Archiv für Postings mit dem Tag ‘IA’

Dienstag, 20.05.2008

Wahl-Berliner, derzeit wohnhaft in München

Es gibt Neuigkeiten: Zum 1. Juli wechsle ich den Arbeitgeber. In den knapp 2 Jahren bei Phase 4 habe ich wertvolle Erfahrungen gesammelt, viel gelernt und Freunde gewonnen. Allerdings ist es an der Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen.

Künftig arbeite ich bei NOLTE&LAUTH. NL wurde im Februar 2006 gegründet und hat inzwischen 40 Mitarbeiter. Vielleicht sind sie ja dem ein oder anderen durch das Blog Werben und Würgen bekannt, das über den Wahnsinn in der fiktiven Agentur Becker, Brown & Hardy berichtet.

Interessant ist das Arbeitsmodell von NL: »Arbeite doch wo Du willst.« Es ist egal, ob jemand in der Agentur in Stuttgart, in seiner Wohnung in München, in einem Café in Berlin oder am Strand von Westerland arbeitet. Der Deal ist, dass man 2-3 Tage pro Woche in Stuttgart arbeitet, um sich mit den anderen Team-Mitgliedern auszutauschen. Ich nutze die Gelegenheit, um eine andere Stadt kennenzulernen: Ab Juli arbeite ich also nicht nur in einer neuen Agentur, ich ziehe auch nach Berlin.   :-)

In Berlin sitzen einige ihrer Leute in einer Bürogemeinschaft; dort werde ich mich ebenfalls einquartieren. Dadurch habe ich einen Austausch mit Kollegen, so dass ich von erfahrenen Leuten lernen, und Wissen an Einsteiger weitergeben kann.

Bei NL bin ich ebenfalls Konzepter, allerdings ist die Tätigkeit noch stärker nach meinem Geschmack: Ordnung ins Chaos bringen, Benutzungsoberflächen entwerfen, Prozesse vereinfachen – »Informationsarchitektur«, wie der Fachmann sagt. Hauptsächlich werde ich an Projekten für Daimler arbeiten, zum Beispiel an verschiedenen Anwendungen auf der Mercedes-Benz-Website oder an Programmen für Mercedes-Händler. Ich bin gespannt!

Erschienen am Dienstag, 20.05.2008 @ 19:49 | Kommentar schreiben
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Samstag, 11.10.2008

BarCamp München: Zusammenfassung Tag 1

Dieses Wochenende bin ich in München, Freunde besuchen: Mit Dirk war ich heute auf dem BarCamp in München. Ganz kurze Einführung: Was ist ein BarCamp? Ein BarCamp ist eine Konferenz, auf der jeder Teilnehmer eine Session halten kann – die aktive Teilnahme durch einen Vortrag, Mithilfe bei der Organisation oder Berichterstattung von der Konferenz ist Pflicht. Dafür ist der Eintritt kostenlos. Weitere Infos im entsprechenden Wikipedia-Eintrag.

Wie auch bei einer »normalen« Konferenz sind die Gespräche zwischen den Vorträge das Salz in der Suppe. Man sieht alte Bekannte wieder (Cappellmeister, Florian), sieht Leute wieder die man vor 2 Wochen auf der EuroIA in Amsterdam kennengelernt hat (Silke) und macht nette neue Bekanntschaften.

Gastgeber und Hauptsponsor der Münchner Veranstaltung ist Sun Microsystems in Kirchheim bei München – schickes Gebäude und kostenloses WLAN! Die Organisation und Berichterstattung findet live über Twitter statt. Über 400 Teilnehmer informierten sich in 5 Session-Slots in 8 parallelen Tracks über alle möglichen Themen: von Community-Management bis Zensur in China. Die Teilnehmer die eine Session halten wollten, stellten ihre Idee kurz vor, danach wurde das Interesse per Handzeichen abgefragt. Anschließend wurde der Plan aufgestellt.

Hier ein paar Eindrücke von den Sessions, die ich besucht habe:

Mindmeister – Wie bekommt man 130.000 User?
Till Vollmer von Mindmeister stellte kurz seine Anwendung vor, ein Mindmapping-Tool auf DHTML-Basis, mit dem online mehrere Teilnehmer gleichzeitig brainstormen können: »Wie Google Text und Tabellen, nur für Mindmaps.« Anschließend ging es um die Historie und welche Lehren sie aus dem Startup gezogen haben. Stichworte: 130.000 Nutzer, die im Schnitt alle 2 Monate eine Mindmap erstellen. Im Schnitt 3 Mindmaps pro Nutzer. 11.000 neue Nutzer pro Monat. Kostenlose Basis-Version (maximal 6 Mindmaps), Premium-Account für 4 USD, Bezahlung per Kreditkarte über Wirecard oder PayPal. Die Anzahl der Premium-Nutzer sei typisch für Web-2.0-Startups (unter 5%). 30% der Nutzer kommen aus den USA. Sie wollen in den Businessmarkt reinkommen, deswegen werden in Kürze verschlüsselte Mindmaps angeboten (Daten werden per Public-Key-Verfahren verschlüsselt in der Datenbank abgelegt). System läuft auf Ruby on Rails auf 4 geclusterten Servern. Team besteht aus 2 Gründern und 4 Entwicklern. Haben lange für den Namen gebraucht; Kriterium: .com-Domain musste frei sein wg. internationalem Markt. »meister« ist als Begriff im englischen Sprachraum kein Problem. Machen viele A/B-Tests: »Es macht einen Unterschied, welche Farbe der Button in der Invitationmail hat.« Zum Launch gab es eine Private Beta; Vorteil: man kann den Launch 2x vermarkten und wird am Anfang nicht vom Erfolg überrollt. Haben von Anfang an kommuniziert, dass die Beta kostenlos ist, aber dass sie später ab der 7. Mindmap Geld verlangen. 200 Invitations an Freunde und Bekannte, von denen jeder weitere 20 einladen konnte. Nach 8 Tagen war Mindmeister auf Platz 2 der delicious-Hotlist, nach 9 Tagen hatten sie 1.000 Nutzer. Zwischen März 2007 und Mai 2007 gewannen sie weitere 10.000 Nutzer. Haben bisher keinen Cent für Marketing ausgegeben. »Leute kaufen mit den Augen.« Der große Konkurrenz Mindmanager ist nicht so beweglich und sie müssen fast 200 Leute mit Lizenzverkäufern durchfüttern. Das kleine Startup kann es sich mit 6 Leuten (und etwas Seed-Kapital) leisten, großzügig mit Premium-Accounts umzugehen, um so Mundpropaganda zu generieren (jeder Teilnehmer an der Barcamp-Session erhielt einen Gutschein für 12 Monate Premium-Mitgliedschaft). Man solle in der Betaphase Invitation-Codes als »hard to get« inszenieren (man muss sich »bewerben«), aber jedem einen geben. Sie haben ab einem gewissen Zeitpunkt einen Autoresponder für die Code-Anfragen eingerichtet. »Wenn wir auf Deutsch gestartet wären, wären wir jetzt nicht hier.« Sich für Awards zu bewerben ist sinnvoll, da sie relativ leicht zu kriegen sind: Viele Techies stellen die technischen Details in den Vordergrund, die Juroren sind aber i.d.R. normale Leute, die verstehen müssen was es bringt. Die Awards haben ihnen neue Nutzerzahlen eingebracht und Anfragen von Risikokapitalgebern, die Anlegergeld loswerden wollen. Wachstum derzeit linear und nicht exponentiell. Usability ist der entscheidende Faktor: weniger ist mehr, auf technisch unversierte Nutzer abzielen, keine Featuritis. Mit Problemen offenen und ehrlich umgehen: warum gab es einen Ausfall, was wird getan um das künftig zu verhindern? Wartungsarbeiten ankündigen, regelmäßig im eigenen Blog schreiben.

