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Samstag, 17. November 2001 --- »Warum fliehen Kubaner in die USA und nicht umgekehrt?«
Henryk M. Broder ist auf dem besten Weg in meine Favoritenliste. Nach den Anschlägen gab es Kolumnen von ihm zu lesen, die auf den Boden zurückholten (»Nur nicht provozieren!«, »Warum wir die Amerikaner hassen«); bestechend klar, Sarkasmus, der ins Schwarze trfft. Im aktuellen Spiegel (47/01) schlägt Broder wieder zu: In »Die Arroganz der Demut« schreibt er über die »militanten deutschen Friedensfreunde« und moniert die Tendenz deutscher Friedensbewegungen, den Anti-Amerikanismus zu pflegen. Zitate:

»So viel Unschuld, die Täter und Opfer auf einen interaktiven Nenner bringt und dabei die Täter auf Kosten der Opfer exkulpiert: Es kann nicht allein die Liebe zu den Armen in der Dritten Welt, zu den Entrechteten und Gedemütigten sein, die westeuropäische Feingeister eine gewisse Genugtuung darüber verspüren lässt, dass die Verbreitung von Hamburgern und Cola-Dosen durch die Amerikaner endlich angemessen bestraft wurde.«
 
»Wir nehmen es gern hin, dass die Deutsche Mark in halb Osteuropa Zahlungsmittel ist.
[...]
So gern wir von der Amerikanisierung der Welt sprechen, bei der Germanisierung Europas drücken wir ein Auge zu.«

In einer der ersten Sendungen der Harald-Schmidt-Show nach ihrer zweiwöchigen Pause nach dem 11. September meinte Schmidt ironisch: »Die Grünen müssen sich jetzt entscheiden: wollen sie lieber sich selbst oder die Welt retten?«
Wer hätte gedacht, dass sich dies so bewahrheiten würde?
Nachdem sich die Grünen gestern bei der Abstimmung ins Schach gestellt haben, droht Ihnen nächste Woche auf dem Parteitag das Matt aus den eigenen Reihen: die Basis ist sauer, und Claudia »Die Grünen sind nicht umgefallen« Roth muss besänftigen.

Glaubenskriege
Netscape hat vor ein paar Tagen die Version 4.79 seines Browsers rausgebracht und die Diskussion um diesen Browser und Webstandards brandet wieder hoch. Ein beliebtes Argument der NN4-Anhänger ist, man könne nicht von jedem Benutzer verlangen, dass er/sie mit der neuesten Browsergeneration unterwegs ist. Das kann man in der Tat nicht, und das verlangt in der Regel auch kein Webdesigner. Aber wenn ich bitten darf, Netscape 4 hat vier Jahre auf dem Buckel und der Programmteil, der für die Darstellung von Webseiten zuständig ist, wurde in diesen vier Jahren nicht einmal verbessert, es wurden nicht mal konsequent Bugs aus der fehlerhaften CSS-Implementierung entfernt. Da ist es meines Erachtens verständlich, dass Designer damit beginnen, Netscape 4 nicht mehr das gesamte Layout zu servieren und für NN4 bewusst die Teile weglassen, an denen er sich verschlucken würde (»thereby preventing itself from biting off more CSS than it can chew.«). Ich habe ebenfalls damit begonnen.
Wie gesagt, es ist nicht gefordert, dass alle Surfer immer mit der neuesten Browsergeneration unterwegs sein müssen. Die vor-vorletzten Versionen (IE 5, Opera 5, Netscape 6, Konqueror) genügen auch schon. Sie sind für Windows, Mac OS und Linux verfügbar und jeder von ihnen ist besser als Netscape 4, Opera wiegt mit zwei MB sogar nur ein Zehntel dessen, was mit Netscape 4 beim Download durch die Leitung gedrückt wird und läuft auch noch auf 386er-Rechnern.
Gestern ist mein Exemplar von »CSS kurz & gut« hier angekommen (direkt bei ORA bestellt, weil es Amazon noch nicht geführt hat). Es handelt sich um die Kurzreferenz von Eric A. Meyers »großem« CSS-Buch. Es ist schon erschütternd die Browser-Kompatibilitäts-Tabellen zu sehen und mitansehen zu müssen, dass Netscape 4 bei rund der Hälfte aller CSS 1-Eigenschaften und -Werte ein Kreuz (nicht unterstützt), ein F (fehlerhaft implementiert), oder ein T (teilweise unterstützt, manche Werte funktionieren, andere nicht) eingetragen hat.

Um den Rechner nicht wie ein Scheunentor offenstehen zu lassen, sollte man hier "Diesen Ordner nicht freigeben" auswählen.Legenden bilden sich schneller, als sie aufgeklärt werden können. Es gibt Leute die behaupten, Windows sei besser als Mac OS. Tatsächlich hat Microsoft stets schlecht bei Mac OS kopiert und hinkt selbst mit Windows XP noch hinterher.

Michl hat mich heute auf ein Sicherheitsproblem aufmerksam gemacht das bewirkt, dass der Großteil aller Windows-Rechner am Netz (weil Standardeinstellung), also auch der Rechner des Nachbarn oder der, der vor mir auf dem Schreibtisch steht und sich per ISDN ins Internet einwählt, offen ist wie ein Scheunentor, sprich, alle Verzeichnisse und alle Dateien können durch "C$" aus dem Netz eingesehen werden.
Diese Freizügigkeit lässt sich schonmal einschränken (das ist aber noch lange nicht alles, siehe den c't-Artikel aus 21/01, Thema Netzwerkbindungen), indem man den Arbeitsplatz öffnet, seine Festplatte(n) anwählt, rechtsklickt und aus den Eigenschaften die Karteikarte »Freigabe« (siehe Screenshot links, abgebildet ist ein Windows 2000-System) wählt. Wenn dort "C$" steht, sollte die Freigabe auf »Diesen Ordner nicht freigeben« geändert werden. Weitere Informationen hierzu finden sich bei netzwerkverwalter.de und Hitchhiker's Guide to Security.
Ich habe mich mit solchem Feintuning bisher nicht beschäftigt, weil ich nur Anwender und kein Sysadmin oder Netzwerk-Spezi bin. Ich klicke nicht jdes Attachment in einer Mail an und bin auch ansonsten vorsichtig, was Mails betrifft (kein Outlook verwenden, kein MS-Office auf Windows (vielleicht gut, dass office:mac von anderen Leuten gemacht wird, als von den Betriebssystem-Typen), kein Javascript in Mails, HTML-Mails nur offline lesen damit die Mail nicht nach Hause telefoniert...), aber wer denkt denn, dass Windows per default so unsicher ist?!
Ich muss wohl nochmal c't 21/01 rauskramen, so lange ich noch auf Windows arbeite. Die persönlichen Dateien sind längst auf meinem iBook unter Mac OS X und dort in verschlüsselten Images gebunkert (AES-128; siehe Apple, Uni Siegen, Die Zeit, AES Homepage).
Microsoft stellte vor ein paar Tagen eine Sicherheits-Initiative vor. Demnach sollen Sicherheitslücken erst 30 Tage nach der Bereitstellung eines Patches veröffentlicht werden. wenn's nicht so traurig wäre, würde ich ja lachen...

Dass für den Linux-Kernel künftig ein 18-jähriger verantwortlich ist, ist sehr sympathisch.

Endlich, endlich sagt es mal einer der's wissen muss: »Armageddon« ist der letzte Müll, aber er war jung und brauchte das Geld. :-)

[...] Ihm habe damals der "Abstieg in die TV-Liga" gedroht, als er die Rolle in "Armageddon" übernommen habe, sagte er. "Ich habe jede Sekunde gehasst, und ich bete, dass ich es nie wieder tun muss", [...]

