Archiv für Postings mit dem Tag ‘keynotes’

Freitag, 10.02.2012

Die Kreditkarte an die Wand genagelt

Apple-Chef Steve Jobs hat heute Vormittag auf der Expo Paris in seiner Keynote neue Powerbooks vorgestellt. Endlich. Es wurden alle drei Modelle überarbeitet: Das kleine Modell mit 12-Zoll-Display und das große 17er Modell erhielten Speedbumps (12er: G4 mit 1 GHz statt vorher 867 MHz bzw. 17er: 1,33 GHz statt zuvor 1,0 GHz).
Das seit knapp einem Jahr unverändert gebliebene mittlere Modell mit 15er Display bekam nun ebenfalls den Alu-Look spendiert, mit dem im Januar das 12er und 17er debütierten.
Das 15er ist extrem sexy; ein Glück, dass mein Konto derzeit keine 2.300 Euro brutto hergibt!   :-)
Es ist noch begehrenswerter als das alte Titanium-Powerbook. Holgers inzwischen zweieinhalb Jahre altes TiBook, neben ein beliebiges PC-Notebook gestellt, gewinnt immer noch jeden Schönheits-Wettbewerb; mein zwei Jahre altes iBook genauso.
Das mittlere und große Modell sind ab sofort lieferbar, das kleine dauert noch etwas. Genau genommen gibt es das neue 15er, das mittlere Modell, in zwei Varianten: Mit 1,0 und 1,25 GHz. Das »größere« hat zudem ein SuperDrive statt eines Combo-Drives, Airport Extreme bereits built-in sowie die Hintergrund-beleuchtete Tastatur. Ansonsten etwas dicker aufgetragen: mehr Speicher, mehr Festplatte. Ab sofort haben alle Powerbooks Bluetooth ab Werk eingebaut. Alle Modelle sind für Airport Extreme vorbereitet (bringen das 17er und das größere 15er bereits mit).

Ansonsten war die Keynote eher enttäuschend. Nachdem Apple in diesem Sommer schon nicht mehr an der New Yorker-Messe teilnahm, gingen Erwartungen in die Richtung, dass Apple der Pariser Veranstaltung etwas mehr Bedeutung zumessen würde. Die Keynote dauerte nur eine Stunde statt der gewohnten anderthalb bis zwei Stunden. Die dringend überarbeitungs-bedürftigen iBooks blieben unverändert und es wurde keine neue Software vorgestellt (kein iSync 1.2, kein iCal 1.5, kein Safari 1.1). Es gab die üblichen Updates (der iPod, der G5 und Jaguar sind in den Verkaufszahlen die Renner) und Steve präsentierte ausführlich die kommende Mac OS X-Version 10.3, »Panther«, mit den bereits von der WWDC bekannten Features. Es blieb beim unkonkreten Termin »Ende des Jahres«; viele hatten sich da eine etwas präzisere Angabe gewünscht oder gar mit einer kurzfristigen Verfügbarkeit gerechnet.
Neue Displays und Tastaturen (mit Beleuchtung bitteschön!) im G5-Look waren ebenfalls nicht im Programm.

Ah ja, ein Gerücht, das nun von der ewigen Rumors-Liste gestrichen werden kann, sind drahtlose Tastaturen und Mäuse von Apple, denn die wurden heute vorgestellt: Mit Bluetooth und verschlüsselter Übertragung, für je 79 Euro brutto. Die vier Batterien in der Tastatur (hat die eigentlich noch USB-Anschlüsse?) sollen neun Monate halten, die beiden in der Maus für drei Monate. Im Prinzip sind es die bekannten eMac/G5-Tastaturen (bäh!) und die gewohnte Pro-Maus, nur dass Apple die Kabel abgeschnitten hat. Mit zwei Maustasten oder Scrollrad war’s wieder nichts (aber macht ja nichts, an einen Mac lässt sich jede USB-Maus ohne Treiberinstallation anschließen).
Ich erkenne nicht ganz den Sinn von drahtlosen Mäusen und Tastaturen an einem Desktop-Rechner, zumal man sich Nachteile erkauft (Stromversorgung, evtl keine USB-Anschlüsse mehr an der Tastatur, Notwendigkeit des Ausschaltens).
Abgesehen davon sind die Mac-Tastaturen immer noch exzellent. Angenehm anzuschlagende Tasten und nicht mit dutzenden, wackeligen Spezialtasten überfrachtet (die drei Tasten zur Lautstärke-Regelung und die Medien-Auswurftaste will ich allerdings nicht mehr missen). PC-Tastaturen gibt’s ja nur noch mit knubbeligen Sondertasten für jeden erdenklichen Scheiß. Der absolute Killer wäre eine zum G5 passende Alu-Tastatur, mit Hintergrund-beleuchteten Tasten. Davon ab, dass das extrem dekadent ist, könnte ich dann abends die Schreibtisch-Lampe aus lassen (weniger Mücken im Zimmer) und sähe trotzdem noch, was ich schreibe. Denn ab und an muss ich schon mal auf die Tastatur sehen.

Es scheint ein Trend zu sein, nach dem Motto: Wo noch kein Kabel liegt, kommt auch keins mehr hin, alles muss wireless sein.
Um per Kurzstreckefunk mein Handy mit meinem Mac zu synchronisieren oder für ein Headset ist Bluetooth schon sinnvoll. Aber wozu sollte ich die Freiheit haben, die Tastatur fünf Meter weit weg vom Display benutzen zu können? Die Tastatur wird vor dem Display stehen, um die Eingaben kontrollieren zu können, wie jetzt auch schon. Weniger Kabel? Naja, von meiner Tastatur geht ein Kabel in den USB-Hub an der Display-Rückseite, und das Mauskabel verschwindet auch hinten im Display. Vom Display geht nur ein ADC-Kabel (Apple Display Connector) zum Power Mac, durch das digitale Bildsignale, Strom und USB-Daten fließen.
Was ich auch noch nicht begriffen habe ist der Sinn hinter der Aktion, einen Desktop-PC mit Bluetooth-Adapter auszurüsten, der dann drahtlos mit einer ISDN-Box Kontakt aufnimmt (habe ich tatsächlich so gesehen).

»Stretched out and feet up, the wireless keyboard nestled comfortably in your lap.«

…wie es auf der Produktseite heißt? Wer liest denn gerne sein Display aus anderthalb Metern Entfernung ab?!

Vielleicht war diese Keynote auch deswegen enttäuschend, da sie absolut vorhersagbar war: Ausführliche Panther-Demo, neue Powerbooks, drahtlose Maus und Tastatur. Null Überraschungen.
Die Powerbooks waren überreif, und dass es wireless Eingabegeräte von Apple geben wird, war auch nur eine Frage der Zeit, denn Screenshots aus Panther-Beta-Versionen verrieten das bereits vor einigen Wochen (Thinksecret, Macrumors).

Meldungen und Details zu den Neuerscheinungen:
Neue Powerbooks: Apple Pressemitteilung, Heise, Macrumors
Wireless Keyboard und Mouse: Apple Pressemitteilung, Heise, Macrumors
Allgemein: Mac-TV, Thinksecret, Spiegel-online

Während Steve die Bühne betrat, saß ich in München in der SAE im Unterricht. Ich ließ es mir nicht nehmen, die Keynote per Textticker zu verfolgen. Die Macguardians haben dabei einen guten Job gemacht (finde ich leider nicht im Archiv). Macrumors bekam die Infos von Mac-TV geliefert. Auf den Tickerseiten der Guardians und von Macmotion lief außerdem eine Audio-Sendung.
Nach der Schule, zurück in der Münchner Innenstadt, verließ ich die S-Bahn am Stachus und ging in das »Anna Bar«. Ich habe schon von einem WLAN-Zugang am Stachus gehört und ein wenig googeln förderte das Café zu Tage, das zum gleichnamigen Hotel gehört. Angeblich hat das Times-Square-Internet-Bistro direkt am Hauptbahnhof auch WLAN, aber als ich gestern persönlich dort anfragte – in Vorbereitung auf die heutige Keynote –, wurde ich doch sehr enttäuscht. Ja, WLAN habe man zwar, aber mal geht’s, mal nicht, und im Moment sieht’s schlecht aus.
Ich ging gestern auch bei Anna vorbei, versäumte aber nachzufragen wie’s tatsächlich mit drahtlosem Internet-Zugang aussieht. Ein Anruf am Abend brachte Klarheit: Für Gäste im Café kostenlos, wenn man etwas verzehrt.

