Archiv für Postings mit dem Tag ‘indesign’

Sonntag, 04.04.2004

Ein beinahe perfektes Programm

Foto der InDesign-SchachtelInDesign rockt! Ich bin gerade dabei, ein Portfolio zusammen zu stellen, in dem meine bisherigen Projekte vorgestellt werden (um es dann als PDF potentiellen Auftraggebern zu schicken). Um solche Sachen zu layouten, greift man natürlich zu einem DTP-Programm, und nicht zu Word.

In der SAE habe ich den Umgang mit InDesign von Adobe gelernt. InDesign ist leistungsfähiger (1, 2), einfacher (1, 2) und billiger als der Konkurrent QuarkXPress von Quark (InDesign kostet die Hälfte, und bei Lizenzkosten von über 2.000 Euro pro Stück für Quark macht das was aus).
Manche Leute behaupten sogar (1, 2), dass der Marktführer Quark auf dem absteigenden Ast ist, und ich neige dazu, dem zu glauben. Man erinnere sich: Einst war Aldus Pagemaker der Platzhirsch, ehe Quark antrat, dem eingeschlafenen Riesen die Marktführerschaft streitig zu machen. 1994 wurde Aldus von Adobe aufgekauft, Pagemaker ist seither ein Adobe-Produkt, das allerdings im Sommer 2001 nochmal überraschend neu aufgelegt wurde (überraschend, da es seit 1999 InDesign gibt). Auf adobe.com gibt es ein PDF-Dokument, das die drei Publishing-Produkte aus dem Hause Adobe miteinander vergleicht (lokale Kopie). Seit einigen Jahren ist Quark träge und ruht sich auf seinen Lorbeeren aus: Neue Versionen kommen nur noch alle Jubeljahre, bringen wenige neue Features mit, die InDesign längst hat und kosten horrende Update-Gebühren.
Im Sommer 2003 erschien Version 6 von Quark und es war meines Wissens eines der letzten großen Programme, dass mehrfaches Undo einführte, um mal ein Beispiel zu nennen. Als QXP6 erschien, war Mac OS X bereits über zwei Jahre am Markt, und Mac OS ist die Standard-Plattform in der DTP- und Druck-Industrie. Quark schob Apple die Schuld in die Schuhe, indem sie sagten, OS X sei noch nicht reif genug. Quark verschwieg freilich, dass sämtliche anderen großen Programme der wichtigsten Hersteller längst für OS X erhältlich waren und einwandfrei funktionierten (diverse Macromedia- und Adobe-Produkte, Microsoft Office).

In der Überschrift schrieb ich von einem beinahe perfekten Programm. Mich haben eine Reihe von Dingen bei InDesign angenehm überrascht. Zum Beispiel, dass man alle nur erdenklichen Parameter für Text einstellen kann (sorry, ich bin da noch das steinzeitliche Word gewohnt). Einfache Textumfluss-Möglichkeiten, Konturoptionen, das Grundlinienraster, das Dokumentenraster, die vererbenden Masterseiten (Vorlagen), metrisches und optisches Kerning, optischer Randausgleich, automatisch passender Zeilenabstand, eingebautes Preflight, die Verknüpfungspalette (warnt z.B. vor fehlenden Bildern), einfache Einstellmöglichkeiten für zum Beispiel die Beschnittzugabe (in der Transformieren-Palette die X- und Y-Koordinaten eines Objekts mit neun verschiedenen Voreinstellungen für den Registration-Point). Sehr cool sind auch die Absatz- und Zeichenformate, quasi die Stylesheets von InDesign (Absatzformate können aufeinander aufbauen, leider kann ein Zeichenformat nicht auf einem Absatzformat basieren). Darüber hinaus alle erdenklichen Einstellungen beim PDF-Export (die sich InDesign für den nächsten Exportvorgang merkt), von der Bildkompression und -auflösung über die Sicherheits-Einstellungen bis zu den optionalen Schnittmarken.

Das Bild mit dem Dreieck befindet sich auf der Seite rechts oben. Damit es sicher gedruckt werden kann, ohne dass ein weißer Rand des Papiers sichtbar wird, muss eine Beschnittzugabe zur Position des Bildes hinzugefügt werden (3 mm).

