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Freitag, 30. November 2001 --- Here comes the sun
George Harrison ist heute an Krebs gestorben. Jetzt leben nur noch zwei der vier Beatles.

Als ich die Schlagzeile »DGB-Chef feuert krebskranke Frau« bei Spiegel-online gelesen habe, war ich gelinde gesagt etwas aufgebracht. Der Artikel selbst relativiert die ãberschrift etwas, so dass man wohl sagen kann, es hat eine Verkettung »unglücklicher Umstände« gegeben.

Heute erzählt mir meine Schwester, dass bei einer unserer Cousinen Krebs diagnostiziert wurde. Lymphdrüsen (oder -knoten?). Am Sonntag wird sie 21. Oh Mann, so eine Scheiße!

Zeit sparen durch Verspätung
Ich bin wegen eines länger dauernden Kreditfalls zu spät aus der Filiale rausgekommen. 17:05 Uhr, und der Zug fährt um Viertel nach. Und zum Bahnhof brauche ich 15 Minuten zu Fuß. Noch nie war ich so froh, dass der Zug fünf Minuten Verspätung hatte, so dass ich ihn noch erwischt habe. Wäre der Zug pünktlich gewesen, hätte ich eine Stunde auf den nächsten warten müssen.

The Device
Im Laufe der vergangenen Woche wurde mein Exemplar des groundbreaking device geliefert. Heute habe ich erstmal Fotos gemacht (werden hier demnächst folgen), ausgiebig ausprobieren werde ich ihn morgen. Typisch Apple: allein schon das Auspacken macht Spaß und die Detailverliebtheit, die Liebe zum Detail, die Apple an den Tag legt, kann man auch schon an der Verpackung bewundern.

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Donnerstag, 29. November 2001 --- »Wir können auch Euro nehmen.«
Sehr erfreulich ist eine Meldung bei Heise, wonach Apple womöglich schon sehr bald (MacWorld im Januar?) Gigahertz-CPUs anbieten will. Auch wenn es RISC-Prozessoren sind und wir alle um den »Megahertz-Myth« wissen: es wird Zeit.

Man mag es nicht glauben, und man wollte lachen, wenn es nicht so traurig wäre: Die Bundesländer und die Bundesregierung denken ernsthaft über eine Sendezeitbegrenzung im Internet zwecks Jugendschutz nach. Sendezeitbegrenzung! Im Internet! Die haben doch nicht mehr alle Latten am Zaun...
Das ist derart bekloppt, ich weiß gar nicht wie. Content-Provider, die in London sitzen sollen sich dann wohl auch daran halten? Und schon um 22 Uhr (wg. der Zeitverschiebung) die Rollläden runterlassen?

Die FTD berichtet, dass mit einem großen Ansturm auf die Euro-Starter-Kits zu rechnen ist; mehr als die Hälfte der Bundesbürger will sich ab 17.12. mit den Münzen eindecken. Das kann was werden...

In der Filiale heute eine sehr interessante Begegnung mit einem älteren Herrn, Jahrgang 1927, der mich bat, ihm bei der Eingabe einer ãberweisung ins SB-Terminal behilflich zu sein (immer gern!). Er hatte eine Rechnung dabei, die in D-Mark ausgewiesen war und zur Kenntnis stand unten noch der Euro-Betrag. Das Währungsfeld für ãberweisungen ist seit der Girokonto-Umstellung Ende Oktober mit »EUR« vorbelegt und ich erklärte, dass wir das mit »DEM« überschreiben können, und so auch D-Mark überweisen könnten, woraufhin er meinte: »Wir können auch Euro nehmen.« Starter-Kits ließ er sich zwei Stück reservieren (»Sie können am Montag Euro-Münzen vorab bekommen. Die sind in Päckchen eingeschweißt, für zwanzig Mark das Stück. Wie viele Päckchen möchten Sie denn?«).
Generell ist das Interesse an den Starter-Kits sehr groß, vor allem ältere Leute lassen sich welche reservieren (die Filiale, in der ich diese Woche bin, arbeitet mit Reservierungen für die Kits; manche lassen sich zwei, drei zurücklegen, einige fünf, ein paar wenige auch mal zehn, ein Dutzens Kits und einer sogar zwanzig).

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Mittwoch, 28. November 2001 --- Keine bleibenden Schäden
Heute war ich beim Friseur. Es war mal wieder fällig und ich habe die Gelegenheit eines kurzen Arbeitstages (bis 16 Uhr) genutzt, um in der Stadt dieser Woche einen Besuch beim Barbier einzulegen. Vor ein paar Tagen habe ich schonmal das Schaufenster eines Friseurs gesehen, aber heute habe ich ihn nicht wiedergefunden und bin deswegen zu einem Geschäft, das mir ein Kollege genannt (nicht empfohlen) hat.
Glatter Reinfall.
Ich wollte schon etwas kürzere Haare, aber ich wollte nicht aussehen wie Benjamin von Stuckrad-Barre. Wie ein Streichholzkopf. Wie ein Weltraumaffe aus »Fight Club«. Den Haar»schnitt« hätte man in einer Bundeswehr-Kaserne nicht besser hinbekommen.
Sie setzt mit dem Rasierer an der Seite an...