Präsentieren mit Storyboards
Alexandra Graßler von der Wissensagentur erläuterte, wie man mit einer Präsentation eine gute Geschichte erzählt. Stichworte: »Bilder transportieren die Botschaft besser als Text.« 3 Akte. Akt 1, Emotion: Schauplatz, Hauptfigur, Ungleichgewicht, Gleichgewicht, Lösung. Beispiel »Produkte für eine Kläranlage«: Schauplatz ist jede Gemeinde mit einer Kläranlage, Hauptfigur ist die Zielgruppe (niederbayerische Bürgermeister), Ungleichgewicht erzeugen indem eine Katastrophe an die Wand gemalt wird (wenn die Kläranlage nicht richtig arbeitet, stinkt’s), Gleichgewicht herstellen (Kläranlage zu vernünftigen Kosten betreiben), Lösung anbieten (Kaufen Sie unser Produkt). Eine Entscheidung wird mit dem Bauch getroffen und hinterher mit dem Verstand erklärt, daher Akt 2, Vernunft: 3 Hauptargumente, Wendepunkt. Je nach Zeit können die 3 Hauptargumente in jeweils 3 Unterargumente aufgedrößelt werden (»Baumstruktur«). Der Wendepunkt ist immer eine Ja/Nein-Frage (»Ist es möglich, das mit dem Produkt xy zu erreichen?’). Zwischendrin Loops aufmachen: Frage stellen und später auflösen um Neugier zu wecken. Akt 3, Zusammenfassung: Krise, Lösung (klare Aufforderung), Klimax (Spannung), Katharsis (relativ neutraler Slogan als letzte Folie bevor es in die Diskussion geht). Der Ansatz funktioniert auch bei freier Rede oder in Artikeln. Auf die Zielgruppe einstellen: Männer werden durch Technik, Fußball und Frauen angesprochen, Frauen werden durch Tierbilder und Männer angesprochen. Die Bilder können durchaus Szenen zeigen, die nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun haben (eine Metapher herstellen). Ansprache: »Jeder hier« oder »Jeder von uns« statt »Jeder Internet-Nutzer«. In der Krise langsam sprechen, mehr Pausen einbauen. In Präsentationen nie Tabellen oder Diagramme mit mehreren Linien verwenden: Es kommt immer nur auf eine Zahl an.

Zaubersession
Till Haunschild zeigte einige Kartentricks und erklärte auch, wie sie funktionieren. Er baut immer 2 Höhepunkte ein: einen bei dem die Leute sagen »Ah, nett« und anschließend noch einen der sie wegfegt. Das funktioniere auch gut bei Präsentationen. Stichworte: »Bei Präsentationen geht oft der Bezug zur Realität verloren. Man braucht den Bezug zur Realität um das Besondere zu erkennen.«

User Experience Design
Elizabeth Whitworth hielt spontan eine Session, da in der Vorstellungsrunde nur sie etwas zu User Experience Design sagte (es gab auch einige Konzepter in der Vorstellungsrunde; hatte sie evtl nicht mitbekommen). Es war mehr eine Diskussion als ein Vortrag, in dem es um Unterschiede im Berufsbild zwischen den USA und Deutschland ging sowie eine Definition, was UX alles bedeutet bzw. beinhaltet. Es waren einige Konzepter anwesend aber auch Konzeptionslaien, die einige Fragen hatten. Stichworte: UX als Begriff für eine Sichtweise auf ein Produkt oder einen Service, UX als Begriff für einen Prozess und UX als Oberbegriff für verschiedene Disziplinen: Usability-Evaluation, Information Architecture, Interaction Design, Visual Design, Design Research, User Research, Design Strategy, Evangelism. In den USA sind die Kollegen oft nur für einen Teilbereich zuständig, z.B. nur IA, während in Deutschland viel in Personalunion gemacht wird. Diskussion über verschiedene Probleme (Anwendung sowohl für »normale« User als auch Power-User zugänglich machen: unterschiedliche Zugänge, progressive disclosure, Onion Skinning, Tutorials, Guided Tours. Diskussion über verschiedene Methoden: Modell von Kano bzw. Kano-Analyse, Personas, Use Cases.

Technologie in 10, 20, 30, 40 Jahren
Mir haben heute alle Sessions gefallen, aber den Vortrag von Constantin Gonzalez fand ich mit am interessantesten. Constantin ist Principal Field Technologist bei Sun und beschäftigt sich in seiner Freizeit u.a. mit Ausblicken auf die Zukunft. Stichworte: Moore’s Law besagt dass sich alle 18 Monate die Anzahl der Transistoren auf einem Chip verdoppelt. Law of accelerating returns: Moore’s Law ist auf jeden technologischen Fortschritt anwendbar. Falls die Strukturen auf Chips irgendwann nicht mehr kleiner gemacht werden können, kommt etwas anderes, vgl. die Entwicklung Mechanik, Elektromechanik, Röhren, Transistoren, Chips. Was kann man mit der Rechenpower machen? Mustererkennung: In der Disco das Handy in die Luft halten und eine Minute später kommt eine SMS mit dem Songtitel. Ein anderes Beispiel ist die Genius-Playlist: Der iPod errät ziemlich treffsicher, welche Musik wir gerne hören. »Als DJ würde ich mir jetzt Sorgen um meinen Job machen.« Empfehlung den Generationencheck zu machen: Seinen Eltern die Features des iPod erklären und in ungläubige Gesichter sehen – uns wird es in 20 Jahren auch so gehen. Bereits jetzt ist ein 1.000-Dollar-PC so leistungsfähig wie ein Insektengehirn. Er hat für 300 Euro einen Staubsauger-Roboter der so intelligent ist wie ein Insekt: Der Roboter fährt kreuz und quer durch den Raum, misst die längste Strecke die er ohne anzustoßen gefahren ist, berechnet wie lange es sinnvoll ist zu saugen und schaltet sich nach einer gewissen Zeit ab. In 20 Jahren werden Computer so leistungsfähig wie ein Menschengehirn sein und um 2050 herum wird ein 1.000-Dollar-PC so leistungsfähig sein wie alle Menschengehirne zusammen. Wenn wir mit einer neuen Technologie konfrontiert werden, überschätzt man kurzfristig ihre Auswirkungen, unterschätzt aber die langfristigen Folgen. Beispiel Internet: vor 10 Jahren dachten einige dass dadurch alle Probleme der Welt gelöst werden, was nicht eingetreten ist – trotzdem ist das Internet heute nicht mehr wegzudenken. Es gibt künftig 4 Schlüsseltechnologien: Biotechnologie, Künstliche Intelligenz, Robotik, Nanotechnologie. Biotechnologie: Gentherapie wird künftig ein großes Thema sein. Bereits vor 22 Jahren hat man die Gene von Tabakpflanzen mit denen von Glühwürmchen gekreuzt (»Praktisch, wenn man nachts auf einer Tabakplantage was rauchen will«). Heute kann man sich für 5.000 USD sein Genom entschlüsseln lassen. Künftig sagt einem der Arzt, dass man mit einer 93%igen Wahrscheinlichkeit einen Herzinfarkt erleiden wird, aber mit diesen und jenen Enzymen als Nahrungsergänzung kann man das Risiko verringern etc. Künstliche Intelligenz und Robotik wie oben beschrieben. Nanotechnologie, und damit sind nicht Autolacke gemeint an denen Schmutz abperlt: Durch kleine Strukturen wird es möglich sein, gigantische Fabriken zu bauen die trotzdem kaum größer sind als heute eine Mikrowelle. Darin werden einzelne Atome zu immer größeren Elementen zusammengebaut. Frage aus dem Publikum: Kann das funktionieren, werden die Strukturen bei der Konstruktion nicht durch Reibung und Hitze zerstört? Antwort von Constantin: Es funktioniert bereits in der Natur, siehe das Kopieren von DNA-Strängen: Unter dem Rasterelektronen-Mikroskop sieht da aus wie ein Fließband in der Fabrik. Frage aus dem Publikum: Woher soll die Energie kommen? Antwort: Schau’ Dir Deine Muskeln an, die werden durch biologischen Treibstoff angetrieben. Künftig wird es Glas aus Diamant geben, weil man es einfach aus Kohlenstoffatomen zusammenbauen kann. Was ist, wenn man Nanozellen in den Körper einschleusen könnte um durch Krebs beschädigte Zellen wieder zu reparieren? Wir könnten den »Single-Point-of-Failure Herz« überflüssig machen indem sich das Blut selbst durch die Adern pumpt. In der Kombination dieser Schlüsseltechnologien ergeben sich ungeahnte Möglichkeiten. Technologie könnte sich selbst weiterentwickeln. Wir werden die Antworten auf all diese Fragen noch zu unseren Lebzeiten erfahren, da die Computer dann nach Moore’s Law so leistungsfähig sein werden wie eingangs beschrieben. Constantin: »Technologische Singularität könnte bis 2050 eintreten.« Literaturempfehlungen: »The Singularity is near« von Ray Kurzweil und »Jame5« von Stefan Pemar. Diskussion: Wenn Mensch und Maschine verschmelzen, werden wir 2050 unser Bewusstsein ins Netz hochladen und uns unserer körperlichen Hülle entledigen? Werden wir wie Borg sein? Wollen wir das? Antwort von Constantin: Man wird es kaum verhindern können, es ist der nächste logische Schritt in der Evolution. Man sollte sich daher darauf vorbereiten und das Beste daraus machen. »Da wo die Gefahr ist, ist auch die Rettung.« Insgesamt ein sehr spannender Vortrag, in dem man mal einige Gedankenspiele über zukünftige Entwicklungen anstellen konnte. Nachtrag (13.10.08): Constantin hat eine Zusammenfassung inkl. Folien und Links zu Videos in seinem Blog gepostet.

