erst in Giesing beginnt und man mit der S2 bis Giesing fahren möge (normalerweise fahren S7 um 09:14 und 09:34 im Hbf-Tiefgeschoss ab). Schönen Dank auch, dass ich das jetzt erst erfahre. Hätte ich das schon vor zehn Minuten gewusst, wäre ich nämlich mit der U-Bahn bis Giesing gefahren.

Ankunft um 09:45 am Ostbahnhof, nachdem es im Tunnel der »Stammstrecke« nur zögerlich voran ging, da sich die S-Bahnen stauten. Eine Durchsage informiert immerhin alle paar Minuten über die Situation: S7 stadtauswärts erst ab Giesing, bis Giesing die S2 nehmen. Die S2 wird für 09:59 angekündigt, kommt allerdings ihrerseits nicht aus dem Tunnel raus, da sich am Gleis gegenüber zwei S5 stauen.
Um 10:05 dann die Abfahrt der S2 vom Ostbahnhof; Giesing ist die zweite Station nach München-Ost (Perlach wäre dann die nächste). Runter ins Untergeschoss, Treppe wieder hoch auf’s andere Gleis. Dort stand die S7 bereits. Und stand. Und stand. Die S7 wartete original 15 Minuten, ehe sie um 10:30 abfuhr (wir erinnern uns: Eine Stunde zuvor war ich am fünf Kilometer entfernten Hauptbahnhof angekommen; eine Zeit, in der ein ICE die Strecke Nürnberg-Augsburg zurücklegt). Ende vom Lied: Ankunft in der SAE 45 Minuten nach Unterrichtsbeginn gegen 10:45 Uhr.

Halt, halt, geht ja noch weiter. Alex war zeitig mit dem Unterricht fertig und ich stand mit Dirk um 13:05 Uhr am Gleis in Perlach, um in die Stadt zurück zu fahren. Durchsage: Die S7 um 13:05 fällt aus, nächste S-Bahn in zwanzig Minuten. Normalerweise – »normalerweise« – haben nur frühmorgens die S-Bahnen zwischen 9 und 10 extreme Verspätungen: Die S7 kommt sowieso meistens 5 bis 10 Minuten später, und wenn alle anderen S-Bahnen auch Verspätung haben, dann kommt’s für die S7 richtig dick. Aber bisher war auf die Nachmittags-S-Bahnen Verlass, insofern ist das schon eine neue Qualität.

[Nachtrag vom Dienstag: Heute Morgen wurde am Display neben dem dem Abgang zum Hbf-Tiefgeschoss angezeigt: »S7 Aying um 09:32«. Nach Aying, das ist die, die eigentlich um 09:14 fahren soll. Wenigstens heute kam ich »pünktlich« um zehn Uhr zu Unterrichtsbeginn an, mit einer um zwanzig Minuten verspäteten S-Bahn.]

Die SAE zieht im kommenden Sommer in ein größeres Haus, allerdings nur ein paar Straßen weiter; die S-Bahn-Station bleibt nach wie vor Perlach. Ich weiß nicht, was an Perlach so attraktiv ist, denn die Lage ist beschissen. Vielleicht niedrigere Steuersätze oder niedrigere Mieten, ich weiß es nicht. Für Leute, die in München auf eine speziellen Außenast der S7 angewiesen sind und nur alle 40 Minuten fahren können, oder für Leute, die dann auch noch so ungünstig wohnen, dass sie zwei S-Bahn-Linien benutzen müssen, ist das nervenaufreibend. Davon, was es für mich als Fernpendler bedeutet, auf absolut präzise Abläufe angewiesen zu sein, will ich gar nicht erst anfangen.
Das ist nicht die Schuld der SAE, bitte nicht falsch verstehen, ich weiß nur nicht, was an Perlach so toll ist, und ob ein »geo-strategisch« günstigerer Standort nicht besser gewesen wäre. Es ist die Schuld der S-Bahn München, denn ohne dieses Desaster jeden Morgen gäbe es keine Probleme.
Empfehlung für Interessenten: Überlegt Euch, ob es nicht Sinn macht, nach München umzuziehen, und zwar in die Nähe einer S-Bahn-Station auf der Stammstrecke. Sauteuer, aber schont die Nerven.

In München fahren alle S-Bahn-Linien in der Innenstadt zwischen Ostbahnhof und Hauptbahnhof durch den selben Tunnel (»Stammstrecke«). Das ist super, wenn es funktioniert, denn dann kommt alle drei Minuten eine S-Bahn. Wenn etwas schief geht, sorgt das erst richtig für den totalen Kollaps. In Berlin ist man da IMHO etwas geschickter vorgegangen: Es gibt ein Rudel unabhängiger U-Bahn-Linien: Wenn eine Linie mal ausfällt, zieht das nicht gleich alle anderen in Mitleidenschaft.
In München ist man dabei, diese Misstände zu beheben: Bis zum Frühjahr wird ein neues, elektronisches Signal-/Leitsystem gebaut, das ab Dezember 2004 auf drei S-Bahn-Linien einen 10-Minuten-Takt statt eines 20-Minuten-Takts ermöglicht, und dann 30 statt 24 Züge stündlich durch den Tunnel fahren lässt. Gegen Ende dieser Dekade soll außerdem ein zweiter Tunnel gebaut werden (dabei ist mir allerdings nicht klar, wie die bestehenden Stationen angebunden werden sollen).

Was absolut gaga ist: Warum, WARUM gibt es diese Verspätungen? Es ist verdammt nochmal nichts besonderes los! Die Bauarbeiten sind während der Weihnachtszeit eingestellt, es liegt kein Schnee, es ist nicht außergewöhnlich kalt, es liegt kein Laub auf den Schienen und die Scheiß-Sonne knallt von einem wolkenlosen Himmel auf knochentrockene Schienen runter!
Das einzige was anders ist, ist, dass am Ostbahnhof manche S-Bahnen nicht mehr an Gleis 3 sondern an Gleis 5 einführen müssen. Sonst nix!
Was passiert dann erst, wenn Schnee und Eis liegen? Wird der S-Bahn-Verkehr dann eingestellt?

Eigentlich benötigt man kein Auto, wenn man in einer Großstadt wohnt. Aber in München muss man bescheuert sein, kein Auto zu haben.

Erschienen am Montag, 08.12.2003 @ 22:45 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 15.12.2003

Was ich am Bahnfahren nicht mag

Jeden Mal im ICE 1514, Abfahrt um 14:48 aus dem Münchner Hauptbahnhof gern Norden: Pünktlich, pünktlich zur vollen Stunde, während der Hauptnachrichten im Radio, macht der ZuB seine Durchsage. *argh!*
Kann man die Leute, die um kurz vor 15 Uhr in München-Pasing zusteigen, nicht noch zwei Minuten auf die Ansage warten lassen?

