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Samstag, 31. März 2001 ---
Frühling!
Ein super Wetter, milde 15 Grad Celsius, die Sonne scheint, eine leichte Brise.
Martin und ich waren heute mal wieder im Kino, trotz des Wetters. An sich
wollten wir schon letzten Samstag (da war es sogar regnerisch), aber wir hatten
nicht rechtzeitig reserviert und Plätze in den ersten drei Reihen sind
bei über 16 Mark Eintritt pro Film nicht unbedingt prickelnd. Also hatte
ich für dieses Wochenende schon vergangenen Mittwoch reserviert, zunächst
für Costners neuen Streifen »Thirteen
Days« und danach noch »Das
Experiment«, eine deutsche Produktion mit Moritz Bleibtreu.


In Ersterem geht es um die Kuba-Krise 1962 und wie nah die Menschheit damals
am Abgrund stand. gezeigt werden hauptsächlich der Präsident und
sein Krisenstab. Costner spielt einen Berater von JFK.
Um eine bekannte Geschichte von dreizehn Tagen, verdichtet in zweieinhalb
Stunden Film, auf den Punkt zu bringen: must see.
Im deutschen Film »Das Experiment« geht es um einen psychologischen
Versuch: Wie reagieren Menschen, wenn sie für 14 Tage in ein Scheingefängnis
eingeschlossen werden, eine Gruppe als Wärter, eine andere Gruppe als
Gefangene? Moritz Bleibtreu spielt einen Taxi-Fahrer und Ex-Journalisten,
der bei der Sache eine Story wittert und sich undercover einschleußen
lässt.
Um's vorwegzunehmen: Das Experiment gerät außer Kontrolle. Interessanter
trivia fact: 1971 wurde an der Stanford University tatsächlich solch
ein Experiment durchgeführt, Mario Giordano hat darauf basierend den
Roman »Black
Box« geschrieben.
Der Film hat eine 16er-Freigabe, aber dennoch sollten ihn zarte Gemüter
meiden, denn die Gewaltdarstellungen sind nicht nur exzessiv, die Gewalt überhaupt
ist auch nicht ohne.
Zwei Besucher verließen das Kino zur Mitte; die haben etwas verpasst...
Und wenn jemand mal das Bedürfnis haben sollte, in einer Diskussion zur
lausigen (unterhaltenden) Qualität des deutschen Films Stellung pro deutscher
Filme beziehen zu müssen, so kann er »Das Experiment« als
Referenz für einen guten deutschen Film heranziehen.
Ein paar Links: Spiegel-Interview
mit dem Regisseur Oliver Hirschbiegel, Spiegel-Kritik
zum Film und ein Telepolis-Artikel
(Achtung, nach diesem Artikel kann man sich den Kinobesuch sparen!).
Nächste Woche muss ich in Bayreuth arbeiten, weil in der dortigen Filiale nur noch ein Kollege zugegen ist, in einer Bankfiliale wegen des Vier-Augen-Prinzips aber mindestens zwei Leute arbeiten müssen. Ab der Woche darauf (09.04.01) habe ich Rolltage (Überstunden-Abbau), voraussichtlich zwei Wochen lang (es hat sich ein bisschen was angesammelt, etwas mehr als 200 Stunden, 90 davon sind noch aus dem Vorjahr). Und ich habe massig zu tun, so dass ich schon jetzt eine To-Do-Liste mache, damit ich nichts vergesse. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen: sieben Freunde treffen, um meine Finanzen kümmern (Freistellungsaufträge umschichten, Steuererklärung machen), diverse Webprojekte abschließen, my two cents nachschreiben, Page207-Artikel schreiben, diverse Kinofilme sehen, eine neue schwarze Jeans kaufen, bei meinem Fahrrad-Händler einen Termin machen wg. Frühjahrscheck...
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Samstag, 24. März 2001 ---
Silberfische in meinem Bett.
Heute war mal wieder ein ausgesprochen schlechter Tag, um nicht zu sagen beschissen.
Kostprobe?