Ende November ist ein BarCamp in Hamburg geplant. Da es mit dem Zug nur gut anderthalb Stunden von Berlin bis Hamburg sind, werde ich versuchen zu kommen. Wer Lust auf neue Leute und Blicke über den Tellerrand hinaus hat, sollte sich anmelden!

Erschienen am Samstag, 11.10.2008 @ 23:27 | 2 Kommentare
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Sonntag, 12.10.2008

Live vom BarCamp München: SEO is dead, long live SEO

Marc Uhlig über SEO. Kann man nicht für sich betreiben, muss im Gesamtkontext stehen. Daher auch Überschneidung mit Usability und Accessibility.

Wie nutze ich Social Media?
Zunächst braucht man ein außergewöhnliches Produkt. Was schreiben Blogs über uns, Twitter, Facebook? Darauf können wir reagieren. Frage aus dem Publikum: Nutzen Firmen schon Twitter zur Beobachtung? Antwort: In den USA gibt es ein paar, z.B. Virgin America Airline: War mit deren Service zufrieden, habe ein paar Mal mit denen getwittert, wurde von denen geadded. Ein anderes Beispiel: Beebo. Ist eine Art Service-Hotline. Was man auf Twitter nicht machen darf ist Spamming indem man tausende Leute added und dann nur versucht sie auf die Produktseiten zu ziehen – das wollen wir nicht haben. Automatismen (Bots) funktionieren nicht, kommt beim Publikum nicht an; da muss ein Mensch dahinter sein. »Die Zeiten von Buschmarketing sind vorbei. Die Leute wollen nicht erzählt bekommen was sie gut finden sollen, sie möchten das selbst herausfinden oder sie wissen es schon.« Bei Serviceseiten Fotos der Leute zeigen, die mit einem sprechen.

Landing pages
Großen Einfluss: Navigation rausnehmen – Leute sollen nicht verwirrt werden, brauchen daher nicht die komplette Navi (Quelle: MarketingSherpa-Report 2008). Am besten: Testen, testen, testen. Es gibt eine separate Präsentation zu Landing Pages.

Welche Analyse-Programme?
Google Analytics ist gut und günstig, sehr gut ist ClickTracks das aber mit 12.000 USD teuer ist. Frage aus dem Publikum: Wie sieht es mit Datenschutz aus, wenn die Daten zu Google in die USA geschickt werden? Antwort aus dem Publikum: Technisch kann man es eh nicht so lösen wie es das deutsche Recht vorsieht: Man müsste schon vor dem loggen einer IP ein Einverständnis einholen, funktioniert aber nicht mit dem TCP/IP-Protokoll – insofern ist man eh nicht auf der sicheren Seite.

ROI
Nicht überanalysieren! Das meiste kann man anhand von Daumenregeln entscheiden – Analyse ist für eine erste Einschätzung. Nicht jede Zahl auseinandernehmen und glauben dass man alles messen kann; sich auch auf seine Erfahrung verlassen. Nur die Zahlen nutzen um einen Überblick zu bekommen. »’Wenn ich das ändere muss meine Conversion so sein’ funktioniert nicht.« Conversions/KPI sollte man aber schon messen, sich nicht nur auf PageRank beschränken. Klickpfad-Analyse um zu sehen ob die Usability funktioniert oder ob evtl die Navi angepasst werden muss. User-generated Content hat einen Gegenwert, auch wenn die Leute nichts kaufen. Großen Einfluss auf den Erfolg haben sowohl die Ad copy (body text) als auch der Text auf der Landing Page – muss zusammenpassen. Nicht nur auf Google konzentrieren. Das Volumen bei Google ist zwar größer, aber nicht unbedingt der ROI: Der sieht laut MarketingSherpa bei Yahoo und MSN besser aus (bessere Clickthrough-Rates bei organischen und bezahlten Ergebnissen, es ist also wahrscheinlicher dass jemand bei MSN klickt als bei Google). Aus dem Publikum: Evtl ist MSN deswegen höher, da es die Standardsuche von IE ist – das Publikum ist u.U. ein anderes, das nicht so Internet-affin ist. Marc: Ja, würde ich aber nicht nur darauf zurückführen: In Google gibt es mehr Wettbewerb, in MSN kann man sich besser von der Konkurrenz abheben. MSN ist laut irgendeiner Studie angeblich die präferierte Suchmaschine von wenig gebildeten Frauen mittleren Alters. Wenn meine Zielgruppe Frauen mittleren Alters mit nicht so hohem Einkommen sind, würde ich MSN für die Werbung gegenüber Google vorziehen. Conversions bei organischen und bezahlten Ergebnissen sind nahezu identisch, Anzeigen funktionieren aber etwas besser (da man auf den Landing Pages passenderen Conent anbieten kann). Bei einem Download ist die Conversion Rate natürlich viel höher als bei einer Registrierung oder einem Kauf. Das Branding ist wichtiger als das Ranking. Es ist also sinnvoll, neben SEO auch eine Kampagne laufen zu lassen weil die Leute dadurch den Namen öfter sehen und sie auch das schon beeinflusst. Banner-Blindness gibt es: Leute klicken zwar nicht drauf, aber sie nehmen es trotzdem unbewusst war. Solche Effekte lassen sich nur schwer messen, aber es gibt sie.

Was sehen sich die Leute an?
27% nur die ersten paar Ergebnisse, 41% die erste Seite, die zweite Seite nur noch 17%. Auf Position 10 bekommt man mehr Klicks als auf Position 5: Das was am Anfang und am Ende steht wird als wichtig erachtet. Dito PPC-Kampagne.

Welche Suchmaschinen werden verwendet?
80% der Business Decision Makers verwenden Google. Junge Leute benutzen gerne Ask, Ältere AOL bzw. in Deutschland T-Online. Leute mit hohen Einkommen verwenden Google.

Nachtrag (13.10.08)
Marc hat die Folien online gestellt.

Erschienen am Sonntag, 12.10.2008 @ 12:12 | Kommentar schreiben
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Live vom BarCamp München: Online-Marketing mit Blogs

Michael van Laar über Online-Marketing in Blogs: von Corporate-Blogs bis Selbstmarketing mit einem Fachblog.

Das sollte nicht passieren: In der Zielgruppe wird man nicht wahrgenommen oder es kommen die falschen Besucher. Bei einem privaten Blog egal, aber nicht bei Online-Marketing. Es geht nicht um Masse, sondern ich will die richtigen Leute erreichen.

Positionierung, Zielgruppe
Ziele und Zielgruppen. Warum mache ich das? Wenn ich ein Unternehmen habe, möchte ich vielleicht ein Thema besetzen oder für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen. Bei Selbstmarketing: Thema besetzen falls man als Student noch nicht so viel Berufserfahrung hat, oder als Selbstständiger Aufträge über das Blog generieren. Zielgruppen: Personalleiter? Potentielle Auftraggeber? Hat auch Einfluss darauf, ob und welche Fachwörter man verwendet: »Schlagwort« statt »Tag«, »Thema« statt »Kategorie«, zusätzlich zu RSS auch E-Mail-Abo als Newsletter anbieten (sind eher wenig, nutzen aber schon ein paar). »Je eher Business-lastig und je konservativer, desto eher würde ich das anbieten und diese Begriffe verwenden.« Enges oder weites Thema? »Eigentlich mache ich es total falsch, weil ich in meinem Blog zu Online-Marketing über alles zu dem Thema schreibe. Wenn ich ein enges Thema habe, kann ich auch einen Expertenstatus bei einer kleineren Zielgruppe erreichen. Heißt aber vielleicht auch, dass man nicht täglich etwas darüber schreiben kann, sondern vielleicht nur wöchentlich oder alle zwei Wochen [mir fällt dabei Daring Fireball ein]. Heute wird man sich fokussieren müssen, da viele Themen schon von guten Leuten besetzt sind. Sich einen Elevator-Pitch überlegen, für online (auf dem Blog) und offline (»Ah Du schreibst ein Blog, was machste da?«). Man kann seinen Background herausstellen, zusätzlich zur Profilseite.