Danke, Billy Bob Thornton.

Wie hätte ich wohl abgestimmt, wäre ich am Freitag Abgeordneter der Koalition im Bundestag gewesen? Die Frage, ob deutsche Soldaten in Afghanistan eingesetzt werden sollen, ist, auf Meinungsumfragen-Kompaktheit zurechtgestuttz (ja oder nein), noch relativ leicht zu beantworten (ich hätte sie für mich mit Nein beantwortet). Aber sitzt man im Bundestag, wird die Frage komplizierter, weil es ja Folgen hat: Soll die Koalition beendet werden? Soll man den USA die angeforderte Unterstützung verweigern? Wie wirkt sich solch eine Verweigerung z.B. auf künftige Einflussmöglichkeiten in der Anti-Terror-Allianz aus? Wie schwer will man es wiegen, dass der Bundeskanzler einen bewusst in ein Dilemma stürzt, durch die Koppelung der Vertrauens- an eine Sachfrage? Was ist mit dem Grundsatz, dass ein Abgeordneter nur seinem Gewissen verpflichtet ist? Wie schwer will man es wiegen, dass der Fraktionsvorsitzende einem empfiehlt, man möge doch bitte sein Mandat niederlegen, wenn man sich nicht zu einem Ja durchringen kann? Welche politische Richtung wird möglicherweise eingeschlagen, wenn die Koalition zerbricht? Will man hier lieber das kleinere Übel wählen? Ist man prinzipiell gegen Out-of-Area-Einsätze oder kann man sich damit anfreunden, dass das Einsatzgebiet auf Afghanistan beschränkt ist und die Soldaten in andere Länder nur geschickt werden, wenn die dortigen Regierungen zustimmen? Et cetera pp. Ich denke, die acht grünen Abgeordneten haben mir ihrer Entscheidung, mit vier Stimmen dagegen und vier Stimmen dafür zu stimmen, einen guten Mittelweg gefunden. Wie gestern schon gesagt, egal was die Grünen gemacht hätten, sie haben nur verlieren können.
Hier noch nachgereicht Links zu den bisherigen Auslandseinsätzen und die Dokumentation des Beschlusses der Bundesregierung.

"Ihre Bestellung ist erst abgeschlossen, wenn Sie hier klicken"-Seite bei Amazon. Mustergültig. Anklicken, um eine größere Version zu laden.Amazon weiß mich mal wieder restlos zu begeistern. Bisher schon war Amazon ein Vorbild für andere E-Commerce-Sites, was Übersicht und Klarheit betrifft, aber die neue Übersichtsseite im Einkaufswagen, kurz bevor die Bestellung abgeschickt wird, ist nochmal ein gewaltiger Sprung nach vorne. Mit der Ausweisung der Mehrwertsteuer happert's aber noch ein bisschen.
Es ist ganz klar ersichtlich, an wen die Bestellung geht (mit der Möglichkeit, die Adresse zu ändern), die Versandoptionen, die genaue Bezeichnung der bestellten Artikel (mit Änderungsmöglichkeit z.B. für die Anzahl) mit Einzelpreisen und ob Geschenkverpackung gewünscht ist; durch Icons dargestellt die Art des Artikels (Buch, DVD, CD...), die Gesamtsumme, Versandkosten, Zahlungsart, Rechnungsadresse und ein Feld mit der Möglichkeit, einen Geschenkgutschein einzulösen. Im Kleingedruckten keine Stolperfallen, sondern der Hinweis auf die (gesetzliche) Rückgabemöglichkeit gemäß Fernabsatzgesetz. Dazu Hinweise zum Versand und zum Einlösen von Gutscheinen (Was passiert, wenn die Einkaufs- die Gutscheinsumme übersteigt...). Außerdem zwei riesige Knöpfe an Fuß und Kopf der Seite mit genauen Beschreibungen, was passiert, wenn man einen dieser Knöpfe drückt: »Klicken Sie rechts, um Ihren Einkauf abzuschließen.« Da bleiben keine Fragen offen, und falls doch, gibt es leicht zu findende Verweise zu weiteren Informationen.
So macht Einkaufen, speziell E-Commerce, Spaß. Super!

Ich habe »Shikasta« von Doris Lessing gekauft. Vor etwa fünf Jahren habe ich es mir von einer sehr guten Freundin ausgeliehen. Im Sommer habe ich ihr versprochen, es ihr zurückzugeben, wenn wir uns wieder sehen. Da ich weiß, dass ich es auch bis zu unserem nächsten Treffen nicht sachffe das Buch zu lesen, bestelle ich es mir jetzt lieber selbst, obwohl sie sagt, es würde mir jetzt vielleicht nicht mehr so zusagen wie es mir zugesagt hätte, hätte ich es gelesen als ich 16 oder 17 war.
Außerdem auf der Einkaufsliste: »Burn Rate« (»Wie Fondsmanager unser Geld verbrennen«; Kritik folgt), das Euro-Buch von Norbert Walter (jetzt doch), die CDs zu den beiden Ohrwürmern die ich seit ein paar Tagen im Kopf habe (das Album von Nelly Furtado, wegen »I'm like a Bird«, »Turn off the Light« und »Scared of you« und die Maxi zu »Drops of Jupiter« (ich habe nur ein mp3 in ganz mieser Qualität gefunden).
»Eve und der letzte Gentleman« möchte ich mal wieder sehen und er ist im Moment recht günstig (13,80 €).

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Freitag, 16. November 2001 --- Showdown

Der Plenarsaal des Bundestags im Reichstag (Quelle: bundestag.de)08:04 Uhr
Winfried Hermann im ZDF-Interview: Die Gruppe der Acht wird hälftig mit Ja und Nein stimmen; vier Ja, vier Nein.
Hey, ich war mit der Meldung schneller online als der Spiegel, dpa und Reuters! :-)

Bei Yahoo! Schlagzeilen gibt es lesenswerte Definitionen zu den Begriffen Kanzlermehrheit und Mandatsverzicht.

dpa und Reuters melden jetzt ebenfalls die Aussage Hermanns (08:09 und 08:20 Uhr).

08:45 Uhr
In der ARD wird spekuliert, dass es immer noch spannend bleibt. Vier Grüne stimmen gegen den Kanzler, eine SPD-Abgeordnete ist aus der Fraktion ausgetreten und damit ist nur noch eine Stimme in Reserve. Eine weitere Abgeordnete (Gila Altmann, Grüne) hat von ihrem Arzt Reiseverbot bekommen (ob sie heute früh da ist, hört man nicht) und eine andere (Nina Hauer, SPD) erwartet für heute die Geburt ihres Babys. Jeder Abgeordnete, der nicht im Plenarsaal ist, kann freilich nicht abstimmen. Vielleicht verwechselt jemand auch seine Stimmkarten. Alles ist möglich...

08:50 Uhr
Der Spiegel zieht mit seiner Meldung nach.