Schlechten Sex gehabt, im Dunklen in Hundescheiße getreten, im Regen
mit dem Fahrrad heim gefahren und vergessen, das Batterielicht mit zu nehmen,
ein Mitbewohner hat mir den PC mit zwei Dutzend geöffneten Browser-Fenstern
(alle noch nicht gelesen) abgeschaltet, die Uhr wird eine Stunde vorgestellt
(gut: es bleibt länger hell; schlecht: eine Stunde weniger schlafen).
Und
dann noch das neue Dr. Web gesehen: Sven,
ich schätze Euer Magazin, aber bei dem Gelb wirste blind.
Erfreuliches gab es dennoch: Laut Heise
werden die 600 wichtigsten Gesetze demnächst unter der Domain des Bundesjustizministeriums
ins Internet gestellt.
Wir hätten dann eine verlässliche Quelle zum Nachschlagen (aktuell,
authentisch), müssten nicht mehr Bookmarks wälzen oder Yahoo!
bemühen und können uns vielleicht die gedruckten Ausgaben des
BGB oder Bankrecht
sparen (ich verstehe immer noch nicht, warum im BankR die Abgabenordnung AO
und die Rechnungslegungsverordnung für Kreditinstitute RechKredV fehlen).
Buzzword
Bingo: Die CeBIT-2001-Edition
Buzzword Bingo spielt sich folgendermaßen: Male ein 5x5-Kästchen
großes Spielfeld. In jedes Kästchen schreibst Du Buzzwords hinein,
neumodische Wörter und Phrasen, die häufig von Sprücheklopfern
für Pressemitteilungen verwendet werden. Sobald im Meeting einer der
notierten Begriffe genannt wird, kreuzt Du ihn an; wer auf seinem Spielfeld
zuerst fünf Felder in einer Reihe horizontal, vertikal oder diagonal
ankreuzen konnte, gewinnt.
Heise hat die Begriffe von Karl
Geigers Homepage (der Erste, der einen Buzzword-Generator geschrieben
hat) eingedeutscht und anlässlich der CeBIT auf den aktuellen Stand gebracht
(CeBIT-2001-Edition), »garantiert
inklusive 'maßgeschneidert', 'effektiv', 'transparent' und den unvermeidlichen
'Funktionalitäten'.«
MacOS X ist seit heute verfügbar. Nach dem was man so liest, das beste Betriebssystem wo gibt, weil es die Vorteile von MacOS mit denen eines Unix-Systems vereint: Speicherschutz, präemptives Multitasking, Speichermanagement und natürlich die leckere Oberfläche, Aqua (die Bonbon-Oberfläche). Mal sehen, was weiter berichtet wird; falls ich mal wieder Geld für einen neuen Rechner habe (und investieren will).
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Mittwoch, 21. März 2001 ---
Centrum der Büro- und Informationstechnik
Heute Abend wurde die diesjährige CeBIT
eröffnet. Ich bleibe ihr dieses Jahr fern, denn außer mobile
services an allen Ecken wird es wohl eher wenig Neues geben, erst nächstes
Jahr (13.-20.03.2002) dürfte es mit UMTS vor den Toren etwas interessanter
werden (dann geht's erst richtig los mit mobile services).
Daher zur CeBIT auch nur zwei Dinge:
Ohne
dieses Jahr vor Ort gewesen zu sein (ich war letztes und vorletztes Jahr),
habe ich mein neues Handy gesehen: Das Nokia
6310 (Heise-Meldung).
Angekündigt für Oktober 2001 dürfte es rechtzeitig verfügbar
sein, wenn im Januar 2002 mein Vertrag bei Viag ausläuft (und dann endlich
zu T-D1 wechseln!). Es bietet alle Übertragsungsmodi, die man sich nur
wünschen kann: Dualband für GSM900- und GSM1800-Netze, GPRS, HSCSD,
WAP, IrDA, Bluetooth. Außerdem mit im Gepäck: Sprachaufzeichnung,
Sprachsteuerung, das Telefonbuch des 7110, das mehrere Telefonnummern zu einem
Namen speichert (endlich keine Einträge mehr a la »Holger ZHS«,
»Holger OFC« und »Holger HDY« für die private,
dienstliche und mobile Nummer des gleichen Menschen).
Sieht etwas häßlich aus, aber egal.
