Archiv für Postings mit dem Tag ‘konzeption’

Montag, 12.02.2007

Alltag eines Konzepters

Es ist Zeit für kleines Update: Was mache ich eigentlich den ganzen Tag?
Seit ein paar Monaten arbeite ich als Konzepter in der Münchner Online-Agentur Phase 4.

Was macht ein Konzepter?

Einfach gesagt: Ich überlege mir, welche Inhalte eine Website haben sollte, damit sie spannend für die Besucher ist. Außerdem überlege ich mir, wie diese Inhalte strukturiert sind, damit sie von den Besuchern einfach gefunden werden: Welche Navigationspunkte gibt es, wie sind diese Navigationspunkte benannt und wo werden Seiten eingeordnet? Und wenn der Besucher mit der Website interagieren soll, beispielsweise mit einem Formular, muss das Formular nicht nur leicht auffindbar, sondern auch einfach bedienbar sein.

All diese Überlegungen fließen in ein Grobkonzept ein, das ich zusammen mit dem Projektleiter beim Kunden präsentiere. Wenn dem Kunden das Grobkonzept gefällt, arbeite ich es in einem Feinkonzept weiter aus.
Das Konzept besteht nicht nur aus einer PowerPoint-Datei (oder, je nach Projekt, einem Textdokument): Dazu kommen noch ein Zentraldokument sowie Scribbles. Eventuell werden diese Dokumente noch durch einen Strukturbaum und ein Produktionshandbuch ergänzt – zu all diesen Dingen erzähle ich ein andermal mehr.

Was ist daran so spannend?

Es ist abwechslungsreich! Ich muss (darf) mich alle paar Wochen oder Monate in ein neues Thema einarbeiten: Ein neuer Kunde mit neuen Bedürfnissen, mit neuen Endkunden, in einer anderen Branche. Und bis ein Projekt abgeschlossen ist, habe ich viele verschiedene Aufgaben zu erledigen.
Dazu kommt, dass ich mit vielen Menschen zusammenarbeite, da ich als Konzepter die Schnittstelle zwischen den Kollegen in der Agentur und dem Kunden draußen bin (dort habe ich meistens mit Mitarbeitern der Marketing- oder Kommunikationsabteilung zu tun). Als Konzepter habe ich in erster Linie das Wohl des Benutzers im Auge, aber ich muss in der Regel Kompromisse machen: Das was ich mir ausdenke, muss von den Grafikern, Webdesignern und Backend-Programmierern auch im gesetzten Zeit- und Kostenrahmen umgesetzt werden. Auf Seiten des Kunden gibt es häufig politische Entscheidungen, an denen ich nicht vorbei komme.

Was ist nicht so gut?

Zwei Dinge:

  1. Kunden treffen Entscheidungen manchmal »gegen ärztlichen Rat«
  2. Microsoft PowerPoint, unser Hauptarbeitsmittel. Keine Woche vergeht ohne diesen Fluch: »Dass dieses Produkt überhaupt noch verkauft werden darf!«

Die Arbeit als Konzepter eignet sich also für Leute, die …

  • … neugierig sind.
  • … einfache Lösungen für komplexe Dinge erkennen, wenn sie diese sehen.
  • … Abwechslung lieben und brauchen.
  • … anderen gerne von ihren Ideen erzählen (und Kompromisse eingehen können).

In Zukunft wird sich hier bei my two cents der Fokus der Themen etwas mehr in Richtung Informationsarchitektur verschieben. Ich werde ab und an ein bisschen erzählen und das Weblog teilweise als Linkblog führen.

Erschienen am Montag, 12.02.2007 @ 19:57 | Kommentar schreiben
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Dienstag, 27.02.2007

»Ihr lernt nicht für die Schule, sondern fürs Leben!«

Jakob Nielsen, Usability-ExperteVon Jakob Nielsen kann man halten, was man will, aber in manchen Punkten hat er einfach Recht: In seiner neuen Alertbox-Kolumne »Life-Long Computer Skills« fordert er, Kindern in der Schule Grundlagenwissen zum Umgang mit Computern beizubringen:

  • Suchstrategien
    Viele Besucher geben nur ein bis drei Begriffe in Suchmasken ein. In der Zukunft werden fortgeschrittene Suchtechniken notwendig sein, um schnell relevante Ergebnisse zu bekommen.
  • Bewertung von Informationen (»Information Credibility«)
    Im Web kann zunächst mal jeder schreiben, was er will. Es ist daher wichtig, die Glaubwürdigkeit von Informationsquellen einschätzen zu können, um den Wert einer Information beurteilen zu können.
  • Umgang mit zu viel Informationen (»Information Overload«)
    Wir werden bombardiert mit Informationen und gleichzeitig suchen wir nach Informationen – ein Menschenleben reicht nicht aus, um alles zu verarbeiten. Um nicht den Verstand zu verlieren, produktiv zu arbeiten oder einfach mal die Seele baumeln zu lassen, sind Techniken gegen die Informationsüberflutung erforderlich.
    Das ist auch für Konzepter eine Herausforderung.   :-)
  • Schreiben für Online-Medien
    Wir werden immer mehr online lesen und selbst für Online-Medien schreiben, seien es E-Mails oder Inhalte für Websites. Text auf einem Display zu lesen ist anstrengend: Die Auflösung ist viel geringer als bei Ausdrucken und das abgestrahlte Licht ermüdet die Augen zusätzlich. Daher werden Texte im Web eher nach brauchbaren Informationen überflogen.
    Nachtrag (30.03.07): Eine neue Studie zeigt, dass online durchaus Artikel gelesen werden. Ich denke, dass die beiden Verhaltensweisen vom Kontext abhängen.
  • Präsentationstechniken
    Jeder von uns kennt tödlich langweilige Präsentationen, in denen sich Aufzählungspunkt an Aufzählungspunkt reiht und der Sprecher das von den Folien abliest, was die Zuschauer auch selbst lesen können. Wie man bessere Präsentationen erstellt, erläutern Garr Reynolds und Nielsen-Kompagnon Don Norman.
  • Arbeitsplatz-Ergonomie
    Jakob Nielsen warnt vor dem RSI-Syndrom sowie Kopf- und Rückenschmerzen, die durch schlecht gestaltete Arbeitsplätze und zu seltene Pausen hervorgerufen werden.
  • Debugging
    Fehler kommen u. a. auch in Excel-Formeln vor, so dass jeder über grundlegende Fähigkeiten verfügen sollte, Fehler einzugrenzen.
  • Usability-Grundlagen
    Immer mehr Produkte werden mit Benutzeroberflächen ausgestattet, die oft auch kompliziert zu bedienen sind. Usability-Grundlagen sind notwendig, um informierte Kaufentscheidungen treffen zu können: Die Menschen sollen Produkte kaufen, die für sie funktionieren.

Zusammengefasst könnte man diese Punkte auch als Informationskompetenz bezeichnen.
Ich erweitere diese Liste noch um zwei Punkte: Sicherheit und Datenschutz.

Sicherheit
Man sollte sich nicht auf die trügerische Sicherheit von Virenscannern und Firewalls verlassen, sondern Vorsicht walten lassen, wenn man ungefragt E-Mails mit Anhängen bekommt. Zum Thema Sicherheit allgemein werde ich im Sommer einen längeren Eintrag schreiben. Allen, die nicht so lange warten wollen, empfehle ich das Buch »Beyond Fear« von Bruce Schneier.

Datenschutz
Wir alle geben freiwillig immer mehr von uns preis. Jeder sollte sich aber darüber bewusst sein, was er in Weblogs schreibt oder bei Flickr online stellt, das auch noch in 10 Jahren bei Google & Co. gespeichert ist. Oder ob man sein Käuferprofil für ein bis zwei Prozent Rabatt großen Konzernen überlässt. Auch zu diesem Thema werde ich demnächst einen längeren Beitrag schreiben.

+++

Die Alertbox-Kolumne erinnert mich an meinen geschätzten Klassenleiter Heinz Merkel: Er hat uns nicht nur Mathematik, Physik und Informatik beigebracht, sondern auch versucht, uns ein paar Lebensweisheiten mit auf den Weg zu geben. Schon 1995 hat er gepredigt:

»Der Umgang mit Computern wird künftig eine Grundfertigkeit des Menschen, so wie Lesen, Schreiben, Rechnen.«

Erschienen am Dienstag, 27.02.2007 @ 21:15 | Kommentar schreiben
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Sonntag, 04.03.2007

Jedes Pixel zählt

Netter Artikel in der New York Times von Anfang Februar: “‘Making every pixel count‘”
Dass gute Fotos ein Gewinn für jede Website sind, ist nichts Neues. Vivian S. Toy zeigt mit Vorher-Nachher-Bildern, dass das Investment in professionelle Fotos eine Ausgabe ist, die sich vor allem für Immobilien-Makler lohnt. Daneben geht es um gute Texte und eine benutzerfreundliche Website, die trotzdem nicht mit technischen Gimmicks geizen sollte.

Erschienen am Sonntag, 04.03.2007 @ 15:48 | Kommentar schreiben
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Mittwoch, 02.05.2007

Launch: »Haus der kleinen Forscher«

Heute wurde eine Website gelauncht, an dessen Mitwirkung ich beteiligt war: Haus der kleinen Forscher.

Das Haus der kleinen Forscher ist eine Initiative zur frühkindlichen Bildung, die von der Helmholtz-Gemeinschaft, McKinsey, Siemens und der Dietmar-Hopp-Stiftung getragen wird. Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten finden dort u.a. viele Anleitungen zu naturwissenschaftlichen Experimenten, ein Forum und Veranstaltungshinweise. Für Eltern und Wissenschaftler, die das Vorhaben als Paten für eine Kita unterstützen möchten, gibt es ebenfalls Inhalte.

Die Website wurde von Phase 4 umgesetzt (Projektbericht, Pressemitteilung). Als Konzepter habe ich mich zusammen mit einem Kollegen um alle konzeptionellen Aufgaben gekümmert:

  • Projektdefinition
  • Zentraldokument (Content Inventory)
  • Strukturbaum (Sitemap)
  • Seitentypen (Wireframes, Scribbles)
  • Funktionsbeschreibung (Flow Charts)
  • Produktionshandbuch

Das Projekt ist eine gute Sache und ich hoffe, dass sie von Erzieherinnen, Eltern und Wissenschaftlern gut besucht wird und die Inhalte gerne nutzen.