Gegen 13 Uhr bin ich doch noch eingeschlafen (der Rhythmus, you know...). Aber ich konnte noch rechtzeitig die Record-Taste am Videorecorder drücken, so dass ich mir die Reden nachher noch ansehen kann. Bei der Rede von Kurt Biedenkopf (CDU, Ministerpräsident von Sachsen, Bundesratsmitglied) bin ich weggenickt. Und diese Rede war eigentlich gut (»Nur die Disziplin der Bundesratsbank hielt mich zurück, bei ihrer Rede [der vorangegangenen von Joschka Fischer] "Helau" zu rufen.«) und angenehm anzuhören, im Gegensatz zur Vorrednerin, Andrea Nahles von der SPD (eigene Homepage, bundestag.de). Das angestrengte Geheule von ihr war schlimm. Man kann eine leidenschaftliche Rede führen wie Joschka Fischer von den Grünen (eigene Homepage, Auswärtiges Amt) oder Gregor Gysi von der PDS (eigene Homepage, bundestag.de), man kann eine ruhige Rede führen wie Gerhardt Schröder oder Kurt Biedenkopf, und man kann eine leidenschaftliche Rede halten wollen, so wie Frau Nahles, aber das ist die Kategorie »man lässt es besser«.
An der zwanzig-minütigen Rede Schröders gefiel mir, dass er in manchen Punkten der Opposition zugestimmt hat und den einen oder anderen Lacher für sich verbuchen konnte.
Bei Joschka Fischer hatte ich schon Angst, er würde im nächsten Moment mit einem Herzkasper umkippen.
Herrn Glos' Rede (eigene Homepage, bundestag.de) ging leider in eine etwas polemische Richtung.
Gregor Gysi teilte mal wieder (ich schätze das) an alle aus, die anderen Oppositionsparteien und die Parteien der Regierungskoalition. Die Reden von Gysi und Claus sind online verfügbar. Ebenfalls online sind die Beiträge von Guido Westerwelle und Wolfgang Gerhardt. Weitere Reden scheinen noch nicht online zu sein.

Aufgewacht um 18 Uhr.

Gerhard Schröder hat es geschafft (AP-Meldung, dpa-Meldung, CNN-Meldung; bei Spiegel-online: Meldung, Kommentar, Beobachtungen, Zitate, Reaktionen, Bericht über die 77 persönlichen Erklärungen für das Protokoll, Leserbriefe, Dokumentation von Schröders Rede) und ich lag mit meiner Einschätzung falsch.

Der Kommentar zum Kommentar: »Die Konsequenzen werden sich im Wahlergebnis der PDS bei den Bundestagswahlen ablesen lassen.« Dem kann ich zustimmen. Meine eigene Einschätzung:
Für die Grünen war das eine Lose-Lose-Situation. Egal was sie machten, sie konnten nur verlieren. Hätten sie mit mehr Stimmen mit Nein gestimmt, wäre die Koalition zerbrochen, es hätte Neuwahlen gegeben und die Grünen wären in der Bedeutungslosigkeit versunken, vielleicht gar nicht mehr im Bundestag vertreten und selbst wenn, hätte es sicher keine Neuauflage von Rot-Grün gegeben (das hat Struck schon vor der Abstimmung angekündigt und das wäre auch logisch gewesen). Jetzt haben sie in ausreichender Zahl mit Ja gestimmt und wohl nach Ansicht vieler ihre Prinzipien aufgegeben, oder, um es schärfer zu formulieren, verraten. Um in der Koalition zu bleiben und ihre grüne Politik in der Regierung fortzusetzen, mussten sie kuschen und sie haben gekuscht. Glaubwürdiger hat sie das heute sicher nicht gemacht. Das ist eine recht einfache Betrachtungsweise und man kann (mit Recht) dagegen argumentieren und sagen, das sei alles wesentlich vielschichtiger. Das ist wahr, aber das ist nicht das Bild der Grünen in der Öffentlichkeit, auf das es ankommt (»Friedenspartei«). Die Grünen werden im Wahlkampf zusehen (müssen) zu definieren, was grüne Politik ausmacht, außer Mehrheitsbeschaffer und gegen Krieg zu sein (für den sie ja heute gestimmt haben), sonst kann man ja gleich FDP wählen.
Die FDP wird ihre 18% bei der nächsten Wahl natürlich nicht erreichen, aber sie werden stärker als die Grünen sein. Die FDP konnte heute nur gewinnen. Wäre die Koalition gebrochen, wären sie der wahrscheinlichste Koalitionspartner für die SPD gewesen. Jetzt kann sie sich in den nächsten zehn Monaten bis zur Wahl am 22. September als Alternative zu den Grünen profilieren und sich alle Optionen offen halten, indem sie weiter kritisch zu den Dingen bleibt, die CDU und CSU verbreiten und eine eigene Meinung vertreten.
Die SPD bekommt zur nächsten Wahl Probleme durch eine ansteigende Arbeitslosigkeit (und der Kanzler sagte ja 1998, an der Zahl der Arbeitslosen wolle er sich messen lassen) und neue Haushaltslöcher.
CDU/CSU werden sich weiter um die K-Frage kabbeln und müssen immer noch die Spendenaffäre verdauen.
Die PDS wird der große Gewinner der nächsten Wahl. Enttäuschte Wähler, die bei der letzten Wahl noch die Grünen gewählt haben, weil sie den Wechsel wollten, werden dann zur PDS abwandern, aus den oben genannten Gründen. Die PDS wird versuchen, sich als Friedenspartei zu profilieren und als »Nichtumfaller«-Partei, und ich denke, das wird ihr gelingen, und das wird für sie einfacher, je länger der Krieg anhält oder desto weiter er sich ausweitet (wenn die USA mit Afghanistan fertig sind, vielleicht wenden sie sich dann wieder vermehrt dem Irak zu?).

Aus der Rede Schröders: »Der Bundeskanzler kann seinem Amt und kann seiner Verantwortung für das Gemeinwohl nur dann entsprechen, wenn seine Person und wenn sein Programm das Vertrauen und die Zustimmung der ihn tragenden Mitglieder des Hohen Hauses finden.«
Er erwähnt natürlich nicht, dass er diese Zustimmung und das formelle Vertrauen mit der Vertrauensfrage (bzw. der Alternative, dem Ende der Koalition) erzwungen hat und dass es sich hierbei nicht um ehrliche, aufrichtige, überzeugte Zustimmung handelt. Das machen die 77 persönlichen Erklärungen deutlich, welche die Ja-Stimmen der Abgeordneten relativieren, zu einem »Ja, aber...« machen.

Was mich fasziniert am Plenarsaal (abgesehen von der Kuppel) ist, dass hinter dem Rednerpult und dem Präsidium auf der linken Seite nicht nur die Flagge der Republik steht, sondern auf der rechten Seite auch noch die der Europäischen Union.
Etwas anderes ist mir in den letzten Tagen noch aufgefallen: Schröder trägt nur Hemden mit Haifisch-Kragen. Ich persönlich bin ja Fan des gewöhnlichen Kent-Kragens. Und wo ich gerade bei Hemden bin: Hemden kauft man nur von einer Firma: eterna. Bügelfreie Baumwolle (wirklich: waschen, nass aufhängen, anziehen, ohne bügeln). Eines kostet zwischen 90 und 100 Mark, aber der doppelte Preis gegenüber einem 08/15-Hemd ist Gold wert, allein durch die eingesparte Zeit, weil man sich das Bügeln sparen kann.

Showdown II
Kai schreibt heute in dogfood vom Niedergang der Media-Branche, und wie es Bekannte von ihm trifft.
Vor fünf Jahren galt in meiner Branche (Handel und Banken) der Beruf des Bankkaufmanns noch als sichere Bank (zwei Euro in die Wortspiel-Kasse...). Das hat sich inzwischen gewaltig geändert und der Tiefpunkt ist bei uns in der Branche noch lange nicht erreicht. Die Großbanken haben massiven Stellenabbau angekündigt (siehe dort auch die weiterführenden Links) und dies war bereits vor vier Jahren absehbar. Es betrifft aber nicht nur die großen Privatbanken, das Große Roden wird auch in den öffentlichen Banken (sprich Sparkassen) und Volksbanken weitergehen.
Eigentlich hatte ich mir schon vor drei Jahren überlegt, dass ich mittelfristig die Branche wechseln wollte. Wegen meiner Ambitionen in diesem Bereich hatte ich mir Multimedia ausgesucht. Ob ich den Wechsel durchziehe und wann ich das mache, weiß ich aber jetzt noch nicht/nicht mehr.
Mal sehen wie sich die Dinge so entwickeln.