Die andere Sache zur diesjährigen CeBIT: wahrscheinlich wird alles wie immer sein. Wer noch nicht da war, kann sich ja mal den etwas überspitzten Bericht von Zyn (»Gnade bringt uns nicht weiter.«) durchlesen. Etwas realistischer ist eine Glosse, die in c't 7/2001 abgedruckt war.
Wirklich schlimm sind die HaSiWes (»Haben Sie Werbegeschenke?«).
Gut, waren wir alle mal bei unserem ersten CeBIT-Besuch. Wobei auch da schon
die Kiddies mit vier riesigen Windhorst-Taschen der Hammer waren (wir hatten
uns wenigstens mit Rucksäcken beschieden). Beim zweiten Mal hatten wir
dazugelernt: ernst genommen wird man nur, wenn man gut gekleidet ist und mit
möglichst wenig Transportbehältnissen auf einen Stand zugeht,
zum Beispiel einer Aktentasche. Ein kapitaler Fehler wäre dann freilich,
würde man sich einen Luftballon in Form eines aufblasbaren Handys anbinden.
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Dienstag, 20. März 2001 ---
Kriminalgeschichte des Christentums, Fortsetzung folgt.
Da sage noch einer, die Verbrechen der Kirche wurden nur im finsteren Mittelalter
begangen: das
hier ist aktuell, 20. März 2001.
Für den Austritt gibt es viele Gründe. Bei mir waren es aber weder
die moralischen Erwägungen (siehe solche Meldungen bzw. die Vergangenheit
des Christentums) noch die Kirchensteuer, sondern die Überzeugung: Die
Befreiung aus der Heteronomie des Geistes.
Seit einiger Zeit versucht die Film-Industrie, gegen Web-Sites vorzugehen,
die das Program oder den Programmcode zu DeCSS anbieten oder auch nur zu solchen
Sites verlinken. CSS ist das Content Scrambling System, die Technik, mit der
die Filme auf DVDs verschlüsselt sind, so dass sie nicht einfach ausgelesen
werden können. DeCSS wurde geschrieben, damit auch Linux-Nutzer Ihre
DVD-ROM-Laufwerke dazu nutzen können, sich Filme anzusehen, denn
das blieb ihnen bisher durch mangelnde Unterstützung der Industrie verwehrt.
Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich bereits zu diesem Thema geschrieben,
am 16. Januar 2000.
Seitdem hat der Streit groteske Züge angenommen: Die Verfechter von DeCSS
argumentieren, dass es unter die Meinungsfreiheit fällt, selbstgeschriebenen
Programmcode zu publizieren. Die Film-Industrie zerrte die Hersteller eines
T-Shirts mit dem Aufgedruckten Quellcode von DeCSS vor Gericht (siehe Heise-Meldung
Mit T-Shirts
für DVD-Hacker und Spiel
mir das Lied vom Code). Alles begann im November 1999, als ein 15-jähriger
die Verschlüsselung knackte (Meldung
1, Meldung
2).
Jetzt haben sich die Verteidiger von DeCSS etwas Neues
einfallen lassen: die illegale Primzahl:
4856507896573978293098418946942861377074420873513579240196520736 6869851340104723744696879743992611751097377770102744752804905883 1384037549709987909653955227011712157025974666993240226834596619 6060348517424977358468518855674570257125474999648219418465571008 4119086259716947970799152004866709975923596061320725973797993618 8606316914473588300245336972781813914797955513399949394882899846 9178361001825978901031601961835034344895687053845208538045842415 6548248893338047475871128339598968522325446084089711197712769412 0795862440547161321005006459820176961771809478113622002723448272 2493232595472346880029277764979061481298404283457201463489685471 6908235473783566197218622496943162271666393905543024156473292485 5248991225739466548627140482117138124388217717602984125524464744 5055834628144883356319027253195904392838737640739168912579240550 1562088978716337599910788708490815909754801928576845198859630532 3823490558092032999603234471140776019847163531161713078576084862 2363702835701049612595681846785965333100770179916146744725492728 3348691600064758591746278121269007351830924153010630289329566584 3662000800476778967984382090797619859493646309380586336721469695 9750279687712057249966669805614533820741203159337703099491527469 1835659376210222006812679827344576093802030447912277498091795593 8387121000588766689258448700470772552497060444652127130404321182 610103591186476662963858495087448497373476861420880529443
Heise schreibt:
Schreibt man sie in hexadezimaler Form (also zur Basis 16) und schickt diese Zeichenkette durch den Entpacker gunzip, erscheint der C-Code der DVD-Entschlüsselungsroutinen DeCSS.