SEO
Am Anfang sollte man sich überlegen, welche Suchbegriffe man besetzen möchte. Will ich mich für ein bestimmtes Thema als Experte positionieren? Will ich als Selbstständiger indirekt über das Blog verkaufen? »Ich nutze v.a. das Google Keyword-Tool. Die Zahlen taugen für eine grobe Abschätzung.« Dadurch kann man sehen wie sehr es sich lohnt, Arbeit in ein Thema reinzustecken. On-Page-Optimierung: Für speziellere Sachen eher Artikel [Daring Fireball], für allgemeine Themen Übersichtsseiten verwenden [Linked List oder Magazin-Stil mit "mehr"-Links]: In elf Überschriften auf einer Seite tauchen Keywords auf. Hilfreich: Redaktionsplan (wenn man es schafft das durchzuhalten). Off-page-Optimierung: Social Bookmarks für die eigenen Artikel (relativ leicht gemacht, bringen Besucher). Gastbeiträge und Kommentare in anderen Blogs. Backlinkanalyse mit dem Yahoo Site Explorer (Show Inlinks: Except from this domain; To: Entire Site), Auswertung mit Web CEO, Referrer auswerten.

Promotion
Blogrolls von anderen Blogs, Verzeichnisse, Datenbanken, Fachportale. Twitter: Nicht zuspammen – nicht 5x am Tag »Ich hab’ was Neues geschrieben«, aber alle paar Tage wenn man einen neuen Beitrag hat ist OK. Stöckchen-Spiele. Whitepaper »Trends für nächstes Jahr« etc., gibt es auch Blogs in denen steht wie man Whitepaper schreibt, nicht zu werblich. Backlinks aus der Wikipedia bei Nischenthemen, aber nicht zu offensichtlich (also auch andere Fachblogs verlinken). Foren, Gruppen ohne zu spammen. Kleine Visitenkarten machen, moo.com – Michael ist Angestellter bei einer Agentur und auf seiner offiziellen Visitenkarte steht nicht sein Blog, will er auch nicht; bei Bedarf gibt er die Minicard mit. Pressearbeit wenn eine Zeitschrift eine Online-Ausgabe hat, z.B. IHK-Zeitschriften.

Erfolgsmessung
Was will ich erreichen? Es bringt nichts 5x am Tag auf seine Besucher und auf seine besuchten Seiten zu schauen. Sollen die Leute die Artikel komplett lesen? Sollen sie weiterklicken auf meine Firmen-Website? KPIs definieren, z.B. Besuchsdauer, Besuchstiefe, Kommentare pro Artikel, Anzahl Kommentare pro Kommentator – sind es immer die 5 selben, die mich als Zielgruppe eigentlich nicht interessieren? Wichtig: Nicht ausschließlich Gesamtdurchschnitt ansehen, sondern Werte clustern und getrennt bewerten: »Die 80% die nach 5 Sekunden gehen weil sie nicht gefunden haben was sie suchen interessieren mich nicht. Aber was ist mit den anderen 20%, wie lange bleiben die?« Dito Klicktiefe.

Andreas hat ein neues Hobby: PPT-Hijacking – sich über Twitter in Präsentationen einschleichen, wenn der Referent seinen Twitter-Notify nicht abgeschaltet hat (Tweet 1, Tweet 2).   :-)

Nachtrag (13.10.08)
Links von Michael: Artikel in seinem Blog, Folien bei Slideshare, Linktipps aus der Session

Erschienen am Sonntag, 12.10.2008 @ 13:58 | 2 Kommentare
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Live vom BarCamp München: Podcasts für Einsteiger

Michael Praetorius von Antenne Bayern macht seit zweieinhalb Jahren Podcasts im Audio- und Videobereich. Kommt aus dem klassischen Radio: Hörfunk-Ausbildung. Er macht relativ kurze Podcasts (längstens 15 Minuten). Im Radio muss er »die Eins-dreißig« (anderthalb Minuten) einhalten. Alte Radioregel: Spontaneität muss gut überlegt sein.

Definition
Es macht keinen Unterschied, ob man eine Serie von Folgen (Podcast) aufnimmt, oder nur einmal einen Audiobeitrag: In der Produktion kommt es auf das Gleiche an. Es spielt keine Rolle, ob es auf einem iPod, im Quicktime-Player, bei YouTube oder der PSP abgespielt wird. Als Audiobeitrag ungeeignet, wenn immer nur einer spricht.

Product Placement
In Videopodcasts Logos auf dem Windschutz.

Mikrofone
Die Leute halten das Video zu weit weg. Und bei Interviews muss man mit dem Mikro nah ran. Daher: Ansteckmikro verwenden, das vergisst der Interviewpartner nach 5 Minuten! Ein Mikrofon kann auch eine Waffe sein, wenn man es Leuten nah ans Gesicht hält. Beim Mikrofon auf die Niere achten: Je nachdem was man aufnehmen will. Sennheiser E840S ist ein Mikrofon mit einer kugelförmigen Niere, die gut Sachen im Vordergrund aufnimmt und ein bisschen Hintergrundgeräusche. Lange Mikrofone sind geeignet um Geräuschquellen von weiter weg aufzunehmen.

Aufnahme
Aufnahme machen sie beim Radio in einem 5.1-Studio, aber sie hören es sich auf einem Küchenradio an: Wenn es da gut klingt, klingt es überall gut.

Software
»Die günstigsten Tools sind oft die besten: GarageBand, Audacity, Magix. Im Profi-Bereich beim Radio ist es DigAS. Soundtrack von Apple (bei Final Cut dabei) zu teuer und kompliziert. Tipp: Aufnehmen und anhören, wie einem die eigene Stimme am besten gefällt, dann als Set abspeichern. Beim Podcast zu zweit einfach zwei Spuren aufnehmen.

»Verpackung ist die halbe Miete«
Bekanntheitsgrade entsteht auch über die Verpackung. Die meisten Podcasts beginnen immer gleich: mit einem Opener. Das nervt! 50 Folgen muss man sich jedes Mal die 8 Sekunden anhören. Je skurriler desto besser; am besten nicht von den Moderatoren sprechen lassen. Er macht es bei seinem Drahtlos-Podcast so: Am Anfang kurz das Thema anreißen, dann den Opener. »Man kann auch was kaputt hauen in der Küche, das gibt schöne Trennelemente. Es tut jedem Podcast gut, wenn es Trennelemente gibt. Sehr angenehmen jemanden zu haben, der einem die Überschriften spricht. Laut und deutlich, Präsenz zeigen. Dann hast Du eine Überschrift gesprochen und dann kannst Du wieder 2 Minuten 30 labern, ohne dass es den Leuten langweilig wird.« Frage aus dem Publikum: »Was hältst Du von Soundteppichen?« Antwort: »Ja, aber sparsam. Nichts ist schlimmer als ein 24-minütiger Soundteppich.« Tipp: GEMA-freie Musik oder die Sachen die bei Programmen wie GarageBand dabei sind. Empfehlung aus dem Publikum: SoundTaxi.net, kostet was, aber man findet das Richtige. »Oder wie Annik Rubens: Jede Woche dazu aufrufen, dass sie neue Intros braucht.« Noch aus dem Publikum: Soundteppich darf nicht zu laut sein. »Ducking-Funktion von GarageBand ist ganz schlecht, geht ständig rauf und runter. Wenn Du Spam vorliest und daraus ein Hörbuch machst kann ich’s Dir empfehlen, sonst nicht.«