Das war mal ein Wort, und so ging ich eben nach der SAE wieder zu Anna. Das Café befindet sich in der Schützenstraße 1, einer Parallelstraße der Bayerstraße, die vom Stachus in Richtung Hauptbahnhof wegführt. Das Stachus-Untergeschoss verlässt man daher Richtung Bayerstraße bzw. ein Stück weiter auf Höhe des Mathäser-Kinos.
WLAN ist kostenlos und zum Surfen brauchbar schnell. Ggf muss man nach einem Airport-Netz »annahotel« (oder war’s »hotelanna«?) suchen. Die Preise sind gehoben: Es gibt viele teure Salate (um sieben Euro), einige Sandwiches um 4,50 Euro und eine ausgedehnte Sushi-Karte. Die Getränke- und Weinkarten sind gleichfalls umfangreich. Ich wählte ein Ginger Ale (0,3 Liter) für 2,70 Euro, dass aber immerhin in einem schönen Eistee-Glas mit Anna-Logo, vielen Eiswürfeln und Orangenscheibe daher kam, nebst kleinem Schweppes-Fläschchen. Das Café ist sehr stylish eingerichtet: hohe Decken, karg aber doch bequem. Es läuft Lounge-Musik in angenehmer Lautstärke. Durchaus ein Treffpunkt, um sich mit Freunden zu unterhalten, wenn die Preise und die gar zu stylishe Speisekarte (Sushi) nicht wären (ok, Chili oder Schnitzel würden nicht wirklich in das Ambiente passen).
Laut gestrigem Telefonat deckt der WLAN-Hotspot nicht nur den Innenraum ab, sondern auch die draußen aufgestellten Stühle.

Erschienen am Freitag, 10.02.2012 @ 0:06 | Kommentare deaktiviert
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Sonntag, 09.02.2003

Die Mac-Expo in Paris steht vor der Tür…

…und bis zur Keynote von Steve Jobs am 16. September wird die Gerüchteküche wieder ins Brodeln geraten. Meine Prognose für Paris:

  • »Updates«, v.a. Verkaufs-/Bestellzahlen zum G5.
  • Vorstellung eines neuen .mac-Features, um die anstehenden Abo-Erneuerungen anzukurbeln.
  • Vorstellung von iSync 1.2: keine neuen Funktionen, aber mehr unterstützte Handys.
  • Ausführliche Vorstellung von OS X 10.3 und Nennung eines Release-Termins innert zwei Monaten. Das wird den größten Teil der Keynote einnehmen.
  • Für mehr Geschwindigkeit auf Consumer-Schreibtischen werden iMac-Speedbumps sorgen.
  • One more thing: Neue Powerbooks! Das 15er endlich als Alu-Modell, beim 12er und 17er Speedbumps.

Derweil wurde dieser Tage bekannt, dass sich die nächste Windows-Version, »Longhorn« eventuell noch bis Ende 2007 verzögern könnte. Grund ist angeblich, dass im November 2007 die gerichtlichen Auflagen gegen Microsoft auslaufen. Oder vielleicht auch, wie jemand bei Slashdot schrieb (via Holger):

»They decided to bundle Duke Nukem Forever.«

Ich verstehe ja nicht, dass Longhorn bisweilen mit der kommenden Version 10.3 von Mac OS X, »Panther« verglichen wird. Offiziell wird Longhorn frühestens 2005 erscheinen, Panther jedoch noch vor Jahresende 2003. Und wenn Apple so weiter macht wie bisher, wird es nicht nur ein halbes Dutzend Wartungsupdates zwischen den großen Versionen geben, sondern noch zwei weitere »major releases«, jedes Jahr eines.
Wie dem auch sei, eines ist sicher: Wenn Longhorn irgendwann in diesem Jahrzehnt mal erscheint, wird in meinem Weblog-Eintrag sicher folgendes stehen:

»Nach langen Jahren des Wartens ist Longhorn nun verfügbar. Es bietet jetzt noch nie dagewesene neue Features wie ein Desktop-Compositing. Die Älteren unter uns werden sich entsinnen, dass dies mit Quartz und Quartz Extreme bereits seit OS X 10.2 möglich ist, das im August 2002 erschien.«

Erschienen am Sonntag, 09.02.2003 @ 22:40 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 17.10.2003

Ich bin die nächsten 80 Minuten nicht zu erreichen.

Der Stream zum gestrigen »Music Event« ist online!
Für Nicht-Macianer: Anschauen, Steve Jobs bietet immer eine unterhaltsame Show (zudem ein begnadeter Redner und ein Mann, der weiß wie er mit einer Präsentations-Software umzugehen hat). Grund gibt’s ja jetzt eigentlich auch für Windows-User: Das Video zeigt die Vorstellung von iTunes für Windows.

Erschienen am Freitag, 17.10.2003 @ 9:29 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 06.01.2004

MWSF 2004 approaching

In acht Stunden wird Steve Jobs wieder in San Francisco auf der Bühne stehen und es war lange nicht mehr so spannend wie dieses Mal.

Im Prinzip sind sämtliche Produkte reif für ein Update. Es ist aber wenig konkretes nach außen gedrungen. Man munkelt von Mini-iPods, das allerdings so heftig, dass die Enttäuschung allerorten riesig wäre, käme es anders. Außerdem hört man von einem neuen Audio-Programm für Consumer (»GarageBand«) und evtl die lang erwarteten Xserves mit G5-Prozessoren.
Als sicher gilt nur, dass es heute Abend eine neue Version von Apples Consumer-Video-Schnittprogramm »Final Cut Express« geben wird, denn laut Thinksecret wurden in einigen Läden einer US-Kette bereits entsprechende Schachteln gesichtet.

Daneben werden auch andere Hersteller neue Versionen ihrer Programme ankündigen: Discreet stellte gestern Combustion 3 vor und Macromedia den Director MX 2004 (via Kai). Darüber hinaus sind angeblich FileMaker mit Filemaker 7 und Microsoft mit Office 2004 und Virtual PC 7 in den Startlöchern (eine Meldung zu den MS-Programmen wurde bei Macrumors wieder entfernt).
Die Omni Group kündigte bereits an, zur Macworld OmniWeb 5 vom Stapel zu lassen. Snapz Pro X 2.0 kann auch nicht mehr weit sein; leider kann ich noch nicht das Video der Keynote mitschneiden, nur den Ton mit WireTap (die Ambrosia-Website ist seit ein paar Tagen nicht erreichbar, deswegen hier kein Link zum Programm).

Meine Vermutung zum Verlauf der Keynote:

  • Updates
    • Die 2.000 Leute in der Warteschlange vor dem Apple Store Tokio
    • Terascale Cluster
    • Verkaufszahlen G5, iPod, iTMS, Panther
    • Downloadzahlen iTunes, QT
    • Hinweis auf die iTMS-Promo mit Pepsi ab 01.02.04
  • Neue Software
    • Final Cut Express 2.0
    • GarageBand
    • iSync 1.3
    • Keynote 1.5
    • Safari 1.2
    • iPhoto 3
    • iMovie 3.5
    • iDVD 4
  • Präsentation von Dritthersteller-Software
    • Microsoft: Office 2004, Virtual PC 7
    • FileMaker: FileMaker 7
    • Discreet: Cleaner, Combustion
    • Auftritt von Dr. Srinidhi Varadarajan (Terascale Cluster)
  • Neue Hardware
    • Mini-iPods (kleinere Abmessungen der bisherigen iPods)
    • Billig-iPods (günstigere iPods mit kleineren Kapazitäten im bisherigen Gehäuse)
    • Keine neuen/überarbeiteten Notebooks, keine neuen/überarbeiteten Desktops
  • One more thing
    Irgendwas Umwerfendes zu 20 Jahre Macintosh

Ab 18 Uhr deutscher Zeit werden wir mehr wissen. Hier die Adresse des Streams:

http://stream.apple.akadns.net

Erfahrungsgemäß dauert die Keynote rund zwei Stunden und ist immer eine nette Show.
Für alle, die mit dem Bohay nichts anfangen können, darf ich wieder auf meine »kleine Einführung in den Kult um die Mac-Messen für Nicht-Macianer« hinweisen.

Nachtrag (13:43 Uhr): Macrumors hat ja gestern gemeldet, dass die Firma Cornice am Montag eine 2 GB-Mini-Festplatte vorgestellt hat (Dimensionen: 2,8mm x 36,4mm x 5mm; 14,5g). Bei einer Abnahmemenge von 100.000 Stück verlangt Cornice dafür 70 USD. Welchen Namen (u.a.) sehe ich auf der Cornice-Website unter »Customers + Partners«? Die Firma »portalplayer«. Und wessen Logo und Name taucht in den Copyright-Notizen des iPod (Einstellungen/Copyright) auf? Genau, portalplayer.
Jede Wette, dass wir in fünf Stunden Billig-iPods mit 2 GB Kapazität sehen.

Erschienen am Dienstag, 06.01.2004 @ 10:00 | Kommentare deaktiviert
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»Sitting at the computer, credit card in hand.«

In den nächsten zwei Stunden möchte ich nicht mehr gestört werden.   :-)
Die Brille ist geputzt, das iBook liegt voll aufgeladen als Fallback-Medium bereit, der Aufnahmeknopf von WireTap wartet auf Betätigung.
Die Apple-Stores sind weltweit offline, wie immer, wenn neue Produkte unmittelbar bevorstehen.

Videostream auf http://stream.apple.akadns.net, Textticker in Englisch von Macrumors auf http://www.chaosmint.com/events/mwsf2004.html, in Deutsch beim fscklog.
Diskussion und Analysen nach der Keynote gegen 20:30/21:00 bei Mac-TV.

