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Freitag, 07. Dezember 2001 --- Mehr Komfort mit Umwege-Fahrscheinen
Heute waren wir wieder zu viert in der Filiale, Sandra und ich, außerdem der Kollege, der auf Betriebsratssitzung war und der andere Kollege, der von der Filialleiter-Tagung wieder zurückgekommen ist. Die beiden Rheinländer haben für den ein oder anderen Lacher gesorgt, ansonsten war's unspektakulär: wenig Kunden, nur einige Termine, ganz wenig Laufkundschaft. Der Kollege konnte heute Morgen die Tür natürlich ganz locker aufsperren, das ging wie Butter. Ich habe meine letzten Arbeiten und die Ablage erledigt und bin kurz nach 16 Uhr (da ist Schalterschluss) aus der Filiale raus. Gerade noch rechtzeitig, um die Straßenbahn nach Mannheim um 16:14 zu erwischen (eine später, und ich hätte nur vier Minuten gehabt, um auf's Gleis zu kommen). ICE 592 hätte mich planmässig um 16:33 nach Frankfurt bringen sollen, aber er fuhr mit acht Minuten Verspätung ab (man hat wohl noch auf Anschlussreisende gewartet). Der ICE 892 ab Frankfurt war aber selbst unpünktlich und fuhr erst circa fünf Minuten nach Plan ein (Abfahrt laut Plan um 17:19). Um 19:30 war ich jedoch pünktlich in Nürnberg.

Am Montag-Abend hatte ich mir Fahrkarten am Automaten besorgt, für die Strecke Fürth-Frankfurt-Mannheim und zurück. Zurück fuhr allerdings kein IC oder ICE über Fürth, so dass mir der Aparillo eine Rückfahrt verkaufte, bei der ich in Würzburg in einen RegionalExpress (RE) hätte umsteigen sollen. Völliger Quatsch, wenn man im ICE, der über Würzburg fährt, auch bis Nürnberg sitzen bleiben kann. Naja, der Gedanke, Hin- und Rückfahrt getrennt zu kaufen, kam mir erst ein paar Stunden später und so bin ich am Dienstag-Morgen vor der Arbeit ins Reisezentrum im Nürnberger Hauptbahnhof und bat um eine Korrektur (was viele Laien und Gelegenheits-Bahnfahrer nicht wissen: der ServicePoint ist für sowas nicht zuständig!). Was mir auch neu war, war, dass das relativ einfach geht, indem man einen »Umweg«-Fahrschein kauft. Das Upgrade von Würzburg-Fürth im RE auf Würzburg-Nürnberg im ICE kostete nur eine Mark fünfzig. Meine Platzreservierung im ICE konnte aber leider nicht bis Nürnberg verlängert werden, da der Platz ab Würzburg schon an jemand anderen verkauft war (ich wäre ja in Würzburg ausgestiegen).
Wäre auch mal eine Idee: Am Automaten müsste man auch Hin- und Rückfahrkarten kaufen können, bei denen die Rückfahrt nicht wieder am Ausgangsbahnhof endet, sondern man sie auch in einer anderen Stadt auf dem Weg des gleichen Zugs enden lassen kann, z.B. eine Station früher oder später (ich wäre das eine oder andere Mal im Frühjahr froh gewesen, wenn ich Hin- und Rückfahrkarten für Nürnberg-München und zurück für München-Erlangen bekommen hätte). Hin- und Rückfahrt nicht zu trennen, sondern als einen Fahrschein zu kaufen macht Sinn, weil man dann zum Einen einen Beleg weniger für die Reisekostenabrechnung kleben muss und zum Anderen bessere Möglichkeiten der Fahrscheinrückgabe hat, wenn man die Fahrt doch nicht antreten kann (günstiger oder kurzfristiger vor der Reise möglich, ich weiß es jetzt nicht genau).

Jedenfalls bin ich also im ICE ab Frankfurt auch über Würzburg hinaus sitzen geblieben (bzw. konnte weiterschlafen), um halb acht in Nürnberg ausgestiegen und mit dem RE ab 19:50 nach Erlangen gefahren. Taxi, Ende der Geschichte.