Frage aus dem Publikum: Script?
Ich habe 6 Monate lang Podcasts gemacht die gescriptet waren, und das ist sehr zeitaufwändig. Alle seine Freunde und Bekannten aus der Szene haben ihm gesagt sie fänden es besser wenn es ungescriptet ist, weil man es gemerkt hat. Normale Hörer fanden es witzig, aber er hat sich dann gegen Scripts entschieden da ihm die Zeit fehlte. Du musst in den Text Versprecher einbauen, unsinnige Atmer, Denkpausen. »Macht Euch das Script wo Ihr hin wollt. Dieser Raum hat 4 Ecken – wenn ich darüber Rede was das BarCamp ausmacht, kann ich mir 4 Aspekte aussuchen und die Ecken zuordnen: Spontaneität, unbekannte Leute kennenlernen, eine eigene Session halten, morgen wieder arbeiten aber das Wochenende trotzdem nicht verplempert. [...] Podcast üben heißt anderen Leuten die Mailbox vollquatschen. [...] Sprecht in diesen 4 Ecken und Ihr werdet schnell lernen in Satzbögen und Sinnschritten zu denken. Funktioniert auch beim Redenhalten, weil man sein Publikum immer wieder anschauen kann.« Er macht sich keine Karteikarten und keine Stichpunkte: »Das Schöne an einem Podcast ist, dass es ein 100% enthusiastisches Produkt ist. Wenn Du totale Begeisterung hast über ein BarCamp zu Podcasten, dann hast Du 10.000 Ideen die dabei sind. Mit Karteikarten rettest Du Dich von Karte zu Karte; arbeite lieber mit den 4 Ecken. [...] Ihr müsst auch nicht live moderieren, man kann auch einen Cut machen. Ich kann nur dann einen sinnvollen Schnitt machen, wenn ich auch mal die Schnauze gehalten hab’.« Patzer/Outtakes passieren, aber das macht es echt!

Frage aus dem Publikum: Länge?
»Trägt es das Thema? Wenn der Podcast nur noch aus dem Repetieren besteht wird es langweilig.«

Video
»Die schwierigste Übung bei einem Video-Podcast ist, dass es teuer ist: Du brauchst teure/treue Freunde oder ein professionelles Team. [...] Man braucht jede Menge Schnittbilder: Filme alles worüber Du gerade gesprochen hast nochmal, ohne dass Du oder Dein Interviewpartner zu sehen bist. Man macht viele Bilder, auf denen man selbst nicht zu sehen sind. [...] Warum ist Homeshopping live? Weil’s billiger ist. Die filmen mit 4 Kameras, damit sie andere Bilder reinschneiden können.«

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Soweit die Session. Ich habe noch einen Link: Informationsarchitektur für Audio, war ein sehr interessanter Vortrag von Jens Jacobsen auf der IA-Konferenz 2007. Er ist auch als Artikel bei Boxes and Arrows erschienen.

Nachtrag (13.10.08)
Michael hat in seinem Blog auch einige Tipps zum Podcasten gepostet.

Erschienen am Sonntag, 12.10.2008 @ 15:02 | 1 Kommentar
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Live vom BarCamp München: Usability & User Experience

Florian Bailey über Kernpunkte, häufige Fehler, FAQ

»Betriebsblindheit fängt nach 3 Tagen an, nach 2 Monaten ist sie komplett.«

Erwartungen des Users erfüllen
Wenn ich etwas verspreche geht der Nutzer davon aus, dass er diesen Inhalt findet oder diese Aufgabe erfüllen kann. Und er hat Erwartungen, wie das Web funktioniert: Suchfunktion rechts oben (nicht oben in der Mitte, nicht mit »Finden« bezeichnen, nicht an der Stelle die Newsletter-Anmeldung), Back-Button, falscher Kontext. Frage aus dem Publikum: F-shaped pattern? Antwort: »Es kommt auf das Design an, es gibt kein Patentrezept. Aber prinzipiell liest man in einer Navigationszeile am Anfang und am Ende, weil man dazwischen lesen müsste. Man kann mit dem F-shaped pattern auch spielen.« Wo meine User herkommen sagt mir auch viel darüber welche Interface-Patterns sie gewohnt sind. »Ich muss mir bewusst sein was der Standard ist, bevor ich ihn ändere.« Thema Trennschärfe: »Support, Hilfe, Kontakt: Was soll der Nutzer da anklicken?«

Keine falschen Erwartungen wecken
Falscher Kontext, nicht deskriptiver Text: häufig sind Texte einfach zu lang: »alte Regel sagt 50% wegstreichen, meiner Erfahrung nach sind es 80%.« Häufige Annahme von Unternehmen: der Kunde kann was mit internen Begriffen oder Marketing-Wordings anfangen. » [...] Das Problem: Mit jedem weiteren Element schwindet die Aufmerksamkeitsschwelle. Mit jedem Element mehr muss der Nutzer seine Kernelemente suchen, die er braucht. Ist einer der Erfolgsfaktoren von vielen Web-2.0-Websites, dass sie es so simpel machen.« Beispiel Apple: Sie haben ein Produkt, das sie gerade featuren möchten. Wenn man weitere Elemente hinzufügt, geht der Fokus verloren. Bottom-Up-Prozess: Die Homepage als letztes gestalten.

Frage aus dem Publikum: Redundanz?
»Kommt drauf an – wenn die Nutzung so ist, kann man Begriffe doppeln. Man darf es aber auch nicht übertreiben.«

Flow nicht durchbrechen
»Spiegel-online hat keinen Flow, bei einer Social-Anwendung ist das anders. Ein Spiel ist ein schönes Beispiel. Wenn der Nutzer etwas gemacht hat, was tun wir?« Beispiel: Profilfoto hochladen bei StudiVZ, Xing, etc. – wenn der Nutzer mit dem Dateibrowser ein Foto ausgewählt hat, passiert nichts. Die 13-jährige die sich bei SchülerVZ anmeldet weiß nicht, dass sie noch auf den Button ‘Hochladen’ klicken muss. Kann technischer besser gelöst werden (siehe Google Mail). Feedback auf eine Interaktion geben!

Web = Text
»Gute Texte sind eine gute Website. Eine Website kann hässlich sein und erfolgreich existieren, wenn sie gute Texte hat. Beispiel: Craigslist. Hat nur ein grafisches Element: ein Favicon.« Zusammenstreichen, die kürzestmögliche Information, hohe Informationsdichte. »Keine toten Texte ohne Aussage und Inhalte. Ein schlechter Text ist bösartig gegenüber dem User: Man setzt ihm einen Brei vor und er soll sich herauspicken was für ihn relevant ist.« Leute anrufen und abfragen, was sie z.B. unter »Check-in« verstehen; Buttonlabels abfragen.

Frage aus dem Publikum: Multivarianten-Tests
Bei Google gibt es in den Webmaster-Tools ein kostenloses Programm für MVT. Arbeitet mit CSS-Polls (?), wobei verschiedene Varianten per CSS angezeigt bzw. versteckt werden. Google übernimmt komfortabel die Auswertung.

Frage aus dem Publikum: Umfragen?
An ausgewählten Interaktionspunkten nachfragen. Beispiel: Warum möchtest Du Deinen Account löschen?

Frage aus dem Publikum: Usability-Tests?
Testen ist nicht aufwändig. Mit Silverback kann man das auch remote machen. Beispiel für Guerilla-Testing: Mit einem Notebook ins Café gehen und Leute fragen, ob sie bei einem Test mitmachen wollen (Kaffee ausgeben!). Offenen Test machen: Bei Social-Applications nicht die Aufgaben vorgeben, sondern sich anschauen was die Leute an der Website nutzen. Oder 3-Sekunden-Test: Die Homepage für 3 Sekunden zeigen, dann das Notebook zuklappen und fragen: »Worum geht es auf der Seite?« Ist zwar nicht wissenschaftlich, aber mit 5-7 Leuten findet man die gröbsten Fehler.

Erschienen am Sonntag, 12.10.2008 @ 16:01 | 5 Kommentare
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Dienstag, 28.10.2008

Putting the Fun in Functional: Wie Anwendungen durch spielerische Elemente aufgewertet werden können

Im Rahmen eines Projekts befassen wir uns in der Agentur gerade mit alternativen Ansätzen für Anwendungen und alternative Kundenansprachen. Hier ein paar Rechercheergebnisse.