Geniestreich.
Jeder hat sich gefragt: Was macht eigentlich McDonald's? Der Spiegel weiß
Antwort.
Auch schon aufgefallen: Es gibt seit einiger Zeit nicht nur die bekannten
Spar-Menüs, sondern auch das Fisch-Menü (Fischmäc, mittlere
Cola, mittlere Pommes) und das Gemüse-Menü (wie eben, aber ein Gemüsemäc
statt des Fischmäc). Auch bemerkenswert: die Einzelpreise der beteiligten
Komponenten sind bei den beiden neuen »Special-Menüs« niedriger
als die Einzelpreise bei z.B. einem Royal-Menü oder einem McRib-Menü
(Royal: Rindfleisch, McRib: Schweinefleisch). Oder andersrum: Da alle Menüs
das gleiche kosten gibt's bei einem Fisch- oder Gemüse-Menü weniger
für's gleiche Geld und wenn man eh eine Kombination im Sinn hat, sollte
man ein McRib-Menü mit einem einzelnen Fischmäc kaufen und nicht
ein Fisch-Menü mit einem einzelnen McRib.
Manchmal könnte man echt denken, ich hab' zu viel Zeit. Mir persönlich
ist's eh egal, welches Tier für den Burger auf dem Tablett vor mir dran
glauben musste, egal welche Seuche gerade wütet (»Eh schon zu spät.«).
Je größer das »Sssst«, desto doller das
»Bumm«.
Interessant
zu lesen, wie amerikanische Unternehmen ihre zu teuer gewordenen Mitarbeiter
los werden. Nachdem Europa ja immer schon alles nachmacht, was über dem
Teich vorgemacht wurde, ich erinnere daran, dass kaum ein Unternehmen am Neuen
Markt keine Kursverluste von mehr als 90% zum letzten Höchststand
hingelegt hat, dürfte es auch bei uns sehr bald zum Großreinemachen
kommen (nur dass wir hier andere Gesetze bezgl. Entlassungen und Kündigungen
haben).
Ein gutes Buch zum Thema ist Computersklaven.
Reportagen aus der Ausbeuterfirma Internet.
Emnid befragte im Auftrag des Spiegel fünfhundert repräsentativ
ausgewählte Bundesbürger: »Sind
Aktien ihrer Meinung nach trotz der gegenwärtig niedrigen Aktienkurse
eine gute Geldanlage?«
Auswertung: 47% ja, 38% nein, 15% weiß nicht/keine Angabe.
Meine Meinung: Nicht trotz, sondern wegen.
Gut, manch' einer ist natürlich geschockt, wenn er/sie seinen/ihren Depotwert
mit dem von vor einem Jahr vergleicht. Neulich hat eine Kundin in der Filiale
angerufen und einen Fehler vermutet, weil sich Ihr Depotwert laut Auszug auf
ein Drittel reduziert hat. Auch jetzt würde ich trotz (oder wegen) der
niedrigen Börsenkurse nicht mehr in das erstbeste Dot-Commie investieren,
weil schon immer klar war, dass nur eine Idee keine Gewinne verspricht und
dass nur eine Idee und eine Fünf-Mann-Klitsche noch nicht New Economy
bedeuten.
Vor zwei Jahren kam man sich manchmal noch wie ein Idiot vor, wenn man nicht
in Aktien investiert hat, aber inzwischen wissen wir: Gier frisst Hirn und
manche haben etwas mehr Lehrgeld bezahlen müssen als andere.
Investmentfonds. Fonds haben im Vergleich zur Direktanlage in Aktien ein paar
Vorteile: Risikostreuung, Verwaltung durch ein professionelles Management,
günstiger Kauf schon bei kleinen Summen möglich (z.B. 50 €
monatlicher Sparplan, Gebühr zwischen zwei und fünf Prozent; bei
Anlage von höheren Summen wäre die Direktanlage mit i.d.R. 0,5%
Gebühr freilich günstiger), um nur mal die wichtigsten zu nennen.