Erschienen am Dienstag, 06.01.2004 @ 17:50 | Kommentare deaktiviert
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MWSF04 – Keynote-Zusammenfassung

Beginn: Über 60.000 Zuschauer über den Videostream aus über 100 Ländern.
20 Jahre Mac-Jubiläum. Einführung eines grafischen Interfaces, während alle anderen noch Kommandozeilen-basiert arbeiteten. Steve zeigt einige Seiten aus einem damaligen Prospekt (Newsweek-Beileger).
Er spricht über den 1984-Werbespot, der nur ein einziges Mal im Fernsehen gezeigt wurde. Er zeigt ihn! Netter Gag: Die Lady hat in der überarbeiteten Versionen einen iPod an der Hose.

Applaus für die Leute im Saal (sitzen in der ersten Reihe), die damals beteiligt waren.
»A great Mac year.«

OS X: »Microsoft is copying us again, it feels great.«
9,3 Millionen aktive OS X-User. Transition basicly now over, we made it. Spricht über neue Software von Drittherstellern.

18:15 – Final Cut Express 2. Bis zu 5 DV-Streams in Echtzeit etc., optimiert für Panther und den G5. Es folgt eine Demo durch den Produkt-Manager. 299 USD Vollversion, 99 USD Update (Hinweis: alle Preise ohne Mehrwertsteuer!)

18:20 – Die Leiterin von Microsofts Mac-BU kommt auf die Bühne, um Office 2004 zu demonstrieren (wuah, eine schrille Stimme…). »Mac-first features…«
Demo des neuen Word. Notizfunktionen, Erinnerungen aus Word heraus für Entourage speichern, wahlweise transparente Paletten, Audionotizen mit MPEG-4.
Demo von Excel. Verbessertes Page-Layout vor dem Druck.
Entourage: Project-Center, verbessertes Drag’n'Drop.
Technology Guarentee Program: Wer ab heute eine Version von Office kauft, bekommt im Frühjahr ein kostenloses Update auf Office 2004.

18:30 – Steve wieder auf der Bühne.
Next stop: the G5. Thema: Terascale Cluster! Virgina Tech hat bei Apple angerufen und gesagt: »Wir brauchen die ersten 1.100 Dual-G5s.« Ein Video wird gezeigt. Dr. Srinidhi Varadarajan kommt zu Wort.
Sie hätten sich Xserves gewünscht, da sie kompakter sind, aber die haben nur G4-Prozessoren. Bis heute: G5 Xserves! 1U-Bauhöhe, bis zu 8 GB RAM, bis zu 250 GB Platte, 2 PCI-X-Slots, Dual-Gigabit-Ethernet, OS X Server mit unlimitierten Clients. Konfigurationen: 2,0 GHz @ 2.999 USD, Dual-2,0 GHz @ 3.999 USD.
Neue Version von Xserve RAID mit bis zu 3,5 Terabyte Plattenplatz, 2 Gigabit-FibreChannel. Die größte Konfiguration mit 3,5 TB kostet rund 10.000 Dollar. 3 USD pro GB, billiger als Dell, Sun…

18:42 – iTunes Music Store-Updates. Seit 28. April 2003 wurden 30 Millionen Songs über den iTMS verkauft. Mit weitem Abstand zu allen Konkurrenten. 70% Marktanteil bei legalen Download-Angeboten. »Feels great not to be the 5%, isn’t it?«
Wer ist der Top-Kunde beim iTMS? Er hat 29.500 Dollar umgesetzt. Seit Oktober wurden 50.000 Audiobooks verkauft. Ebenfalls seit Oktober: 100.000 Geschenkgutscheine. Neue Angebote im iTMS: sessions@AOL, Billboard-Charts seit 1946. Seit heute neu: 12.000 Klassik-Tracks, auch von »Deutsche Grammophon«. Ab heute: Eine halbe Million Tracks verfügbar.
Er spricht über das Pepsi-Angebot: Pepsi bietet 300 Millionen Flaschen in den USA an und in jeder dritten, also bei 100 Millionen, wird ein Gutschein für einen Song-Download sein. Die Aktion startet am 1. Februar und läuft 60 Tage.

18:50 – iLife ‘04. Enthält das bisherige iTunes 4.2, außerdem iPhoto 4 (hey, Version 3 übersprungen; Unterstützung für bis zu 25.000 Fotos, Performance-Verbesserungen, zeitbasierte Organisation, smart albums, Rendezvous Photo-Sharing und mehr, mein Stream stockt sehr stark).
Demo von iPhoto 4: neue Effekte, automatische Alben nach Datum, Preferences für die x letzten Filmimports und das Album der x letzten Monate, Bewertungsfunktion, verbesserte Diashow-Steuerung, verbesserte Diashow-Preferences, weitere Übergänge bei der Diashow (inkl. Cube).
Demo von Rendezvous-Photo-Sharing. Abzug-Bestellung und Buchdruck ab Februar in Japan, ab März in Europa (»Sorry it took so long.«).
iMovie 4: non-destruktives Trimmen von Clips in der Zeitleiste, Alignment Lines wie in Keynote, neuer Titel-Generator.
Demo von iMovie 4: Trimmen, neue Titel (mit Masken und Star Wars-Effekt), iSight-Import. Sehr einfacher Upload von Filmen auf eine Website (automatisches Komprimieren und hochladen auf die iDisk).
iDVD 4: 20 neue Themes, verbesserte Menüs (Übergänge), verbesserte Slideshows (ebenfalls Übergänge, mit ganzen iTunes-Playlists und nicht nur einem Song), Navigations-Bäume, bis zu 2 Stunden auf einer DVD in besserer Qualität (in iDVD nur 1,5 Stunden), codieren eines Projekts auch auf Macs ohne SuperDrive möglich.
Demo von iDVD 4.

19:15 – [Immer noch das neue iLife '04] »Today we are anouncing a new iApp: GarageBand
Ein einfaches Audio-Aufnahme-Programm für den Hausgebrauch (quasi »Soundtrack light«). Bis zu 64 Spuren, über 50 Software-Instrumente (USB- oder MIDI-Keyboard erforderlich), 1.000 mitgelieferte Loops (pitch and tempo change automatically; die Drum-Loops z.B. von Motown) und 200 mitgelieferte Effekte.
Der Musiker John Mayer (ist mir kein Begriff, sorry) demonstriert das Programm. Hmm, dunkles Metall, ähnlich wie in Final Cut. Einfacher Loop-Generator, damit könnte sogar ich Musik machen.   :-)
Mehrere Gitarren-Amps (halbes Dutzend), mit denen man den Sound einer an den Mac angeschlossenen E-Gitarre ändern kann. John Mayer startet eine kleine Jam-Session, live zu vorher aufgenommen Loops. Steve spielt die eben aufgenommene Session nochmal ab.
19:38, Demo zu Ende. Exportfunktion aus GarageBand hinaus in iTunes hinein.

19:39 – Zusammenfassung von iLife ‘04. Vergleich, was das in der Windows-Welt kosten würde (und lange nicht so gut und keine Programm-übergreifende Zusammenarbeit): über 300 USD. iLife ‘04 wird für 49 USD verkauft. Kostenlos bei jedem neuen Mac dabei. Läuft auf Jaguar und Panther, wird ab 16. Januar verkauft. Kostenlose Downloads der neuen Versionen von iMovie und iPhoto scheint’s nicht mehr zu geben…
Verschiedene Zusatzangebote, um z.B. GarageBand zu erweitern (Jam-Pack: 99 USD), USB-Keyboard für 99 USD. Ein Werbevideo zu iLife ‘04 wird gezeigt. Elijah Wood freut sich über iPhoto.   :-)   Tony Hawk spricht über iMovie, Sheryl Crow über GarageBand.

19:52 – Last stop today, I’d like to talk about the iPod.
Letztes Quartal wurden 730.000 iPods verkauft. Insgesamt bisher über 2 Millionen in den letzten 2 Jahren. Exponentielle Verkaufskurve. 31% Marktanteil bei Geräten und 55% in Revenue (Nummer eins), im Oktober und November. Bisher 10, 20 und 40 GB. Ab heute kein 10 GB- sondern 15 GB-iPod zum gleichen Preis. Irgendwas neues für 39 USD, Ohrstöpsel betreffend. Es gibt einen neuen Werbespot.
Er geht nochmal auf die 31% Marktanteil (Geräte) ein. Was ist der Rest des Marktes? 60% sind Flash-Player. Davon ist die Hälfte High End-Flash-Player. 7% sind andere Harddisk-Player. Die Unter-100-Dollar-Flash-Player kauft kaum jemand, weil sie nur 15 Songs speichern. Die High Ends haben 256 MB Flash-Speicher, halten 60 Songs und kosten 199 USD. Außerdem haben sie ein kleines Display und ein schlechtes User-Interface.
Eine zweite iPod-Familie: »iPod mini«: 4 GB, 1.000 Songs, ein Zoll dick, 249 USD. Ist noch kleiner als der bisherige iPod, hat die Größe einer Visitenkarte. Award-winnig iPod-User Interface. Solid-state scroll-wheel mit Knöpfen darauf, da für separate Knöpfe kein Platz mehr war. Hat den selben Dock-Connector. Unterstützt FireWire und USB 2.0; kann über beide Schnittstellen aufgeladen werden. Kommt mit Gürtelclip. Optionales Zubehör: Dock und Armclip.

One more thing about the iPod mini: It comes in colors. Arbeitet mit Mac oder PC zusammen. Ab Februar in den USA, ab April weltweit (warum so spät?!).