Das zweite was gar nicht geht, sind alte Berlinerinnen, die dem ZuB bei der Fahrschein-Kontrolle ihre Lebensgeschichte erzählen. Und das Konzept eines Call-Centers nicht begriffen haben (»Da war immer ‘ne andere dran.«).

Erschienen am Montag, 15.12.2003 @ 18:56 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 29.01.2004

Was für die ÖPNV-Junkies hier

Nach dem mauen »Samba in Mettman«-Film fuhren Holger und ich wieder Richtung Marienplatz zurück. Für mich war neu, dass auf den Linien U3/U6 in München vereinzelt neue U-Bahn-Züge fahren.
Ich muss sagen, die neuen Wagen gefallen mir sehr gut. 30 Jahre alte Züge besser zu machen ist eigentlich nicht schwer, aber bei den neuen Wagen hat man sich wirklich was gedacht. Die Muße, jetzt eine seitenlange Hommage an die neuen U-Bahnen zu schreiben, fehlt mir jetzt allerdings.   :-|
Kurz gesagt: Viel Platz, breiter Durchgang zwischen den Wagen, Haltestellen-Anzeigen im Inneren, modernes Erscheinungsbild, gut verständliche, automatische Durchsagen.

Die Linie U3/U6 verkehrt über Marienplatz und Münchner Freiheit ab 2006 zum neuen Stadion. Infos und Bilder für U-Bahn-Fans gibt’s auf ganz-muenchen.de. Die künftigen U-Bahn-Züge der U2/U3 in Nürnberg – ebenfalls ab 2006 – werden aber auch lecker, siehe hier, da, hier drüben und dort.

Nürnberg wird etwas besonderes, da die kommenden DT3-Triebwagen nicht nur die ersten U-Bahnen ohne Fahrer in Deutschland sein werden, sondern es weltweit erstmalig auch einen Mischbetrieb aus fahrerloser und fahrergesteuerter U-Bahn geben wird (die U3 wird einen Teil der U2-Strecke mitbenutzen und auf der werden für eine Übergangszeit noch Fahrer die Züge steuern). Infos zu diesem Thema gibt es unter den o.g. Links.

Erschienen am Donnerstag, 29.01.2004 @ 22:16 | Kommentare deaktiviert
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Mittwoch, 04.02.2004

Steckdosen-Frage für Fortgeschrittene

Du fährst mit der Bahn und willst unterwegs Dein Notebook befeuern. Gut, Du weißt inzwischen, woran Du die verschiedenen ICE-Generationen von außen und innen erkennst und wo sich im Zug ggf. die Steckdosen befinden.

Bei der Jagd nach Steckdosen gibt es allerdings auch einen Level für fortgeschrittene Spieler: ICE-Züge erkennen, ohne sie zu sehen.
Die Frage ist: Wie kann ich meine Reiseplanung dahingehend optimieren, dass ich schon eine Woche vor der Abfahrt weiß, wo ich Steckdosen erlegen kann? Ohne den Zug je von innen oder außen gesehen zu haben? Lohnt es sich womöglich, einen Zug früher oder später zu nehmen, um das Notebook-Netzteil an eine Dose anschließen zu können?

Stammfahrer einer Strecke werden natürlich wissen, welche Züge die Bahn zu bestimmten Uhrzeiten auf’s Gleis stellt. Gelegenheitsfahrer oder Vielfahrer mit wechselnden Routen haben es da nicht so einfach, aber es gibt einen Anhaltspunkt: Die Zugnummer.
Grundsätzlich ist die Chance sehr groß, bei einer vierstelligen Nummer einen ICE der dritten Generation zu bekommen, also einen ICE3 oder ICE-T. [Um genau zu sein in den Zugnummern 1500 bis 1870.] Und in diesen Baureihen hat es in der Mitte unter jeder Sitzbank eine Steckdose. Bei den Zügen mit dreistelligen Nummern ist es nicht ganz so einfach: Hier können sowohl alte ICE1 dabei sein, die im Inneren nur Steckdosen für die Staubsauger des Reinigungspersonals haben, oder ICE2, bei denen es immerhin an den Tischen eine Steckdose gibt.

Dankenswerterweise gibt es die Website fernbahn.de, und dort diese PDF-Datei (2005 hier). In ihr hat der Betreiber von fernbahn.de, Marcus Grahnert, alle ICE-Zugnummern aufgeführt – inklusive Angaben zu Start- und Zielbahnhof, Höchstgeschwindigkeit und, für die Notebook-Besitzer unter uns wichtig, die Baureihe.
In der Verbindungsauskunft von HAFAS sehe ich zu allen Verbindungen in der Detailansicht die Zugnummer. Ein dreitstelliger ICE? Ein Blick ins PDF verrät mir, ob es sich um Baureihe 401, 402, 403 etc. handelt. Am Schluss des Dokuments ist aufgeschlüsselt, welche Baureihe welcher Generation gleichgestellt ist (401 ist ICE1, 402 ICE2, und in 403, 406, 411 und 415 gibt es Steckdosen unter jeder Sitzbank).

Danke, Marcus!

Erschienen am Mittwoch, 04.02.2004 @ 0:14 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 23.02.2004

Kamelle

Das beste Kostüm, das ich heute gesehen habe, begegnete mir um 17:10 Uhr im Untergeschoss des Nürnberger Hauptbahnhofs: Vier End-Zwanziger in Ghostbusters-Outfit.   :-)

Heute morgen fürchtete ich schon, mit riesiger Verspätung in der SAE in München aufzuschlagen: Der ICE hielt eine halbe Stunde nach Nürnberg in Treuchtlingen. Durchsage: Auf der Strecke vor uns bis Augsburg hätte es einen Personenunfall gegeben und der Zug müsse deswegen über Ingolstadt umgeleitet werden. 15 bis 20 Minuten Verspätung wurden für die Ankunft in München vorhergesagt.
Die Verspätung betrug tatsächlich ziemlich genau 20 Minuten Verspätung, Ankunft um 09:32 in München. Die S7 raus nach Perlach sollte laut Plan um 09:34 fahren. Ich nahm die Beine in die Hand und lief ins Tiefgeschoss, auf eine Verspätung der S7 hoffend. Ich wurde nicht enttäuscht (auf die S7 kann man sich in dieser Hinsicht verlassen): Auf dem Display war die S7 für 09:38 angekündigt und ich erreichte sie gerade noch. Kurz nach 10 einigermaßen pünktliche Ankunft in der SAE.

Mich fasziniert immer wieder, was 200 Kilometer Entfernung für einen Unterschied im Wetter ausmachen können. Vor zwei, drei Jahren konnte ich das bereits öfter beobachten, als ich noch für die Bank als Springer unterwegs war. Nicht selten, dass in Erlangen/Nürnberg die Sonne schien, und es in München schüttete oder umgekehrt. Heute nasses Wetter in Nürnberg am Morgen und am Abend (kein Regen). In München dagegen schneite es und es lagen zehn Zentimeter Schnee.