Und gerade jetzt ist ein guter Zeitpunkt, Fonds zu kaufen, denn jetzt bekommt
man für die gleichen 50 € mehr Anteile als noch vor einem Jahr.
Der Trick heißt »anti-zyklisches Kaufverhalten« und das
macht man bei Fonds automatisch: sind die Anteile teuer, gibt's für 50
€ weniger Anteile. Sind die Anteile günstig, gibt's auch mehr Anteile;
in »schlechten« Zeiten kauft man mehr, in »guten«
Zeiten weniger.
Und bitte: Dieser Absatz kann kein ausführliches Beratungsgespräch
und eine eingehende Lektüre von Fachliteratur ersetzen. Der Erfolg fällt
einem nicht out of the blue in den Schoß, genausowenig wie bei Aktien.
Gute Literatur im Netz sind die Seiten
von Wolfgang Kynast und der Fonds-Leitfaden
von Thomas Dill.
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Dienstag, 13. März 2001 ---
Schöner reisen.
Seit dem ersten Februar fahre ich jeden Montag um 06:20 mit dem ICE 983 nach
München (Ankunft um 08:05, seit dem letzten Fahrplanwechsel ein ICE der
dritten Generation, ein ICE3) und am Freitag wieder zurück (ICE 782 um
17:47 bis Nürnberg als ICE3 oder ICE 1510 um 18:33 bis Erlangen, ein
ICE-T).
Seit einiger Zeit wird an einer neuen Hochgeschwindigkeits-Strecke zwischen
Nürnberg und München gebaut, ein paar Infos dazu gibt's auf der
Homepage der Bahn: Ab
2003: Nürnberg-München in 60 Minuten und Neue
Strecke wächst in 'Paketen'. Tempo 300 wird dann möglich
sein.
Und vielleicht wird in diesem Jahr noch der neue Bahnhof in Nürnberg
fertig (so wie's da derzeit aussieht tippe ich aber eher auf 2002).
Interessant: Ein Uni-Projekt vernetzt Malaysias Dschungel.
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Mittwoch, 07. März 2001 ---
»Lassen sie die Hände über dem Tisch und drücken sie
keine Knöpfe.«
Heute hatten wir einen Überfall in der Filiale. Wir waren eine der sechs
Banken in der Münchner Innenstadt, die von der »Revolver-Lady«
(Abendzeitung) überfallen wurde.
Keiner hat was mitbekommen, weil jeder mit seinen Kunden beschäftigt
war und die Räuberin die Kassiererin leise bedroht hat. Ich wusste es
erst, als die Polizei dann schon im Raum stand. Niemand verletzt.
Naja, Filiale geschlossen, Polizei hat Zeugenaussagen aufgenommen und die
Spurensicherung geschickt.
Schön doof, sechs Banken hintereinander zu überfallen: sechs
Mal Täterbeschreibungen und Überwachungsfotos, um 17 Uhr am gleichen
Tag hat man sie dann auch geschnappt.
Eine
Ära geht zu Ende: die weltweit
erste Webcam wird abgeschaltet. Ich kann mich noch an 1995 erinnern, als
ich sie zum ersten Mal im Web sah und noch dachte, dass das ja wohl krank
ist...
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Mittwoch, 06. März 2001 ---
Digitaler Workflow.
Heute wär' ich halb wahnsinnig gewonnen. Ich war am Aufarbeiten von liegen
gebliebenen Fällen, weil man nicht unbedingt gleich zu Dingen kommt,
wenn man ständig mit Kunden zu tun hat. Daher heute und die nächsten
Tage mal etwas abseits vom Geschehen, aufarbeiten, »Administrations-Tag«.