Showdown III
Heute Abend nicht verpassen: Die tausendste Sendung der Harald-Schmidt-Show.
Die erste Sendung ging bereits 1995 über den Sender.
Vorher läuft aber noch eine selten dämliche Sendung, Banzai. Soll einen auf japanisches Fernsehen machen (in Anlehnung an die teilweise wirklich bekloppten Gameshows dort), aber das was SAT1. da ausstrahlt, ist einfach nur unbeschreiblich dämlich, etwas Dümmeres habe ich im deutschen Fernsehen noch nie gesehen und selbst Tutti-Frutti und La Notte sind Perlen des deutschen Fernsehens dagegen und wären es sogar noch, wenn man die für Quote sorgenden Nackten wegließe. Da wundert mich nicht, dass SAT.1 sein Leid klagt; so eine Show kann an der schlechten Situation bestimmt nichts verbessern.

Showdown IV
Gestern hat Bully den Bambi für seinen »Schuh des Manitu« abgegriffen.
Ursprünglich wollte er ja einen Traumschiff-Film machen, aber Paramount hat sich als Rechteinhaber von Star Trek verweigert. Diese Idee hat er vor Kurzem wieder aufgegiffen und nach der Bambi-Verleihung nochmal in den Raum geworfen, und die Chancen stehen eigentlich nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass sein Indianer-Film erfolgreicher ist als das Original (»Der Schuh des Manitu« ist der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten).
Ich bin einer der Wenigen, die »Der Schuh des Manitu« grausam schlecht fanden.

The wonder of stylesheets [permanenter Link]
Heute morgen um 03:49 Uhr kam mir der Gedanke, dass ich den Abstand vor und nach der Zeile mit den 20 Bindestrichen, die die Tageseinträge voneinander trennt, vergrößern könnte.Hätte ich kein div-based Weblog und würde mein Layout nicht mit Stylesheets steuern, hätte ich vielleicht statt

<p class="mono">--------------------</p>

sowas geschrieben:

<p>&nbsp;<br>&nbsp;</p>
<p>--------------------</p>
<p>&nbsp;<br>&nbsp;</p>

Aber so schreibe ich einfach

<p class="mono">--------------------</p>

und ßndere mein zentrales Stylesheet von bisher

.mono { font-family:Courier New,Courier,mono; margin-top:10px; margin-bottom:10px; }

nach

.mono { font-family:Courier New,Courier,mono; margin-top:1cm; margin-bottom:1cm; }

und das Layout ist in meiner ganzen Website automatisch angepasst, ohne dass der Code in derzeit 64 HTML-Dateien geßndert werden müsste.

Man beachte auch, dass der Einzug von links für die eben zitierten Code-Zeilen ebenfalls sehr einfach mit CSS zu bewerkstelligen ist: Der Code-Block beginnt mit <div class="code"> und endet mit </div> (<code></code> wäre mir lieber, aber dann wird nur die erste Zeile eingezogen, nicht der ganze Block).
Sieht also so aus:

<div class="code">
  [Hier steht der Code.]
</div>

Ohne Stylesheets kann man das mit einer Tabelle in dieser Machart lösen:

  <table border="0" cellspacing="0" cellpadding="0" align="left">
    <tr>
      <td width="100">&nbsp;</td>
      <td>[Hier stünde dann der Code.]</td>
    </tr>
  </table>

Oder man verwendet vor jeder Zeile hundert geschützte Leerzeichen (&nbsp;).
Beides gehört dank Styles der Vergangenheit an. Die Styledefinition für die obige Klasse "code" (in <div class="code">) in der zentralen stylesheet-Datei lautet:

.code { font-family:Courier New,Courier,mono; margin-left:1.5cm; }

Und wenn ich viele solcher Code-Schnippsel in meinen Dateien hätte, müsste ich auch nicht in dutzenden Tabellen die width-Angabe ändern, wenn ich die Breite variieren wollte, sondern nur diese eine einzige margin-left-Angabe im zentralen Stylesheet.

Update: Heute Vormittag, als dieser Stylesheet-Abschnitt dieses Tageseintrags schon online war, hat mir Jörg vom DiJA eine Mail geschickt, mit einer wesentlich eleganteren Lösung für die Abtrennung der tageseinträge (da muss man erstmal draufkommen):

Wie wßrs mit einer eleganteren CSS-Lösung: das Posting mit einer
{border-bottom: 1px dashed #FFFFFF;}

Ich lasse es erstmal so mit der Trennung durch die 20 Bindestriche. Aus Tradition und weil sonst meine schöne Anleitung von eben für den Lokus wäre. :-)

Vier nach neun
Der Lüfter meines Desktop-PC (Celeron-400, 128 MB, 4 GB, Riva TNT-1 mit 16 MB) röhrt wieder wie ein Rasenmäher. Und ich habe Kopfschmerzen (vor zehn Minuten eine Thomapyrin genommen). Es ist nicht so, dass er ständig diesen Krach macht, nur manchmal; da ist irgendwas kaputt. Aber jetzt würde ich die Mühle am liebsten aus dem Fenster schmeißen und mir hier einen zünftigen Powermac hinstellen. Aber ich warte noch mindestens bis zur Macworld im Januar, in der Hoffnung, dass der G5 nicht mehr all zu lange auf sich warten lässt. Den Celly-400 vererbe ich dann an meine Familie. Der Powermac ist eigentlich dafür gedacht, mit mir in eine Wohnung zu ziehen oder für's Büro (Stichwort Branche, aber wie gesagt, das ist noch nicht raus).
Es wird auf jeden Fall einer mit DVD-Brenner. Ich habe zwar (noch) keine DV-Kamera, aber allein schon für Backup-Zwecke ist das interessant.

In der Playlist:

Danke an Jörg vom DiJA für die lieben Glückwünsche und die Back in Business-Nachricht im Bloghaus!

Es geht schon los mit der Euro-Verwirrung! Vorgestern meinte ich noch, bei einer Griechen-Rechnung von 16,30 € (31,88 DM) würde ich 17 € geben (1,37 DM Trinkgeld). Jetzt würde ich bei einer 32 DM-Rechnung aber 35 DM geben, also tatsächlich das Doppelte. Kleiner Denkfehler: Die »10% Trinkgeld«-Formel kann freilich auch im Januar noch angewandt werden (und nicht 5%). 10% von 16,30 €, also 1,60 €, sind (fast) die gleichen 10% Trinkgeld, wie ich sie heute noch mit der Differenz 35-32 DM gebe.
*an die Stirn klatsch*
Naja, solche kleinen Denkfehler werden uns allen in den nächsten Wochen noch häufiger unterlaufen. Deswegen kann ich es eigentlich kaum erwarten, dass wir endlich den Euro bekommen und die zwei Monate Übergangsphase vergehen, denn dann können wir uns völlig auf eine Währung konzentrieren und müssen nicht ständig im Kopf hin und her rechnen. Es ist der einfachste Fehler überhaupt, nach dem Motto, nicht nur mein Einkommen »halbiert« sich, sondern auch meine Miete.
Der Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, ist zuversichtlich, was den Euro betrifft.
Vielleicht lege ich mir sein Buch zu, obwohl 48 Mark für 200 Seiten nicht wirklich günstig sind.