Vom »Chicken Teriyaki« von Subway bin ich recht begeistert. Hat mich tatsächlich veranlasst, bei Verena mal zu fragen, ob es sowas ähnliches auch beim echten Chinesen, Thailänder oder sonstigen Asiaten gibt. Lecker!

Erschienen am Montag, 23.02.2004 @ 20:14 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 30.03.2004

Vorbildlich

Die Heimfahrt heute von der Münchner SAE nach Erlangen war etwas außergewöhnlich: Bei Rudolstadt/Thüringen hat es an einem Bahnübergang einen Unfall gegeben, weswegen der Zug ab Nürnberg umgeleitet werden musste. Die ZuBs waren sehr engagiert: Nach jedem Halt gab es für die zugestiegenen Fahrgäste eine Durchsage und bei der Fahrkarten-Kontrolle wurden die Reisenden ggf. auf Umsteigepunkte hingewiesen.

»Unser Zug verkehrt heute über Würzburg… Weimar. Sie werden sich jetzt sicher wundern, weswegen diese Bahnhöfe nicht im Faltblatt "Ihr Reiseplan" aufgeführt sind. Grund ist eine Umleitung wegen eines Unfalls an einem Bahnübergang in Rudolstadt in Thüringen. Reisende nach Erlangen und Bamberg steigen bitte in Nürnberg um. Reisende nach Jena… Über Ihre Anschlüsse werden wir sie rechtzeitig informieren. Ab Leipzig verkehrt dieser Zug wieder auf seinem Regelweg. Für die Unannehmlichkeiten möchten wir uns entschuldigen und bitten um Ihr Verständnis.«

Vorbildlich!

Mir war’s relativ egal, da ich eh vor hatte, in Nürnberg auszusteigen, um mir am Rathenauplatz einen speziellen Döner zu genehmigen.

Erschienen am Dienstag, 30.03.2004 @ 19:04 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 12.04.2004

Bahnfahrer-FAQ für Gelegenheitsfahrer und ältere Damen

Regelmäßige Bahnfahrer machen öfter folgende Beobachtung: Ältere Fahrgäste stehen häufig zehn Kilometer vor dem nächsten Halt von ihrem Platz auf und positionieren sich an der Tür. Heute auf der Hinfahrt nach München neuer Weltrekord: Zwei ältere Damen standen eine halbe Stunde vor dem Münchner Hauptbahnhof an der Tür.

Bei der Gelegenheit fallen mir ein paar Dinge ein, die Gelegenheits-Bahnfahrer öfter fragen. In über zwei Jahren als Springer für meinen früheren Arbeitgeber (eine Bank) und als jetziger Vielfahrer mit BC100 kann ich ein paar Auskünfte geben. Hier eine kleine FAQ mit Antworten:

  • Wann erscheinen die Reservierungen?
    Die Reservierungen in neueren ICEs (ICE3, ICE-T) erscheinen über den Plätzen, wenn auch über der Tür die LED-Anzeige mit der Wagennummer zu sehen ist. Wenn dann über einem Platz nichts aufleuchtet, ist er frei. Übrigens kann man einen Platz z.B. von München bis Nürnberg einnehmen, wenn er erst ab Nürnberg reserviert ist. Und selbst wenn er reserviert ist bedeutet das nicht, dass die Person sicher kommt.
  • Frage zur Reservierung: Was bedeutet »ggf. freigeben«?
    »Gegebenenfalls freigeben« wird über Plätzen mit Express-Reservierung angezeigt und auf dem Fensterplatz am Tisch für Rollstuhlfahrer (für eine Begleitperson). Man soll sie freigeben, falls jemand mit Express-Reservierung den Platz beansprucht bzw. wenn Rollstuhlfahrer mit Begleitperson kommen.
    »ggf. freigeben« oder »ggf. reserviert« kann auch erscheinen, wenn die Reservierungen noch eingespielt werden.
  • Frage zur Reservierung: Was bedeutet »Express-Reservierung«?
    24 Stunden (oder waren’s 48?) vor Abfahrt werden Reservierungen nicht mehr aus dem normalen Kontingent aller Plätze vergeben, sondern aus einem speziellen Express-Reservierungskontingent. Von diesen Plätzen gibt es nur einige wenige in jedem Zug (m.W. acht pro Klasse), meistens im selben Wagen wie die bahn.comfort-Plätze. Über diesen Plätzen steht nicht, von wo bis wo sie reserviert sind, und ob sie überhaupt reserviert sind, sondern nur »ggf. freigeben«. Während des Einspielens der Reservierungen von Diskette (!) kurz vor Abfahrt aus dem Startbahnhof steht über allen Plätzen für ein, zwei Minuten zunächst »ggf. freigeben«.
    Meistens sind die Plätze nicht reserviert, aber wenn jemand mit einer kurz vor Abfahrt gekauften Reservierung für so einen Sitzplatz kommt, muss man ihn natürlich räumen. Auf der anderen Seite bedeutet das: Reserviert jemand kurz vor Abfahrt, bekommt er immer eine Express-Reservierung, bedeutet: Ein normaler Platz ohne Reservierung kann nicht plötzlich während der Fahrt zu einem reservierten Platz werden.
    Tipp: Wenn man einen Platz reservieren möchte und es heißt, der Zug sei ausgebucht, kann man es entweder kurz vor Abfahrt noch mit einer Express-Reservierung versuchen. Oder, wenn es solche nicht mehr gibt (»Zug ist ausgebucht« heißt es am Vorabend), dann setzt man sich auf einen freien »normalen« Platz oder versucht im Extremfall sein Glück mit einem durch jemand anderen reservierten Platz.
  • Frage zur Reservierung: Was bedeutet »bahn.comfort«?
    bahn.comfort (b.c) ist das Vielfahrer-Programm der Bahn. BahnCard-Inhaber können beim Fahrscheinkauf Punkte sammeln, wobei ein Euro Umsatz ein Punkt ist. Zum b.c-Kunden wird man, wenn man innert 12 Monaten 2.000 Punkt gesammelt hat, woraufhin man bestimmte Annehmlichkeiten in Anspruch nehmen kann. Dazu gehören die b.c-Sitzplatzreservierung und der b.c-Sitzplatzbereich in der Nähe des BordRestaurants bzw. BordBistro. Erste funktioniert wie eine der oben beschriebenen Express-Reservierungen. Der Sitzplatzbereich ist nur eine Markierung über den Plätzen, diese Plätze können nicht reserviert werden. Man sollte sie freigeben, falls ein b.c-Kunde solch einen Platz in Anspruch nehmen möchte (wenn man nicht selbst b.c-Kunde ist). Solange niemand kommt und einen mit Hinweis auf seine Reservierung oder seinen b.c-Status verscheuchen will, kann man sich da hinsetzen.
    Einen b.c-Kunden erkennt man daran, dass seine BahnCard ein leicht anderes Aussehen hat (wo die Karte normalerweise weiß ist, ist sie silber-grau).
  • Was hat es mit dem Kleinkindabteil auf sich?
    Das Kinderabteil ist ein mehr oder weniger aufregend gestaltetes Abteil. Im ICE1 ist es ein normales Abteil, das per Reservierungsschildchen zum Kleinkindabteil deklariert wird, im ICE2 gibt es was zum Klettern und im ICE3/ICE-T ist der Teppich ein »Stadtplan« für Rutschautos a la Matchbox. So lange keine Familien mit Kindern kommen, kann man sich natürlich auch ins Kleinkindabteil setzen. Die Wahrscheinlichkeit ist am Montag-Morgen um halb acht äußerst gering, so dass ich dort immer für freie Plätze in Fahrtrichtung dankbar bin, während der restliche Zug gestopft voll ist.
    Man kann sich aber natürlich auch am Nachmittag dazu setzen, wenn bereits Familien mit Kindern darin sind. Allenfalls sollte man den Platz räumen, wenn weitere Familien mit Kindern zusteigen. Wenn man in der Stimmung ist, macht es auch durchaus Spaß, wenn die Kinder für Action im Abteil sorgen.
  • In welchem Wagen sind wir?
    Im ICE2, ICE3 und ICE-T wird die Wagennummer im Innenraum auf den LED-Anzeigen über der Tür angezeigt, sowie in allen ICE auf den Displays neben den Ausstiegstüren. Wenn dort noch nichts leuchtet: Geduld, kommt spätestens ein paar Minuten vor Abfahrt. Gleichzeitig werden dann auch die reservierten Plätze angezeigt. Während des Einspielens der Reservierungen von Diskette (!) steht über allen Plätzen für ein, zwei Minuten zunächst »ggf. freigeben«.
    Von außen sieht man beim ICE1 sehr leicht die Wagennummern: Sie sind auf den Wagen gepinselt. Ab dem ICE2 gibt es LED-Anzeigen, die aber manchmal erst kurz vor Abfahrt angezeigt werden (wenn auch innen die Wagennummern über den Türen aufleuchten). Bei ICE-T-Zügen ist der erste bzw. letzte Wagen eines Halbzuges (je nach Fahrtrichtung) immer die 21 oder 31. So kann man auch aus größerer Entfernung abzählen, zu welchem Wagen man muss.
    [Beispiel: Ich stehe vor Wagen 22 und weiß daher, dass der nächste Wagen am Schluss bzw. der Zugspitze die 21 hat, also geht's Richtung 23 in die andere Richtung. Und wenn ich zu Wagen 33 wollte, steht ich vor dem falschen Halbzug. Grundsätzlich macht es Sinn, den Wagenstandsanzeiger auf dem Bahnsteig zu nutzen. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass der Zug in »umgekehrter Reihung« fährt: 1. Klasse nicht an der Spitze sondern am Schluss, und daher alle Wagennummern in anderer Reihenfolge.]
  • »Sie sitzen auf meinem Platz.«
    Auch schon erlebt: Eine in Hamburg-Hauptbahnhof zusteigende Frau wollte ihren reservierten Sitzplatz einnehmen, und der seit Altona sitzende Herr hatte diesen Platz ebenfalls reserviert. Die beiden verglichen die Platznummer und Gang/Fenster: Hat übereingestimmt. Dann schauten sie, in welchem Wagen sie saßen: Hat übereingestimmt. Sie kamen zu dem Schluss, dass es sich wohl um eine Doppelreservierung handelte und sie suchte sich einen anderen Platz. Zum Glück kam sie auf die Idee nachzufragen, ob dieser Zug wirklich nach Berlin führe. Fuhr er nicht: Der ICE war über Hannover nach München unterwegs. Das Missverständnis konnte rechtzeitig aufgeklärt werden, so dass sie in Hamburg-Dammtor aussteigen und mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof zurückfahren konnte. Merke: Es gibt keine Doppelreservierungen.
  • Wann öffnen sich die Türen?
    Beim ICE3/ICE-T leuchtet in der Mitte des Druckknopfes zur Türöffnung ein grüner Punkt auf, sowohl an der Wagenaußenseite als auch im Innenraum. Wenn der leuchtet, kann man drücken. Wenn er nicht leuchtet, bringt auch drücken nichts. Letzteres ist gut zu wissen, wenn man z.B. in München am Gleis eines frisch bereitgestellten Zuges steht.
    Beim ICE1 und ICE2 ist es teilweise anders, aber ich weiß nicht mehr, wie’s genau war.
  • Wann erscheint auf dem Display, auf welcher Seite sich die Türen öffnen werden?
    Genau fünf Minuten vor der planmäßigen Ankunft erscheint auf dem Display neben den Ausstiegstüren, ob der Ausstieg auf der linken oder rechten Seite in Fahrtrichtung stattfindet. Könnte für meinen Geschmack etwas früher sein, wenn ich zwischen Erlangen und Nürnberg nicht meinen Wunschplatz bekomme und daher die zehn Minuten bis Nürnberg neben der Tür warte, denn in Nürnberg steigen immer viele Leute aus. Die älteren Damen würden es sicher auch begrüßen, früher Bescheid zu wissen.
  • Dürfen auch Nicht-Behinderte die Schwerbehinderten-Toilette benutzen?
    Ja, nutze ich sogar sehr gerne, da man zum Umdrehen nicht den Raum verlassen muss. Ich verstehe nicht, weswegen manchmal Leute an der Behinderten-Toilette vorbeilaufen, wenn sie frei ist und weit und breit kein Rollstuhlfahrer in Sicht ist.
  • Wo sind die Steckdosen?
    Im ICE3 und ICE-T ist in der Mitte unter jeder Sitzbank eine, im ICE2 gibt es nur an den Tischen eine (wichtig: das orangene Licht muss aufleuchten, das signalisiert, dass die Dose Strom hat). Im ICE1 gibt es nur Steckdosen für die Staubsauger des Reinigungspersonals. Die ICE1 sollen aber »demnächst« umgebaut werden, und evtl gibt es dann auch Steckdosen. Der Umbau der InterCity-Wagen lässt mich aber daran zweifeln, denn dort gibt es nach dem Umbau immer noch Steckzettelchen für die Reservierung, statt einer elektronischen Anzeige (und nach wie vor keine Steckdosen unter den Sitzbänken).
  • Woher weiß ich, in welcher Zug-Generation ich sitze?
    Anlässlich mehrerer Steckdosen-Dramen von Mitreisenden im ICE1 (»Ich muss mein Notebook aufladen!«) habe ich mal aufgeschrieben, wo man in welchen Zügen Steckdosen findet, und woran man überhaupt erkennt, ob man sich nun in einem ICE1, ICE2, ICE3 oder ICE-T befindet. Der Eintrag stammt aus dem letzten September, und die entscheidende Tabelle gibt es auch als PDF-Datei. Man kann auch anhand der Zugnummer erkennen, um welche ICE-Generation es sich handelt (dazu habe ich im Februar etwas geschrieben).