Zusammenfassung der Keynote: 20-jähriges Jubiläum, FCE2…
Ende.

Die Qualität des Streams war leider sehr schlecht (nicht nur bei mir). Die ersten 65 Minuten ständiges Stocken und sekundenlange Hänger. Danach ging es dann, mit 3 bis 9 Sekunden im Puffer und nur manchmal Aussetzern.
Kommentar zur Keynote folgt.

Erschienen am Dienstag, 06.01.2004 @ 22:15 | Kommentare deaktiviert
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MWSF04 – Keynote-Nachlese

Ein paar Worte zur Keynote von heute Abend. Wer sie nicht gesehen hat: in den nächsten Tagen wird Apple sicher den Stream bei QTV anbieten; Textzusammenfassungen gibt es bei mir oder bei Macrumors.
Ganz kurz die wesentlichen Ergebnisse (mit Links zu Apple und Meldungen bei Macrumors und Heise in Klammern):

Insgesamt war die Keynote wenig überraschend. Die wichtigsten Vorhersagen der führenden Gerüchteküchen Macrumors und Thinksecret trafen ein: FCE2, GarageBand und »Mini-iPods«.
Zu FCE2 kann ich nichts sagen, da ich das Programm zu wenig kenne. Die G5-Updates bei den Server-Systemen Xserve und Xserve RAID war lange überfällig und VirginiaTech wäre bestimmt froh gewesen, hätte es sie schon vor drei Monaten gegeben.

iLife: Mir fällt als erstes auf, dass es keine kostenlosen Updates mehr zu iMovie und iPhoto mehr gibt. Thinksecret hatte bei dem letzten Update dieser Programme von diesem Vorhaben bereits Wind bekommen. Angeblich hat sich Steve Jobs kurz vor der Präsentation wegen der zahlreichen negativen Reaktionen auf diese Meldungen kurzfristig doch entschieden, sie zum kostenlosen Download anzubieten.
Dass es iDVD und GarageBand nicht als Download gibt ist klar, beide Programme brauchen durch zig Themes, Loops und Sounds einige Gigabyte. iMovie und iPhoto hätten es schon sein dürfen. Neuen Macs liegt iLife wie gehabt kostenlos bei.

GarageBand nutzt mir wenig, da ich keine Musik mache. Allenfalls ein paar einfache Loops könnte ich damit zusammenbasteln. Ob’s für Musiker was taugt kann ich nicht sagen. Holger?
Positiv allerdings, dass das Programm in iLife enthalten ist und nicht separat verkauft wird. Als Einzelprodukt hätte man dafür denke ich durchaus 49 USD verlangen können.

Von iTunes gibt es keine neue Version. iMovie 4 bringt ein paar kleinere Verbesserungen mit. Nett: Eine angeschlossene iSight kann als Video-Input für iMovie benutzt werden. Ich überlege, ob ich die Welt mit Video-Blog-Einträgen heimsuchen soll.

iDVD 4: Die 49 Euro für iLife auszugeben lohnt sich für mich allein schon wegen des neuen iDVD. Besonders gefällt mir, dass iDVD nun nicht mehr maximal anderthalb Stunden in mittelmäßiger Qualität auf eine Scheibe brennt, sondern zwei Stunden in hoher Qualität.
Einige der neuen Themes fand ich recht ansprechend und der Navi-Baum des Menüs ist sicher ebenfalls nützlich.

iPhoto 4: Die Version 3 hat Apple großzügig übersprungen, aber dass Versionsnummern Schall und Rauch sind, ist ja spätestens seit Microsofts Sprung von Word 2 auf Word 6 nichts Neues mehr. Neben neuen iPods waren Neuerungen bei iPhoto für mich die spannendste Frage der Keynote. Kein anderes Programm der iLife-Suite hatte Verbesserungen so dringend nötig wie iPhoto: es war bei ein paar hundert Bildern unerträglich langsam, hatte eine kaum erwähnenswerte Schlagwort-Funktion und Abzug- sowie Buchbestellungen waren außerhalb der USA nicht verfügbar.
Wie es in iPhoto 4 mit der Verschlagwortung aussieht, ist fraglich: Verbesserungen in diesem Bereich werden auf der Produktseite nicht erwähnt und auch auf den dortigen Screenshots ist kein Suchfeld a la iTunes oder dem Finder zu entdecken.
Die Performance wurde nun spürbar verbessert, das war im Keynote-Video klar zu erkennen. Als Steve Jobs die Demo von iPhoto beendete und zur Zusammenfassung ansetzte befürchtete ich schon, dass es mit einem europäischen/deutschen Bilderservice wieder nichts werden wird, aber dann hieß es doch noch: Japan im Februar, Europa im März. Um Abzüge in 10×15 oder größeren Formaten geht’s mir dabei gar nicht mal, ich finde das Fotobuch interessant – den Bildband mit den eigenen Fotos.

iLife werde ich mir wegen des neuen iDVD und iPhoto (Bildband!) auf jeden Fall zulegen.
Trotz neuer iPhoto-Version werde ich mir wohl doch noch ein »richtiges« Programm für’s Digital Asset Management kaufen müssen, um endlich eine brauchbare Verschlagwortung von Fotos zu bekommen. In der engeren Wahl sind Portfolio 6 (um 215 €), Cumulus 6 (um 65 €) und iView Media Pro 2 (um 140 €).

Zu den neuen iPods. Dass der Einsteiger-iPod zum gleichen Preis nicht mehr mit 10 GB (tatsächlich 9,3 GB), sondern 15 GB (tatsächlich 13,96 GB) daher kommt, finde ich sehr gut.
Die Mini-iPods – bzw. in Apple-Speak: »iPod mini« – finde ich dagegen sehr enttäuschend. Zunächst ist recht überraschend, dass sie sowohl kleiner (in den Dimensionen) als auch billiger geworden sind; John Gruber hat damit nicht gerechnet und ich fand seine Argumentation überzeugend. Auch die Kapazität von 4 GB (in wirklich: 3,7 GB) geht in Ordnung. Lob für die Lösung der Platzprobleme betreffend Display und Knöpfe. Die Farben sind Geschmackssache, ich mag solche weichgespülten Pastell-Töne ja nicht, für mich müsste es ein silbernes Modell sein.

Aber was gar nicht geht, ist der Preis: 249 Dollar sind noch zu viel. Apple hätte die Chance gehabt, den Markt der mp3-Player (den sie mit dem iPod mit 31% eh schon beherrschen) komplett aufzurollen und die Weltherrschaft an sich zu reißen. Jeder hätte sich einen Mini-iPod gekauft, wenn der Preis in der Region 99 bis 149 USD gewesen wäre.
249 sind für 4 GB mp3-Player eigentlich ein durchaus fairer Preis, und der Vergleich zu diesem Rio-Ding während der Keynote war angemessen (iPod mini hat 16x mehr Kapazität, ist auch in jeder anderen Hinsicht besser und er kostet nur 50 Dollar mehr). Der iPod mini hat, zu diesem Preis, zwei Probleme:

  1. Er ist zu teuer.
    Der nächstgrößere iPod kostet 50 Dollar mehr (nämlich 299 USD), bietet einem aber 11 GB mehr Speicher (nämlich 15 GB). Wer 250 Dollar für einen mp3-Player ausgeben kann, spart noch ein wenig und kauft sich dann einen »richtigen« iPod für 300 Dollar.
  2. Er ist zu teuer.
    149 oder meinetwegen 199 USD als absolute Schmerzgrenze wäre der richtige Preis gewesen, um aus dem iPod mini ein Massenprodukt zu machen, das nicht zu teuer für ein paar Monate Taschengeld oder für ein Geburtstagsgeschenk ist.
    Da es bei den großen iPods schon drei verschiedene Kapazitäten gibt, hätte es nicht noch ein iPod mini mit 2 GB Kapazität zum Preis von 149 oder 199 USD sein können? Selbst 2 GB sind immer noch 8x mehr, als die besseren Flashspeicher-Player für 200 Dollar haben, und es reicht für 500 Songs.

Fazit: Hoffen auf den iPod mini mit 2 GB. Das neue iLife gefällt mir durchaus und 49 Euro sind ein fairer Preis. Auf den iTMS in Deutschland werden wir noch etwas warten müssen. Die Power Mac-Updates die es heute nicht gab, gibt es eben in drei Wochen außerhalb der Reihe. Sehr schön Jobs’ Eingehen auf das 20-jährige Mac-Jubiläum und den »1984«-Werbespot.
Keine Erwähnung auf der Keynote fand das ebenfalls heute vorgestellte Xgrid (siehe Macrumors).

Die Videos, die während der Keynote gezeigt wurden, sind nun auf Apples Website online:

Szenenfoto '1984'

Erschienen am Dienstag, 06.01.2004 @ 23:22 | Kommentare deaktiviert
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Freitag, 09.01.2004

»Compared to being able to make your own movies and music, it’s hard to get excited about easier print previews in Excel.«

Es gibt sehr viele Diskussionen und Eindrücke zur Keynote von Steve Jobs letzten Dienstag. Ich habe den Eindruck, dass am meisten über die iPod minis und GarageBand diskutiert wird.

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iPod mini: Zu teuer?