Etwas gewöhnungsbedürftig ist es, für Objekte (Flächen, Linien, Text) Farben zu vergeben. Dazu ist ein bisschen Druckerei-Grundwissen erforderlich und man muss sich ggf. neue Farben aus den CMYK-Grundfarben erst zusammenmischen (wenn man keine Sonderfarbe von z.B. Pantone verwenden möchte, die im Druck extra Geld kostet).

Soweit gibt es eigentlich nur zwei Dinge, die mir nicht so gut an InDesign gefallen: Die Wort-Trennung und die Zuordnung von Rahmenlinien bei Tabellen-Zellen. Okay, das Anlegen von Hyperlinks ist auch etwas umständlich, aber nicht so tragisch, wenn man den Dreh raus hat.
Die Trennung arbeitet in der Regel korrekt (sie hat mir nur einmal »Screens-hot« getrennt), aber sie ist etwas übereifrig und trennt, nicht nur für meinen Geschmack, häufiger als nötig. Im Blocksatz macht sich das recht stark bemerkbar. In den Einstellungen für Absatzformate lässt sich im Bereich »Silbentrennung« jedoch festlegen, wie sehr InDesign einen Absatz mit Trennstrichen spickt.
[Ah ja, was ich schreibe, bezieht sich auf InDesign 2.0, nicht auf die neue dreier Version »InDesign CS«.]

Tabellen lassen sich sehr einfach anlegen: Einen Textrahmen aufziehen, aus dem Tabellen-Menü »Tabelle einfügen« wählen und die Anzahl von Zeilen und Spalten vorgeben. Kompliziertere Tabellen mit abweichender Zellenanzahl in verschiedenen Spalten habe ich noch nicht probiert. Abwechselndes Einfärben von Zeilen oder Spalten funktioniert problemlos.
Was mich aber Nerven kostet, ist die Funktion zur Festlegung der Linienart und -stärke. Und ich trau’s mich kaum zu sagen: In Word ist das besser gelöst (ich liebe den Tabellen-Zeichenstift!). Das Problem bei InDesigns Kontur-Palette ist, dass man nicht ablesen kann, welche Einstellungen für die aktuelle(n) Zelle(n) getroffen sind. Man sieht nicht auf einen Blick, was Sache ist: Welche Linien haben welche Strichstärke und welche Linienart? Erst wenn man die Linien genau so angeklickt hat, wie schon einmal zuvor (z.B. oben, unten und links), sieht man, welche Strichstärke die Linie aktuell hat, und ob überhaupt eine Linie eingestellt wurde.

Die Kontur-Palette in Aktion: Angezeigt wird, dass alle Linien aktiv sind (ohne Angabe der Linienstärke). Tatsächlich haben alle Zellenlinien eine Strichstärke von 1 pt, und zuvor wurde für die Spalte links der Auswahl eine Stärke von 0,5 pt für die senkrechten rechts eingestellt (die direkt an die Auswahl angrenzen).

Ok, in der Kontur-Palette ist nicht viel Platz, um neben jeder Zellenlinie je ein Drop-down für Linienart und Linienstärke unterzubringen. Im ausführlicheren Zellenoptionen-Dialog (»Konturen und Flächen«) sieht es allerdings kaum besser aus:

Abbildung verkleinert auf 75%.

Was bei mir ebenfalls keine Begeisterungsstürme hervorruft, ist das Drop-Down für die Linienart: Es enthält keine Vorschau der Linie, sondern nur Texteinträge wie »Breit-Breit« oder »Schmal-Breit«, wobei ich Einträge wie »Gepunktet« und »Gestrichelt« vermisse.
Kann jemand berichten, ob diese beiden Punkte in InDesign CS verbessert wurden?

Aber ansonsten ist InDesign über jeden Zweifel erhaben!