Gute Fahrt!

Erschienen am Montag, 12.04.2004 @ 21:32 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 13.05.2004

Was für die Bahn-Junkies hier

Heute Abend auf VOX diese SpiegelTV-Reportage: »Hinter den Kulissen des ICE«

»12.000 PS, 330 km/h, 700 Passagiere: Der ICE ist der Vorzeigezug der Deutschen Bahn. Mehr als 130.000 Menschen fahren jeden Tag mit dem "InterCity Express".

Nur mit Hilfe einer ausgeklügelten Logistik kann die Bahn den reibungslosen Betrieb des Superzuges gewährleisten. Vom nächtlichen Boxenstopp im Werk über das Simulator-Training des Lokführers bis zur Zubereitung der Speisen für das Bord-Restaurant: Alle Arbeitsschritte sind genau aufeinander abgestimmt und unterliegen einem minutiösen Zeitplan. Ein einziger Fehler würde den engen Fahrplan der 153 “ICE”-Züge durcheinander bringen.

SPIEGEL TV Extra wirft einen Blick hinter die Kulissen des ICE. Eine Reportage über Lokführer im Versuchszug, Reinigungskräfte im Zeitdruck und Schaffner im Feierabendstress.«

VOX, 22:15 bis 23:10 Uhr.

Erschienen am Donnerstag, 13.05.2004 @ 11:50 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 03.06.2004

Der Deutschland-Querulant

Die Überschrift ist eine kleine Hommage an den MTB-Reisebericht von Florian Michahelles, der 1995 mit dem Fahrrad über die Alpen gefahren ist, von Obersdorf zum Gardasee.
Mein kleiner Ausflug heute führte mich zwar nicht über die Alpen und auch nicht per Rad, aber die Überschrift ist denke ich würdig für diese Tour.   :-)

Wie bekannt, habe ich mir zum Hin- und Herfahren von und zur SAE zwischen Nürnberg und München eine Netzkarte gekauft. Schon seit einiger Zeit habe ich vor, mal ein bisschen mit dem Zug in der Gegend rumzufahren, wenn es schon nichts kostet. Am Mittwoch habe ich mir spontan überlegt: »Morgen mach’ ich das.«
Ganz sinnbefreit sollte es natürlich nicht sein: Für die Facharbeit muss ich noch einiges an Lektüre bearbeiten und im Zug habe ich Gelegenheit dazu. Es bietet sich sogar an, sich dafür in den Zug zu setzen: Kein Telefon, kein Internet mit Mail, Chat und Web, kein Kühlschrank, kein Fernseher, null Ablenkung.

Daher ging es heute morgen um 6 aus dem Haus. Mit dem Bus nach Erlangen in die Stadt, denn es regnete. Laut tagesschau.de/wetter sollte es heute in Bayern und Baden-Württemberg regnen, weiter nördlich war strahlend blauer Himmel bei Temperaturen um 20 Grad angekündigt. Ich nahm deswegen auch keine Jacke mit: Ich würde ja eh den ganzen Tag im Zug sitzen und nur in Hamburg etwas frische Luft schnappen. Am Morgen war’s bei 14 Grad noch etwas frisch auf dem Bahnsteig, aber es ging.

Hamburg? Korrekt. Mit dem RegionalExpress ging’s zunächst von Erlangen nach Nürnberg. Dort beim McDonald’s eingekehrt (ja, es war 7 Uhr früh, aber für mich war das Mittagessen, ich war schon was länger wach) und dann auf Gleis 6 in den ICE 886 von Nürnberg nach Hamburg. Abfahrt pünktlich um 07:38 Uhr.

»Heute konnte leider kein Faltblatt ‘Ihr Reiseplan’ ausgelegt werden, wir werden es aber trotzdem bis nach Hamburg schaffen. Der nächste Halt um 8 Uhr 30 ist Würzburg.«

Über die Fahrt gibt’s nichts besonderes zu berichten. Ein ICE der ersten Generation – ab und an ging’s mal etwas holprig über die Schienen, eigentlich ungewöhnlich. Der Zub kam zum Glück recht bald nach der Abfahrt, so dass ich bis zum Personalwechsel noch eine Runde schlafen konnte. Ich weiß nicht mehr genau, bis zu welcher Station, dürfte Fulda/Kassel gewesen sein. Der Zug kommt aus München und hält unterwegs in Würzburg, Fulda, Kassel-Wilhelmshöhe, Göttingen, Hannover und Hamburg-Harburg. Nach dem Hamburger Hauptbahnhof fährt er noch nach Dammtor und Altona.
Nach Würzburg drehte der Lokführer auf und wir fuhren mit 250 über die Schnellstrecke.

Im ICE1 kurz vor Hamburg

Von allen Fotos in diesem Eintrag kann durch Anklicken eine größere Version geladen werden.

Ab Göttingen las ich meine Facharbeit-Lektüre und kam gut voran.

Am Arbeiten.

Pünktliche Ankunft um 11:54 Uhr in Hamburg-Hauptbahnhof; etwa seit Hannover begleitete uns blauer Himmel, wie vorhergesagt.

Blick auf HamburgGroßmarkt Hamburg
Mit diesem Wagen fuhr ich bis Hamburg  :-)Beweisfoto: Ankunft in Hamburg

In Hamburg selbst hatte ich kaum Gelegenheit, um mir die Stadt anzusehen und Fotos zu machen: Der Aufenthalt war nur drei Stunden. Ich aß einen Happen und fuhr ein bisschen durch die Gegend (durch den doch recht spontanten Aufbruch heute morgen habe ich auch versäumt, einen Stadtplan einzupacken). Wenn ich mal länger in Hamburg bin, mache ich bestimmt Fotos vom Hafen, den Landungsbrücken und den anderen Sehenswürdigkeiten. Immer wieder imposant, vor allem für einen Bahnfahrer wie mich, ist jedoch die riesige Bahnhofshalle von Hamburg:

Die Halle des Hamburger Hauptbahnhofs

Was hätte das für ein Foto werden können, hätte ich ein Stativ und ein lichtstarkes Objektiv dabei gehabt…
Der Hamburger Hauptbahnhof wird IMHO nur noch durch den in Leipzig übertroffen.
Vor der Abfahrt des nächsten Zuges suchte ich noch eine Sparda- oder Citibank-Filiale, um kostenlos Geld ziehen zu können (Cash-Pool; die Automaten der Reisebank im Bahnhofsgebäude kosten Gebühr). In der Umgebung fand ich nichts, dafür bin ich jetzt bestens über die größte Sexshop-Dichte Deutschlands informiert.