Der kleine Bruder des iPod ist durchaus ein ansprechendes Gerät: So »groß« wie eine Visitenkarte, einen Zentimeter »dick«, das bewährte iPod-Interface und satte 4 GB Speicher, die einem Einsteiger reichen sollten. Ein höchst begehrenswertes Gerät, das jeder haben will, wäre da nicht der Preis (der »Cube« lässt grüßen).
In den Gerüchteküchen vor der Keynote wurde allgemein mit einem 2 GB-Gerät für 99 oder 129 USD gerechnet, sowie einem 4 GB-Modell zu 149 oder maximal 199 Euro. Der tatsächliche Preis beträgt 249 USD. Steve Jobs verglich in der Keynote den iPod mini mit einem Rio-Flash-Player (256 MB zu 200 USD) und sagte, der iPod mini böte für nur 50 Dollar mehr die 16-fache Speicherkapazität. Was er nicht erwähnte war, dass es für weitere 50 USD das iPod-Einsteigermodell mit 15 GB gibt (299 USD).

Zu dem eh schon hohen Preis kommt der etwas seltsame Umrechnungsfaktor Dollar/Euro hinzu, den Apple DACH anzusetzen scheint, wenn sie den iPod mini hierzulande mit 299 EUR Listenpreis verkaufen wollen. Do the math: Bei einem Kurs von 1:1,2740 entsprechen 249 USD genau 195,4474 EUR. Hinzu kommen 16% Mehrwertsteuer (die in den US-Preisen nie enthalten ist): 226,72 EUR.
Apple DACH könnte den iPod mini hierzulande zu 249 EUR oder 259 EUR anbieten und hätte da sicher noch gut Luft drin für Währungsschwankungen, Transport etc (ein Kurs von 1:1,15 gäbe inkl. Steuer z.B. 251,17 EUR). Stattdessen kostet er 299 EUR. Den 15 GB-iPod gibt’s im deutschen Apple-Store übrigens für 349 EUR (in den USA: 299 USD). Den Preis hätte man auch gerne mal an die Realitäten anpassen können. Bei einem Kurs von 1:1,15 wären das 301,60 EUR; und von 1,15 ist der Kurs momentan weit weg. 1:1,20 wären 289,03 EUR.
Bei iLife hat sich Apple DACH zu einem vernünftigen Preis durchgerungen; US-Preis: 49 USD. Deutscher Preis: 49 EUR.

Es ist wahr, dass die ersten iPods bei der Einführung vor zwei Jahren (November 2001) mit 5 GB Kapazität 500 Euro kosteten (ich war übrigens einer der Glücklichen, die einen der ersten in Deutschland ausgelieferten iPods in Händen hielten; aktuell habe ich ein 10 GB-Modell aus der zweiten Serie, noch ohne Dock).
Aber gerade der Abstand zum nächstgrößeren iPod von 50 Euro, der 11 GB mehr Speicher bringt, will mir nicht in den Kopf. Und mit »Apple ist eine Premiummarke« kann man das IMHO noch nicht abschließend erklären.

Mit einem wirklich günstigen iPod mini hätte Apple den Markt komplett abräumen können. 2 GB Kapazität für ein kleines von zwei iPod mini-Modellen wäre völlig ok gewesen. Evtl kommt das ja noch, oder eine Preissenkung in drei Monaten auf ein vernünftiges Niveau.
Da die Preise für Speicher ständig fallen, ist ein sinkender Preis nur eine Frage der Zeit. Siehe oben: Erster iPod vor zwei Jahren mit 5 GB zu 500 EUR, aktuelles 15 GB-Einsteigermodell zu 350 EUR (Dollar-Preis damals 400 USD, heute mit dreifacher Kapazität 300 USD). Der iPod mini wird sich mittelfristig gut verkaufen (s.o., im Prinzip ein geniales Produkt), aber ich denke nicht, dass er ab dem Verkaufsstart – Februar in den USA, April weltweit – ein Erfolg werden wird.
Macrumors hat übrigens gemeldet, dass im iPod mini eine 1″-Festplatte von Hitachi verbaut wird.

Eine gute Zusammenfassung zur Preisdiskussion gibt es im fscklog.
Joy of Tech hat mal wieder den besten Kommentar in Comic-Form vom Stpale gelassen: Joy 518.

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iPod mini: Preiswert?

Eine ausgesprochen interessante, andere Sichtweise wird von John Gruber (Daring Fireball) und Dan Benjamin (Hivelogic) vertreten. Dan sagt:

»Saying that the iPod Mini is too close in cost to the 15GB iPod is like saying that the 330ci Convertible shouldn’t cost as much (or more) as the 530i Sedan.«

Auf Deutsch: »Zu sagen, der iPod mini wäre im Preis zu nah am 15 GB iPod ist so, als würde man fordern, das BMW 3er Cabrio dürfe nicht so viel (oder mehr) kosten wie ein (geschlossener) 5er BMW.«
Kurz nach der Keynote schrieb er bereits:

»iPod Mini: Nice. Perhaps a bit too close in price to the 15gb model, but it’s competing for a different market. Size + shape + look + color = good.«

Der von mir sehr geschätzte John Gruber überlegt in einem längeren Artikel:

»The iPod mini is not about being a new low-end model – it’s a new small-end model.«

[...]

»If hard disk capacity were the only factor that mattered, we’d all be using brick-sized players from Creative Labs.«

Weitere Meinungen (von John verlinkt):

Apple-CEO Steve Jobs erläuterte höchstselbst in einem MSNBC-Artikel (via Macrumors):

»I think that one of the biggest customers for the mini is going to be current owners buying a second iPod. They’re going to have both – when I go on a trip I take my whole library with my iPod and when I go to the gym I take the mini.«

Dans Cabrio-Vergleich hat einen gewissen Charme.
Gibt es hier jemanden, der Johns Ansicht teilt und sagt: »Auf die Größe [der Festplatte] kommt’s nicht an?« Jemand, dem der aktuelle iPod zu groß und zu schwer ist? Ich habe meinen iPod in der Jackentasche, auf dem Schoß, halte ihn in der Hand oder habe ihn irgendwo abgelegt. Ich höre meistens, wenn ich irgendwo unterwegs bin: Im Zug, im Bus, in der U-Bahn.

Apple besetzt mit dem aktuellen iPod 31% des gesamten Marktes an mp3-Playern (31% der Geräte, Oktober und November ‘03). »And then we other ist 7% – these are mostly other harddisc players that were in the process of eliminating the iPod.« (Steve Jobs)
Ebenfalls 31% des Marktes besteht aus low-end Flash-Spielern bis 100 Dollar und (schon wieder) 31% sind high-end Flash-Spieler zu 100 bis 200 Dollar und Speicherkapazitäten bis 256 MB. Apple möchte diesen high-end Flash-Marktanteil attackieren. Ich frage mich allerdings, ob es in diesem Bereich wirklich um physische Komptaktheit geht (laut Dan und John das Argument des iPod mini), oder ob sich einen solchen Player nicht eher Leute kaufen, die ein bisschen mehr Musik unterbringen wollen als auf einem Player mit vielleicht 64 oder 128 MB Speicher (ich versteh’ eh nicht, weswegen man sich so einen Flash-Spieler kauft).

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Video-iPods im Anmarsch?

Es gibt von einigen Leuten den Wunsch, dem iPod Video-Fähigkeiten zu geben. Ich glaube nicht, dass das kommt. Christian hat schon vor ewigen Zeiten mal in einer Mac-TV-Sendung ironisch gesagt: »Drei Stunden ‘Herr der Ringe’ auf einem 2-Zoll-Display, das wollte ich immer schon haben.«
Steve Jobs erteilte einem Video-iPod (vorerst) ebenfalls eine Absage, aus drei Gründen:

  1. Es gibt nichts vergleichbares zu Kopfhörern: Video auf einem kleinen Display zu sehen, ist nicht das selbe wie im Kino oder Theater.
  2. Hollywood erledigt bereits einen guten Job in Verkauf und Verbreitung ihrer Produkte (DVD, Kinos etc.)
  3. Leute sehen ihre Lieblingsfilme nicht in der selben Weise, wie sie sich ihre Lieblingsmusik anhören.

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GarageBand: »Kicks ass.«

GarageBand ist eines der Produkte, die durch Apples Kauf der deutschen Firma Emagic (»Logic«) entstanden sind (»Soundtrack« war glaube ich das erste). Ich bin selbst kein Musiker, aber die über zwanzig-minütige Demo von GarageBand während der Keynote hat mich durchaus beeindruckt. Mit dem eingebauten Loop-Generator von Soundtrack bekäme sogar ich einigermaßen vernünftig klingende Loops hin. Carsten zitiert eine musizierende Bekannte, die von dem Programm hin und weg ist. Holger, der von Musik wesentlich mehr Ahnung hat als ich (setzt u.a. Cubase professionell ein), ist ebenfalls schwer beeindruckt.