Ich: "Es darf ruhig etwas länger sein."
Sie: "Kürzer kann ich's jetzt nicht mehr machen."
Ich: "Ja, klar."

»Ja, klar.« Falsche Antwort! Die richtige Lösung wäre gewesen: »Oben aber etwas länger lassen.« Mir wollte es in diesem Moment nicht einfallen! Und das ganze Ausmaß sah ich natürlich erst, als ich meine Brille wieder auf der Nase hatte.
Aber ich bin nicht ganz unschuldig, ich hatte ja 1,5 Zentimeter vorgeschlagen. Ich kann immer noch nicht recht glauben, dass das wirklich 1,5 Zentimeter sein sollen. Und welcher Friseur geht denn mit dem Rasierer durch die Haare wie durch das Fell eines Schafs, wenn es geschoren wird? Das macht doch kein Friseur? Muss man da noch dazusagen, dass es oben länger sein soll als an den Seiten? Und wo hören bei dieser Frau die Seiten auf? Am Schluss blieb noch ein fünf Zentimeter breites Büschel Haare oben am Kopf übrig und sie meint: »Also das würde ich nicht so lassen.« Da hatte sie recht. Also was soll's, runter mit der Wolle. Wächst nach.
Ich hätte skeptisch sein sollen. Allein schon der Preis, 12 Mark. Kostet sogar daheim in Erlangen das Doppelte. Und dann die Einrichtung. So stelle ich mir einen viertklassigen Puff vor. Der Wäscheständer mit trocknenden Handtüchern neben dem Frisiertisch, der nicht aus hellem Holz ist, sondern aus bekacheltem Beton. Ich hätte rückwärts aus dem Laden fallen sollen, aber nein, ich muss ja an das Gute im Menschen glauben. Idiot.

Kurioserweise habe ich später, als ich aus dem Italiener bei dem ich heute gegessen habe rausgekommen bin, auf der anderen Straßenseite einen Friseur gesehen, der einen guten Eindruck machte. Naja, beim nächsten Mal.

Am Montag habe ich die Digitalkamera an Stefie geschickt. Wie gesagt, der Vorteil an so einem Ding ist, dass man die Ergebnisse gleich ins Netz stellen kann. Die Bilder in meiner Spiegelreflex gehen am Samstag zur Entwicklung, ich reiche die Selbstbildnisse von der kahlen Birne dann nach.

Zwei Vorteile hat es doch: das tägliche Haarewaschen am Morgen und das Haaretrocknen geht jetzt noch schneller, außerdem spart man Shampoo. Zweitens muss ich jetzt bis Ende Januar nicht mehr zum Friseur. Wahrscheinlich hätte ich dazu auch keine Zeit, wegen der Euro-Einführung (eigentlich gibt's ja keinen Grund, wegen des Euro im Januar zur Bank zu gehen, aber wer weiß, was kommt).

Der weltbeste Friseur in Erlangen hat nur Montag bis Freitag bis 18 Uhr offen, nicht am Samstag. Das hilft mir leider nicht, wenn ich unter der Woche in einer anderen Stadt arbeite.

Das, was sich die Rechtsabteilung von Coca-Cola ausgedacht hat, ist schon fast ein Grund, auf Pepsi umzusteigen.

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Heute ein Artikel auf Spiegel-online über die sogenannten Schläfer von Hamburg. Es wird die Frage aufgeworfen, die viel zu selten gestellt wurde nach dem 11. September: Hätten die neuen Gesetze, die in hektischem Aktionismus durchgepeitscht wurden, die Anschläge verhindert? Nein, hätten sie nicht. Wenige mit klarem Verstand haben das nach dem 11.9. gesagt und jetzt schreibt es auch der Spiegel (und zitiert nicht nur).
Vor ein paar Ausgaben hieß es im Spiegel, es könnte einem fast so vorkommen, als sei im Innenministerium jemand über die Flure gelaufen und hätte gerufen: »Was wollt Ihr haben?«

Seit heute ist Office X am Markt. cyberport gibt eine Lieferzeit von drei bis sieben Tagen an. Ich bin gespannt.

Heute wird der Einspieler von Dr. Udo Brömme (»der Landtagsabgeordnete der Harald-Schmidt-Show«) gezeigt. Dr. Brömme auf dem Parteitag der Grünen. Genial der Mann. Gespielt wird der Charakter von einem Mann aus Haralds Autorenteam und mit seinem falschen Lachen und »Ja, sicher«-Sätzen ist er fast schon zu glaubwürdig.

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Dienstag, 27. November 2001 --- Heute ohne Überschrift.