Screenshot der Website von 'Haus der kleinen Forscher': Experimente für Kitas

Erschienen am Mittwoch, 02.05.2007 @ 18:27 | Kommentar schreiben
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Donnerstag, 24.05.2007

Die neue VISUAL-X ist da!

Ab heute im gut sortierten Zeitschriftenhandel: die 17. Ausgabe von VISUAL-X. Mit dabei ist der Artikel »Haben Sie ein Weblog? Brauchen Sie eines?«, den ich zusammen mit Holger Eggert geschrieben habe.

Der Artikel gibt eine kurze Einführung zu Weblogs und geht der Frage nach, ob man damit Geld verdienen kann bzw. ob Unternehmen Corporate-Blogs haben sollten. Dazu viele Tipps, wodurch ein Blog interessant wird — zum Beispiel Aktualität. Einige Stammleser von my two cents werden jetzt vielleicht denken »Das sagt der Richtige«, aber ich spreche aus Erfahrung.   :-)

+++

Vielen Dank an dieser Stelle an unsere beiden Interview-Partner, Kai Pahl von dogfood/allesaussersport und Majo Heinze von den Mac Essentials.

Das Interview mit Majo konnte leider nicht mehr ins Heft aufgenommen werden – es befindet sich als PDF-Datei auf der Heft-CD im Verzeichnis sources/pdf.

Erschienen am Donnerstag, 24.05.2007 @ 9:42 | Kommentar schreiben
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Sonntag, 03.06.2007

Design-Tagebuch

Linktipp: Im Design-Tagebuch gibt es mehrmals wöchentlich Hinweise zu deutschen und internationalen Website-Relaunches garniert mit einer kurzen Bewertung aus graphischer und konzeptioneller Sicht.

Erschienen am Sonntag, 03.06.2007 @ 13:11 | Kommentar schreiben
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Donnerstag, 17.01.2008

Konzepter-Stammtisch in München

Ich komme gerade vom ersten Münchner Konzepter-Stammtisch zurück: Wir waren nur zu zweit – Anna von framfab und ich von Phase 4 –, war aber trotzdem sehr nett.   :-)

Erschienen am Donnerstag, 17.01.2008 @ 23:24 | Kommentar schreiben
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Freitag, 25.01.2008

5 Wege um sicherzustellen, dass Benutzer Dein Formular nicht ausfüllen

Kurzer aber guter Artikel von Eric G. Myers zu Fehlern, die man in Web-Formularen vermeiden sollte: »5 Ways To Make Sure That Users Abandon Your Forms«

So here are my top 5 ways to make sure that customers don’t complete your forms.

  • Ask for information the user doesn’t have at their finger tips.
  • Ask for a lot of information, but don’t tell me why you need it.
  • Force me to input data according to how your system wants to see it.
  • Provide cryptic error messages that tell me to correct my mistake, but then give no information about what I did wrong.
  • Don’t give me any indication of where I am in the process.

Via formulates »What makes a good form?«, auf das wiederum Jan hingewiesen hat.

Zu Formularen empfehle ich gerne die »Best Practices For Web Form Design« von LukeW.

Erschienen am Freitag, 25.01.2008 @ 21:34 | Kommentar schreiben
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Montag, 04.02.2008

IA-Weblogs

Vor einiger Zeit habe ich eine Liste von Konzepter-Weblogs für das agenturinterne Wiki angefangen. Hier unsere Sammlung:

Englisch

Deutsch

Online-Magazine

Nachtrag (07.02.08)

Johannes Kleske (tautoko.info) hat in seinem Blog eine Liste von IA-Podcasts zusammengestellt. Über ein anderes Blog (Jan?) bin ich außerdem auf IA TV aufmerksam geworden.

Erschienen am Montag, 04.02.2008 @ 12:27 | 6 Kommentare
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Donnerstag, 07.02.2008

Deliverables: Dokumente und Methoden in der Konzeption

Was macht ein Konzepter eigentlich genau? Damit meine Schwester diese Frage im Freundeskreis beantworten kann, habe ich ihr folgenden Elevator-Pitch als SMS geschickt:

»Der arbeitet bei einer Medienagentur in der Konzeption.Da überlegt er sich,welche Inhalte auf eine Website kommen, damit sie interessant + leicht bedienbar ist.«

Ein Website-Konzept besteht jedoch nicht nur aus einer Worddatei in der beschrieben ist, was so passieren soll. Im Laufe der Konzeptionsphase wird eine ganze Reihe von Dokumenten – »Deliverables« – produziert, die alle einen bestimmten Zweck erfüllen.

Die Konzeptionsphase selbst lässt sich in 3 kleinere Abschnitte unterteilen:

  1. Kreativkonzept bzw. Strategisches Konzept
    Mit welchen Kommunikationsmaßnahmen erreicht der Kunde am besten die Ziele bei seinen Zielgruppen?
  2. Grobkonzept
    Mit welchen Inhalten und Funktionen werden die Kommunikationsmaßnahmen realisiert?
  3. Feinkonzept
    Wie sehen die Inhalte und Funktionen im Detail aus?

Nach der Konzeptionsphase folgt die Umsetzung: Die Grafik erstellt Layouts und die Technik setzt die Layouts in HTML-Templates um (und kümmert sich um das Backend, z.B. die Anbindung an eine Datenbank). Der Konzepter ist von Anfang an mit allen Kollegen im Gespräch, um sich abzustimmen. Beispiel:

Konzepter: »Können wir eine Rechtschreibprüfung in Flash machen?«

Flasher: »Eher würde ich mir die Hand abhacken.«

Nach der Umsetzung folgt die Qualitätssicherung, bevor das Projekt vom Stapel gelassen wird – »Golive« oder »Launch« genannt.

+++

In unregelmäßigen Abständen stelle ich die 4, 5 wichtigsten Deliverables vor. Die ganze Serie kann man über diesen Link verfolgen. Bisher erschienen:

Erschienen am Donnerstag, 07.02.2008 @ 23:52 | 2 Kommentare
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Freitag, 08.02.2008

Deliverables: Projektdefition (Creative Brief)

Wolf hat in seinem Weblog einen etwas älteren, aber lesenswerten Artikel verlinkt: »Determine user requirements now to avoid problems later« von Jason P. Charvat.

Projekte scheitern u.a. wegen fehlender/ungenauer Zielvorgaben, oder weil während des laufenden Projekts neue Features hinzukommen (»Scope creep«).

Um das zu vermeiden, gibt es in der Kreativkonzept-Phase die Projektdefinition, auch »Creative Brief« genannt. Die Projektdefinition wird nach einem der ersten Treffen mit dem Kunden erstellt, damit alle Beteiligten auf einem Nenner sind: Haben wir den Kunden richtig verstanden? Die Inhalte – und damit der Umfang – variieren von Projekt zu Projekt. Mindestens enthalten sind:

  • Thema
    Das Projekt in einem Satz.
  • Zielgruppen
    An wen richtet sich das Projekt?
  • Ziele
    Quantitative Ziele (Generierung von Verkäufen oder Leads, Reduzierung telefonischer Anfragen…), qualitative Ziele (Imagesteigerung…), Erfolgskontrolle.

Je nach Projekt werden diese Angaben noch ergänzt durch Rahmenbedingungen: Bereitgestellte oder notwendige Unterlagen, inhaltliche Vorgaben (z.B. ein grober Ablauf: was soll passieren), wer erstellt wann welche Inhalte, technische Rahmenbedingungen (CMS, Server, Browsermatrix, Flash ja/nein), welche Websites werden positiv/negativ wahrgenommen etc.

Hier gibt es alle Teile der Serie: »Deliverables«

PS: Im O’Reilly-Verlag gibt es ein kleines E-Book, in dem auch ein Scope-Dokument empfohlen wird: »How to Keep Your Boss from Sinking Your Project«

Erschienen am Freitag, 08.02.2008 @ 16:15 | Kommentar schreiben
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Samstag, 08.03.2008

Artikel zu Second Life, Weblogs, Actionscript-Einstieg und Web-Formulare

Vor einiger Zeit habe ich verschiedene Artikel für das MX-Magazin, VISUAL-X und Create or Die geschrieben. Ich veröffentliche sie nun hier – für den ein oder anderen Leser ist bestimmt etwas Interessantes dabei.

  • »Second Life ist tot, es lebe Second Life!«
    Nach dem Hype kam das Tal der Enttäuschungen. Ist es Zeit, Second Life abzuschreiben, oder werden sich 3D-Welten durchsetzen? Und worauf sollte man bei künftigen Projekten achten? Erschien im September 2007 auf CreateOrDie.de.
  • »Haben Sie ein Weblog? Brauchen Sie eines?«
    Was sind die Gemeinsamkeiten erfolgreicher Weblogs? Kai Pahl von allesaussersport.de und Majo Heinze von mac-essentials.de geben in Interviews Tipps für Blogger. Erschien im Mai 2007 in VISUAL-X Nr. 17.
  • »Arcade-Shooter im Eigenbau«
    Mal wieder Lust auf eine gepflegte Partie Actionshooter, aber gerade keinen der Klassiker zur Hand? Macht nichts: In diesem Workshop wird gezeigt, wie man sich ein eigenes Ballerspiel baut. Erschien im Dezember 2005 im MX-Magazin.
  • »Eine bessere Welt ist möglich«
    Viele Web-Formulare legen den Besuchern Steine in den Weg. Aber eine bessere Welt ist möglich: Mit wenigen einfachen Kniffen lässt sich die Benutzbarkeit von Formularen erhöhen – mit Code-Beispielen in PHP und XHTML. Erschien im August 2005 im MX-Magazin.

Dank an Felix Schrader vom Software & Support Verlag!

Erschienen am Samstag, 08.03.2008 @ 21:06 | Kommentar schreiben
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Dienstag, 18.03.2008

Wie surfen sehbehinderte und blinde Menschen im Web?

Das Institut für Medizinische Lehre der Uni Bern hat ein sehr aufschlussreiches Video produziert: »Wie bedient ein sehbehinderter oder ein blinder Mensch das Web?« zeigt 2 Internet-Nutzer, wie sie mit Hilfsmitteln im Web surfen.

Thomas Lanter ist stark sehbehindert und verwendet einen Screenreader – der Texte vorliest – und eine Bildschirmlupe, um sich Seiteninhalte vergrößert darstellen zu lassen. Menschen wie ihm helfen Kontrastansichten: einspaltige CSS-Layouts mit vergrößerter Schrift auf dunklem Untergrund. Man beachte auch seine Hinweise zum Ausfüllen von Formularen: Wegen des starken Zooms ist es für ihn wichtig, dass Formular-Labels rechtsbündig neben den Eingabefeldern stehen statt linksbündig.