John Engler (inluminent) berichtet über einen Freund, der sich wegen GarageBand einen Mac kaufen wird (»We’re so getting an iBook.«).
Brent Simmons (Programmierer des RSS-Aggregators NetNewsWire) sagt: »I’ve been waiting 20 years for GarageBand.«
Mehrfach habe ich gehört: »Sowas gab’s zuvor noch nicht in der Einfachheit und zu dem Preis, auch nicht in der PC-Welt«. Den Musiker unter uns scheint das echt die Socken auszuziehen.   :-)
Aus einem Kommentar unter Brents Eintrag:

»I wonder how many Windows developers/guitar player are going to buy a Mac at ~$1000 just to use GarageBand. :-)«

John Gruber bringt es auf Daring Fireball mal wieder auf den Punkt:

»What’s so cool about GarageBand is that it exemplifies the market that Apple is going after. People who want to use their computers to make cool things. People who want to be producers, not just consumers. If it’s possible to distill into a single thought what it is that makes Apple Apple, and what has made the Macintosh so enduringly popular, that’s it.

That’s why Apple’s industry-wide PC market share numbers are nearly meaningless. The vast majority of Wintel PCs are used as little more than modern-day typewriters. They’re just office equipment.«

Ich könnte hier den ganzen Artikel zitieren und unterschreiben, aber lest selbst.
Und bitte, wer’s nicht kennt, unbedingt auch Johns Artikel zum Thema Marktanteil lesen!

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Sonstiges

Ein paar Links:

Erschienen am Freitag, 09.01.2004 @ 14:54 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 10.01.2004

iLife-Screenshots, Keynote-Download

Für diejenigen, die’s gar nicht erwarten können, das neue iLife in die Finger zu bekommen (also Leute wie mich), gibt’s diverse Screenshots von iPhoto 4, iMovie 4 und GarageBand (via Macrumors).

Außerdem wurden die Download-Links für die MWSF04-Keynote vom Dienstag bekanntgegeben (via Mac-TV). Ich lade grade die 250 KBit/s-Version runter. 305 MB, die mit 103 KByte/s zügig durch die Leitung kommen.

Jetzt wieder ab ins Bett, mein Magen rebelliert. Später mehr dazu.

Erschienen am Samstag, 10.01.2004 @ 11:25 | Kommentare deaktiviert
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Montag, 17.01.2005

Keynote-Nachlese

Etwas spät noch ein paar Gedanken zu den neuen Produkten, die vor einer Woche vorgestellt wurden: Weswegen der Mac mini einschlagen wird, und weswegen vom iPod shuffle Milliarden verkauft werden.

Erster Akt: Der Mac mini
Für die Trolle im Heise-Forum ist der neue Mac mini ein gefundenes Fressen: Viel zu langsam im Vergleich zu einem PC, die nächste X-Box ist schneller, für das gleiche Geld gibt es viel mehr PC, und überhaupt, das Teil kommt ja noch nicht mal mit Tastatur.
Vergesst die Spinner, denn der Mac mini wird einschlagen wie eine Bombe! Es ist denke ich nicht all zu weit hergeholt wenn ich die Prognose wage, dass der Mac mini in Stückzahlen zum meistverkauften Hardware-Produkt von Apple werden wird (nach dem iPod). Vom ersten iMac hat Apple wie viele Exemplare verkauft? Sechs Millionen? Der Mac mini wird das noch toppen, jede Wette.

Okay zugegeben: Was Apple da als Prozessor verbaut, ist ganz altes Eisen. Was der Durchschnittstroll nicht versteht: Das ist Absicht.
Der antike Prozessor und die langsame Festplatte (angeblich nur 4.200 U/min) sowie das externe Netzteil sorgen dafür, dass der Kühlaufwand auf ein Minimum reduziert werden kann. Dazu kommt die kompakte Bauweise: Der mini ist der kleinste Mac aller Zeiten: Fünf davon übereinander haben die Höhe eines Cube, und in das Volumen eines Cube passen sogar sieben Mac mini rein.
Apple hat den von vielen seit Jahren geforderten Billig-Cube vorgestellt. Der Cube scheiterte damals nicht wegen seiner kompakten Bauweise oder wegen seiner schlechten Erweiterbarkeit, sondern schlicht, weil er viel zu teuer war.

Wollte zum Beispiel eine Agentur oder eine andere mittelständische Firma die Arbeitsplätze mit Macs ausstatten, stellte sich eine Frage: Welchen Mac stelle ich dem Sekretariat und der Buchhaltung auf den Tisch? Einen eMac, den wahrscheinlich schlechtestem Mac seit langem, mit seinem lauten Lüfter und der riesigen, unergonomischen Röhre?
Einen iMac? Und nach drei Jahren das mitgekaufte »Zwangs-Display« mit entsorgen?
Einen Powermac, mit dem man zwar die freie Auswahl bei den Displays hat, aber einen für diese Aufgaben überdimensionierten und teuren Rechner kaufen muss?
Mit dem Mac mini hat Apple meiner Meinung nach die Chance, die Büros dieser Welt zu pflastern: Er eignet sich nicht nur als günstiger Zweit- oder Dritt-Mac, sondern ist auch überall dort willkommen, wo bereits Peripherie-Geräte vorhanden sind. Wegen seiner geringen Größe passt er überall hin, und dank einem leise säuselnden Lüfter fällt er auch nicht unangenehm auf. Für Leute die unterwegs sind, ist er vielleicht eine interessante Alternative zu einem Notebook: Im Preis ist der mini günstiger als ein iBook, und warum nicht die »Firewire-Platte mit Prozessor« zur Präsentation mitnehmen?

Die Performance reicht für die üblichen Anwendungen völlig aus: eBay, E-Mail, Briefe, Buchhaltung… Wer mit seinem Mac keine Großwand-Plakate entwirft oder ständig 30 Programme gleichzeitig am laufen hat, dem wird der G4 wahrscheinlich genügen. Niemand wird ernsthaft verlangen, dass ein Rechner, der kaum größer ist als fünf übereinander gelegte CD-Hüllen, die gleiche Performance bringt wie ein aktueller Powermac.
Allerdings ist die RAM-Ausstattung von 256 MB wahrlich etwas schmalbrüstig: Ein 512er Riegel sollte Linderung verschaffen, und der Preis von 80 Euro im Apple-Store ist – sehr ungewöhnlich – durchaus konkurrenzfähig (ein GB ist allerdings überteuert).
Ein bisschen schade ist es, dass die Grafikkarte zwar für Quartz-Extreme taugt, nicht aber für CoreImage. Die nächste Revision des Rechners wird da unzweifelhaft besser ausgestattet sein (und ich hoffe, dass das Gehäuse mit Schrauben statt mit Laschen wie beim iPod zusammengehalten wird, so dass man das RAM leicht selbst austauschen kann).

Der Zeitpunkt, zu dem der Neue vorgestellt wird, hätte von Apple nicht besser gewählt werden können: Longhorn wird frühestens Ende 2006 erscheinen, und wenn noch mehr Features zusammengestrichen werden, wird es eher ein »XP Service-Pack 3«. Jeden Monat fallen neue Horden von Viren und Würmern über die Windows-Welt her, während der Mac verschont bleibt. Der iPod beherrscht in den USA 65% des gesamten Marktes für digitale Musikplayer, der iTMS hat einen Marktanteil von 70% – das positive Image des iPod scheint auch zunehmend auf die restliche Marke abzufärben (»iPod Halo Effect«; 1, 2).

Fazit? Für den Nachbarn und Arbeitskollegen: Mit dem Mac mini gibt es jetzt keine Entschuldigung mehr, ein Mac sei zu teuer. Wer jetzt noch einen Aldi-PC für das doppelte Geld kauft, mit Features die er nicht braucht (11-in-1-Kartenleser?!) ist selber schuld. Das Risiko ist gering: Falls man doch nicht auf den Trip kommt, hat man sich nicht gleich einen Powermac für 2.000 Euro ans Bein gebunden (wobei ich niemanden kenne, der vom Mac zum PC geswitcht ist).
Ein paar Nörgler gibt’s immer, die einem vorrechnen, dass ein Dell für das gleiche Geld dreimal schneller ist (und dabei die Versandpauschale und vergleichbare Software »vergessen«). Sollen die doch ihren Kopf in das Triebwerk stecken und sich die Haare vom Kopf fönen lassen.
Fazit für Analysten: Der Mac mini wird Apple aus den Händen gerissen werden: Die Nachfrage nach einem kleinen, leisen Computer ist da, der Preis ist fair, das Image von Apple ist gut wie nie, die Konkurrenz hat wenig Vergleichbares zu bieten.

P.S.: Ich habe dauernd einen anderen Namen im Kopf: »Mini-Mac«! Kleiner Insider…

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Der iPod shuffle
Wenn schon der Mac mini weggehen wird wie geschnitten Brot, dann fallen mir keine Worte mehr dafür ein, was mit dem iPod shuffle passieren wird. Bei den normalen iPods gab es ja schon mal Engpässe, weil Apple die Dinger nicht so schnell herstellen konnte, wie sie sie verkauft haben.
Der iPod shuffle ist günstiger als die Konkurrenz-Produkte (die doppelte Kapazität zum gleichen Preis) und er hat eine starke Marke im Hintergrund (nämlich »iPod« und weiße Ohrhörer). Bonus für die Nerds unter uns: Man kann ihn auch als USB-Stick benutzen – für einen Aufpreis von circa 25 bis 30% im Vergleich zu einem normalen Stick. Potential für den Zweit-iPod.