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Donnerstag, 06. Dezember 2001 --- Der Verriss
Auch heute sind wir wieder gut über die Runden gekommen (soll heißen, dass es nicht in Stress ausgeartet ist), allerdings auch heute wieder ohne Umsatz.   ;-(
Etwas gibt es noch zu berichten: Wir haben heute Mittag beim besten Willen eine Alarm-gesicherte Tür nicht aufbekommen. Schlecht, weil sich dahinter unter andrem die Toilette befand. Nach einer halben Stunde probieren haben wir es aufgegeben; wir hätten nur noch den Knauf abreißen (war aus Hartplastik) oder den Schlüssel abbrechen können. Logo haben wir in der richtigen Richtung aufgesperrt, gestern ging's doch auch!

Für den Abend hatten wir Kino zu dritt vereinbart: Sandra, ihr Freund Marc (arbeitet in einer Werbeagentur) und ich. Zuvor habe ich mir erlaubt, zwischen sieben und halb acht noch eine Runde zu schlafen. Die beiden haben mich dann in meinem Hotelzimmer abgeholt und sich begeistert über die Größe gezeigt (klar, ich hatte ein Bett zu viel drin, allerdings soll wohl das Badezimmer bei mir auch um ein Drittel größer sein, was ich kaum glauben kann, denn ich muss ja schon fast aus dem Badezimmer heraus, wenn ich mich kratzen will). Wir sind rüber zum Kino gelaufen, quer durch den Weihnachts»markt« (fünf Buden). Bei dem Kino handelt es sich um ein Village Cinema (Kinopolis-Konzern) im Einkaufszentrum Weizmühle. Würden die Hampel auf ihrer Homepage keine Frames verwenden (vor allem nicht so!), könnte ich direkt auf die Seite des Ludwigshafener Kinos linken. Obwohl Village zu Warner, sorry, AOL Time Warner, gehört, werden natürlich auch Filme anderer Studios gezeigt.
Das Village gefällt mir nicht. Drei Gründe? Drei Gründe:

  1. Es ist mir alles zu bunt. In der Farbwahl, die Stoffe (Fußboden, Wände, Vorhänge, Polster, Leuchtreklame) betreffend. Zu krasse Kontraste, zum Beispiel lila (stoffbespannte) Wände und senf-gelbe Polster. Außerdem gibt es im Foyer nirgendwo Fenster, durch die Tageslicht scheinen könnte.
  2. Alle Kinosäle sind auf einer Ebene, über einen langen Gang zu erreichen und man zweigt beim richtigen Saal nur rechts oder links ab. Langweilig.
    Gut, bei den Gegebenheiten (Einkaufszentrum, Kino im obersten Stockwerk des zweigeschossigen Gebäudes, unten Läden) wird das nicht anders gehen, aber es ist trotzdem eine langweilige Architektur. Man hat sich bemüht, indem man dem Gang einen Hauch von Zick-Zack gegeben hat (die Wände sind nicht Schnur-gerade parallel zueinander aufgestellt, sondern schräg zur Ideallinie versetzt, man könnte also immer noch gerade durchlaufen), aber das hilft auch nichts mehr.
    Ein Positiv-Beispiel ist das Erlanger CineStar (auch kein direkter Link, da perverser Einsatz von aufpoppenden Fenstern und Frames). Ehemals ein Kaufhaus mit, hmm, drei oder vier Ebenen, wurde komplett entkernt. Im Erdgeschoss befinden sich ebenfalls Läden (aber nur zwei größere, ein Schuhgeschäft und ein H&M), im ersten Stockwerk ist die Kinokasse mit einigen Verkaufsplätzen und dahinter eine Cafe-Bar. Im zweiten Stock das Kino 2 (größter Saal mit 464 Plätzen und 120 m2 Leinwand), außerdem ein Abgang zum Kino 1 (eigentlich mein Lieblingssaal wegen der breiten aber wenigen Reihen mit vielen Plätzen und dem steileren Anstieg), das im Prinzip auf der Höhe des ersten Stocks ist, sowie eine Treppe in den dritten Stock, die auf halber Höhe um neunzig Grad nach links und um neunzig Grad nach rechts gespalten wird (links sind die Kinos 3, 4, 5 und 6, je zwei links und rechts, auf dem rechten Aufgang sind die Kinos 7, 8, 9 und 10, auch jeweils zwei links und rechts vom rechten Aufgang gelegen).
    Ein weiteres Positiv-Beispiel ist das CineCitta' in Nürnberg (hier muss ich nicht auf ein konkretes Kino linken, da das CC nicht zu einer bundesweit vertretenen Kette gehört, sondern ein Kinokomplex mit zwanzig Sälen in der Nürnberger Innenstadt ist). Das kann man aber nicht in einigermaßen kurzen Worten beschreiben, das muss man gesehen haben. Aber eine Warnung sei angebracht: es gibt Leute, denen die Weitläufigkeit (»Sieht ja aus wie ein Flughafen«) nicht gefällt. Mir schon.
  3. Der dritte Grund, weswegen mir das Ludwigshafener Village nicht gefällt: Neon-Röhren. Wenn der Film zu Ende ist und der Abspann läuft, muss das Licht langsam angedimmt werden. Nicht so im LU-Village: Hier springen Neon-Röhren an den Wänden an. Und wie das halt bei Neon-Röhren so ist: da wird nichts gedimmt, weil nichts gedimmt werden kann; entweder sie sind an oder sie sind aus. Wenigstens gibt es noch zwei »Level«: Während des Abspanns gehen nur ein paar Röhren schlagartig an, die volle Saalbeleuchtung kommt erst nach dem Abspann.