Jürg Cathomas ist blind und verwendet zum Lesen von Bildschirminhalten eine Braillezeile und einen Screenreader. Für ihn sind semantisch korrekt ausgezeichnete Inhalte wichtig. Dadurch werden zum Beispiel bei Tabellen auch die Tabellenüberschrift vorgelesen. Und bei Webseiten kann er von Überschrift zu Überschrift springen, um sich so nur die für ihn relevanten Seiteninhalte vorlesen lassen – vergleichbar mit dem »Überfliegen« einer Seite.

Das Video selbst ist ein exzellentes Beispiel, wie Videos barrierefrei gestaltet werden können: Für Blinde gibt es Audio-Beschreibungen (»Er macht sich in der Küche mit dem Kaffeeautomaten einen Kaffee«), für Hörgeschädigte ist der Film mit Untertiteln ausgestattet. Da ich mit Schwyzerdütsch so meine Probleme habe – Sprachbarriere! – sind die Untertitel auch für mich als Sehenden nützlich.   :-)

Erschienen am Dienstag, 18.03.2008 @ 22:43 | Kommentar schreiben
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Samstag, 29.03.2008

Smashing Magazine und The FWA

2 Websites, bei denen das Konzepter-Herz höher schlägt: Smashing Magazine und The FWA. Beide Sites eignen sich wunderbar, um kreative Ideen zu tanken und sich inspirieren zu lassen.

Das Smashing Magazine ist ein Blog, das jede Menge Tutorials, Icons und Schriften sammelt. Besonders interessant sind Sammlungen der Sorte »Wie haben das andere gelöst?«, zum Beispiel:

FWA – Favourite Website Awards – sammelt abgefahrene Websites auf denen alles möglich ist außer der klassischen L-Navigation. 2 Beispiele aus der letzten Zeit:

Erschienen am Samstag, 29.03.2008 @ 11:31 | Kommentar schreiben
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Montag, 31.03.2008

Fireworks CS3 für Prototyping und Wireframes?

An diesem Wochenende habe ich 2x – bei guuui.com und im Smashing Magazine – über Fireworks CS3 als Software fürs Prototyping gelesen:

»It seems like Adobe Fireworks is becoming a new favourite prototyping tool of many interaction designers.«

Ich kenne Fireworks seit Version 2 und habe als Web-Developer viel damit gearbeitet. Nach der Übernahme von Macromedia versucht Adobe, Fireworks als Werkzeug für Rapid Prototyping zu positionieren, um dem Programm eine Daseinsberechtigung neben Photoshop und Illustrator zu geben. Als letzten Sommer Version 9 aka CS3 erschien, habe ich mir die Demo runtergeladen und getestet – evtl ist es ja eine gute Alternative für Wireframes, statt unserer Hassliebe PowerPoint?

Fireworks CS3 hat ein paar nützliche Funktionen:

  • Seiten können via Hyperlinks miteinander verbunden werden – dadurch können einfache Click-Dummies für erste Usability-Tests erstellt werden. Das ist das wichtigste Feature der CS3.
  • Masterseiten ersparen Arbeit bei wiederkehrenden Seitenelementen wie Logo, Meta-Navigation und Footer.
  • Es gibt eine Bibliothek für öfter genutzt Elemente (»Symbole«), beispielsweise Formularfelder.
  • Mit der Layer-Palette können Ebenen wahlweise ein- oder ausgeblendet werden.
  • Der Property-Inspector ermöglicht sauberes Arbeiten beim Positionieren oder Transformieren von Elementen – wobei man auch nicht zu genau werden sollte.

Andererseits gibt es Nachteile, die Fireworks CS3 für uns unbrauchbar machen. Wireframes werden nicht nur auf einem Display oder Beamer gezeigt, sondern auch als PDF-Datei an den Kunden gegeben oder ausgedruckt (für Notizen oder als Backup, falls der Präsentationsrechner streikt).

  • Es ist umständlich ein Dokument einzurichten, das gut auf A4 gedruckt werden kann. Eine Datei mit dem richtigen Seitenverhältnis kann beim Druck zudem nicht skaliert werden.
  • Der Export von Seiten ist nur als HTML oder in einzelnen Bilddateien möglich – kein PDF am Stück. Man müsste die Seiten einzeln in PDF-Dateien drucken und dann wieder zusammenfügen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Reihenfolge aus der Seiten-Palette nicht beibehalten wird, da die Dateien nach Seitenname benannt werden, ohne fortlaufende Nummer. Ein Workaround wäre, die Seiten wie zu guten alten BASIC-Zeiten in 10er Schritten zu benennen:

    • 00 – Home
    • 10 – Entry A
    • 20 – Entry B…
  • Schade: Es gibt keine Alignment Guides wie in OmniGraffle. Zudem gelten Hilfslinien nur für die aktuelle Seite, nicht seitenübergreifend (ich habe allerdings nicht probiert, ob Hilfslinien der Masterseite übernommen werden).
  • Zwar kein Showstopper, aber ärgerlich: Texte werden nicht als Vektor-Information gespeichert, sondern als Bitmaps. Vermutlich wegen der Anti-Aliasing-Optionen und der Filter, wie man sie aus Flash 8 kennt.

Fazit: Wer in seinem Workflow auf gedruckte Wireframes verzichten kann, wird bestimmt Gefallen an Fireworks finden. Konzepter, die auf Wireframes in einer PDF-Datei oder auf Papier angewiesen sind, werden ihren bisherigen Tools treu bleiben müssen. Anekdote am Rande: Der Übersetzungsfehler »Fenster-Gamma« statt »Windows-Gamma« ist auch noch in der neuesten Version enthalten.

Erschienen am Montag, 31.03.2008 @ 0:04 | Kommentar schreiben
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Mittwoch, 02.04.2008

Deliverables: Zentraldokument (Content Inventory)

Teil 2 der Serie »Was macht ein Konzepter eigentlich den ganzen Tag?« – diesmal geht es um das Content Inventory oder auch Zentraldokument (ZD), wie es bei uns genannt wird.

Ein ZD ist eine Tabelle und enthält eine Liste aller Seiten einer Website. Hier ein Beispiel – da ich hier natürlich kein echtes Dokument aus einem Kundenprojekt zeigen kann, habe ich auf die Schnelle ein paar Seiten der HypoVereinsbank-Website in eine Excel-Datei eingetragen:

Zentraldokument bzw. Content Inventory der HVB-Website

Jede Seite ist in eine eigene Zeile eingetragen und in den Spalten stehen verschiedene Informationen zu diesen Seiten, mindestens aber folgende:

  • Seitennummer
  • Name der Seite
  • Seitentyp

Mit der Seiten- oder auch Strukturbaum-Nummer wird jede Seite eindeutig benannt. Die Homepage heißt 0.0 und die erste Übersichtsseite ist die 1.0 – Unterseiten unterhalb der 1.0 bekommen die Nummern 1.1, 1.2 und so weiter. Bei vielen gleichartigen Seiten, beispielsweise Pressemitteilungen, muss man nicht unbedingt alle aufführen; man macht einfach einen Eintrag »1.4.n« für alle gleichartigen Seiten.

Der Seitentyp gibt an, um welche Art von Seite es sich handelt. Der Grund: Bei großen Websites ist nicht jede Seite ein Unikat. Seiten mit einem ähnlichen Aufbau werden nicht jedes Mal neu gestaltet und in HTML umgesetzt – das wäre unbezahlbar. Stattdessen wird einmal ein beispielhaftes Muster für diese ähnlichen Seiten gebaut und man sagt: »Alle Produktseiten sehen gleich aus: Überschrift, einleitender Text, Liste der Vorteile, Bild, Vergleichstabelle…«

Das Dokument kann je nach Bedarf um zusätzliche Spalten erweitert werden: Welche Infokästen (Teaser) gibt es, wer ist auf Kundenseite für die Inhalte verantwortlich, Keywords für die Suchmaschinenoptimierung, Dateinamen für Grafik und Technik etc.

Wozu das alles? Das Dokument gibt einem einen Überblick: Welche Seiten gibt es, wer ist dafür zuständig usw. Das ist nützlich bei der Überarbeitung bestehender Websites, um zum Beispiel im nächsten Schritt das Navigationssystem neu zu strukturieren. Das würde an dieser Stelle jedoch zu weit führen: Zu dem Thema haben Leute schon ganze Bücher geschrieben.

Soweit. Das nächste Mal geht es um den Strukturbaum, auch »Sitemap« genannt. Den letzten Teil verpasst? Hier gibt es alle: »Deliverables«

PS: Andy Budd hat in seinem Weblog eine ähnliche Serie begonnen: »Design Artefacts«

Erschienen am Mittwoch, 02.04.2008 @ 23:57 | Kommentar schreiben
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Donnerstag, 17.04.2008

Relaunch: Münchner Verkehrsverbund (MVV)

Heute wurde ein weiteres Projekt abgeschlossen, an dem ich beteiligt war: Die Website des Münchner Verkehrsverbunds (MVV).

Das Projekt wuchs mit der Zeit: Wir begannen zunächst mit der Überarbeitung der gesamten Website-Struktur. Anschließend verbesserten wir auch die Übersichtlichkeit der Homepage, der 6 Einstiegsseiten und der tiefer liegenden Indexseiten. Im nächsten Schritt wurden alle Seiten mit Ticket-Informationen vereinfacht. Zum Schluss rundeten wir das Ganze mit Details wie Zielgruppen-Einstiegsseiten und einem neuen »Aktuelles«-Bereich inklusive RSS-Feed ab.

Alles in allem ein sehr angenehmes Projekt: Die Zusammenarbeit mit der Kundin und dem technischen Dienstleister ist reibungslos: Jeder von uns sieht den Relaunch als sein Baby an – wir sind ein Team, obwohl wir in 3 verschiedenen Firmen arbeiten.

Auf Agenturseite haben wir das doch recht umfangreiche Projekt zu dritt gewuppt: eine Projektleiterin, ein Grafiker und ich in der Konzeption.

Homepage des MVV

Erschienen am Donnerstag, 17.04.2008 @ 19:48 | Kommentar schreiben
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Freitag, 02.05.2008

JavaScript-Animationseffekte

Eine Kollegin aus der Technik gab uns diese beiden Links: demos.mootools.net und script.aculo.us enthalten verschiedene JavaScript-Animationseffekte: Konzepter können sich die Demos zu Drag’n'Drop, Auto-Completion oder visuellen Effekten ansehen; für die Techniker werden gleich die passenden Quellcodes mitgeliefert.