Um ehrlich zu sein, habe ich nicht damit gerechnet, dass Apple einen Flash-Player auf den Markt bringt. Sicher, es gab die Gerüchte über Großeinkäufe von Flash-Speicher durch Apple, aber das hätte auch für ein anderes Produkt sein können. Außerdem hat John Gruber sehr schlüssig dargelegt, weswegen ein iPod ohne Display unwahrscheinlich ist.

Der (normale) iPod bietet eine so große Kapazität, dass die Hörer anfingen, ihn als persönliche Radiostation zu benutzen: Per Zufall durch den ganzen Musikbestand durchhören. Shuffle ist nichts Neues, aber Apple hat diesen Trend erstens beobachtet, und zweitens erkannt, dass das die Lösung für das Problem »kein (brauchbares) Display« ist, das alle diese Kaugummi-großen Player haben. Also lieber kein Display machen, bevor sie ein schlechtes dranbauen, ein Schalter mit den Einstellungen AUS, REPEAT und SHUFFLE, und fertig ist die Laube. Weiß anmalen und »iPod« draufschreiben, schon gibt’s kein Halten mehr.

Ich bin sehr gespannt auf nächsten Januar, wenn Steve Jobs den Marktanteil der iPod-Familie vorstellt, und sich dann vermutlich ein Windows-eskes Bild von »90 plus x« abzeichnet. Das macht mir fast ein bisschen Angst.

Abschließend noch ein Lesetipp: »Small, Cheap, and Without a Display« von gestern auf Daring Fireball. Wie immer ein exzellenter Artikel von John Gruber. Unsere Aussagen decken sich im Wesentlichen (Zufall, wirklich). John hat’s aber ein bisschen fundierter und objektiver beschrieben.   :-)

[Dieser Eintrag erschien am 17.01.2005 Tag bei Mac-TV.]

Erschienen am Montag, 17.01.2005 @ 19:30 | Kommentare deaktiviert
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Samstag, 29.01.2005

Dreimal Steve Jobs at his best

Von Holger bekomme ich diesen Link: openstep.se/jobs. Ein junger Steve Jobs demonstriert die Vorzüge von NeXTSTEP 3 und teilt kräftig gegen Microsoft und seine ehemalige Firma Apple aus.   :-)

Über die Linked List von John Gruber bin ich auf das »Apple Commercial Archive« gestoßen: 700 MB alter Apple-Werbespots. Der Link ist leider nicht mehr aktiv, aber evtl gibt’s ja noch Torrent-Seeder. Eine Alternative ist das Spot-Archiv von cupertino.de.

Trotz der üblichen Selbstbeweihräucherung von IT&W: Das 1984-Video lohnt sich, das durch den heroischen Einsatz der IT&W-Redakteure gerettet werden konnte. Es zeigt die Keynote aus dem Jahr 1984, auf der Steve Jobs den Ur-Macintosh vorstellte. [Meldung, Download komplett, Download-Teil]
Bernsteinfarbene Textmonitore mit DOS 3 waren mir durch den Vater eines Freundes nicht unbekannt. Das muss man sich vergegenwärtigen, dass es damals nur Textdarstellung gab, wenn man sieht, wie das 1984er Publikum komplett ausflippt:

»All of the images you are about to see on the large screen will be generated by what’s in that bag.«

Zum Schluss was Kurzes: Steve Jobs on Microsoft.

»The only problem with Microsoft is they just have no taste.«

Erschienen am Samstag, 29.01.2005 @ 15:23 | Kommentare deaktiviert
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Dienstag, 07.06.2005

»They set fire to our bunny person.«

Die Hölle ist zugefroren: Apple steigt vom PowerPC auf die Intel-Plattform um. Wie John Gruber am 3. Juni schrieb:

»Assuming this is true, it’s HOLY SHIT news.«

John Gruber ist mit seinem Weblog »Daring Fireball« nicht irgendwer in der Mac-Szene wie meinereiner, sondern eine Kapazität. Seine Artikel zu Computern allgemein und zum Mac im Speziellen zeichnen sich stets durch Objektivität und bestechende Logik aus.
In den Tagen vor der Keynote hat er schlüssig erklärt, weswegen ein solcher Schritt unwahrscheinlich ist (27. Mai, 5. Juni und nochmal 5. Juni). Seine Vermutung war, dass Intel statt IBM PowerPC-Prozessoren herstellen würde, aber keinesfalls würde Apple auf die x86-Plattform wechseln. In einem zweiten Szenario rechnete er damit, dass womöglich Intel-CPUs in einem neuen Gerät eingesetzt werden, das kein Mac-Computer ist.

So gesehen war die Ankündigung von Steve Jobs schon sehr überraschend, auch wenn die Stimmung in etwa so aussah: »Es könnte sein… aber nein, die werden doch nicht…«

Zusammenfassung

Ich habe vorhin die Keynote gesehen. Steve erläuterte, dass man bereits zwei große Umstellungen hinter sich habe:

  • 1994 bis 1996: Wechsel der Prozessor-Architektur vom 68.000er zum PowerPC
  • 2001 bis 2003: Wechsel der Betriebssystem-Architektur von OS 9 zu OS X

Zu OS X sagte er:

»OS X is the most advanced operating system on the planet and it has set Apple up for the next twenty years.«

Steve Jobs bestätigte das Marklar-Gerücht, wonach OS X seit jeher in Apples Laboren auch auf x86 läuft, »just in case.«

Gründe für den Wechsel: Als der G5 vor genau zwei Jahren vorgestellt wurde, versprach Steve Jobs einen 3-GHz-Rechner innerhalb eines Jahres. Heute ist man bei lediglich 2,7 GHz angekommen, und ein G5 im Powerbook liegt in weiter Ferne. So gesehen kam Apple nach dem jahrelangen Siechtum mit PowerPC-Prozessoren von Motorola vom Regen in die Traufe.
Der G5 ist zu groß und die Kühlung ist zu aufwändig. Als wichtigsten Grund gab er jedoch, wenn man so will, das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis an: Angeblich bringt der G5 in naher Zukunft nur 15 Leistungs-”Einheiten” pro Watt, bei Intel wären es 70.

In einem Jahr sollen erste Macs mit Intel-CPU rauskommen, in zwei Jahren ist der Wechsel für die gesamte Produktpalette abgeschlossen. Entwickler sollen heute damit beginnen, ihre Programme auch für Intel zu kompilieren, so dass ein Programm sowohl auf PowerPC als auch auf Intel läuft (»Universal Binary«). Den Wechsel möchte Apple so leicht wie möglich machen: In Xcode soll ein zusätzlich gesetztes Häkchen vor dem Kompilieren in der Regel genügen, um eine Universal Binary zu erzeugen, die in beiden Welten läuft.
Auf neuen Intel-Maschinen werden dank »Rosetta« auch alte PowerPC-Programme laufen, ähnlich der Classic-Umgebung (nur dass keine Emulationsumgebung gestartet werden muss). Steve demonstrierte dies anhand von Word, Excel, Quicken und Photoshop, die auf einem Pentium 4 mit OS X liefen.

Bewertung

Was soll man von diesem Wechsel halten?
Ersteinmal ist es in der Tat »HOLY SHIT news«. Bei aller Begeisterung für die Prophezeihungen Seiner Steveheit wollen wir mal nicht vergessen, dass Apple über ein Jahrzehnt gegen Intel gestänkert hat: Noch vor wenigen Jahren wurde der Power Mac mit SuperDrive von Steve Jobs mit diesen Worten eingeführt:

»The power to burn. Burn CDs, burn DVDs, burn Pentiums.«

Dann natürlich der Bunny-People-Spot, den der Intel-CEO für die gestrige Keynote nochmal ausgegraben hat, oder diese preisgekrönte Anzeige (danke an cupertino.de; anklicken für große Version):

Für das Marketing von Apple eine interessante Herausforderung zu erklären, weswegen man gestern noch den G5 gegenüber dem Pentium 4 als überlegen darstellte.   ;-)
Bezüglich der Performance künftiger Macs stellen sich drei interessante Fragen, wenn Windows und OS X künftig auf der gleichen Hardware laufen:

  1. Wie schlägt sich der Mac gegenüber einem PC?
  2. Wie viel Performance wird es kosten, mit Rosetta alte PowerPC-Anwendungen auszuführen?
  3. Wie steht ein x86-Mac gegenüber einem PowerPC-Mac da?

Gerade die erste Frage dürfte recht spannend werden. Bislang hat man Äpfel mit Birnen vergleichen, denn obwohl von der Grafikkarte über die Festplatte und das RAM in einem Mac und PC alles identisch sein konnte, der Prozessor und die zugrundeliegende Board-Architektur war zu verschieden für einen seriösen Vergleich.
Ich denke, dass sich der Intel-Mac recht gut schlagen wird, da OS X das bei weitem fortschrittlichere Betriebssystem ist, indem es beispielsweise mit Quartz sehr viele Rechenschritte für die Grafikdarstellung auf die Grafikkarte auslagert. Microsoft wird versuchen, Ende 2006 mit Longhorn nachzuziehen, doch im gleichen Zeitraum wird das gestern angekündigte OS X 10.5 »Leopard« erscheinen.