Gegen 14:45 war ich wieder am Hauptbahnhof zurück und ging ins Reisezentrum, um meine nächste Fahrkarte zu kaufen. Wenn ich schon mal so eine Tour mache und in Hamburg bin, dann muss ich natürlich auch mit dem Metropolitan wieder nach Süden fahren, dem Luxuszug der Deutschen Bahn (eigentlich nur Deutsche Bahn Gruppe, die Metropolitan Express Train GmbH ist selbstständig).
Ich wäre gerne Erste Klasse gefahren, denn es gibt ja die »Probierpreise«: Erste Klasse für 29 Euro, Zweite Klasse für 19. Dachte ich, aber die Online-Reservierung bot als günstigsten Probierpreis lediglich 49 Euro für die Zweite Klasse an, auch wenn ich für eine Fahrt in vier Wochen gebucht hätte (Normalpreis ist 74 Euro). Der günstigste Probierpreis für die Erste Klasse wäre 69 Euro gewesen (regulär 116).
Mit meiner BC100 kostet ein Ticket für die 2. Klasse nur 15 Euro, ein Upgrade für die 1. Klasse hätte 55 Euro gekostet (ich weiß aber nicht, ob da nicht noch die 20 Euro Grundpreis dazu kommen, die Inhaber einer BC100-1.-Klasse für den MET zahlen müssen).
Das war mir dann für den Moment doch zu teuer, weswegen ich ein Ticket für den Traveller-Bereich kaufte, eben die 2. Klasse. Sehr angenehm, wenn man im Reisezentrum an der Schlange vorbei zum verwaisten 1.-Klasse-Schalter laufen kann, den ich als b.c-Kunde mitbenutzen darf.

Mein Metropolitan-Fahrschein.

Der MET besteht aus vier Bereichen: Ein 2.-Klasse-Bereich namens »Traveller« und drei verschiedene 1.-Klasse-Bereiche, in dieser Reihenfolge: »Office« (Wagen 3 und 4), »Silence« (Wagen 5) und »Club« (Wagen 6 und 7). Von seinen sieben Wagen gehören fünf der Ersten Klasse an, nur zwei sind für die Zweite Klasse. Während der Fahrt kann man nicht vom Traveller-Bereich in die Erste Klasse wechseln. In »Traveller« gibt es nur Nichtraucher-Plätze.
Der MET fährt nur viermal am Tag von Hamburg nach Köln und umgekehrt. Unterwegs hält er nur in Essen und Düsseldorf, so dass es auf der Strecke Hamburg-Köln mit dreieinhalb Stunden die schnellste Bahnverbindung ist. Ein IC fährt in vier Stunden, hält dazwischen allerdings neunmal. Es gibt wenige direkte ICE-Verbindungen, die in ebenfalls vier Stunden siebenmal halten (alternativ in 4:12 Stunden mit einem ICE nach Hannover und von dort mit einem anderen ICE nach Köln).
Mein Metropolitan, MET 1032, ging um 15:12 Uhr von Gleis 14 von Hamburg nach Köln.

Metropolitan von obenMetropolitan von der Seite
Metropolitan am GleisMetropolitan von innen
Die Traveller-Klasse im MetropolitanSchild der Traveller-Klasse

Der Zug öffnete noch nicht seine Türen, als er im Hamburger Hauptbahnhof stand. Erst nachdem sie ein Metropolitan-Steward öffnete, als dieser von innen ein Zeichen erhielt, dass der Zug aufgeräumt sei, drückte er auf die Türöffner. Hast beim Einstieg gab es keine. Ist auch nicht nötig, denn der Metropolitan ist reservierungspflichtig. Die Reservierung ist im Fahrpreis enthalten und wird beim Ticketkauf automatisch vorgenommen, sie wird mit auf den Fahrschein gedruckt (ich hatte einen Platz an einem Tisch in Fahrtrichtung, wie am Fahrkartenschalter vor mir gewünscht).
Buchen kann man über das Web, in Reisezentren der Bahn, in Reisebüros oder per Call-Center (01805-905805; von 6 bis 22 Uhr).

Im Innenraum spielt leichte Jazz-Musik, allerdings nur bis zur Abfahrt – hätte von mir aus auch weiterspielen können. Der Traveller-Bereich hat ein bisschen was von der 1. Klasse eines ICE, andererseits aber auch wieder nicht: Die Sitze sind in 2+2-Reihen angeordnet (in den drei Erste-Klasse-Bereichen gibt es selbstredend 2+1-Bestuhlung). Die Tische sind aus Holz und ausklappbar, wie in der 1. Klasse des ICE (Nachteil: Zum Aufstehen muss man sie wieder zusammenklappen). Es gibt natürlich Teppichboden, außerdem hat jede Sitzreihe ein ganzes Fenster zur Verfügung, nicht nur 1/3 oder 2/3 wie in der 2. Klasse des ICE (3. Generation).
Dass die Sitze mit Stoff bespannt sind und nicht mit Leder, geht in Ordnung. Etwas enttäuschend ist jedoch, dass die Armlehnen aus unbezogenem Hartplastik sind, wie in einem InterCity – da ist selbst die 2. Klasse im ICE besser. Außerdem gibt es keine Audiokontrollen und Kopfhörerbuchse, so dass man kein Radio hören kann. Steckdosen gibt es wohl, ich hatte aber keinen Bedarf und habe mich deswegen nicht weiter gekümmert.

Erstklassig ist dagegen das helle Holz, die kostenlosen Tageszeitungen neben dem Eingang, die Laufruhe während der Fahrt und der Service: Während der Fahrt kamen dreimal Steward und Stewardess durch und boten kostenlose nicht-alkoholische Getränke wie Cola, Wasser, Apfelsaft oder Kaffee an. Gegen Bares gab’s auch Knabberkram wie »KitKat Chunky«.
Der MET fuhr gemütlich durch die Landschaft, mit vielleicht 160 km/h. Erst nach einer Stunde wurde es schneller, mit gefühlten 200 km/h.

Kostenlose Tageszeitungen im Metropolitan

Das Personal ist sehr freundlich, sogar die Durchsagen können sich hören lassen (»…mit den alleinigen Halten in Essen und Düsseldorf.«). Bei der Fahrscheinkontrolle ein seltsames Gefühl, denn zum ersten Mal seit zehn Monaten werde ich nach meiner Bahncard gefragt: »Und Ihre Netzkarte bitte noch.«
Wer per Telefon gebucht hat, muss nur seinen Namen nennen und wird auf einer Liste abgehakt, die die Stewardess auf einem Klemmbrett mit sich herum trägt. Ich glaube, klassische Fahrscheine haben die Telefonbucher gar nicht.
Im Metropolitan schaffte ich wieder ein gutes Stück meines Fachbuchs. Kurz vor dem Ziel gingen die Zugbegleiter nochmal durch und gaben jedem Fahrgast ein Mini-KitKat Chunky.