Erschienen am Freitag, 02.05.2008 @ 15:28 | Kommentar schreiben
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Montag, 05.05.2008

Was für die Hardcore-IAs: Formular-Design

Das nächste Buch aus dem Rosenfeld-Verlag ist da: »Web Form Design« von Luke Wroblewski.

»Your organization may have already invested heavily in opening a relationship with its customers through high-quality marketing, site design, and search engine optimization. But now it is time to "close the deal" by making sure those customers can complete your forms. And that’s where this book will help.«

LukeW beginnt bei der Frage, weswegen Formular-Design wichtig ist, zeigt Best Practices zur Platzierung von Labels, befasst sich mit primären und sekundären Aktionen und vieles mehr.

Preis: 36 USD plus 15 USD für den Versand nach Deutschland. Wer direkt beim Verlag bestellt, kann sich gleich nach der Bestellung eine PDF-Version herunterladen.

Erschienen am Montag, 05.05.2008 @ 22:51 | Kommentar schreiben
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Samstag, 10.05.2008

Termine der nächsten IA-Konferenzen

Die Termine der nächsten Informationsarchitektur-Konferenzen stehen fest: die euroia vom 26.-27. September 2008 in Amsterdam und die deutsche IA-Konferenz im Mai 2009 in Hamburg (Dank an Jan Jursa und das Orga-Team).

Wir sehen uns!

Erschienen am Samstag, 10.05.2008 @ 21:56 | Kommentar schreiben
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Samstag, 19.07.2008

IA Cocktail Hour

Wow, was für ein toller Abend! Für mich war es die zweite IA Cocktail Hour – der »Stammtisch« für Berliner Konzepter. Rund 50 Konzepter und Informationsarchitekten haben gefachsimpelt oder sich einfach nur nett unterhalten. Die nächste Cocktail Hour ist im Oktober; die Location geben Jan und Sabine wie üblich kurz zuvor bekannt. Ich freue mich schon drauf!

Erschienen am Samstag, 19.07.2008 @ 0:42 | Kommentar schreiben
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Montag, 18.08.2008

ZD to the rescue

Das Projekt in dem ich die letzten anderthalb Monate gearbeitet habe, ist abgeschlossen: Eine mittelgroße Anwendung mit 3 »Hauptscreens« (Suchmaske, Ergebnisliste, Detailansicht) und einer Reihe von Funktionen neben dran, beispielsweise eine Merkliste oder eine Vergleichsmöglichkeit von Suchergebnissen. Das ganze dreimal, da man mit verschiedenen Interfaces unterschiedliche Datenbestände durchsuchen können musste. Insgesamt kamen rund 70 Layouts zusammen; mit Seitentypen konnten wir hier nicht arbeiten – der Gag war, dass es von jedem Screen verschiedene Ausprägungen gab, die für die Dokumentation auch alle abgebildet werden mussten. Allein von der Detailansicht gab es 10 Ausprägungen. Ein paar Erkenntnisse:

  • Zentraldokument einsetzen
    Um den Überblick zu behalten, habe ich eine Liste aller Layouts angelegt: Name des Layouts, mögliche Elemente auf jedem Layout, Datum der letzten Version, aktueller Status. Dadurch konnte ich auf einen Blick sehen, welche Layouts insgesamt gebraucht wurden, welche Briefings ich noch an die Grafik geben musste, welche Layouts gerade in der Grafik waren und welche an den Kunden gehen konnten. Ohne das ZD wäre ich aufgeschmissen gewesen.
  • Screens eindeutig benennen
    Für die Diskussion mit Kunden, anderen Dienstleistern, der Grafik und den Konzeptern untereinander hat es sich als sehr hilfreich erwiesen, ein Schema für die Dateinamen zu definieren: Prozess_Screen_Auspraegung_DATUM.png
  • Module einzeln layouten
    Während der Produktion schleichen sich Fehler ein. Passiert. Damit die Grafiker nicht eine Korrektur auf 10 Ausprägungen nachziehen müssen bietet sich folgendes an: Den Screen nur einmal in seiner Gesamtheit zeigen und die Varianten einzelner Elemente in eigenen Layouts speichern, ohne das Beiwerk außen rum. Bei Änderungen an einem Element wird nur diese eine Datei aktualisiert. Wenn das Element nicht von der Änderung betroffen ist, muss die Datei nicht angefasst werden.
  • Kurze Briefings an die Grafik
    Gerade bei vielen kleinen Änderungen hat sich für uns folgendes Vorgehen bewährt: Ich drucke das Layout aus – wichtig: mit dem Dateinamen auf dem Ausdruck! – markiere die Änderungen mit einem Filzstift und setze mich neben die Grafiker, um ihnen die Korrekturen zu erklären. Wenn ich die aktualisierten Dateien bekomme, nehme ich mir die Ausdrucke wieder her und vergleiche, ob alles berücksichtigt wurde. Viel einfacher, als Sachen umständlich in PowerPoint zu markieren, und kommunikativer, als Briefings per Mail zu verschicken.
  • Die Grafik in das Konzept einweihen

    Es gab mehr als eine Gelegenheit, bei der mir dieser Satz über die Lippen kam:

    »Die Grafik ist die letzte Verteidigungslinie, wenn die Konzeption versagt.«   :-)

    Die Grafiker können natürlich nur mitdenken, wenn sie das Konzept kennen und verstehen.

Alles in allem war es viel Arbeit und zwischendurch auch ziemlich anstrengend (Wochenend- und Nachtarbeit blieb nicht aus). Aber es ging gut über die Bühne, da wir uns im Team gut verstanden haben.

Erschienen am Montag, 18.08.2008 @ 19:12 | Kommentar schreiben
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Mittwoch, 20.08.2008

Kundenzufriedenheit durch offenen Umgang mit Fehlern

Auf ein anschauliches Beispiel für gelungene Kundenkommunikation weist John Gruber hin: Apple hatte zum Start seines neuen Service »MobileMe« einige Anlaufschwierigkeiten. Also richtete Apple ein Blog ein, in dem die Nutzerschaft über den Fortgang der Reparaturarbeiten auf dem Laufenden gehalten werden sollte.

An sich eine gute Idee – wenn allerdings in einem drei Wochen alten Posting steht dass alles im grünen Bereich ist, während gerade der Online-Service nicht funktioniert, bekleckert man sich nicht gerade mit Ruhm. Anders dagegen Google: Im Posting »We feel your pain, and we’re sorry« – allein die Überschrift stimmt einen schon milde – beschreiben die Verantwortlichen genau, was schief gelaufen ist, weswegen, und welche Schritte Google unternimmt um einen weiteren Fehler dieser Art auszuschließen.

Das erinnert mich an ein Posting von Joel Spolsky: In »Five Whys« erzählt er von einem Problem mit dem Rechenzentrum des Unternehmens. Seine Erkenntnis: Es genügt nicht ein »Service Level Agreement« als eine Art Zielvereinbarung aufzusetzen, in der steht, dass man sich um 99,9999% Ausfallsicherheit bemühen möchte – tatsächlich sind Ausfälle so selten, dass auch ein SLA sie nicht verhindern kann. Stattdessen müsse man Fehlern auf den Grund gehen und sich dabei nicht mit der ersten Antwort zufrieden geben. Hierfür empfiehlt er die »Five Whys« von Toyota-Gründer Sakichi Toyoda: Wenn ein unvorhersehbarer Fehler auftritt, stellt man sich so oft die Frage nach dem Warum, bis man an der Wurzel des Problems angelangt ist. Dadurch wird verhindert, dass man Symptome bekämpft und das Problem erneut auftritt. Das Wissen behält Spolskys Firma nicht für sich; sie verwenden es in der Kundenkommunikation:

»Instead of setting up a SLA for our customers, we set up a blog where we would document every outage in real time, provide complete post-mortems, ask the five whys, get to the root cause, and tell our customers what we’re doing to prevent that problem in the future.«

Offensiv mit Fehlern umzugehen, schafft Vertrauen.

Im Zusammenhang mit Ursachenforschung ebenfalls lesenswert ist »How to learn from your mistakes« von Scott Berkun:

»The kind of mistakes you make define you. The more interesting the mistakes, the more interesting the life. If your biggest mistakes are missing reruns of tv-shows or buying the wrong lottery ticket you’re not challenging yourself enough to earn more interesting mistakes.«

Manche Fehler sind einfach nur dämlich und lassen sich leicht vermeiden – und wenn nicht, haben sie kaum ernste Konsequenzen. Die größeren Fehler hingegen sind diejenigen die weh tun, aber aus ihnen kann man auch am meisten lernen.

Erschienen am Mittwoch, 20.08.2008 @ 22:54 | Kommentar schreiben
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Donnerstag, 28.08.2008

Stunning Nikon

Die Online-Kampagne »Stunning Nikon« ist schon etwa 2 Jahre alt, allerdings bin ich erst jetzt darauf aufmerksam geworden.

Auf der Website stellt Nikon seine digitalen Spiegelreflex-Kameras für Amateure (D40), ambitionierte Amateure (D80) und Profis (D3, CLS, NIKKOR-Objektive) vor. Anwender kommen zu Wort und erläutern, wie ihnen ein Feature bei der Aufnahme eines Motivs geholfen hat. Die gezeigten Bilder sind bei Flickr zu sehen oder können auch von stunningnikon.com heruntergeladen werden. Dazu gibt es Aufnahmedetails wie Verschlusszeit, Blende, Belichtungskorrektur, ISO-Empfindlichkeit und Brennweite – nützliche Informationen für angehende Fotografen:

Screenshot der 'Stunning Nikon'-Website

Die Website hat ziemlich viele Inhalte: Videos, Fotos, Texte – trotzdem erschließt sich einem die explorative Navigation schnell. Durch die Verwendung von Testimonials wird Authentizität erzeugt, die Verbindung zu Flickr bei den Amateuren ist sympathisch (als wäre Nikon »Teil der Community«) und die Erfahrungen der 3 Profis machen neugierig. Features wie der 11-Messfelder-Autofokus oder die integrierte Bildbearbeitung werden in konkreten Situationen demonstriert; dadurch werden die Produkteigenschaften anschaulich.

Die Website eignet sich natürlich nicht, um mal eben technische Details nachzuschlagen; außerdem sind ein Breitbandanschluss und ein schneller Rechner für die Flash-Website Voraussetzung.