Am Montag geht's wieder an die Arbeit in die Bank.
Wohin die Reise nächste Woche geht, verrate ich diesmal ebensowenig wie letzte Woche. Ich will vom Euro-Geld noch ein paar Fotos schießen und hier vielleicht einstellen, da kann ich natürlich nicht verraten, wo in Deutschland der Tresor steht.
Wobei naürlich klar ist, dass jetzt in allen deutschen Bank Euro-Bargeld in Milliarden-Höhe liegt; jede Bankfiliale hat mehrere hunderttausend bis Millionen Euro zusätzlich zum DM-Bargeld gebunkert, das kann sich ein Arbeiter im Sägewerk an einer Hand abzählen.

Es muss immer erst etwas passieren, damit etwas passiert. Das war schon immer so, das wird immer so sein. Bei der DeNIC war seit Jahren ein Sicherheitsloch bekannt, das erst jetzt gestopft wurde, als es die c't heute öffentlich machte. Hier von Inkompetenz seitens der DeNIC zu sprechen, ist wohl nicht übertrieben.
Interessant ist, dass ausgeklügelte Szenarien durchgespielt werden, die den Cyberwar skizzieren, und dass seit drei Jahren eine Sicherheitslücke bekannt ist, durch die sämtliche .de-Domains hätten lahmgelegt werden können. Unfassbar.

Office X (englische Site) soll laut einer Heise-Meldung (s.u.) am 28. November erscheinen. Ich kann es kaum noch erwarten --- drei Classic-Programme weniger (PowerPoint brauche ich nicht). cyberport.de bietet es zur Vorbestellung an und schreibt als voraussichtlichen Auslieferungstermin »Mitte Dezember«. Hmmm.
Laut Heise wird Office X noch ohne Produktaktivierung ausgeliefert werden.

Woah... --- Bridget Fonda ist das neue Wäsche-Model von H&M...
Ist zwar schon 37, aber hey...

Bisher war wissen.de das Nachschlagewerk meiner Wahl für meine Linkleiste auf der linken Seite (freimark's favorites), aber seit neuestem hat wissen.de auf die Version 2.0 umgestellt, und die öffnet Suchergebnisse in Pop-up-Fenster.
Ab sofort steht in meinen favorites xipolis.net, denn dort arbeitet man für die Suchergebnisse noch ohne Pop-ups.
Pop-ups sind die Pest.

Seit gut 10 Jahren habe ich auf keiner Waage mehr gestanden. Doch, einmal, vor gut 2 Jahren. Da waren es 116 Kilo; zu einer Zeit, in der ich mich in der Tat ein wenig pummelig gefühlt habe.
Jetzt futtere ich seit Wochen fast nur noch Salat mit Putenbrust, habe meine Essgewohnheiten von morgens-nix, mittags-wenig, abends-vollgas auf ein vernünftiges Maß umgestellt, ja, verdammt, ich JOGGE sogar, so gut das bei dem Sauwetter geht.
Und wie dankt es mir mein Körper, der alte Drecksack?
125,6 Kilo.

Das schreibt Marc vom Log just shoot me.
Ich kann das ein Stück weit nachempfinden. Aber ich seh' das locker; ob mir die Waage 110 oder 113 Kilo anzeigt, ist mir eigentlich egal; die Sorgen von Leuten, die nach dem Aufstehen 250 Gramm mehr wiegen als gestern, kann ich nicht nachvollziehen.

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Donnerstag, 15. November 2001 --- Hier fährt der Präsident noch selbst
An sich wollte ich ja heute wach bleiben und durchmachen. Das ist immer das Problem, wenn ich mal in so einem Rhythmus drin bin: innerhalb von zwei tagen drin, aber es braucht zwei Wochen, um wieder rauszukommen. Heute bin ich mal wieder um 9 Uhr früh eingeschlafen, ein typischer Fall von »nur fünf Minuten«. Aufgewacht um 16 Uhr. Naja, eigentlich wurde ich geweckt, ausgeschlafen habe ich nicht. Heute früh habe ich im Frühstücksfernsehen der ARD (eigentlich sehe ich das SAT.1-Frühstücksfernsehen, wenn ich Frühstücksfernsehen sehe, aber ich habe gezappt) gesehen, wie der russische Präsident Putin mit Gattin in einem Hubschrauber der US-Air Force in Crawford, Texas landete, in dem Kaff Nähe Waco, wo die Ranch des US-Präsidenten liegt. In der Einladung stand angeblich »Freizeitkleidung«, und so stieg Putin auch im T-Shirt aus dem Hubschrauber aus, bei strömendem Regen. Die vier (zwei Präsidenten und Ehefrauen) gingen mit großen Regenschirmen zu einem riesigen weißen Geländewagen. Nächste Einstellung, Bush ist am Steuer und sagt, der Präsident hätte Regen als Gastgeschenk mitgebracht und das wäre gut in Texas. Er fährt an und bleibt nochmal kurz stehen, schaut den Reportern in die Kamera und sagt: »There is no better gift than rain.« Dann fährt er wieder los, mit der linken Hand am Schalthebel am Lenkrad.
Mich hat das beeindruckt. Hat etwas von Herzlichkeit.

Als die Sonne untergegangen war in Texas, kam Bush nochmal aus der Ranch und trat vor die Presse. Die acht in Afghanisten inhaftierten Shelter Now-Mitarbeiter sind frei. Die erste Frage die mich dabei interessiert ist, wann haben sie vom 11. September erfahren? Georg Taubmann, einer der Entführten, erzählte gegenüber Uwe Kröger im ZDF-heute journal. In anderen Nachrichtensendungen habe ich solche ausführlichen Informationen nicht gesehen. Könnte freilich damit zusammenhängen, dass Kröger der Einzige war, der sie interviewen konnte, ich weiß es nicht.

»Die Bundeswehr-Soldaten müssen nicht am Samstag losziehen.« Von daher ist es auch Non-sense, was die Grünen-Chefin Claudia Roth von sich gibt, die da sagt, die Koalitionsfrage könne nur der Parteitag am übernächsten Wochenende entscheiden, nicht einzelne Abgeordnete. Doch Frau Roth, einzelne Abgeordnete können das, und es ist der Kanzler, der diese Entscheidung erzwingt, indem er die Vertrauensfrage an eine Sachfrage koppelt. Wie Christian Ströbele (einer der Acht) sagte: dem Kanzler würde er schon sein Vertrauen aussprechen, aber er kann dieser Sachfrage nicht zustimmen.
Herrn Strucks (SPD) Forderung, wer am Freitag nicht zustimmen kann, solle sein Mandat niederlegen (damit ein Zustimmungswilliger aus der Liste nachrücken kann), ist eine Unverschämtheit!

Spekulation für morgen: die Kanzlermehrheit kommt nicht zustande und in den darauf folgenden Tagen wird Schröder den Bundespräsidenten bitten, den Bundestag aufzulösen; im Februar wird es Neuwahlen geben.
Die ARD überträgt ab 08:55 Uhr live bis voraussichtlich 13 Uhr. Und sofern ich nicht wieder wegknacke, schaue ich es mir an. Die Reden sind doch manchmal interessant und die Zusammenschnitte in den Abendnachrichten sind mir zu kurz.
Gut, dass ich frei habe.

Man merkt, dass ich frei habe, denn ich habe Zeit, stundenlang an my two cents-Einträgen zu schreiben.

Guido Westerwelle (FDP) meinte bei Berlin-Mitte: »Muss ich meinen Partner erpressen um ihn bei mir zu halten, ist die Ehe eigentlich schon vorbei.«
Er bringt es eigentlich auf den Punkt.