In der Präsentation Putting the Fun in Functional – gehalten auf der STARTonomics 2008 – stellt Amy Jo Kim die Frage: »How do game mechanics make an interactive experience more fun, compelling and addictive?« Sie hat 5 Mechanismen identifiziert:

  1. Collecting (Beispiele: WoW-Inventare, Anzahl der Freunde in Sozialen Netzwerken)
  2. Points (Beispiele: eBay-Bewertungen, Einlösen von Punkten, Leader Boards, Skill Levels)
  3. Feedback (Beispiel: »Send a text message when…«)
  4. Exchanges (Beispiele: Handel in WoW, Bewertungen geben und erhalten bei eBay)
  5. Customization (Beispiele: Charakter-Modellierung in WoW, anpassbare Homepages)

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Daniel Cook hat kürzlich bei einem IxDA-Treffen in Seattle einen ähnlichen Vortrag gehalten: Building a Princess Saving App. Seine These: Man lernt die Bedienung eines Spiels schneller als die einer klassischen Anwendung – und es macht mehr Spaß! Warum machen Spiele Spaß? Durch exploratives Lernen. Er bringt einige Beispiele wie exploratives Lernen funktioniert und leitet daraus Patterns ab:

  1. Levels
  2. Items
  3. Inventory
  4. Quests
  5. Score
  6. Advancement/Elder game

Komplexe Anwendungen können in Spiele verwandelt werden. Beispiel: Um die Bedienung des 3D-Programms Maya zu erlernen benötigt man Jahre – Modelling im Spiel »Spore« ist dagegen sehr einfach.

Als weiteres Beispiel fallen mir noch Final Cut vs. iMovie oder Lightroom/Aperture vs. Picassa/iPhoto ein – allerdings sind die Profi-Anwendungen auch deswegen so komplex, weil sie viel mehr Möglichkeiten bieten, die Profis auch benötigen.

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Noch ein Beispiel: Der Vortrag Extending the Gaming Experience to Conventional UIs von John Ferrara, den er auf dem IA Summit 2008 und der EuroIA 2008 gehalten hat. Er begründet zunächst weswegen man sich als UX-Designer mit Spielen beschäftigen sollte (Innovation, Similarity & Overlap, Vast popularity). Anschließend spricht er – wie die anderen Referenten – über die »Game Experience« (weswegen Spiele funktionieren), außerdem beleuchtet er den Kontext von Spielen im richtigen Leben. Abschließend stellt er recht ausführlich Patterns vor.

Tipp: In allen 3 Präsentationen gibt es im Notizenfeld ausführliche Beschreibungen zu den Folien – daher am besten die Dateien herunterladen und nicht nur die Folien bei Slideshare anschauen.

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Für alle die sich mehr für das Thema interessieren, kann ich noch ein Buch empfehlen: Theory of Fun von Raph Koster. Das Buch ist allerdings vergriffen und man kann auch kein PDF kaufen…

Erschienen am Dienstag, 28.10.2008 @ 17:01 | Kommentar schreiben
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Freitag, 14.11.2008

IA InfoCamp

Heute Abend war ich auf dem IA InfoCamp in Berlin: Rund 80 Konzepter aus Berlin – aber auch aus ganz Deutschland und sogar aus Dänemark – haben sich zu einem BarCamp im Newthinking Store getroffen, um zu fachsimpeln und den Tag bei einem Bier ausklingen zu lassen.

Accessibility – Missverständnisse und häufige Fragen
Ich hatte die Ehre, die Sessions mit meinem Vortrag zu Barrierefreiheit zu eröffnen.

Der Vortrag sollte 2 Kernaussagen vermitteln:

  1. Barrierefreiheit ist nicht nur für Blinde wichtig: Es betrifft auch Menschen mit anderen physischen Einschränkungen; außerdem spielen auch technische Hürden eine Rolle.
  2. Bei Barrierefreiheit kommt es nicht nur auf sauberen Code in den Templates an: Inhalte müssen barrierefrei aufbereitet werden.

Die Folien findet Ihr bei Slideshare: einmal als Präsentation mit Notizen und einmal als Präsentation ohne Notizen.

Hier noch einige Links: Das Video des Instituts für Medizinische Lehre der Uni Bern kann auf usability.iml.unibe.ch/film angesehen oder heruntergeladen werden. Bezüglich Accessibility und Web 2.0/AJAX seien nochmals die Stichwörter ARIA und Progressive Enhancement genannt. Henning Grote wies in der anschließenden Diskussion auf das Programm Color Oracle hin, mit dem sich Farbfehlsichtigkeiten nachstellen lassen. Plug-ins für Photoshop sind Vischeck und Colorfield Insight. Wir haben auch darüber diskutiert, Accessibility über SEO oder Standardkonformität »mitzuverkaufen«. Zur Frage der Kosten kann ich die beiden Artikel »Accessibility costs too much« einer neuseeländischen Firma bzw. »Factors Affecting Cost of Implementation« des W3C empfehlen – generell gilt: Je früher Accessibility berücksichtigt wird desto günstiger, allerdings fällt in der Pflege auch etwas Zeit für Schulung der Redakteure und die Aufbereitung der Inhalte an. Zur Frage »Wer macht was in der Agentur?« gibt es eine gute Matrix von einfach-fuer-alle.de. Es kam auch noch die Frage »separate Textversion?« auf – hier gibt es wie gesagt eine klare Anforderung des W3C: Nur wenn gar nichts anderes mehr geht, sollte eine alternative Version erstellt werden die barrierefrei ist, den gleichen Stand an Informationen, die gleiche Funktionalität und die gleiche Aktualität hat wie die nicht zugängliche Variante (Checkpoint 11.4). Dass eine Website trotz gefälligem Layout barrierefrei sein kann, beweist die Postbank mit ihrem Online-Banking.

Präsentationsmagie
Samuel Woitinski stellte 3 Killer von guten Präsentationen vor, und was man dagegen unternehmen kann:

  1. Überlasten des menschlichen Arbeitsspeichers (zu viele, zu schnelle und zu komplexe Informationen; dagegen helfen: vereinfachen, visualisieren, animieren)
  2. Text überlagert die Tonspur (eine Präsentation sollte wie ein spannender Film sein, das Publikum hört sich beim Lesen selbst zu und nicht dem Redner, illustrative Bilder statt Text verwenden)
  3. Bulletpoints (immerhin kürzer als Fließtext, dennoch besser illustrative Grafiken verwenden)

Online- und Offline-Cardsorting
Frank Hohenschuh von SirValUse demonstrierte Online-Cardsorting. SirValUse führte diese Variante von Cardsorting ein, da Papier-Cardsorts mit 10 oder 12 Teilnehmern nur Trends/Tendenzen liefern – Kunden möchten jedoch oft eine breitere Datenbasis haben. Die Software beherrscht sowohl offene Cardsorts (Namen von Clustern sind nicht vorgegeben) als auch geschlossene Cardsorts. Online-Cardsortings sind sehr günstig, da die Auswertung automatisch geschieht. Relevante Ergebnisse erzielt man ab etwa 250 Teilnehmern. Henning schlug optimalsort.com als Lösung für den Freelancer vor.

Patterns für Produktkonfiguratoren
Markus Drews von D-LABS stellte seine Patternsammlung für Konfiguratoren vor: flickr.com/photos/konfiguratorpatterns/sets – begleitende Infos gibt’s in seinem Konferenzpaper Interaction Patterns für Produktkonfiguratoren.

Spannend fand ich die Idee der Konfliktvorwegnahme, die mir bisher noch gar nicht begegnet ist: Bei komplexen Produkten kann es zu Baubarkeitskonflikten kommen – beispielsweise kann bei einem Auto nur dann ein Sportlenkrad gewählt werden, wenn sich der Interessent auch für die Sitzheizung entscheidet (weil es vielleicht durch die Produktpolitik so vorgegeben ist). Der klassische Weg wäre, einen Fehlerhinweis zu zeigen und den Nutzer dann zwischen zwei Alternativen wählen zu lassen. Bei der Konfliktvorwegnahme werden dem Nutzer vor dem Klick – z.B. in einem Tooltip – die Konsequenzen gezeigt. Klickt der Nutzer trotzdem, bestätigt er damit zugleich die Wahl oder Abwahl von anderen Optionen und löst dadurch den Konflikt.

Ein Tipp den uns Markus gab: Mit dem Produkt in der Tiefe beschäftigen! Die Software-Entwickler müssen den Designern die Produktlogik nahe bringen.

breadcrumbs 2.0
Carsten Grandke brachte eine Diskussion zum Thema Breadcrumbs in Gang: Sind Breadcrumbs auf Web-2.0-Sites noch sinnvoll? Zählt eine Auflistung von gewählten Facets-Filtern als hierarchisches Ordnungsinstrument im weitesten Sinne zu Breadcrumbs? Fazit: Breadcrumbs haben nicht mehr die Bedeutung wie früher, als es noch stark strukturierte Websites gab. Sie schaden aber auch nicht und haben als Browsing History noch ihre Berechtigung.