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Vor 2 Tagen wurde der Nachfolger der D80 vorgestellt, die D90. Chase Jarvis und sein Team konnten die Kamera mit Filmfunktion einige Tage testen und haben ein Video auf YouTube gestellt. Um es in einem Wort zu sagen: stunning.

Erschienen am Donnerstag, 28.08.2008 @ 19:02 | Kommentar schreiben
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Dienstag, 16.09.2008

Von Konzeptern für Konzepter: IA InfoCamp + Xing-Gruppe

Sabine und Jan haben wieder eine Veranstaltung organisiert: Diesmal keine Cocktail Hour, sondern eine kleine Un-Konferenz von Konzeptern für Konzepter. Die beiden rechnen mit ca. 60 Teilnehmern. Ideal, um nette Leute kennenzulernen und zu fachsimpeln.

Freitag, 14. November
10 Uhr bis open end
im Newthinking Store (Tucholskystr. 48 in Mitte)
Eintritt frei

Anmeldung, Diskussion und weitere Infos: amiando.com/infocampberlin.html

Außerdem: In Xing gibt es eine neue Gruppe für Berliner Konzepter und IAs: xing.com/net/berlineria

Erschienen am Dienstag, 16.09.2008 @ 20:03 | Kommentar schreiben
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Montag, 29.09.2008

EuroIA 2008

An diesem Wochenende war ich auf der EuroIA in Amsterdam, die europäische Konferenz für Konzepter und Informationsarchitekten. Nette Leute, tolle Location und jede Menge guter Vorträge!

Gracht in der Innenstadt von Amsterdam

Für mich war es der erste Besuch in Amsterdam – was für eine tolle Stadt! Ich kam am Donnerstag-Nachmittag am Hauptbahnhof an und hatte etwas Gelegenheit, durch die Innenstadt zu bummeln. Die Grachten – kleine Kanäle – sind gesäumt von schmalen Häuschen, an denen es selten gerade Linien gibt. Das und die kleinen Bötchen und Hausboote in den Grachten, und viele buckelige Brücken über die Kanäle geben der Stadt ein heimeliges Flair. Dazu verströmt die Stadt ein Gefühl von Liberalität: Transvestiten in Robin-Hood-Kostüm, der Rotlichtbezirk mit vielen Bars und Restaurants liegt wie selbstverständlich mitten im Zentrum, durch jede zweite Straße weht der Duft von Gras und ein Coffeeshop folgt dem nächsten. Amsterdam fühlt sich wie eine Weltstadt an, obwohl hier nur 750.000 Menschen wohnen. Die Stadt ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Die Konferenz begann am Freitag, in einem sehr geschmackvollen Ambiente: Das Tuchinsky-Theater wurde in den 1920er Jahren im Art-Deco-Stil gebaut und ist heute ein Kino. Dunkles Holz, dezente Beleuchtung und dicke Teppiche sind jedoch geblieben. Es gab zwei Session-Tracks mit einer Mischung aus theoretischen Themen, Panel-Diskussionen und Fallstudien. Mir gefielen besonders diese Vorträge:

  • The Seduction of the Interface
    Christopher Fahey aus den USA sprach über den Online-Verkauf von Produkten und Dienstleistungen. Seine These: Im klassischen Marketing ist es die Aufgabe des Marketeers den Interessenten davon zu überzeugen, dass er unbedingt dieses Produkt oder jenen Service benötigt. In der heutigen Web-2.0-Welt funktioniert das immer weniger: Die Leute tauschen sich online über ihre Erfahrungen aus und informieren sich vor dem Kauf. Der Vortrag ging in eine ähnliche Richtung wie die Bücher »Subject to change« von Adaptive Path oder »Hidden in plain sight« von Erich Joachimsthaler, und war eine gute praxisnahe Ergänzung.
  • E-Service: What we can learn from the Customer-service Gurus
    Eric Reiss von FatDUX aus Dänemark erzählte von seinen Erfahrungen mit Kundenservice bei British Airways und eBay. Über die Fehler dieser Unternehmen haben Service-»Gurus« schon vor Jahrzehnten Bücher geschrieben – Lehren, die man sich für die heutige User Experience und das Customer Experience Management abschauen kann.
  • How do you redesign a business critical Web Application with billions of unique Products?
    Floris Ketel aus den Niederlanden zeigte das Redesign der Online-Buchung von KLM. Eigentlich geht es nur um ein Produkt – ein Flugticket –, Preise und Verfügbarkeit ändern sich jedoch von Tag zu Tag. Die Fallstudie war sehr anschaulich: Floris erläuterte Rahmenbedingungen und Workflow des Projekts, weswegen sie welche qualitativen und quantitativen Testmethoden verwendeten, und wie sie das Layout während des Projektverlaufs aus welchen Gründen geändert haben. Daneben natürlich »What worked«, »What didn’t work« und »Lessons learned«, wie es sich für eine Fallstudie gehört. Bemerkenswert waren seine Ergebnisse aus User-Befragungen zu Facets: Über die Hälfte der Nutzer kannten Facets – natürlich nicht unter dem Begriff –, 20% verwendeten sie und 85% fanden sie hilfreich. Das Ergebnis ist repräsentativ, zumindest für Flugreisende die ihr Ticket online buchen: Die Stichprobe bestand aus 5.000 Nutzern aus einem A/B-Test.
  • Commercial Ethnography and innovating Information Experiences
    James Kalbach aus Deutschland demonstrierte, wie ethnographische Forschung die Konzeption unterstützen kann. Ethnographie wird von Konzeptern kaum genutzt, obwohl sie eine Goldmine für innovative Ideen ist: Nutzer sagen einem bewusst oder unbewusst, wo der Schuh drückt und welche Lösung sie brauchen. Die Ergebnisse aus diesen Interviews sind außerdem eine gute Basis für Mentale Modelle oder – in einem späteren Schritt – Personas.
  • Taking the ‘ooh!’ out of Google
    Martin Belam aus Großbritannien berichtete vom Redesign der Sitesearch des Guardian. Dabei zeigte er auf, dass man nicht einfach die Ergebnisdarstellung von Google übernehmen sollte: Eine Zeitung weiß mehr über ihre eigenen Artikel als Google, und kann dem Besucher dadurch nützliche Zusatzinformationen geben.
  • I’m not you
    Bogo Vatovec aus Deutschland sprach über Personalisierung: Was man darunter verstehen kann (und dass jeder Stakeholder etwas anderes dabei im Sinn hat), welche Methoden sich für die Konzeption anbieten, und welche Erfahrungen er in großen Personalization-Projekten gemacht hat. Mir hat gefallen, dass Bogo nicht nur an der Oberfläche blieb, sondern tief einstieg: Bei den Methoden zeigte er beispielhafte Deliverables in verschiedenen Stadien, so dass deutlich wurde woran zu denken ist und welche Komplexität das Thema annehmen kann (bei den Use Cases zum Beispiel Rollen und andere Zustände zu verschiedenen Zeitpunkten im Ablauf).
  • Concept Design Tools for Information Architecture
    Victor Lombardi aus den USA hat letztes Jahr auf der IA-Konferenz in Stuttgart darüber gesprochen, dass IAs neue Tools entwickeln müssten, um am Ball zu bleiben. Dieses Jahr hatte er Tools im Gepäck, wobei die Begriffe »Tools« oder »Methoden« etwas zu hoch gegriffen sind. Victor stellt nach der Research-Phase Fragen wie sie Produktdesigner stellen, um auf Ideen zur Lösung der vorliegenden Aufgabe zu kommen. Diese Fragen zusammen könnte man als Methode bezeichnen – ich nenne sie mal »Lombardi-Fragen«. Zwei Beispiele: In »Question the Brief« hinterfragt er das Briefing des Kunden, geht quasi einen Schritt zurück um eine neue Perspektive darauf zu bekommen. In »Question the Constraints« hinterfragt er die Rahmenbedingungen.

Viele Vortragende werden in den nächsten Tagen ihre Folien bei Slideshare oder in ihrem Blog online stellen, und von einigen Vorträgen wird es auch Mitschnitte geben. Trotzdem geht nichts über einen Besuch vor Ort:

  • Die Info wird effektiver vermittelt, wenn man die Folien des Vortragenden sieht und gleichzeitig seine Ausführungen hört – vor allem wenn es gute Folien mit wenig Text sind
  • Nach dem Vortrag können dem Referenten Fragen zum Thema gestellt werden
  • Die Vorträge können mit anderen Teilnehmern diskutiert werden; evtl haben sie ähnliche Erfahrungen gemacht
  • Außerhalb der Konferenz kann man sich bei einem Heineken auch über andere Fachthemen austauschen
  • Man lernt neue Leute kennen und sieht alte Bekannte wieder – auf der EuroIA waren 250 Konzepter aus über 20 Ländern

Zum letzten Punkt: Man verbringt einfach eine tolle Zeit, statt sich das Material in den eigenen 4 Wänden reinzuziehen. Am Samstag haben wir nach der Konferenz die Stadt bei einer Bootsrundfahrt näher kennengelernt und sind anschließend mit 30 Mann bei einem Thai eingefallen. An dieser Stelle großer Dank an Camilla und Chris, die am Samstag-Abend ad-hoc einen Raum in einem Restaurant mitten im Vergnügungsviertel organisiert haben!

Die nächste EuroIA ist vom 25. bis 26. September 2009 in Kopenhagen. Zuvor gibt es am 14. November in Berlin ein IA InfoCamp und vom 16. bis 17. Mai findet in Hamburg die nächste deutsche IA-Konferenz statt.