Gestern hat Harald Schmidt in seiner Show Planspiele durchgeführt: wie ist jetzt die Sitzverteilung, wie könnte sie nach einer Neuwahl aussehen (Andrack sagt: PDS 25%, SPD 35%, Grüne nicht mehr dabei, FDP kriegt ihre 18%, CDU/CSU den Rest). Harald Schmidt macht das natürlich mit Obst-Torten und »Schaumküssen« (»Die auch Weiße und Neger mögen.«).

Peter Klein, Webmaster von multimedia.de, meint im Editorial vom 14.11.01, dass nichts über ein Team geht, das vor Ort zusammenarbeit. Statt einem Team, dessen Mitglieder über's ganze Land verteilt sind. Jein. Es ist vorteilhaft, wenn alle Beteiligten auf einem Ort sitzen, dann kann man Fragen mal eben klären, indem man zum Kollegen zwei Stockwerke höher geht und sich am Bildschirm ansieht, was er meint.
Beim letzten Projekt, an dem ich mitgearbeitet habe, der Website zum Film engel + joe, ging das eigentlich ganz gut. Ich selbst war zu Hause in Erlangen, der Layouter und der Texter, mit denen ich den meisten Kontakt hatte, waren in München (auch zu Hause oder in der jetzt-Redaktion). Die Dateien haben wir per FTP-Server ausgetauscht, abgesprochen haben wir uns per E-Mail, ab und an per Telefon und selten per Instant Messenger (ICQ).

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Mittwoch, 14. November 2001 --- Wie die Zeit vergeht
Dass die Zeit mal wieder rasend schnell vergeht, habe ich heute an drei Dingen gemerkt:

  1. Heute bin ich 23 geworden.
    Wahnsinn. Also bis spätestens 25 ziehe ich aus. Jetzt ist das noch ganz ok, weil's preiswert ist, aber langsam wird's Zeit. Ok, wenn ich für die Bank unter der Woche auf Achse bin, ist das praktisch schon wie ausgezogen sein, weil ich auch jetzt schon nur am Wochenende zu Hause bin. Ich kann sagen, ich habe ein Jahr in München gelebt (dabei habe ich am Anfang die Stadt gehasst, aber inzwischen ist es eigentlich ok, mal abgesehen von den irrwitzigen Mietpreisen). Aber dass ich doch noch zu Hause bin, merke ich, wenn ich Urlaub habe oder mal eine Woche Überstunden abbaue, so wie jetzt..
  2. Es ist der 14. November.
    Eigentlich wollte ich schon am 1. November wieder mit my two cents online gehen. Zwei Wochen vergangen seitdem, und es fühlt sich an, als wär's fünf Tage her.
  3. Es ist ein neuer Playboy erschienen.
    Muss in den letzten Tagen passiert sein. Bis vor ein paar Tagen jedenfalls war noch Anne-Sophie Briest auf dem Cover. Kommt mir auch so vor, als lag der nur zwei, drei Wochen am Kiosk.

Cover des Playboy 12/98Das interessante an diesem Playboy ist, dass wieder Fotos von Katarina Witt abgedruckt werden. Im Editorial heißt es, dass das zuletzt vor genau drei Jahren, in der Ausgabe 12/98 der Fall war (Drei Jahre! Ist das schon wieder drei Jahre her?!), die in manchen Städten innerhalb von zwei Stunden vergriffen gewesen sein soll und dass im Internet die Ausgabe von damals für bis zu 800 Mark den Besitzer wechselt. Kurzer Check bei eBay: Es gibt Angebote mit so hohen Startpreisen, tatsächlich geboten wird aktuell etwas über 100 Mark.
Ich geb' mein Exemplar nicht her.
Dabei fällt mir auf, dass der Playboy die einzige mir bekannte Zeitschrift ist, die im Preis konstant blieb über die Jahre. Ausgabe 12/01 kostet neun Mark, 12/09 hat neun Mark gekostet und 8/95 ebenso.

Die rechte obere Ecke des Covers der aktuellen iX: DM- und Euro-Betrag friedlich nebeneinander.Die iX (»Magazin für professionelle Informationstechnik«) kostet seit Kurzem etwas mehr: 8,80 DM oder 4,50 €. Was mich dabei jetzt wieder interessiert ist das friedliche Beisammensein der beiden Preisangaben, in gleicher Größe, während andere Publikationen wie zum Beispiel der Spiegel nur den DM-Betrag zeigen.

Letzte Nacht habe ich von Euro geträumt. Ich bin bei meinem Stamm-Griechen (»Delphi« in Erlangen) und habe wieder mal gut gegessen, die Rechnung zeigt 16,30 Euro (weil es in meinem Traum Januar ist). Ich gebe dem Kellner vier Fünf-Euro-Scheine und lasse mir auf 17 Euro rausgeben. Mit der Trinkgeld-Findung wird's etwas schwieriger; bisher habe ich zehn Prozent gerechnet und auf den nächsten glatten DM-Betrag auf- oder abgerundet, so dass ich bei einer 32 Mark-Rechnung 35 DM gegeben hätte, aber in Euro wären das ja runde zwanzig Prozent. Im Prinzip müsste ich jetzt 5% rechnen (10% durch 2), aber bei einer 16,30 Euro-Rechnung 17 € zu geben kommt mir so vor, wie bei einer 32,30 DM-Rechnung 33 DM zu geben. Naja, wird man sich dran gewöhnen. Jedenfalls, vier Fünf-Euro-Scheine. Holger weiß, was jetzt kommt, weil er weiß, dass ich ein absoluter Planungsfreak bin. Ich weiß eine Woche vor Abfahrt, wann ich mit welchem Zug fahre, wenn ich verreise. Ich weiß am Abend zuvor, was ich in 24 Stunden essen will. Und richtig, ich weiß jetzt schon, wie viel ich in welchen Scheinen am 2. Januar abheben werde (vielleicht hebe ich an Neujahr auch einen kleinen Betrag ab, nur um Euro im Geldbeutel zu haben). Ich denke da an 100 Euro, in zehn Fünfern und fünf Zehnern.
Es heißt ja, im Traum verarbeitet man Dinge, die man gehört, gesehen, gelesen oder erlebt hat. Vielleicht habe ich auch nur diese Meldung der Financial Times Deutschland verarbeitet, in der es heißt, die Banken hätten vor allem kleine Scheine bei der Vorabausstattung (Frontloading) geordert. Ist aber nichts Neues für mich. Die Standard-Ausstattung bei uns sieht auch so aus, dass die Filialen mehr Pakete (»Steine«, zehn zu einem Paket eingeschweißte Bündel mit je hundert Noten, also tausend Noten je Paket) mit Fünfern bekommen als Hunderter. 200er und 500er sind gar nicht bestellt worden, da es für die Währungsumstellung erforderlich ist, dass vor allem kleine Scheine unter die Leute kommen.