User Centered Design in a Nutshell
Holger Deist von SAP erläuterte, welche Rolle UCD (inzwischen) bei SAP spielt, wie sie bei einem 6-monatigen Projekt ein riesiges Fass aufmachten, und wie sie das Thema gegen interne Widerstände voranbrachten (Tipp: Unterstützung durch den Vorstand). Sehr interessanter Einblick in ein großes Softwarehaus!

Who is the new socialware user?
Zu dem Vortrag von Barry Prendergast (Relentless) habe ich mir leider relativ wenig Notizen gemacht (ich schreibe das hier eigentlich am 18. November und kann mich nicht mehr so gut daran erinnern).

Dub Denim
Martin Rothenberger stellte Dub Denim vor, eine Prototyping-Software der University of Washington, die mit einem Tablet-PC genutzt werden kann. Interessante Ansätze um schnell Scribbles zu machen – leider wird die Software kaum weiterentwickelt – Version 2.1 ist vom April 2007 – und sie ist nur auf einem Tablet-PC sinnvoll einsetzbar.

Axure
Jan Jursa demonstrierte Prototyping mit Axure 5. Axure hat einige Vorteile wie Widget-Bibliotheken, Properties für einzelne Elemente (die auch in der generierten Spec ausgegeben werden) oder dass sich relativ leicht ein Prototyp erstellen lässt. Allerdings klickt man sich teilweise 4 oder 5 Dialogfenster tief, um Einstellungen vorzunehmen – mich wundert nicht, dass es Axure nur als Windows-Version und nicht für den Mac gibt.   :-)
Noch ein Linktipp von Jan: designerstoolbox.com

Web 3.0
Willi Schroll diskutierte mit dem Publikum über den Begriff Web 3.0: Eigentlich ist der Begriff genau so wenig definiert wie schon »Web 2.0« – vielleicht wird Web 3.0 das Semantische Web, vielleicht wird es auch Ubiquitous Computing, Cloud Computing, Location Based Services…

Einen Aspekt fand ich im Zusammenhang mit Geotracking und Geräten mit GPS-Chips besonders interessant: Willi griff eines der 5 Axiome von Paul Watzlawik auf: »Man kann nicht nicht kommunizieren.« In Bezug auf Geotracking heißt das, Zitat von Willis Folie:

»Applied to location aware services with social tracking: If you decide to switch off social-local visibility then this is an act of hiding. Maybe this act itself should stay hidden, if possible.«

Gleich im Anschluss fand die 7. IA Cocktail Hour statt. Insgesamt eine tolle Veranstaltung – Dank an Sabine und Jan für die Organisation!

Erschienen am Freitag, 14.11.2008 @ 23:59 | 2 Kommentare
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Mittwoch, 19.11.2008

Quid pro quo

Luke Wroblewski – Autor von Web Form Design – erläutert im Interview mit Lou Rosenfeld die Idee des »gradual engagement«:

»A while back I worked with PatientsLikeMe. Their core objective is to allow people with serious medical conditions to find and learn from each other. To emphasize what the service does and give people a really lightweight way to get engaged, I advocated letting people simply enter a symptom they had or treatment they were taking as a first step. Basically a simple one input field form. Once they entered this very small amount of information, they’d get a response that told them how many patients on the site shared that treatment or symptom. These would be the people they could find and learn from – which emphasizes the point of the service. From there, people could expand the amount of information they want to share in a similar manner and create a proper account. Compare that process to a registration form that asks people to hand over a lot of personal information without getting anything back. That’s a more typical approach and not really in line with gradual engagement.«

Mehr dazu in seinem Artikel Sign Up Forms must die auf A List Apart.

Erschienen am Mittwoch, 19.11.2008 @ 19:17 | Kommentar schreiben
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Donnerstag, 20.11.2008

Wario Land

Schon vor ein paar Monaten hat mir Holger diesen Link geschickt: youtube.com/experiencewii

Nintendo bewirbt mit dem YouTube-Channel das Spiel »Wario Land« für die Wii – unbedingt ansehen! Macht Laune, ist aber auch ein gutes Beispiel für eine gelungene Online-Kampagne, bei der Übertreibung als Stilmittel eingesetzt wird.

Erschienen am Donnerstag, 20.11.2008 @ 20:33 | Kommentar schreiben
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Sonntag, 23.11.2008

Mental Models

Ausschnitt aus einem Mentalen Modell

Um Nutzerbedürfnisse zu erforschen und zusammenzutragen eignet sich die Methode des Mentalen Modells sehr gut: Die obere Hälfte ist eine Darstellung von grundlegenden Motivationen (”Entschluss, ein Haus zu kaufen”) und Aktivitäten (”Herausfinden ob jetzt eine gute Zeit zum Kauf ist”). Die untere Hälfte zeigt Produkte und Dienstleistungen, mit denen diese Verhaltensweisen unterstützt werden. So lässt sich auf einen Blick feststellen, wo Nutzer noch Unterstützungsbedarf haben. Darüber hinaus hilft ein Mentales Modell im konkreten Projekt, um Nutzer besser zu verstehen und Empathie zu entwickeln.

Mentale Modelle ändern sich nur langsam, so dass sie Jahre oder sogar Jahrzehnte lang gültig sind: Die Vorgehensweise beim Hauskauf war 1960 die gleiche wie heute, beispielsweise “Ein passendes Haus finden” – damals wurde diese Motivation durch Zeitungsanzeigen unterstützt, heute durch ImmobilienScout.

Beispiele:

In der unteren Hälfte fehlt der Text, da es sich um Beispiele aus echten Projekten handelt.

Der Hauskauf ist dem Kauf eines Autos recht ähnlich: Es sind keine Güter des täglichen Bedarfs die man wöchentlich kauft, sondern dem Kauf geht eine lange Kaufentscheidungsphase voran. Für unterschiedliche Nutzer kann es auch unterschiedliche Mentale Modelle geben (ein Fuhrparkmanager geht anders vor als ein Privatkunde) – daher ist es wichtig, beim Research nach Aktivitäten zu rekrutieren und nicht nach Demographien.

Indi Young hat zu dem Thema ein Buch geschrieben, außerdem hat sie einen sehr sehenswerten Vortrag bei Google dazu gehalten.

Erschienen am Sonntag, 23.11.2008 @ 22:38 | 1 Kommentar
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Dienstag, 25.11.2008

Webspecial zum Universal Media Interface

Seit heute ist das Webspecial zum Universal Media Interface (UMI) online. UMI ist eine Erweiterung des Autoradios in der C- und GLK-Klasse von Mercedes-Benz: Karten-Navigation in der Mittelkonsole, Pfeilnavigation im Dashboard, Dock-Connector für iPod und iPhone, Bluetooth-Unterstützung für Handys sowie ein USB-Anschluss zur Wiedergabe von mp3-Dateien auf USB-Sticks.

Die Herausforderung: Wie bewirbt man die Vorteile eines Zubehörteils, das aus 2 Kabeln im Handschuhfach besteht? Eine naheliegende Lösung wäre die Igelnavigation gewesen. Stattdessen haben sich die Kollegen aus der Konzeption überlegt, wie die Bedienung aus dem wirklichen Leben auf das Web übertragen werden kann: Das UMI wird über einen Drehknopf gesteuert, also warum nicht den Nutzer auch im Web an einem Knopf drehen lassen? Das Ergebnis ist ein schönes Beispiel für eine explorative Navigation, die Spaß macht:

Screenshot aus dem Webspecial zum Universal Media Interface

Erschienen am Dienstag, 25.11.2008 @ 14:54 | Kommentar schreiben
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Donnerstag, 04.12.2008

Relaunch von audi.de

Neue Homepage von Audi Deutschland

Die Kollegen von der Neuen Digitalen in Berlin haben heute audi.de gerelauncht. Insgesamt meines Erachtens sehr gelungen, bis auf Kleinigkeiten hier und da.