Erschienen am Montag, 29.09.2008 @ 2:26 | Kommentar schreiben
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Sonntag, 12.10.2008

Live vom BarCamp München: Usability & User Experience

Florian Bailey über Kernpunkte, häufige Fehler, FAQ

»Betriebsblindheit fängt nach 3 Tagen an, nach 2 Monaten ist sie komplett.«

Erwartungen des Users erfüllen
Wenn ich etwas verspreche geht der Nutzer davon aus, dass er diesen Inhalt findet oder diese Aufgabe erfüllen kann. Und er hat Erwartungen, wie das Web funktioniert: Suchfunktion rechts oben (nicht oben in der Mitte, nicht mit »Finden« bezeichnen, nicht an der Stelle die Newsletter-Anmeldung), Back-Button, falscher Kontext. Frage aus dem Publikum: F-shaped pattern? Antwort: »Es kommt auf das Design an, es gibt kein Patentrezept. Aber prinzipiell liest man in einer Navigationszeile am Anfang und am Ende, weil man dazwischen lesen müsste. Man kann mit dem F-shaped pattern auch spielen.« Wo meine User herkommen sagt mir auch viel darüber welche Interface-Patterns sie gewohnt sind. »Ich muss mir bewusst sein was der Standard ist, bevor ich ihn ändere.« Thema Trennschärfe: »Support, Hilfe, Kontakt: Was soll der Nutzer da anklicken?«

Keine falschen Erwartungen wecken
Falscher Kontext, nicht deskriptiver Text: häufig sind Texte einfach zu lang: »alte Regel sagt 50% wegstreichen, meiner Erfahrung nach sind es 80%.« Häufige Annahme von Unternehmen: der Kunde kann was mit internen Begriffen oder Marketing-Wordings anfangen. » [...] Das Problem: Mit jedem weiteren Element schwindet die Aufmerksamkeitsschwelle. Mit jedem Element mehr muss der Nutzer seine Kernelemente suchen, die er braucht. Ist einer der Erfolgsfaktoren von vielen Web-2.0-Websites, dass sie es so simpel machen.« Beispiel Apple: Sie haben ein Produkt, das sie gerade featuren möchten. Wenn man weitere Elemente hinzufügt, geht der Fokus verloren. Bottom-Up-Prozess: Die Homepage als letztes gestalten.

Frage aus dem Publikum: Redundanz?
»Kommt drauf an – wenn die Nutzung so ist, kann man Begriffe doppeln. Man darf es aber auch nicht übertreiben.«

Flow nicht durchbrechen
»Spiegel-online hat keinen Flow, bei einer Social-Anwendung ist das anders. Ein Spiel ist ein schönes Beispiel. Wenn der Nutzer etwas gemacht hat, was tun wir?« Beispiel: Profilfoto hochladen bei StudiVZ, Xing, etc. – wenn der Nutzer mit dem Dateibrowser ein Foto ausgewählt hat, passiert nichts. Die 13-jährige die sich bei SchülerVZ anmeldet weiß nicht, dass sie noch auf den Button ‘Hochladen’ klicken muss. Kann technischer besser gelöst werden (siehe Google Mail). Feedback auf eine Interaktion geben!

Web = Text
»Gute Texte sind eine gute Website. Eine Website kann hässlich sein und erfolgreich existieren, wenn sie gute Texte hat. Beispiel: Craigslist. Hat nur ein grafisches Element: ein Favicon.« Zusammenstreichen, die kürzestmögliche Information, hohe Informationsdichte. »Keine toten Texte ohne Aussage und Inhalte. Ein schlechter Text ist bösartig gegenüber dem User: Man setzt ihm einen Brei vor und er soll sich herauspicken was für ihn relevant ist.« Leute anrufen und abfragen, was sie z.B. unter »Check-in« verstehen; Buttonlabels abfragen.

Frage aus dem Publikum: Multivarianten-Tests
Bei Google gibt es in den Webmaster-Tools ein kostenloses Programm für MVT. Arbeitet mit CSS-Polls (?), wobei verschiedene Varianten per CSS angezeigt bzw. versteckt werden. Google übernimmt komfortabel die Auswertung.

Frage aus dem Publikum: Umfragen?
An ausgewählten Interaktionspunkten nachfragen. Beispiel: Warum möchtest Du Deinen Account löschen?

Frage aus dem Publikum: Usability-Tests?
Testen ist nicht aufwändig. Mit Silverback kann man das auch remote machen. Beispiel für Guerilla-Testing: Mit einem Notebook ins Café gehen und Leute fragen, ob sie bei einem Test mitmachen wollen (Kaffee ausgeben!). Offenen Test machen: Bei Social-Applications nicht die Aufgaben vorgeben, sondern sich anschauen was die Leute an der Website nutzen. Oder 3-Sekunden-Test: Die Homepage für 3 Sekunden zeigen, dann das Notebook zuklappen und fragen: »Worum geht es auf der Seite?« Ist zwar nicht wissenschaftlich, aber mit 5-7 Leuten findet man die gröbsten Fehler.

Erschienen am Sonntag, 12.10.2008 @ 16:01 | 5 Kommentare
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Dienstag, 28.10.2008

Putting the Fun in Functional: Wie Anwendungen durch spielerische Elemente aufgewertet werden können

Im Rahmen eines Projekts befassen wir uns in der Agentur gerade mit alternativen Ansätzen für Anwendungen und alternative Kundenansprachen. Hier ein paar Rechercheergebnisse.

In der Präsentation Putting the Fun in Functional – gehalten auf der STARTonomics 2008 – stellt Amy Jo Kim die Frage: »How do game mechanics make an interactive experience more fun, compelling and addictive?« Sie hat 5 Mechanismen identifiziert:

  1. Collecting (Beispiele: WoW-Inventare, Anzahl der Freunde in Sozialen Netzwerken)
  2. Points (Beispiele: eBay-Bewertungen, Einlösen von Punkten, Leader Boards, Skill Levels)
  3. Feedback (Beispiel: »Send a text message when…«)
  4. Exchanges (Beispiele: Handel in WoW, Bewertungen geben und erhalten bei eBay)
  5. Customization (Beispiele: Charakter-Modellierung in WoW, anpassbare Homepages)

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Daniel Cook hat kürzlich bei einem IxDA-Treffen in Seattle einen ähnlichen Vortrag gehalten: Building a Princess Saving App. Seine These: Man lernt die Bedienung eines Spiels schneller als die einer klassischen Anwendung – und es macht mehr Spaß! Warum machen Spiele Spaß? Durch exploratives Lernen. Er bringt einige Beispiele wie exploratives Lernen funktioniert und leitet daraus Patterns ab:

  1. Levels
  2. Items
  3. Inventory
  4. Quests
  5. Score
  6. Advancement/Elder game

Komplexe Anwendungen können in Spiele verwandelt werden. Beispiel: Um die Bedienung des 3D-Programms Maya zu erlernen benötigt man Jahre – Modelling im Spiel »Spore« ist dagegen sehr einfach.

Als weiteres Beispiel fallen mir noch Final Cut vs. iMovie oder Lightroom/Aperture vs. Picassa/iPhoto ein – allerdings sind die Profi-Anwendungen auch deswegen so komplex, weil sie viel mehr Möglichkeiten bieten, die Profis auch benötigen.

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Noch ein Beispiel: Der Vortrag Extending the Gaming Experience to Conventional UIs von John Ferrara, den er auf dem IA Summit 2008 und der EuroIA 2008 gehalten hat. Er begründet zunächst weswegen man sich als UX-Designer mit Spielen beschäftigen sollte (Innovation, Similarity & Overlap, Vast popularity). Anschließend spricht er – wie die anderen Referenten – über die »Game Experience« (weswegen Spiele funktionieren), außerdem beleuchtet er den Kontext von Spielen im richtigen Leben. Abschließend stellt er recht ausführlich Patterns vor.

Tipp: In allen 3 Präsentationen gibt es im Notizenfeld ausführliche Beschreibungen zu den Folien – daher am besten die Dateien herunterladen und nicht nur die Folien bei Slideshare anschauen.

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Für alle die sich mehr für das Thema interessieren, kann ich noch ein Buch empfehlen: Theory of Fun von Raph Koster. Das Buch ist allerdings vergriffen und man kann auch kein PDF kaufen…

Erschienen am Dienstag, 28.10.2008 @ 17:01 | Kommentar schreiben
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Freitag, 14.11.2008

IA InfoCamp

Heute Abend war ich auf dem IA InfoCamp in Berlin: Rund 80 Konzepter aus Berlin – aber auch aus ganz Deutschland und sogar aus Dänemark – haben sich zu einem BarCamp im Newthinking Store getroffen, um zu fachsimpeln und den Tag bei einem Bier ausklingen zu lassen.

Accessibility – Missverständnisse und häufige Fragen
Ich hatte die Ehre, die Sessions mit meinem Vortrag zu Barrierefreiheit zu eröffnen.

Der Vortrag sollte 2 Kernaussagen vermitteln:

  1. Barrierefreiheit ist nicht nur für Blinde wichtig: Es betrifft auch Menschen mit anderen physischen Einschränkungen; außerdem spielen auch technische Hürden eine Rolle.
  2. Bei Barrierefreiheit kommt es nicht nur auf sauberen Code in den Templates an: Inhalte müssen barrierefrei aufbereitet werden.

Die Folien findet Ihr bei Slideshare: einmal als Präsentation mit Notizen und einmal als Präsentation ohne Notizen.

Hier noch einige Links: Das Video des Instituts für Medizinische Lehre der Uni Bern kann auf usability.iml.unibe.ch/film angesehen oder heruntergeladen werden. Bezüglich Accessibility und Web 2.0/AJAX seien nochmals die Stichwörter ARIA und Progressive Enhancement genannt. Henning Grote wies in der anschließenden Diskussion auf das Programm Color Oracle hin, mit dem sich Farbfehlsichtigkeiten nachstellen lassen. Plug-ins für Photoshop sind Vischeck und Colorfield Insight. Wir haben auch darüber diskutiert, Accessibility über SEO oder Standardkonformität »mitzuverkaufen«. Zur Frage der Kosten kann ich die beiden Artikel »Accessibility costs too much« einer neuseeländischen Firma bzw. »Factors Affecting Cost of Implementation« des W3C empfehlen – generell gilt: Je früher Accessibility berücksichtigt wird desto günstiger, allerdings fällt in der Pflege auch etwas Zeit für Schulung der Redakteure und die Aufbereitung der Inhalte an. Zur Frage »Wer macht was in der Agentur?« gibt es eine gute Matrix von einfach-fuer-alle.de. Es kam auch noch die Frage »separate Textversion?« auf – hier gibt es wie gesagt eine klare Anforderung des W3C: Nur wenn gar nichts anderes mehr geht, sollte eine alternative Version erstellt werden die barrierefrei ist, den gleichen Stand an Informationen, die gleiche Funktionalität und die gleiche Aktualität hat wie die nicht zugängliche Variante (Checkpoint 11.4). Dass eine Website trotz gefälligem Layout barrierefrei sein kann, beweist die Postbank mit ihrem Online-Banking.