Auf dem Programm stand »Natürlich blond«. Kein Film, den man gesehen haben muss. Zumindest war er nicht so schlecht, dass ich mich in gleichem Maße kilometerlang darüber auslassen müsste wie über das schlechte Kino.
Es geht um Elle Woods, gespielt von Reese Witherspoon. Das Mädel macht im Film zunächst einen ziemlich bescheuerten Eindruck, das täuscht aber ein wenig, da es nicht ganz so schlimm weiter geht. Ihr Freund, aus gutem Hause, macht mit ihr Schluss, weil er auf eine Elite-Uni zu gehen gedenkt, Anwalt in einer renommierten Kanzlei werden will und sie mehr das Image eines Bett-Häschens mit sich herumträgt. Sie kann das nicht verwinden und tut es ihm gleich, indem sie sich an der gleichen Elite-Uni bewirbt und auch tatsächlich aufgenommen wird. Der Rest des Films handelt davon, wie Elle, bewaffnet mit Augenkrebs-fördernden Klamotten, Bleistiften mit Puscheln am Ende und Notizblöcken in Herzform, den harten Uni-Alltag meistert. Der ein oder andere Schmunzler bleibt nicht aus, aber insgesamt ist es ein bedeutungsloser Film ohne Tiefgang oder Anspruch (natürlich...) und auch nicht mit gerade viel Humor. Später am Abend fragte mich Marc »wobei haut's dir die Nadeln aus der Tanne?« Meins ist eher der etwas krudere Humor von »Austin Powers«, schwarzer Humor a la »From Dusk till Dawn« oder der trockene britische Humor von Monty Python (Meaning of Life, Holy Grail, Life of Brian) und andere Filme mit John Cleese (Ein Fisch namens Wanda, Wilde Kreaturen). Oder der ein oder andere Streifen der Coen-Brothers (O Brother, Where Art Thou?, Big Lebowski, Fargo).

Nach dem Film zogen wir noch etwas um die Häuser: wir steuerten ein Nudelhaus in der Nähe des Hotels an, allerdings gab es dort ab 22 Uhr keine warme Küche mehr. Hängengeblieben sind wir dann im »Alex« in der Nähe des Berliner Platzes. Praktischerweise gleich neben der Bank (hatte nur noch zehn Mark dabei, aber ein Geldautomat war so ja nur eine Haustüre weiter). Wir blieben bis eins und jeder von uns hat etwa vierzig Mark dort gelassen und in Getränke und Warmes investiert. Ein Song hat es mir besonders angetan und von unserer Bedienung bekam ich netterweise auf Anfrage auch schnell (und richtig, wie sich später herausstellte) Auskunft: Creme de la Creme mit »Letzte Nacht«. Den Text hatte ich gar nicht so verstanden in der Kneipe (ok, Bistro), mir hat die Gitarre im Hintergrund gefallen. Aber der Text, zu Hause mal in Ruhe gehört, hat auch einiges für sich.   :-)
Ich habe mal wieder mein Glück im Alter- und Körpergröße-Raten versucht und wie so oft grandios daneben gehauen: meine Einschätzung war, dass Marc (höflich geschätzt) 26 Jahre alt und 1,80 Meter groß ist. Für mich im Stillen geschätzt 28 Jahre und 1,75. Tatsächlich ist er 32, die Größe weiß ich jetzt nicht mehr. Sandra hat am Freitag berichtet, dass ich bei ihm wegen dieser Einschätzung alle Sympathien gewonnen habe.   :-)
Ansonsten ging es um Musik und alte TV-Serien, die man als Kind gesehen hat. Fraggles, Captain Future, diese Delphin-Sendung (ah, äh, »Flipper«) und andere.

