Samstag, 27.12.2003
Kant
An sich bin ich ja kein Fan von nicht-politischen Titelthemen des Spiegel, aber die nächste Ausgabe wird am Montag gekauft. Titel: Kant.Der Philosoph aus Königsberg ist dieser Tage wieder etwas mehr in Mode, da sich Geburts- und Todestag jähren: Geboren am 22.04.1724 und gestorben vor knapp 200 Jahren am 12.02.1804. Letzte Woche stellte Wolfgang Herles im ZDF-Morgenmagazin (zufällig drüber gezappt) drei neue Bücher zu Kant vor:
»KANT«, Biographie von Manfred Kühn, erschienen im C. H. Beck Verlag.
639 Seiten. Preis: 29,90 Euro. ISBN: 3-406-50918-5»Zum 200. Todestag und 280. Geburtstag Immanuel Kants im nächsten Jahr porträtiert der Autor souverän und detailreich den großen Denker und stellt dessen philosophisches Werk verständlich vor. Manfred Kühn räumt in seiner glänzenden Biographie mit der Legende von Kants ereignislosem Professorenleben gründlich auf und zeichnet das Bild eines geistreichen Gentlemans, der eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben spielte. Man nannte ihn den "eleganten Magister". Er galt als beliebter Universitätslehrer, war charmant und kontaktfreudig, von Freunden umgeben und gern auf Gesellschaften.«
Das zweite Buch:
»Kants Welt«, Biographie von Manfred Geier, erschienen im Rowohlt Verlag.
350 Seiten. Preis: 24,90 Euro. ISBN: 3-498-02491-4»Manfred Geier erzählt darüber, wie Professor Immanuel Kant aus Königsberg die Philosophie revolutionierte. Er versteht es meisterhaft, die Lebensgeschichte dieses weltweisen und menschenklugen Philosophen mit dessen wichtigsten Werken zu verbinden, die einen Höhepunkt in der Geschichte des modernen Denkens bilden.«
Das dritte Buch:
»Immanuel Kant«, Biographie von Steffen Dietzsch, erschienen im Verlag Reclam Leipzig.
368 Seiten. Preis: 24,90 Euro. ISBN: 3-379-00806-0»Der Autor konzentriert sich auf Kants Philosophenkarriere in Königsberg. Jüngste Funde im Archiv der dortigen Universität bilden die Grundlage dafür. Der Leser erhält interessante Einsichten in das Leben Kants als Hochschullehrer.«
Was Philosophie betrifft, bin ich ein Kant-Fan, auch wenn ich seine Original-Texte nicht verstehe und mich ihnen nur mit Sekundärliteratur nähern kann. Sehr empfehlen kann ich zwei Taschenbücher aus der kurzen Reihe »Kant für Anfänger«, beide verfasst von Ralf Ludwig und erschienen im dtv-Verlag:
- »Der kategorische Imperativ«
8 Euro, ISBN: 3-423-30144-9 (meine Originalausgabe hat die ISBN 3-423-04663-5 und hat damals noch 14,90 DM gekostet). - »Die Kritik der reinen Vernunft«
9 Euro, ISBN: 3-423-30135-X (meine Originalausgabe mit ISBN 3-423-04662-6 zu 14,90 DM).
Weniger hilfreich ist »Kant in 90 Minuten« von Paul Strathern aus dem Eichborn-Verlag. Anscheinend ist die Auflage auch vergriffen.
Falls sich jemand an Kants Original versuchen will: Die gibt’s natürlich auch, und zwar im Reclam-Verlag, wo sonst. Seine beiden Hauptwerke heißen »Kritik der reinen Vernunft« und »Kritik der praktischen Vernunft« (KpV)
Den oft zitierten kategorischen Imperativ behandelt er in seinem Buch »Die Metaphysik der Sitten« und greift ihn in der KpV wieder auf. Eine kurze Einführung gibt es auf dem Berliner Bildungsserver.
Ich bin gespannt auf den Spiegel-Titel. Und vielleicht beschaffe ich mir mal eines der drei von Wolfgang Herles empfohlenen Bücher, evtl »Kants Welt«.
Andererseits habe ich mich nach Kant nicht mehr weiter mit Philosophie beschäftigt, und da gibt es glaube ich noch ein paar spannende Persönlichkeiten wie Wittgenstein oder Feuerbach, und natürlich Nietzsche und Schopenhauer, Heidegger, Hegel, Hume, Kierkegaard…
Erschienen am Samstag, 27.12.2003 @ 17:59
| Kommentare deaktiviert
Tags: kant, Literatur