Präsentationsmagie
Samuel Woitinski stellte 3 Killer von guten Präsentationen vor, und was man dagegen unternehmen kann:

  1. Überlasten des menschlichen Arbeitsspeichers (zu viele, zu schnelle und zu komplexe Informationen; dagegen helfen: vereinfachen, visualisieren, animieren)
  2. Text überlagert die Tonspur (eine Präsentation sollte wie ein spannender Film sein, das Publikum hört sich beim Lesen selbst zu und nicht dem Redner, illustrative Bilder statt Text verwenden)
  3. Bulletpoints (immerhin kürzer als Fließtext, dennoch besser illustrative Grafiken verwenden)

Online- und Offline-Cardsorting
Frank Hohenschuh von SirValUse demonstrierte Online-Cardsorting. SirValUse führte diese Variante von Cardsorting ein, da Papier-Cardsorts mit 10 oder 12 Teilnehmern nur Trends/Tendenzen liefern – Kunden möchten jedoch oft eine breitere Datenbasis haben. Die Software beherrscht sowohl offene Cardsorts (Namen von Clustern sind nicht vorgegeben) als auch geschlossene Cardsorts. Online-Cardsortings sind sehr günstig, da die Auswertung automatisch geschieht. Relevante Ergebnisse erzielt man ab etwa 250 Teilnehmern. Henning schlug optimalsort.com als Lösung für den Freelancer vor.

Patterns für Produktkonfiguratoren
Markus Drews von D-LABS stellte seine Patternsammlung für Konfiguratoren vor: flickr.com/photos/konfiguratorpatterns/sets – begleitende Infos gibt’s in seinem Konferenzpaper Interaction Patterns für Produktkonfiguratoren.

Spannend fand ich die Idee der Konfliktvorwegnahme, die mir bisher noch gar nicht begegnet ist: Bei komplexen Produkten kann es zu Baubarkeitskonflikten kommen – beispielsweise kann bei einem Auto nur dann ein Sportlenkrad gewählt werden, wenn sich der Interessent auch für die Sitzheizung entscheidet (weil es vielleicht durch die Produktpolitik so vorgegeben ist). Der klassische Weg wäre, einen Fehlerhinweis zu zeigen und den Nutzer dann zwischen zwei Alternativen wählen zu lassen. Bei der Konfliktvorwegnahme werden dem Nutzer vor dem Klick – z.B. in einem Tooltip – die Konsequenzen gezeigt. Klickt der Nutzer trotzdem, bestätigt er damit zugleich die Wahl oder Abwahl von anderen Optionen und löst dadurch den Konflikt.

Ein Tipp den uns Markus gab: Mit dem Produkt in der Tiefe beschäftigen! Die Software-Entwickler müssen den Designern die Produktlogik nahe bringen.

breadcrumbs 2.0
Carsten Grandke brachte eine Diskussion zum Thema Breadcrumbs in Gang: Sind Breadcrumbs auf Web-2.0-Sites noch sinnvoll? Zählt eine Auflistung von gewählten Facets-Filtern als hierarchisches Ordnungsinstrument im weitesten Sinne zu Breadcrumbs? Fazit: Breadcrumbs haben nicht mehr die Bedeutung wie früher, als es noch stark strukturierte Websites gab. Sie schaden aber auch nicht und haben als Browsing History noch ihre Berechtigung.

User Centered Design in a Nutshell
Holger Deist von SAP erläuterte, welche Rolle UCD (inzwischen) bei SAP spielt, wie sie bei einem 6-monatigen Projekt ein riesiges Fass aufmachten, und wie sie das Thema gegen interne Widerstände voranbrachten (Tipp: Unterstützung durch den Vorstand). Sehr interessanter Einblick in ein großes Softwarehaus!

Who is the new socialware user?
Zu dem Vortrag von Barry Prendergast (Relentless) habe ich mir leider relativ wenig Notizen gemacht (ich schreibe das hier eigentlich am 18. November und kann mich nicht mehr so gut daran erinnern).

Dub Denim
Martin Rothenberger stellte Dub Denim vor, eine Prototyping-Software der University of Washington, die mit einem Tablet-PC genutzt werden kann. Interessante Ansätze um schnell Scribbles zu machen – leider wird die Software kaum weiterentwickelt – Version 2.1 ist vom April 2007 – und sie ist nur auf einem Tablet-PC sinnvoll einsetzbar.

Axure
Jan Jursa demonstrierte Prototyping mit Axure 5. Axure hat einige Vorteile wie Widget-Bibliotheken, Properties für einzelne Elemente (die auch in der generierten Spec ausgegeben werden) oder dass sich relativ leicht ein Prototyp erstellen lässt. Allerdings klickt man sich teilweise 4 oder 5 Dialogfenster tief, um Einstellungen vorzunehmen – mich wundert nicht, dass es Axure nur als Windows-Version und nicht für den Mac gibt.   :-)
Noch ein Linktipp von Jan: designerstoolbox.com

Web 3.0
Willi Schroll diskutierte mit dem Publikum über den Begriff Web 3.0: Eigentlich ist der Begriff genau so wenig definiert wie schon »Web 2.0« – vielleicht wird Web 3.0 das Semantische Web, vielleicht wird es auch Ubiquitous Computing, Cloud Computing, Location Based Services…

Einen Aspekt fand ich im Zusammenhang mit Geotracking und Geräten mit GPS-Chips besonders interessant: Willi griff eines der 5 Axiome von Paul Watzlawik auf: »Man kann nicht nicht kommunizieren.« In Bezug auf Geotracking heißt das, Zitat von Willis Folie:

»Applied to location aware services with social tracking: If you decide to switch off social-local visibility then this is an act of hiding. Maybe this act itself should stay hidden, if possible.«

Gleich im Anschluss fand die 7. IA Cocktail Hour statt. Insgesamt eine tolle Veranstaltung – Dank an Sabine und Jan für die Organisation!

Erschienen am Freitag, 14.11.2008 @ 23:59 | 2 Kommentare
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Dienstag, 18.11.2008

Vorfreude

Der Call for Papers für die IA-Konferenz im Mai läuft – bis 15. Januar können Vorträge, Workshops und Poster angemeldet werden. Die Konferenz findet am 16. und 17. Mai in Hamburg statt (Samstag/Sonntag).

Ich war letztes Jahr auf der Konferenz in Stuttgart und dieses Jahr auf der EuroIA in Amsterdam: Es gibt gute Vorträge, und man lernt jede Menge nette Konzepter-Kollegen kennen.

Erschienen am Dienstag, 18.11.2008 @ 19:17 | Kommentar schreiben
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Mittwoch, 19.11.2008

Quid pro quo

Luke Wroblewski – Autor von Web Form Design – erläutert im Interview mit Lou Rosenfeld die Idee des »gradual engagement«:

»A while back I worked with PatientsLikeMe. Their core objective is to allow people with serious medical conditions to find and learn from each other. To emphasize what the service does and give people a really lightweight way to get engaged, I advocated letting people simply enter a symptom they had or treatment they were taking as a first step. Basically a simple one input field form. Once they entered this very small amount of information, they’d get a response that told them how many patients on the site shared that treatment or symptom. These would be the people they could find and learn from – which emphasizes the point of the service. From there, people could expand the amount of information they want to share in a similar manner and create a proper account. Compare that process to a registration form that asks people to hand over a lot of personal information without getting anything back. That’s a more typical approach and not really in line with gradual engagement.«

Mehr dazu in seinem Artikel Sign Up Forms must die auf A List Apart.

Erschienen am Mittwoch, 19.11.2008 @ 19:17 | Kommentar schreiben
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Donnerstag, 20.11.2008

Wario Land

Schon vor ein paar Monaten hat mir Holger diesen Link geschickt: youtube.com/experiencewii

Nintendo bewirbt mit dem YouTube-Channel das Spiel »Wario Land« für die Wii – unbedingt ansehen! Macht Laune, ist aber auch ein gutes Beispiel für eine gelungene Online-Kampagne, bei der Übertreibung als Stilmittel eingesetzt wird.

Erschienen am Donnerstag, 20.11.2008 @ 20:33 | Kommentar schreiben
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Sonntag, 23.11.2008

Mental Models

Ausschnitt aus einem Mentalen Modell

Um Nutzerbedürfnisse zu erforschen und zusammenzutragen eignet sich die Methode des Mentalen Modells sehr gut: Die obere Hälfte ist eine Darstellung von grundlegenden Motivationen (”Entschluss, ein Haus zu kaufen”) und Aktivitäten (”Herausfinden ob jetzt eine gute Zeit zum Kauf ist”). Die untere Hälfte zeigt Produkte und Dienstleistungen, mit denen diese Verhaltensweisen unterstützt werden. So lässt sich auf einen Blick feststellen, wo Nutzer noch Unterstützungsbedarf haben. Darüber hinaus hilft ein Mentales Modell im konkreten Projekt, um Nutzer besser zu verstehen und Empathie zu entwickeln.

Mentale Modelle ändern sich nur langsam, so dass sie Jahre oder sogar Jahrzehnte lang gültig sind: Die Vorgehensweise beim Hauskauf war 1960 die gleiche wie heute, beispielsweise “Ein passendes Haus finden” – damals wurde diese Motivation durch Zeitungsanzeigen unterstützt, heute durch ImmobilienScout.

Beispiele:

In der unteren Hälfte fehlt der Text, da es sich um Beispiele aus echten Projekten handelt.

Der Hauskauf ist dem Kauf eines Autos recht ähnlich: Es sind keine Güter des täglichen Bedarfs die man wöchentlich kauft, sondern dem Kauf geht eine lange Kaufentscheidungsphase voran. Für unterschiedliche Nutzer kann es auch unterschiedliche Mentale Modelle geben (ein Fuhrparkmanager geht anders vor als ein Privatkunde) – daher ist es wichtig, beim Research nach Aktivitäten zu rekrutieren und nicht nach Demographien.

Indi Young hat zu dem Thema ein Buch geschrieben, außerdem hat sie einen sehr sehenswerten Vortrag bei Google dazu gehalten.

Erschienen am Sonntag, 23.11.2008 @ 22:38 | 1 Kommentar
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Dienstag, 25.11.2008

Webspecial zum Universal Media Interface

Seit heute ist das Webspecial zum Universal Media Interface (UMI) online. UMI ist eine Erweiterung des Autoradios in der C- und GLK-Klasse von Mercedes-Benz: Karten-Navigation in der Mittelkonsole, Pfeilnavigation im Dashboard, Dock-Connector für iPod und iPhone, Bluetooth-Unterstützung für Handys sowie ein USB-Anschluss zur Wiedergabe von mp3-Dateien auf USB-Sticks.