Auf der Homepage dominiert die große Bühne, darunter 4 Teaser. Statt eines Schnelleinstiegs mit 7 Links wie bei Mercedes-Benz gibt es einen »Sofort verfügbare Fahrzeuge«-Teaser mit nur 2 Links: Neufahrzeuge und Gebrauchtfahrzeuge. Den Teaser für den Konfigurator finde ich allerdings nicht so glücklich: Aus Usability-Tests wissen wir, dass Nutzer das Label »Konfigurator« nicht verstehen. Audi hätte hier zumindest in der Überschrift oder im Linktext ein anderes Wording wie »Fahrzeug zusammenstellen« verwenden können:

In der Navigation arbeitet Audi mit Flyouts, in denen kleine Abbildungen der Fahrzeuge zu sehen sind. Allerdings klappen die Menüs sofort wieder ein, wenn man den aktiven Bereich mit der Maus wieder verlässt – ein Delay wäre hier gut. Unter dem Menüpunkt Modelle wird eine Variante der Otto-Navigation eingesetzt:

Otto-Navigation bei audi.de

Weitere Anmerkungen:

  • Die Sitemap ist als Flyout direkt in der Meta-Navigation integriert, die auf tieferen Seiten auch eine Breadcrumb enthält
  • Der Footer ist fest auf der Seite positioniert – dadurch ist nur anhand der Scrollbars ersichtlich, dass die Seite noch nicht zu Ende ist (in der Gebrauchtfahrzeugsuche habe ich den Suchen-Button z.B. erst auf den zweiten Blick gesehen)
  • In der Gebrauchtfahrzeugsuche kann die Ergebnisliste nicht weiter gefiltert werden – man muss nach wie vor zurück zur Suchmaske
  • Auf Contentseiten wird teilweise eine Karussell-Navigation eingesetzt, z.B. für Ausstattungsmerkmale bei den Modellen – ein Klick auf »mehr« öffnet einen großflächigen Layer statt einer neuen Contentseite (suboptimal in Bezug auf SEO)
  • Der Konfigurator enthält einen Expertenmodus – im Standard-Konfigurator gibt es jedoch auch Baubarkeitskonflikte (teilweise mit Konfliktvorwegnahme)
  • Die Suche: Das Eingabefeld hat eine Suggest-Funktion, wie man sie von Apples Spotlight oder von der Apple-Website kennt – dort wie auch bei der Audi-Website mit Best Bets. Die Suchergebnisse werden in Kategorien wie »Modelle« oder »Service & Zubehör« eingeteilt. Die letzten Suchanfragen stehen am Rand unterhalb einer Überschrift »Ihre bisherigen Suchen«.
  • Positiv: Der Model Selector bzw. Showroom: Die animierte Neuanordnung der Fahrzeuge gefällt. Und da zeigt sich mal wieder, dass sich Konzepter von überall her Inspiration holen können: Den Effekt habe ich vor ein oder zwei Jahren mal in einer »Power of X«-Präsentation von Apple gesehen, in der Quartz Extreme vorgestellt wurde.   :-)
  • Nicht so gut: Tabs unterhalb des Contents
  • In der Navigation kritisch: Die erste Ebene der Navigation verschwindet, wenn man sich auf einer Contentseite befindet: Man kann nicht z.B. von einem Ausstattungsmerkmal unterhalb von Modelle zum Bereich Service & Zubehör wechseln (außer über die Startseite oder die Sitemap im Schnellnavigation-Flyout)
  • Kleines Labeling-Problem in der 2nd-Level-Navi unterhalb von Service & Zubehör: Was ist der Unterschied zwischen »Audi Original Teile« und »Audi Original Zubehör«? Ich kann es mir denken, aber die Zielgruppe hat mit der fehlenden Trennschärfe u.U. ein Problem.
  • Die Händlersuche sollte noch überarbeitet werden.   :-)

Erschienen am Donnerstag, 04.12.2008 @ 13:18 | Kommentar schreiben
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Montag, 22.12.2008

Double-opt-in: Best practice

MySpace hat ein gutes Beispiel, wie mögliche Probleme beim Double-Opt-In abgefangen werden können: »Falsche E-Mail-Adresse? Hier ändern. Kannst du die E-Mail nicht finden? Erneut senden.« Eigentlich banal, trotzdem sieht man sowas eher selten…

Screenshot aus dem Registrierungsprozess von MySpace

Erschienen am Montag, 22.12.2008 @ 11:57 | 1 Kommentar
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Montag, 29.12.2008

Handbuch für Konzeption

Günter Maierl und Florian Fuchs gehen mit ihrem Handbuch für Konzeption an den Start – begleitet wird es von einem Blog. Themen sind das Berufsbild, der Ablauf bei der Website-Konzeption, Know-How für Konzepter, sowie eine Link- und Büchersammlung.

Das Handbuch ist sehr abstrakt gehalten: Es gibt nur die nackte Theorie. Günter hat mir für das Blog anschauliche Beispiele als Ergänzung zum Handbuch versprochen; ich hoffe auf Auto-Vergleiche, Haus-Vergleiche oder gar Autohaus-Vergleiche.   :-)

Günter ist freier Senior-Konzepter mit über 10 Jahren Erfahrung, Florian ist freier Web-Developer, ebenfalls mit über 10 Jahren Erfahrung. Ich kenne die beiden persönlich: umgängliche Leute, mit denen man sich bei einem Bier prima über Konzeption, Programmierung, Elvis-Biographien oder Shoegazer-Musik austauschen kann.

Technisch basiert das Handbuch übrigens auf Pony, dem hauseigenen Redaktionssystem.

Erschienen am Montag, 29.12.2008 @ 18:13 | Kommentar schreiben
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Sonntag, 04.01.2009

Interaction Patterns für Produktkonfiguratoren

Auf dem IA InfoCamp stellte Markus Drews seine Patternsammlung für Produktkonfiguratoren vor. Zu dem Thema hat er auch einen Artikel geschrieben, in dem er Kundenbedürfnisse und Geschäftsziele sehr gut zusammenfasst und erläutert. Die Patterns – die Markus aus rund 100 Produktkonfiguratoren abgeleitet hat – teilt er in 3 Gruppen ein:

  • Ziele und Angebote (z.B. Vorkonfigurationen oder Wiederkauf)
  • Navigation und Führung (z.B. Mini-Konfigurator oder Expertenmodus)
  • Auswahl und Feedback (z.B. Produkt in Umgebung oder Konfliktvorwegnahme)

Auf die Patterns Wiederkauf und Konfliktvorwegnahme geht Markus weiter hinten im Artikel näher ein.

Mit 10 Seiten ist der Artikel gut konsumierbar. Die Lektüre lohnt sich für Konzepter die mit Konfiguratoren zu tun haben oder sich für das Thema interessieren. Die Master-Arbeit von Markus ist mit 169 Seiten noch ausführlicher.

Erschienen am Sonntag, 04.01.2009 @ 21:36 | Kommentar schreiben
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Montag, 19.01.2009

Konzeption und User Experience Design: Werbung in eigener Sache

Künftig werde ich längere Beiträge zu Konzeptionsthemen in einem anderen Blog posten: auf freimark.de. These des ersten Postings: Online ist nicht online.

Kleinere Linktipps und Inspirationen werde ich weiterhin auf my two cents schreiben; außerdem weise ich auf neue freimark.de-Artikel an dieser Stelle hin. Ihr verpasst also nichts.   :-)

PS: Am Design von freimark.de arbeite ich demnächst.

Erschienen am Montag, 19.01.2009 @ 22:34 | Kommentar schreiben
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Samstag, 21.02.2009

Konferenzmarathon

Dieses Jahr stehen einige interessante Konferenzen an. Ich möchte 7 Veranstaltungen besuchen – vielleicht sehen wir uns ja?

MobileCamp
25. bis 26. April in Dresden

IA-Konferenz
16. bis 17. Mai in Hamburg (hier halte ich auch einen Vortrag)

UXcamp
23. bis 24. Mai in Berlin

EuroIA
25. bis 26. September in Kopenhagen

PhotoCamp
03. bis 04. Oktober in Braunschweig

BarCamp München
24. bis 25. Oktober in München (laut medienrauschen.de)

IA InfoCamp
Womöglich gibt es im November wieder ein IA InfoCamp in Berlin

Weitere Termine sind auf webeventtermine.de und medienrauschen.de zusammengetragen.

Erschienen am Samstag, 21.02.2009 @ 14:17 | 1 Kommentar
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