Die Abfahrt um 15:12 Uhr war pünktlich, bis zum ersten Halt in Essen erst zweieinhalb Stunden später (!) um 17:53 Uhr hatte der MET jedoch 10 Minuten Verspätung gesammelt. Der nächste Halt kurz darauf um 18:17 war Düsseldorf. Bis Köln, planmäßig um 18:41 Uhr, konnte die Verspätung auf 5 Minuten reduziert werden. Ankunft an Gleis 5. Ich musste um 18:54 an Gleis 6 stehen, also einmal Treppe runter und wieder raus. Glück gehabt: Anscheinend war der ICE 603 (ein ICE3) noch gar nicht eingetroffen.
Ich war allerdings etwas verwirrt, da der Zug laut Fahrtzielanzeiger nach Basel fahren sollte. Basel? Was will ich in Basel? Ich verließ mich aber auf Gleisangabe, die ausgeschriebene Uhrzeit und vergewisserte mich noch am Wagenstandsanzeiger: Ach so, erst nach Frankfurt, dann über Mannheim und Karlsruhe nach Basel.

Woah, was ich ja lächerlich finde, sind englische Werbeclaims, die nach großer Welt klingen wollen (es gibt nur wenige gute englische Claims deutscher Firmen). Beispiel heute morgen in Nürnberg, die Nürnberger Messe: »We make markets. Worldwide.«
Beispiel in Köln, die »Koelnmesse«: »We energize your business.«

Fahrtzielanzeiger für meinen Anschluss-ICE in Köln

»LH« wegen AIRail.

Der ICE 603 bestand aus zwei gekoppelten, recht kurzen ICE3-Halbzügen. Ich fand einen Platz an einem Tisch im vorderen Zugteil. Ich musste nur eine Stunde von Köln bis Frankfurt-Flughafen-Fernbahnhof fahren, um dort in den nächsten Zug umzusteigen. Der ICE fuhr mit sechs Minuten Verspätung, recht genau um 19 Uhr, aus Köln ab und hielt eine Viertelstunde später in Siegburg bei Bonn.
Eine junge Frau nahm an meinem Tisch Platz und es entwickelte sich ein nettes Gespräch. Sie fliegt mit der Lufthansa in neun Stunden non-stop für zwei Wochen in den Urlaub nach Thailand. Asien hatte ich schon vermutet, wegen ihres Reisepass und Impfausweises.   :-)

ICE3 von innen

Der Zug befuhr die Neubaustrecke und erreichte zeitweise 300 km/h. Als geübter Bahnfahrer glaube ich sagen zu können, dass man die Geschwindigkeit auch merkt, zumindest daran, wie zügig die Landschaft an einem vorbeihuscht. Spätestens dann, wenn der ICE3 neben der Autobahn fährt.   ;-)
Dass es auf der Strecke 30 Tunnel gibt, merkt man kaum. Manchmal fährt der Zug auch nur durch eine Betonröhre, aber man kann durchaus auch die Landschaft sehen.
Die sechs Minuten Verspätung konnte der Zug bis Frankfurt-Flughafen sogar gut machen, wir kamen pünktlich um 19:50 Uhr an. Verabschiedung an der Rolltreppe, und ich ging auf’s Nachbargleis.

Auf der Neubaustrecke

Der Fernbahnhof am Frankfurter Flughafen ist erst wenige Jahre alt (er wurde zusammen mit der Neubaustrecke gebaut und 2002 in Betrieb genommen), die Architektur ist recht futuristisch. Ansonsten gibt’s an dem Bahnhof nicht sehr viel spannendes, denn er ist ein reiner Umsteigebahnhof: Entweder vom/zum Flugzeug oder in andere Züge – ein bisschen wie Hamburg-Dammtor: Im 10-Minuten-Takt fahren Fernzüge ein und halten nur wenige Minuten.
Wie nicht anders zu erwarten sind im Fernbahnhof bereits die neuen, suboptimalen Fahrtzielanzeiger angebracht; in Hamburg und Köln hängen noch die alten.
Sorry für die Fotos, aber das Stativ lag zu Hause:

Frankfurt Flughafen Fernbahnhof

 

Nochmal der Frankfurter Fernbahnhof am Flughafen

Pünktlich um 20:02 konnte ich in den nächsten ICE einsteigen: der ICE 927, wieder ein ICE1 (in meinem Wagen mit ICE2-Sitzen in ICE1-Anordnung). Er kam von Kiel und passierte um 17:44 ebenfalls Köln, fuhr dann aber über die alte Rheinstrecke bis Frankfurt und fährt mich von Frankfurt nach Nürnberg.
Ich stieg ein und fuhr zunächst zum Frankfurter Hauptbahnhof, wo der Zug die Fahrtrichtung wechselte. Ich tauschte viermal den Platz, ehe ich den perfekten Sitzplatz gefunden hatte; zum Glück war der Zug um die Uhrzeit bereits recht leer und ich nervte nicht zu viel Fahrgäste mit meinem Platzhopping (und dank der Leere hatte ich genug Auswahl). Der perfekte Platz war für mich in diesem Fall an einem Tisch in Fahrtrichtung, mit Fenster, aber auf der sonnenabgewandten Seite, um in Ruhe mein Buch lesen zu können, und nicht Licht-an-Licht-aus spielen zu müssen.

Fest im Blick: Der perfekte Sitzplatz

Der Hunger drängte, denn seit dem Fischmäc und dem Doppelcheeseburger am Morgen und dem Lahmacun in Hamburg hatte ich nichts weiter gegessen. Auf ins BordRestaurant, eine Cola (Halbliter-Glasflasche mit Schraubverschluss) und ein KitKat Chunky kaufen. Cola/Spezi hätte ich gerne in Köln gekauft, aber die Umsteigezeit war wegen der MET-Verspätung zu knapp (und ich wusste ja nicht, dass der Anschluss-ICE mit Verspätung abfahren würde). Im Zug macht das satte 3,80 Euro; gesalzene 2,70 für die Cola und 1,10 für das Chunky.

Pünktliche Ankunft um 22:29 Uhr in Nürnberg. Zurück von Nürnberg nach Erlangen ging es mit dem IC 2169 um 22:44 Uhr, der pünktlich abfuhr und pünktlich um 23 Uhr in Erlangen ankam. Dort ab ins Subway, ein footlong Chicken-Teriyaki geordert und um 23:20 mit dem Bus nach Hause.

Fazit

Es lief alles wie geplant. Die Bahn kam, bis auf die fünf Minuten mit dem MET in Köln, pünktlich an und ich erreichte alle Anschlüsse so, wie ich sie mir vor Abfahrt bei HAFAS ausgedruckt hatte. Ich kam entscheidend weiter in meiner Facharbeitslektüre. Zwischen Köln und Frankfurt hatte ich eine nette Unterhaltung, in Hamburg sonnige drei Stunden und ein paar nette Erfahrungen für einen »Bahn-affinen« Typ wie mich.
Ich überlege, wo ich als nächstes hinfahre, denn ein Buch hätte ich da noch durchzulesen, und das bietet sich ebenfalls für lange Bahnfahrten an. Im März habe ich schon mal in de.etc.bahn.tarif+service angefragt, was ich mit meiner Netzkarte im grenzüberschreitenden Verkehr beachten muss, wenn ich nach Salzburg oder Straßburg fahren möchte (der Thread ist lesenswert, falls jemand in eine der beiden Städte fahren will und evtl sogar auch eine Netzkarte hat). Speziell Salzburg würde ich auch gerne mal bei Tag sehen, denn Silvester 2002 auf 2003 war’s recht dunkel.   :-)
Außerdem habe ich in Salzburg leckeres Schnitzel Ösi-Style gegessen (mit Petersilienkartoffeln).