Die Herausforderung: Wie bewirbt man die Vorteile eines Zubehörteils, das aus 2 Kabeln im Handschuhfach besteht? Eine naheliegende Lösung wäre die Igelnavigation gewesen. Stattdessen haben sich die Kollegen aus der Konzeption überlegt, wie die Bedienung aus dem wirklichen Leben auf das Web übertragen werden kann: Das UMI wird über einen Drehknopf gesteuert, also warum nicht den Nutzer auch im Web an einem Knopf drehen lassen? Das Ergebnis ist ein schönes Beispiel für eine explorative Navigation, die Spaß macht:

Screenshot aus dem Webspecial zum Universal Media Interface

Erschienen am Dienstag, 25.11.2008 @ 14:54 | Kommentar schreiben
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Donnerstag, 04.12.2008

Relaunch von audi.de

Neue Homepage von Audi Deutschland

Die Kollegen von der Neuen Digitalen in Berlin haben heute audi.de gerelauncht. Insgesamt meines Erachtens sehr gelungen, bis auf Kleinigkeiten hier und da.

Auf der Homepage dominiert die große Bühne, darunter 4 Teaser. Statt eines Schnelleinstiegs mit 7 Links wie bei Mercedes-Benz gibt es einen »Sofort verfügbare Fahrzeuge«-Teaser mit nur 2 Links: Neufahrzeuge und Gebrauchtfahrzeuge. Den Teaser für den Konfigurator finde ich allerdings nicht so glücklich: Aus Usability-Tests wissen wir, dass Nutzer das Label »Konfigurator« nicht verstehen. Audi hätte hier zumindest in der Überschrift oder im Linktext ein anderes Wording wie »Fahrzeug zusammenstellen« verwenden können:

In der Navigation arbeitet Audi mit Flyouts, in denen kleine Abbildungen der Fahrzeuge zu sehen sind. Allerdings klappen die Menüs sofort wieder ein, wenn man den aktiven Bereich mit der Maus wieder verlässt – ein Delay wäre hier gut. Unter dem Menüpunkt Modelle wird eine Variante der Otto-Navigation eingesetzt:

Otto-Navigation bei audi.de

Weitere Anmerkungen:

  • Die Sitemap ist als Flyout direkt in der Meta-Navigation integriert, die auf tieferen Seiten auch eine Breadcrumb enthält
  • Der Footer ist fest auf der Seite positioniert – dadurch ist nur anhand der Scrollbars ersichtlich, dass die Seite noch nicht zu Ende ist (in der Gebrauchtfahrzeugsuche habe ich den Suchen-Button z.B. erst auf den zweiten Blick gesehen)
  • In der Gebrauchtfahrzeugsuche kann die Ergebnisliste nicht weiter gefiltert werden – man muss nach wie vor zurück zur Suchmaske
  • Auf Contentseiten wird teilweise eine Karussell-Navigation eingesetzt, z.B. für Ausstattungsmerkmale bei den Modellen – ein Klick auf »mehr« öffnet einen großflächigen Layer statt einer neuen Contentseite (suboptimal in Bezug auf SEO)
  • Der Konfigurator enthält einen Expertenmodus – im Standard-Konfigurator gibt es jedoch auch Baubarkeitskonflikte (teilweise mit Konfliktvorwegnahme)
  • Die Suche: Das Eingabefeld hat eine Suggest-Funktion, wie man sie von Apples Spotlight oder von der Apple-Website kennt – dort wie auch bei der Audi-Website mit Best Bets. Die Suchergebnisse werden in Kategorien wie »Modelle« oder »Service & Zubehör« eingeteilt. Die letzten Suchanfragen stehen am Rand unterhalb einer Überschrift »Ihre bisherigen Suchen«.
  • Positiv: Der Model Selector bzw. Showroom: Die animierte Neuanordnung der Fahrzeuge gefällt. Und da zeigt sich mal wieder, dass sich Konzepter von überall her Inspiration holen können: Den Effekt habe ich vor ein oder zwei Jahren mal in einer »Power of X«-Präsentation von Apple gesehen, in der Quartz Extreme vorgestellt wurde.   :-)
  • Nicht so gut: Tabs unterhalb des Contents
  • In der Navigation kritisch: Die erste Ebene der Navigation verschwindet, wenn man sich auf einer Contentseite befindet: Man kann nicht z.B. von einem Ausstattungsmerkmal unterhalb von Modelle zum Bereich Service & Zubehör wechseln (außer über die Startseite oder die Sitemap im Schnellnavigation-Flyout)
  • Kleines Labeling-Problem in der 2nd-Level-Navi unterhalb von Service & Zubehör: Was ist der Unterschied zwischen »Audi Original Teile« und »Audi Original Zubehör«? Ich kann es mir denken, aber die Zielgruppe hat mit der fehlenden Trennschärfe u.U. ein Problem.
  • Die Händlersuche sollte noch überarbeitet werden.   :-)

Erschienen am Donnerstag, 04.12.2008 @ 13:18 | Kommentar schreiben
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Montag, 22.12.2008

Double-opt-in: Best practice

MySpace hat ein gutes Beispiel, wie mögliche Probleme beim Double-Opt-In abgefangen werden können: »Falsche E-Mail-Adresse? Hier ändern. Kannst du die E-Mail nicht finden? Erneut senden.« Eigentlich banal, trotzdem sieht man sowas eher selten…

Screenshot aus dem Registrierungsprozess von MySpace

Erschienen am Montag, 22.12.2008 @ 11:57 | 1 Kommentar
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Montag, 29.12.2008

Handbuch für Konzeption

Günter Maierl und Florian Fuchs gehen mit ihrem Handbuch für Konzeption an den Start – begleitet wird es von einem Blog. Themen sind das Berufsbild, der Ablauf bei der Website-Konzeption, Know-How für Konzepter, sowie eine Link- und Büchersammlung.

Das Handbuch ist sehr abstrakt gehalten: Es gibt nur die nackte Theorie. Günter hat mir für das Blog anschauliche Beispiele als Ergänzung zum Handbuch versprochen; ich hoffe auf Auto-Vergleiche, Haus-Vergleiche oder gar Autohaus-Vergleiche.   :-)

Günter ist freier Senior-Konzepter mit über 10 Jahren Erfahrung, Florian ist freier Web-Developer, ebenfalls mit über 10 Jahren Erfahrung. Ich kenne die beiden persönlich: umgängliche Leute, mit denen man sich bei einem Bier prima über Konzeption, Programmierung, Elvis-Biographien oder Shoegazer-Musik austauschen kann.

Technisch basiert das Handbuch übrigens auf Pony, dem hauseigenen Redaktionssystem.

Erschienen am Montag, 29.12.2008 @ 18:13 | Kommentar schreiben
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Sonntag, 04.01.2009

Interaction Patterns für Produktkonfiguratoren

Auf dem IA InfoCamp stellte Markus Drews seine Patternsammlung für Produktkonfiguratoren vor. Zu dem Thema hat er auch einen Artikel geschrieben, in dem er Kundenbedürfnisse und Geschäftsziele sehr gut zusammenfasst und erläutert. Die Patterns – die Markus aus rund 100 Produktkonfiguratoren abgeleitet hat – teilt er in 3 Gruppen ein:

  • Ziele und Angebote (z.B. Vorkonfigurationen oder Wiederkauf)
  • Navigation und Führung (z.B. Mini-Konfigurator oder Expertenmodus)
  • Auswahl und Feedback (z.B. Produkt in Umgebung oder Konfliktvorwegnahme)

Auf die Patterns Wiederkauf und Konfliktvorwegnahme geht Markus weiter hinten im Artikel näher ein.

Mit 10 Seiten ist der Artikel gut konsumierbar. Die Lektüre lohnt sich für Konzepter die mit Konfiguratoren zu tun haben oder sich für das Thema interessieren. Die Master-Arbeit von Markus ist mit 169 Seiten noch ausführlicher.

Erschienen am Sonntag, 04.01.2009 @ 21:36 | Kommentar schreiben
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Montag, 19.01.2009

Konzeption und User Experience Design: Werbung in eigener Sache

Künftig werde ich längere Beiträge zu Konzeptionsthemen in einem anderen Blog posten: auf freimark.de. These des ersten Postings: Online ist nicht online.

Kleinere Linktipps und Inspirationen werde ich weiterhin auf my two cents schreiben; außerdem weise ich auf neue freimark.de-Artikel an dieser Stelle hin. Ihr verpasst also nichts.   :-)

PS: Am Design von freimark.de arbeite ich demnächst.

Erschienen am Montag, 19.01.2009 @ 22:34 | Kommentar schreiben
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Samstag, 21.02.2009

Konferenzmarathon

Dieses Jahr stehen einige interessante Konferenzen an. Ich möchte 7 Veranstaltungen besuchen – vielleicht sehen wir uns ja?

MobileCamp
25. bis 26. April in Dresden

IA-Konferenz
16. bis 17. Mai in Hamburg (hier halte ich auch einen Vortrag)

UXcamp
23. bis 24. Mai in Berlin

EuroIA
25. bis 26. September in Kopenhagen

PhotoCamp
03. bis 04. Oktober in Braunschweig

BarCamp München
24. bis 25. Oktober in München (laut medienrauschen.de)

IA InfoCamp
Womöglich gibt es im November wieder ein IA InfoCamp in Berlin

Weitere Termine sind auf webeventtermine.de und medienrauschen.de zusammengetragen.

Erschienen am Samstag, 21.02.2009 @ 14:17 | 1 Kommentar
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Dienstag, 07.04.2009

Mund-zu-Mund-Propaganda

Matt Haughey über den Wert persönlicher Empfehlungen:

»So maybe instead of getting your company on twitter, paying marketers to mention you are on twitter, and paying people to blog about your company, forget all that and just make awesome stuff that gets people excited about your products, hire people that represent the company well, and when your stuff is so awesome that friends share it with other friends, you may not even need "social media marketing" after all.«

Link: Matt Haughey’s Personal Blog (via Linked List)

Erschienen am Dienstag, 07.04.2009 @ 21:43 | Kommentar schreiben
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Sonntag, 03.05.2009

Digital Editions

Auf freimark.de schreibe ich künftig in unregelmäßigen Abständen Artikel und Essays zum Thema Konzeption und User Experience (ich werde an dieser Stelle auf neue Artikel hinweisen).

Heute: Digital Editions, oder: Wie Sie eine DRM-geschützte PDF-Datei auf einem anderen Rechner öffnen als dem, auf dem Sie die Datei gekauft haben – in 15 einfachen Schritten.

Erschienen am Sonntag, 03.05.2009 @ 20:23 | Kommentar schreiben
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