Von reinen Leistungsvergleichen abgesehen gibt es natürlich wichtigere Gründe, einen Mac einzusetzen. Ohne aus diesem Artikel einen Roman machen zu wollen: Es ist die einfachere Bedienbarkeit und das damit verbundene angenehmere Arbeiten.
Es wird sicher nicht lange dauern, bis die Frage aufkommt, ob man Mac OS X auch auf einem Aldi-PC wird installieren können. Leute, das wird niemals passieren. Gut, bis gestern hielt ich es auch nicht für möglich, dass Apple sich von IBMs G5 abwendet, aber zwei gewichtige Gründe sprechen dagegen.

Erstens ist ein Mac für einen Betriebssystemhersteller ein recht überschaubares System.
Es gibt zwar viele mögliche Konfigurationen und es werden (fast) die gleichen Komponenten wie bei einem PC eingesetzt. Aber es gibt nicht unendlich viele Konfigurationen. Microsoft muss sich damit herumschlagen, Windows auf allen nur erdenklichen PCs zum Laufen zu kriegen, weswegen Windows gezwungenermaßen oft nur den kleinsten Nenner an technologischem Fortschritt bringt (abgesehen davon, dass Microsoft keinen Stil hat). Apple legt selbst fest, welche Hardware sie in ihren Rechnern verbauen, und können darauf bei der Entwicklung des Betriebssystems Rücksicht nehmen. Diesen Vorteil wird Apple nicht aufgeben, denn es würde entweder a) die Entwicklung enorm komplizieren, wenn Apple auf eine Soundblaster-Karte von anno dazumal Rücksicht nehmen müsste oder b) es gäbe lange Kompatibilitätslisten, auf welcher Hardware das System läuft, und das würde Apple – deren oberstes Ziel die Einfachheit der eigenen Produkte ist – seinen Kunden nicht antun.

Zweitens subventioniert Apple – mutmaßlich – mit den Erlösen aus dem Hardware-Geschäft seine Entwicklungsabteilung.
Es ist kein Geheimnis, dass Apples Marge bei den Hardware-Produkten knapp unter 30% liegt. Und man kann sich auch vorstellen, dass man mit den Verkäufen von OS X nicht dessen Entwicklung finanzieren kann. Wie gesagt, mutmaßlich, aber wenn ich davon ausgehe, dass dem so ist, dann wird Apple kaum diesen Vorteil aus der Hand geben.

Zwei letzte Bemerkungen: Dass Apple sich in die Karten gucken lässt, ist sehr ungewöhnlich. Natürlich müssen sie die Entwickler auf der Entwickerkonferenz einweihen, denn die schreiben die Software, aber daran kann man auch ablesen, wie wichtig dieses Projekt für Apple ist.
Der andere Punkt betrifft Intel. Intel wurde in der Vergangenheit zurecht dafür gescholten, dass sie mit »unlauteren« Tricks (überlange Pipelines) die Taktung ihrer Prozessoren hochschraubten, um den Kistenschieber-Kunden mehr Megahertz in den Verkaufsprospekt schreiben zu können. Vereinfacht gesagt rannten die Pentium-Chips beim Eierlaufen doppelt so schnell, verloren aber unterwegs laufend Eier und mussten immer wieder von vorne anfangen. Das hat sich in letzter Zeit geändert: Mit dem Pentium M wurden die Pipelines wieder kürzer und die Taktraten sanken im Vergleich zu den Desktop-Pentiums. Mal sehen, was die Zukunft in diesem Bereich bringt. Das A20-Gate dagegen wird uns denke ich für die Ewigkeit erhalten bleiben.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Mit der Unterstützung für die Entwickler (Xcode, Universal Binaries) und der Abwärtskompatibilität durch Rosetta kann die Umstellung denke ich gelingen. Microsoft und Adobe wollen die neue Architektur verwenden, wie man auf der Keynote sehen konnte (<ironie>bei dem Tempo, das Quark bislang mit der Umstellung auf OS X vorgelegt hat, dürfte es aber deren Todesstoß sein</ironie>). Ich habe die Umstellung vom 68.000er zum PowerPC nicht miterlebt, aber ich bin zuversichtlich.

So, jetzt sauge ich erstmal auf, was die Ticker, Weblogs und Szeneseiten zu diesem Thema schreiben.

[Dieser Artikel erschien am 7. Juni 2005 auch auf Mac-TV.]

Erschienen am Dienstag, 07.06.2005 @ 2:41 | Kommentare deaktiviert
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Was von der Keynote übrig blieb

Wegen der Bekanntgabe des Intel-Deals sind ein paar andere Meldungen von der WWDC etwas kurz gekommen. Siehe auch die Zusammenfassung bei Macrumors.

Keynote allgemein – Mit nur einer Stunde fiel die Keynote sehr knapp aus. Fast die gesamte Zeit ging für das Intel-Thema drauf. Neue Produkte wurden keine vorgestellt.

iPod/iTunes – Der Martkanteil des iPod beträgt nun 75% aller mp3-Player, vom Flash-Speicher bis zum Festplatten-Player. Die Zahl wurde leider nicht aufgeschlüsselt in die drei iPod-Linien shuffle, mini und white. Und es wäre auch mal interessant zu wissen, ob dies nur eine Zahl für den US-Markt ist (was ich vermute), oder ob das der weltweite Marktanteil ist. Kumuliert seit der Einführung wurden 16 Millionen iPods abgesetzt.
iTunes hat unter den Online-Musikshops einen Marktanteil von 82%. Bisher wurden 430 Millionen Songs verkauft.

OS X – Kaum ist 10.4 »Tiger« zur Tür raus (zwei Millionen Kopien in den letzten sechs Wochen), wird 10.5 »Leopard« angekündigt. Es soll Ende 2006, Anfang 2007 erscheinen, etwa zeitgleich mit der Einführung von Longhorn durch Microsoft. Weitere Infos soll es auf der nächsten WWDC in einem Jahr geben. In den letzten 5 Jahren gab es 5 große Versionen von OS X, während Microsoft nur eine neue Version (Service Pack 2 von XP) fertigstellte.

Macs – Die Mac-Verkaufszahlen stiegen im letzten QUartal um 40% (iPod-Halo-Effekt?), während die PC-Verkäufe nur um 10% zulegten.

Quicktime – Von QT7 gibt es jetzt eine Preview Release für Windows.

Erschienen am Dienstag, 07.06.2005 @ 9:35 | Kommentare deaktiviert
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Donnerstag, 09.06.2005

Intel-Nachlese (Links)

Links zu Weblog-Einträgen etc. zur Bekanntgabe des Intel-Deals:

  • Keynote: Stream
  • Pressemitteilungen von Apple und Intel (gleichlautend).
  • Apple: Einführung die Universal Binaries
  • /.-Meldung
  • Heise-Meldung: »WWDC: Apple steigt um auf Intel-Architektur [4. Update]«
    Etwas ausführlicher ist der Hintergrundbericht der c’t-Redaktion.
    Im Heise-Forum zur Meldung schenken sich die Trolle natürlich mal wieder nichts (über 4.300 Einträge bisher).
  • Joy of Tech-Comic zum Thema: »The Five Stages of Intel Macs«
  • Keynote-Stammtisch bei Mac-TV (mit 70 Minuten zwar recht lang, aber dennoch eine sehenswerte Diskussion)
  • Erste Reaktion von John Gruber: »Classic Not Supported on Intel Macs«
    und die Analyse »Bombs away«.
    Zur Frage, ob man sich jetzt noch einen PPC-Mac kaufen sollte: »Today’s machines would have been obsoleted by even-better machines next year no matter what processors they contained.« John Gruber geht davon aus, dass es noch sehr lange nach der Umstellung auf Intel-Macs Universal Binaries geben wird, die auch auf der PPC-Architektur laufen (mich würde mal interessieren, ob man in Xcode 2.1 das Häkchen bei PPC wegmachen kann, oder ob ein PPC-Kompilat immer Pflicht, und das Intel-Kompilat optional ist). Und ich gehe ebenfalls davon aus, dass es für die großen Programme von Microsoft, Adobe und Co keine kostenlosen Upgrades auf Universal-Binaries geben wird – die Zweigleisigkeit wird für den nächsten Upgrade-Zyklus als Feature verkauft werden.
  • John Siracusa schreibt bei ArsTechnica über den Wechsel zu Intel. Jon Stokes hat seine Gedanken ebenfalls bei ArsTechnica veröffentlicht.
  • Weblog-Einträge von Kai:
    06.06.05 – 21:51, 22:59
    07.06.05 – 10:16, 10:43
  • CreativeBits-Posting (mit Foto der »toasted bunny people«.)
  • Der angebliche Apple-Mitarbeiter »As Seen On TV« hat vor vier Wochen ein paar Ansichten gepostet, die auch bei diesem Thema aktuell sind, bezüglich der Ansprüche von Geeks:
    »We sell products to people who want them to work. We don’t sell products to people who want to take them apart. There are other companies that do that.«
    (via Flow)

Nachtrag (13.06.05): Von John Gruber gibt’s einen zweiten Artikel, den Intel-Deal betreffend: »Together We Can Rule the Galaxy«. Joy of Tech hat einen neuen Comic zum Switch: #694

Erschienen am Donnerstag, 09.06.2005 @ 19:04 | Kommentare deaktiviert
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