Erschienen am Sonntag, 04.04.2004 @ 23:50 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 05.04.2004

Mehr Spaß mit Beschneidungspfaden

Ich schrieb ja schon, dass InDesign die Härte ist, aber es wird noch besser: Beschneidungspfade.
Man stelle sich folgendes vor: Eine Seite mit Text. Auf der Seite wird ein Bild platziert. Das Bild hat natürlich eine rechteckige Bounding-Box, die das ganze Bild umgibt, auch wenn das Bild, zum Beispiel ein Foto, nicht den ganzen Rahmen ausfüllt. Textumfluss sieht normalerweise so aus (Quick’n'Dirty):

Mit einem Beschneidungspfad kann man dem Text sagen, wo’s lang geht:

Die Sache ist recht einfach:

  1. Das Bild mit Apfel-D platzieren.
  2. Mit dem Pen-Tool einen Pfad um das Bild zeichnen und dabei die Kontur festlegen, an der der Text entlang fließen soll.
  3. Den Pfad ggf. noch korrigieren.
  4. Das Bild per Apfel-X in die Zwischenablage ausschneiden.
  5. Aus dem Bearbeiten-Menü den Befehl »In die Auswahl einfügen« wählen, währrend der Pfad angewählt ist.
  6. Mit gedrückter Shift-Taste zusätzlich zum Bild mit Beschneidungspfad den Text auswählen.
  7. Ein Klick in die Konturumfluss-Palette auf die gewünschte Umflussoption.

Evtl geht das mit dem Platzieren, Pfad zeichnen, Ausschneiden und wieder Einfügen auch einfacher, weiß ich nicht.
[Eigentlich kann InDesign einen Alpha-Kanal erkennen, der beispielsweise in Photoshop zum Bild hinzugefügt wurde. Mir gelang es allerdings nicht, den eingebetteten Alpha-Kanal zu nutzen, so dass ich manuell beschneiden musste.]

Ok, für altgediente DTPler ein alter Hut, und jeder hat schon mal solch einen Textumfluss in einer Zeitschrift gesehen. Für mich war es neu und ich find’s geil…

Erschienen am Montag, 05.04.2004 @ 0:32 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 24.06.2005

InDesign CS2

Letzte Woche brachte der UPS-Mann die Creative Suite 2; seitdem bin ich allerdings kaum dazu gekommen, damit zu arbeiten: An drei Tagen war ich in München, und auch sonst arbeite ich derzeit eher an programmierlastigen Projekten. Deswegen schenke ich mir an dieser Stelle ein Review – die Leute, die sich dafür interessieren, haben wie ich schon fünfmal über den Vanishing-Point-Filter im neuen Photoshop gelesen und zwei Videos dazu gesehen. [Falls jemand Reviews lesen möchte: Beim Layers Magazine, bei CreativeBits und CreativeGuy, den Adobe Evangelists sowie Russel Brown wird man schnell fündig. Ars Technica hat auch ein gutes Photoshop-Review.]

Ach doch, eine Sache zu Photoshop CS2: Trotz Einstellungsmöglichkeit der Tastaturbefehle ist es immer noch nicht möglich, Apfel-1 für den 100%-Zoom zu definieren, da Apfel-1 für die Ansicht des Rot- bzw. Cyan-Kanals in der Kanäle-Palette vorbelegt ist. Und diese Voreinstellung lässt sich nicht ändern. Das nervt wie hulle, denn Apfel-1 ist für den 100%-Zoom da und für nichts anderes!

Für einen Kunden laufen derzeit zwei Print-Projekte nebenher, für die ich InDesign benötige. Beide Projekte habe ich noch in InDesign CS angelegt: Einmal ein großer Jahresbericht, der im Endausbau 60 Seiten umfassen wird, und zum anderen eine zweiseitige Einladungskarte. Die Einladung war eine gute Gelegenheit, sie in CS2 fertig zu machen.
Soweit keine Probleme, aber beim testweisen Exportieren als »InDesign-Interchange« (.idx) und fehlgeschlagenem Öffnen in InDesign CS dachte ich: »Mit der Abwärtskompatibilität ist es aber nicht weit her.«
Folgender Tipp: Für InDesign CS gibt es das Update »April 2005«, mit dem man der alten Version beibringen kann, Interchange-Dateien von CS2 zu öffnen. Die Aktualisierungsfunktion befindet sich im Hilfe-Menü.

Erschienen am Freitag, 24.06.2005 @ 18:55 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 29.04.2007

PDF/X-4

InDesignSecrets gibt einen kurzen Überblick zu den Neuerungen von PDF/X-4, das mit der kürzlich vorgestellten Creative Suite 3 von Adobe eingeführt wurde. Größte Neuerung ist die Unterstützung von live transparancy in PDF-Dateien für die Druckvorstufe.

Erschienen am Sonntag, 29.04.2007 @ 10:28 | Kommentar schreiben
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