Die Afghanen wollen eine ãbergangsregierung bilden; bei uns heißt das Rot-Grün.
 
Unsere Sendung ist eine, die sich um die deutsche Sprache kümmern tut.
 
Typen, die im Zug mit so einer Freisprecheinrichtung telefonieren und sagen "Ja gut, wir können das eh nicht entscheiden", sind Loser. Winner-Typen fahren nicht mit dem Zug. Oder sie fahren ICE, schlafen aber.

Nach einem langen Arbeitstag brauche ich einfach meine tägliche Dosis Harald Schmidt. Es war mal wieder köstlich.

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Montag, 26. November 2001 --- Koste es, was es wolle
In den letzten Tagen erschienen ein paar Artikel bei Spiegel-online, die mich doch nachdenklich stimmten. Dass die USA als Mittel zum Zweck auch zwielichtige Nachbarstaaten in die Anti-Terror-Allianz aufnehmen, die teilweise von Alleinherrschern regiert werden und in denen die Menschrechte und Demokratie vielleicht nicht mehr wert sind als bei den Taliban oder den afghanischen Warlords, mag ja noch als Kalkül durchgehen.
Aber wenn ich lese, dass man in den USA jetzt wieder ernsthaft über Folter, Isolationshaft und Militärgerichte nachdenkt, wird mir etwas anders. Was hat es für einen Sinn, Menschenrechte zu verteidigen, indem man sie abschafft?
Die Artikel:

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Ein Nachtrag zur Telefonrechnungsgeschichte: Normalerweise habe ich 250 Mark Telefonrechnung. Davon unter zehn DM für Gesprächskosten, wenn meine Schwester nicht auch das Telefon benutzt hat. Im Goldenen Zeitalter, als es die T-Online-Flatrate noch gab, waren es immer um die 145 Mark (inkl. Grundgebühren), schön kalkulierbar.

Rasant: NEFkom hat auf meine E-Mail, die ich gestern Abend abgeschickt habe, bereits heute um 17 Uhr geantwortet. Da kann sich Arcor mal ein Beispiel nehmen: vor drei Wochen den Auftrag an Acror online abgeschickt, seitdem nichts mehr gehört. Bin gespannt, ob sich bis zum Ablauf der gesetzten Frist (1.12.) noch was tut, ansonsten geht's zu NEFkom.
Der NEFkom-Mitarbeiter schrieb, DSL wäre bei mir verfügbar. Ich bin etwas skeptisch, weil auf der Website steht, DSL ginge nur, wenn die Telekom liefern kann. Und die Telekom sagt mir im T-Punkt, sie kann nicht. Werde am Montag nach der Arbeit (arbeite Montag und Dienstag in Nürnberg) mal in deren Shop vorbeischauen. Selbst wenn DSL (mit 24/7-Flatrate) nicht ginge, wäre NEFkom mit normalem ISDN-Anschluss interessant für mich, da sie (noch) eine Teilzeit-Flatrate von 16 bis 6 Uhr anbieten. Außerhalb dieser Zeit zahle ich 1,9 Pfennig pro Minute statt 2,9 Pfennig bei T-Online, wenn ich mein vorbezahltes 90-Stunden-Kontingent verballert habe.

Sehr diesiges Wetter heute. Gräßlich.

Die Weihnachtsmärkte werden wieder langsam aufgebaut.
Ich mag Weihnachtsmärkte nicht. Es ist arschkalt, es gibt Buden mit Plunder und Buden mit Mandeln. Spannend. Und es gibt Glühwein. Ich kann Glühwein nichts abgewinnen.

Heute habe ich meinen ersten Kreditvertrag in Euro abgeschlossen. Am Wochenende wurden nach den Giro- und Sparkonten auch die Kreditkonten auf Euro umgestellt und das Kreditporgramm entsprechend angepasst (Kontoanlage nur noch in Euro, alle Betragseingaben nur noch in Euro). Schon etwas komisch, wenn auf der Auszahlungsanweisung »3.600 Euro in bar« steht, man den Betrag aber noch in DM umrechnen und auszahlen muss.
Einen Monat vor der Währungsumstellung kommt es mir fast schon ein bisschen seltsam vor, wenn ich noch DM-Beträge in Schaufenstern sehe (was heißt noch, es gibt sie überall). In einem Monat ist die Mark Geschichte. »Deutsche Mark.« Ich meine seltsam in dem Sinne, dass es einem wie im Österreich-Urlaub vor ein paar Jahren vorkommt: Im Schaufenster lauter Schilling-Beträge, aber Du rechnest eigentlich in einer anderen Währung.

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Eine Sache muss ich noch von letzter Woche Freitag berichten: Ich bin spät abends im Bus nach Hause gefahren. Ich saß in der vorletzten Reihe, hinter mir noch vier Kids (14? 15?). An der Haltestelle »Hauptpost« steigen ein paar gleichaltrige Mädels ein. Meint der eine Halbstarke zum Anderen: »Kundschaft.«

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