Bei uns in der Bank kommt Kordoba von der Kordoba
KG (Siemens-Tochter) zum Einsatz. Nicht, dass ich Experte für Banken-Standard-Software
wäre, aber als Anwender behaupte ich mal, dass die Software und die grafische
Oberfläche ergonomisch nicht gerade die Überflieger sind. Zum Beispiel
Adressänderungen, die ich heute mal sämtlichst abgearbeitet habe
und die mich schon zweifeln ließen. Ändert ein Kunde seine Adresse
genügt es nicht, die neue Anschrift in einem Datensatz zu erfassen. Für
jede Kundenrolle muss einzeln die Adresse geändert werden: wenn er Bevollmächtigter,
Kontoinhaber und Homebanking-Nutzer ist, macht das drei Adressänderungen.
Hat der Kunde einen Freistellungsauftrag, muss man ein Fax an die entsprechende
Abteilung auf den Weg bringen (oder den Freisteller selbst ändern), hat
der Kunde ein Depot, muss man ein Fax an eine andere Abteilung schicken, hat
der Kunde eine Visa-Karte, war bis vor kurzem ebenfalls ein Fax notwendig
(jetzt können wir den zusätzlichen Datensatz selbst ändern),
bei einer Eurocard muss händisch ein Formular der GZS ausgefüllt
und per Briefpost versandt werden.
Der Horror wäre, wenn eine vierköpfige Familie umzieht; Mutter
und Vater je noch mit Einzelkonten mit gegenseitiger Vollmacht und einem gemeinsamen
Konto inkl. Visa- und Eurocards sowie Homebanking-Zugang, die Kinder mit eigenem
Freisteller und eigenem Depot. In der Summe 24 (vierundzwanzig!!) Adressänderungen
(Einzelkonto Vater: Hauptadresse, Vollmachtsadresse für Mutter bzw. als
gesetzl. Vertreter für die Kinder, Visa, Eurocard, Depot sind fünf,
das gleiche beim Einzelkonto der Mutter sind zehn, für das Gemeinschaftskonto
nochmal die selben fünf Anlässe abzgl. der Vollmachtsadresse plus
zusätzlich Visa und Eurocard für den zweiten Kontoinhaber sind 16
plus gemeinsamer Freisteller und Homebanking machen 18 sowie bei beiden Kinderkonten
jeweils Hauptadresse, Freisteller und Depot, sind insgesamt 24): dafür
sitzt man eine knappe drei Viertel Stunde und hat keine müde Mark verdient...
Effizienz heißt, seine Zeit gut zu nutzen. Den Prozess, bis zu sieben
Adressen (Hauptadresse, Visa, Freisteller, Homebanking, Eurocard, Depot, Bevollmächtigter
bei einem anderen Konto) bei einem Kunden zu ändern, wenn er einmal umzieht,
kann ich nicht beschleuningen. Es liegt kein Potenzial darin, sieben Adressänderungen
in fünf statt zehn Minuten zu ändern; das Potenzial liegt darin,
nicht sieben Adressdatensätze ändern zu müssen, sondern nur
einen.
Oder, wie es in brandeins
10/2000 zu lesen war (Artikel ist im Volltext online):
[...] Ein Management-Trainer habe das dem Führungsteam von Edscha eindrucksvoll demonstriert, so der Vorstandschef. Die Aufgabe für die zehnköpfige Mannschaft lautete: Alle sollen in einer bestimmten Reihenfolge zehn Tennisbälle berühren. Die Teilnehmer werfen sich die Bälle zu und kommen auf eine Zeit von 25 Sekunden. Die Gruppe im Nebenraum war aber fünf Sekunden schneller, behauptet der Trainer. Grübeln. Dann die zündende Idee eines Managers: "Warum stehen wir eigentlich alle im Kreis? Wir sollten uns nebeneinander stellen. Kein Mensch sagt, dass die Bälle geworfen werden müssen." Die Bälle werden also durchgereicht. Neun Sekunden. Der Trainer behauptet nun, ein Wettbewerber in Japan habe das Gleiche in drei Sekunden geschafft. Entsetzen. Wieder eine Idee: Die Bälle werden auf einen Tisch geklebt und mit einem Ruck an der Reihe ausgestreckter Hände vorbeigezogen. Geschafft. Die Zeit: eine gute Sekunde.
Holger hat mit einem Freund eine neue Wortschöpfung kreiert: Jemand fährt nicht wie gestört, sondern jemand fährt »engagiert«.
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Hier geht's zu den Februar-Einträgen: 01.02.2001 bis 28.02.2001