Und sonst? Unspektakulär. Gegen 17:40 mit dem Corsa meiner Schwester nach Vach runter, dort mit dem 173er Bus bis Fürth-Rathaus und mit der U-Bahn bis zum Hauptbahnhof. Auf halbem Weg zwischen dem Südausgang des Hauptbahnhofs und dem Aufseßplatz ist ein Grieche, den ich schon seit längerem mal testen wollte (»Poseidon« in der Pillenreuther Straße 20, nicht zu verwechseln mit dem »Poseidon« in Erlangen am Ohmplatz, Nürnberger Straße). Ergebnis: naja. Ich habe Dolmades als Vorspeise bestellt, aber nicht damit gerechnet, dass man die Weinblätter unter zäher Eier-Zitronen-Pampe kaum sehen kann.
Nach dem Griechen habe ich gegen 20 Uhr noch einen Abstecher bei der Bank gemacht und für eine Kollegin eine Quittung in den Briefkasten eingeworfen, dann habe ich mich auf den Weg zum CineCitta' gemacht. Unterwegs habe ich dreimal versucht, Martin anzurufen, ob er Lust auf den Film hätte, aber er hat nicht abgenommen. Im Cine selbst eine Karte gekauft (13 Mark bzw. 6,65 €) und mal nachgefragt »28.11.?«, weil mir die Lady einen IMAX-Prospekt in die Hand drücken wollte, den ich aber dankend ablehnte, da ich in mir im Foyer schon in dreifacher Ausführung abgegriffen habe. »Nein, 15.12.« war die Antwort; die Eröffnung hat man also doch nochmal um zwei Wochen nach hinten verlegt, genau wie Martin spekuliert hatte. Es wird Europas größtes IMAX werden, größer noch als das in Berlin am Potsdamer Platz. Und im Gegensatz zum Münchner wird es Platzreservierungen geben. Der Film der Wahl war »The Man who wasn't there«, das neue Werk der Coen-Brüder, die schon mit »Fargo«, »The Big Lebowski« und »O Brother, where art thou?« geniale Streifen abgeliefert haben. Als ich gerade die Treppe zu Kino 8 halb herunter gegangen bin und mein Handy von der Hosentasche in die Jackentasche befördern wollte (um den Geldbeutel von der Jacken- in die Hosentasche zu befördern), ging der Vibra-Alarm los. Martin. Wir haben uns dann vor Kino 8 getroffen.
Der Film war typisch untypisch für die Coen-Brüder. Er war in schwarz-weiß gehalten, teilweise ordentliche Längen, aber insgesamt doch sehenswert, weil anders und von der Geschichte her nicht uninteressant. Man hat keine Vorstellung davon, wie tief sich ein Friseur in die Scheiße reiten kann (um's mal knackig präzise auf den Punkt zu bringen), aber Ed Crane (glänzend gespielt von Billy Bob Thornton) schafft es. Das mag ich an den Coen-Filmen die ich bisher gesehen habe: wie es die Charaktere schaffen, sich glaubwürdig in völlig unglaubwürdige Situationen zu manövrieren.
Nach dem Film hatte ich es nicht eilig zur U-Bahn zu kommen. Als ich in Fürth ankam, hatte ich allerdings den letzten Bus nach Vach um zehn Minuten verpasst. Also Taxi vom Rathaus zum Vacher Markt für 23 Mark 30, macht 25 Mark.

Ich habe kein Radio. Ich habe einen 72 cm-Fernseher, einen 2.000 Mark-DVD-Player mit Dolby Digital-Chip, einen CD-Player, einen Stereo-Videorecorder, zwei Verstärker (einen Stereo-Verstärker mit zwei Endstufen und einen Dolby Surround-Verstärker mit drei Endstufen, fünf Lautsprecher, einen Desktop-PC mit ISDN-Karte, ein iBook mit ISDN-Adapter, ab nächster Woche einen iPod, bis letzte Woche einen tragbaren MD-Player und einen tragbaren MD-Recorder, bis nächste Woche eine Digitalkamera und eine Spiegelreflexkamera, ein 1.600 Mark-Fahrrad (ich habe kein Auto) mit zusätzlichen 400 Mark-Bremsen, aber ich habe kein Radio. Radios sind mittlerweile so verbreitet, dass sie in Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamtes gar nicht mehr erwähnt werden (1999, 2000). Jeder hat ein Radio. 96% aller Haushalte haben Fernseher. Wenn ich erzähle, ich hätte kein Radio, dann heißt es ungläubig »Wie, kein Radio?!«.
Ich könnte mir ein Radio leisten, aber ich will keins.Vor ein paar Jahren habe ich aufgehört, Radio zu hören. Mich hat es genervt, dass fünf Minuten vor jeder vollen Stunde Werbung kam und auf dem einzigen Kanal, der zu der Zeit keine Werbung brachte, lief nur Müll.
Als ich im Taxi heimfuhr, lief ein guter Song auf Radio Energy, zwanzig Minuten nach Mitternacht, irgendwas mit »Tell me...«. Auf die Website gegangen, Kontakt-E-Mail-Adresse rausgesucht, E-Mail geschickt, Antwort bekommen (am 15.11., ich schreibe das gerade am 15.11. um 19:15 Uhr): Es handelt sich um »Drops of Jupiter« von Train.

Holger hat uns einen Link zu einer genialen Seite geschickt: Spank the Monkey. Ich bringe es auf 128 mph.

Habe ich jetzt alles geschrieben? Nein.
Das hier finde ich doch noch bemerkenswert. Unglaublich, Schilda in Berlin.
Noch unglaublicher finde ich die jüngsten Entgleisungen des Erzbischofs Meisner. Dass er nichts gegen die Tötung bin Ladens einzuwenden hat, ist noch harmlos und es ist mir auch völlig egal, wenn Meisner das sagt. Aber in einem Satz zu sagen, es sei wichtig, den Islam näher kennen zu lernen aber er selbst halte den Islam nicht für tolerant, ist schon ein starkes Stück. Seine endgültige Disqualifizierung betreibt er mit den Worten: »Ich kenne kein islamisches Land, das tolerant ist. Toleranz predigt der Islam immer nur dort, wo er in der Minderheit ist.« Und weiter bezweifle er, dass alle in Deutschland lebenden Muslime Verständnis für das Wertesystem der Bundesrepublik hätten: »Unsere Verfassung verlangt ein Vorverständnis von Würde des Menschen, von Toleranz, von Freiheit. Ich frage: Bringen alle unsere muslimischen Mitbürger dieses Verständnis immer mit?« Die Frage gebe ich doch gerne zurück: bringen alle unsere christlichen Mitbürger dieses Verständnis immer mit?

Meisner beklagte ferner fehlende Vorbilder in der Politik und kritisierte ausdrücklich den Regierenden Bürgermeister Berlins, Klaus Wowereit, der sich öffentlich zu seiner Homosexualitßt bekannt hatte. "Wenn Herr Wowereit für diese sexuelle Tßtigkeit eine Lanze brechen will, ist das ein Missbrauch seines politischen Mandats. Macht bei einem Amtstrßger hat ein persönliches Gewicht. Und wo soll unsere Jugend ihre Leitbilder herbekommen, wenn wir etwa politische Mandatstrßger haben, die vier Ehefrauen hatten", sagte Meisner.

Manchmal muss man die Flucht nach vorne antreten, vor allem wenn man mit intoleranten Mitbürgern wie Kardinal Meisner rechnen muss. Wowereit hat mit seinem Outing (das wohl kein Geheimnis, aber nicht jedem bekannt war) der Bild die Schlagzeile in den Notizblock diktiert; besser so, als später eine »Enthüllungsstory«.

Zwei Probleme in Dreamweaver: mdash, 151, 8212, der W3C-Validator und Dreamweaver und <, >, &, und " in Attributwerten mit & kodieren. Vielleicht bringt die 5er Version Besserung, aber so lange sidn eben drei Bindestriche als Ersatz für mdash und Handarbeit bei Links in Datenbanken hinein angesagt.

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Dienstag, 13. November 2001 --- Alles neu macht der November
Aufstehen um 13 Uhr. Ins Bett bin ich, soweit ich mich erinnere, gegen 5 Uhr morgens. Ich habe noch einige Seiten in Jeffrey Zeldmans Buch gelesen. Ich kann es bisher nur empfehlen (ausführliches Review folgt, wenn ich es durch habe).