Oder doch nach Berlin? Ich könnte um 06:47 in Erlangen abfahren, käme gegen 11:15 an und hätte sieben Stunden Aufenthalt für Fotosafari, ehe ich um 18:32 wieder zurück fahren könnte, Ankunft in Erlangen um 23:08 Uhr. Pro Richtung dauert die Fahrt 4:36 Stunden, genug Zeit für das Buch, das ich im Sinn habe. Berlin hätte den Vorteil, dass ich im ICE-T fahren könnte; sowohl für Straßburg als auch Salzburg muss ich einen EuroCity benutzen (und das ist ein ziemlicher Komfort-Unterschied).
Mal sehen. Wenn, dann eh erst in der Woche vom 14. Juni, denn nächste Woche muss ich mich um das Konzept für das Abschlussprojekt kümmern (Abgabe am 12. Juni).

Für die Statistiker

StreckenverlaufErlangen-Nürnberg, Nürnberg-Hamburg, Hamburg-Köln, Köln-Frankfurt(Flughafen Fern), Frankfurt-Nürnberg, Nürnberg-Erlangen
Zurückgelegte KilometerKeine Ahnung, da hätte ich mal die Daten aus den Faltblättern »Ihr Reiseplan« aufschreiben sollen.
Benutzte Züge2x ICE1, 1x MET, 1x ICE3, 1x RE, 1x IC
Abfahrtszeiten06:05 – Bus Hüttendorf
06:47 – RE Erlangen
07:31 – ICE Nürnberg
15:12 – MET Hamburg
18:54 – ICE Köln
20:02 – ICE Frankfurt
22:44 – IC Nürnberg
23:20 – Bus Erlangen
Zug-Fahrtkosten15 Euro

Erschienen am Donnerstag, 03.06.2004 @ 23:54 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 13.06.2004

Bahn-News

Die Bahn schreibt heute, dass man auch weiterhin versuche, Internet-Zugang in den Zügen anzubieten:

»Die Deutsche Bahn plant weiterhin, ihren Fahrgästen auch im Zug einen Internetzugang zu ermöglichen. “Die Bahn hat das Ziel, ihren Kunden den Internetzugang über die gesamte Reisekette zu ermöglichen, also auch in den Zügen”, sagte Diana Scharl, Sprecherin DB Systems.«

Vor vielleicht zweieinhalb Jahren habe ich mal per Mail bei der Bahn nachgefragt und noch als Antwort bekommen, dass eine Internet-Verbindung wegen der Tunnel nicht möglich sei.
Kurz darauf fuhren Bahnchef Mehdorn und Microsoft-Boss Ballmer zusammen von München nach Stuttgart. Nach der Reise hieß es, WLAN im Zug würde kommen.

Ich bin gespannt.

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Was für die zugfahrenden Banker: Am Donnerstag erschien eine Tickermeldung, wonach Zugbegleiter (Zubs) beim Fahrkartenkauf im Zug ab August keine ec-Karte mehr akzeptieren. Die Missbrauchsfälle wären zu hoch.
Das wundert mich nicht: Der Hashwert einer PIN könnte nicht an die Autorisierungszentrale übertragen werden, so dass »electronic cash« (aka POS) nicht funktioniert. Da auch nicht die Sperrdatei abgefragt werden kann, scheidet auch POZ aus. Bleibt nur noch ELV (elektronisches Lastschriftverfahren), das »mit der Unterschrift«. Dabei kann es natürlich passieren, dass die Karte des Kunden von der Bank gesperrt wurde, weil z.B. das Konto überzogen ist oder weil er selbst eine Sperrung wegen Verlust veranlasst hat. Da die Sperrdatei nicht abgefragt wird, weiß der Zub davon nichts.
Außerdem: Der Kontoinhaber könnte die Lastschrift der Kartenzahlung innert sechs Wochen wegen Widerspruchs zurückgeben. Die Bahn müsste sich dann über die BLZ an die kartenausgebende Bank wenden und nach den Adressdaten des Kontoinhabers fragen (das ist die Einwilligung in diesen Vorgang, den man auf der Rückseite des Kassenzettels unterschreibt). Mit der Adresse könnte die Bahn dann eine Mahnung schicken. Das funktioniert allerdings nicht, wenn die Unterschrift nicht stimmt, denn dann darf die Bank die Adresse natürlich nicht rausgeben. Und jeder von uns weiß vom Einkaufen, wie nachlässig die Unterschriften auf Karte und Beleg verglichen werden…
Fazit: Bei ELV trägt der Händler (hier die Bahn) das Betrugs- und Zahlungsausfall-Risiko.

In der Meldung heißt es weiterhin, dass von der Einschränkung nur wenige Kunden betroffen seien:

»Den Angaben zufolge wird nicht einmal jede zwanzigste Fahrkarte im Zug gekauft, davon werde wiederum lediglich jedes zehnte Ticket mit einer EC-Karte bezahlt.«

Fahrkarten können auch weiterhin im Zug gekauft werden, aber nur gegen Bargeld oder per Kreditkarte.

Erschienen am Sonntag, 13.06.2004 @ 15:05 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 03.12.2004

DB Lounge

Heute war ich zum ersten Mal in einer DB Lounge; im Münchner Hauptbahnhof. Ich musste zwischen zwei Terminen noch etwas Zeit tot schlagen, und habe etwas gelesen.
Eigentlich kann ich ja schon seit der Einführung von bahn.comfort kostenlos die Lounges nutzen, da ich seit rund zwei Jahren bahn.comfort-Kunde bin (das sind alle Kunden der Bahn, die einen Fahrkarten-Umsatz von über 2.000 Euro pro Jahr haben). Bislang hat es sich für mich einfach noch nicht ergeben, mal eine Lounge aufzusuchen.

Die Lounge ist eigentlich ganz nett: Es gibt kostenlose Getränke (Softdrinks, Säfte, Kaffee), aktuelle Tageszeitungen und Plätze, an denen es sich in angenehmerer Atmosphäre lesen lässt, als auf irgendeiner Bank in der Bahnhofshalle. Wer ein Notebook mit WLAN dabei hat, kann drahtlos ins Internet. Am Empfang werden auch Fahrscheine verkauft. Was ich allerdings vermisse, ist eine Toilette.
Wenn ich mal wieder länger in einem Lounge-Bahnhof warten muss kann es gut sein, dass ich wieder dort hin gehe.

Erschienen am Freitag, 03.12.2004 @ 20:11 | Kommentare deaktiviert
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