Heute Abend geht's in das weltbeste Steakhaus, »Schlotfeger« in Erlangen, Goethestraße. Anlass: Meine Mutter feiert den 50.!

Was sonst? Drei Dinge: der Kanzler, der Relaunch, die Auktionen.

Unser Noch-Bundeskanzler, Gerhard Schröder (SPD), hat heute die Vertrauensfrage gestellt, bzw. den Antrag dazu. Denn zwischen dem Antrag und der Abstimmung müssen 48 Stunden liegen, sagt GG 68. Immer gut, wenn man ein Grundgesetz im Haus hat.
Dass er sich das Vertrauen aussprechen lassen will, ist nicht verwunderlich. Die Verknüpfung mit der Frage, ob Bundeswehr-Soldaten in der Krieg ziehen sollen, ist allerdings etwas befremdlich. Aber gut, ungeschickt ist das nicht: Die Opposition hat noch gestern gesagt, sie stimmen dem Bundeswehr-Einsatz zu, während acht grüne Abgeordnete schon abgewunken haben, womit die Koalition keine eigene Mehrheit zusammengebracht hätte. Mit der Abstimmung im Paket entgeht Schröder der Blamage, dass die Opposition geschlossen (außer der PDS) für seinen Antrag stimmt, allerdings ist die Aktion mit der Vertrauensfrage mehr als halsbrecherisch.
Der Spiegel hat heute schonmal eine Analyse ins Netz gestellt, was nach der Abstimmung am Freitag passieren könnte, freilich ohne die Frage zu beantworten, wer denn Kanzler werden soll, wenn nicht Schröder. Das wundert allerdings auch nicht, die Opposition weiß es ja selbst nicht. Auch die Überlegungen von Dietmar Herz im SZ-Magazin könnten jetzt hinfällig sein.
Mit dieser Analyse liefert endlich mal jemand klare Zahlen, wer wie viele Sitze im Bundestag hat, das hat man ja nicht unbedingt auswendig parat und es hilft einem daher nicht wenn man seit dem Wochenende weiß, dass acht grüne Abgeordnete gegen den Bundeswehr-Einsatz stimmen wollen. Erst das RTL-Nachtjournal hat mich in der Nacht von Montag auf Dienstag aufgeklärt, dass mit diesen acht Nein-Stimmen die Koalition keine eigene Mehrheit zustande bekommt und der Spiegel liefert heute Zahlen nach: Derzeit sitzen im 14. Deutschen Bundestag 666 Abgeordnete, davon 294 SPD, 47 Grüne (Regierungs-Koalition damit 341 Sitze, zur absoluten Mehrheit braucht's 334 Stimmen), CDU/CSU 245, die FDP mit 43 und die PDS mit 37 Sitzen.

Der Relaunch.
Heute habe ich eine E-Mail bekommen, in der Erika sich auf meinen Artikel für das Dr. Web-Buch bezog (Zweitveröffentlichung hier in ein paar Monaten, wenn ich mal Zeit für ein Update habe). Sie hätte meinen Text »Abschied vom Webdesign alter Schule« mit Interesse gelesen und am Schluss des Buches gesehen, dass ich das div-based Weblog my two cents betreibe. Sie gab diese Adresse in ihren Browser ein und sah alte April-Einträge auf der Startseite und zig Tabellen im Code. Deswegen kurzer Prozess heute. Auf CSS (div-based) habe ich diese Site ja eigentlich schon vor ein paar Monaten umgestellt, aber ich bin nicht dazu gekommen, die alten Einträge nachzupflegen. Deswegen heute der Schnitt: jetzt die alten Dateien mit der neuen Layout-Technik auf den Server hochladen und einen Eintrag für diesen Tag schreiben, die Monate Mai bis Oktober mit der Zeit folgen lassen. Als ich im Juni (war doch Juni, oder?) den Artikel für das Buch schrieb, dachte ich eigentlich, dass ich bis zum Erscheinen im September/Oktober fertig wäre. Naja. Andere Leute fangen auch Dinge an, mit denen sie nicht fertig werden. Weil was anderes dazwischen kommt.
Mehr zum Relaunch steht auf einer neuen Seite im about-Bereich.
Für ein Weblog wie dieses, gerade dieses, mit der bewusst spartanischen Gestaltung, wäre es eigentlich nicht nötig, alle Tabellen aus dem Code rauszuschmeißen. Es geht hier um's Prinzip.
Der Brüller: Es ist keine separate Druckversion notwendig. Beim Ausdruck wird z.B. die Navigation nicht mitgedruckt, da diese durch das spezielle Druck-Stylesheet versteckt wird.
In der Link-Spalte auf der linken Seite hat's ein paar Neuerungen gegeben (unter anderem neu: mac-tv.de, macnews.de, Stadtplandienst, Telefonbuch, wissen.de); bei den anderen Weblogs stehen nur noch solche, die ich auch wirklich, wenn die Zeit bleibt, lese. Vorzugsweise solche, die div-Layer statt Tabellen für das Layout verwenden.

Mein erstes MD-Gerät: der tragbare Recorder MD-MS701H2 von SharpeBay.
In den letzten Tagen habe ich einige Auktionen auf eBay gestartet: meinen alten Ortlieb-Rucksack »S-Cape« (habe mir neulich einen neuen gekauft, »Daypack«) für 86 Mark, meinen tragbaren Minidisc-Recorder von Sharp für 295 Mark und meinen portablen Minidisc-Player von Sony (der weltweit kleinste MD-Player) für 450 Mark. Außerdem mein altes Nokia-Handy 3210, aber das eher, weil ich es nicht mehr brauche (habe seit ein paar Wochen das neue 8310). Die Minidisc-Ausrüstung habe ich verkauft, weil ich mir Apples neuen iPod bestellt habe.

Dass ich alle meine Daten --- Texte, E-Mails, Bilder --- auf meinem iBook und Dreamweaver sowie Fireworks auf meinem Windows-Desktop habe, treibt mich noch in den Wahnsinn. Die Mac-Version muss her, auch wenn es nur für OS 9 ist und die 5er Versionen wahrscheinlich im Frühjahr kommen.

Der weltweit kleinste und flachste MD-Player: der Sony MZ-E900.Ich überlege ernsthaft, meine Kodak-Digitalkamera DC-4800 (inkl. Adobe Photoshop 6 OEM) wieder zu verkaufen. Mir gelingt es nicht, mit ihr gute Bilder zu machen, das fällt mir mit meiner alten Spiegelreflex Z-20 von Pentax doch leichter (mit der DC-4800 kann man gute Bilder machen, was nicht nur die Beispielbilder auf der Kodak-Website beweisen, sondern auch genug Bilder, die Freunde geschossen haben). Zwei Makroaufnahmen, die hier von den beiden Minidisc-Geräten abgebildet sind (anklicken für eine größere Version; Achtung Netscape 4-User: NN4 hat die float-Eigenschaft fehlerhaft implementiert, es kann zu Darstellungsfehlern kommen), sind doch durchaus ansehnlich geworden (hey, ich bin kein Produktfotograf, zur Bebilderung einer eBay-Auktion tut's das!).
Eine Digitalkamera ist schon cool, um die Bilder direkt in den Computer zu laden, aber eine Spiegelreflex ist eine Spiegelreflex ist eine Spiegelreflex.

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Hier geht's zu den früheren Einträgen: 23.04.2001 bis 30.04.2001

Die Einträge Mai bis Oktober 2001 folgen nach und nach, es wird im laufenden Text darauf hingewiesen werden!