»Aber nicht zu dritt!«
Dass Sandra das Hotel gewechselt hat, weil man dort päpstlicher als der Papst war, habe ich geschrieben. Im Viktoria wird das gelegentliche ăbernachten des LAP bei langer Einquartierung (drei Monate z.B.) geduldet, jedoch war der Nachtportier, der mich noch nicht kannte, etwas verwirrt, als wir zu dritt durch die Tür kamen und er meinte: »Aber nicht zu dritt!«
War für 'nen Schmunzler gut!

Noch ein bisschen was aus dem Internet-Angebot der FTD:
Euro-Fans bekommen auch an Neujahr Geld. Es geht um die Sonder-Öffnungszeiten einiger Banken zu Neujahr. Bei uns wird nicht geöffnet. Muss auch nicht, weil die WTU (Werttransport-Unternehmen, z.B. Securitas oder die Wach- und Schließgesellschaft) an Silvester kurz vor Mitternacht die Geldautomaten randvoll mit Euro-Noten zu 5, 10, 20 und 50 packen. Ich weiß nicht, wie viel geladen wird, aber ich könnte mir vorstellen, dass es ein paar hunderttausend sein werden, vielleicht eine Viertel Million oder mehr. Das reicht auf jeden Fall für die Silvester-Nacht und das ganze Neujahr. Keine Notwendigkeit, die Schalter zu öffnen.

In den USA interessiert sich keiner für den 'yoo-ro'. Besonders nach den Anschlägen vom 11. September hat das eh gering ausgeprägte Interesse noch weiter abgenommen und Experten befürchten, dass die Amis die Euro-Einführung in ăbersee schlicht verschlafen.

Die Bundesdruckerei verschenkt Milliarden als D-Mark-Konfetti und doch gibt es Leute, die bei eBay Geld dafür ausgeben.

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Mittwoch, 05. Dezember 2001 --- Endlich wieder in LU
Aufstehen um 4 Uhr 30, damit ich um zehn nach fünf das Taxi bekomme. Die Nacht war, wie üblich vor solchen Dienstreisen, kurz: nur zwei Stunden geschlafen. Ich wollte mehr, aber ich konnte einfach nicht früher einschlafen. Im Zug konnte ich wenigstens noch irgendwo zwischen Fürth und Frankfurt eine Stunde knacken.
Der Zug, IC 622, fuhr um 05:39 pünktlich in Fürth ab und kam pünktlich um 07:40 in Frankfurt an Gleis 6 an. Der ICE 997 brachte mich dann um 07:49 (ab Gleis 9) bis Mannheim. Von Mannheim bis zur Filiale ist es ein Katzensprung: Aus dem Hauptbahnhof in Mannheim um 08:26 raus, in die Straßenbahn-Linie 3, und drei Stationen später, am Berliner Platz, wieder aussteigen. In Mannheim in einen Zug umzusteigen, der zum Ludwigshafener Hauptbahnhof fährt, wäre unsinnig. Ludwigshafen, oder Luhafen, oder LU, ist auf der anderen Seite des Rheins, nur »über die Brück'«, wie die Ludwigshafener sagen.
Der Mannheimer Hauptbahnhof ist nach dem Umbau wirklich sehr schön geworden!

In der Filiale ist bereits die Kollegin, wie von Michael angekündigt. Sie heißt Sandra, ist auch Springerin (arbeitet aber nicht direkt bei uns in der Bank, sondern in einer anderen Konzerntochter), 22 Jahre alt und sieht gut aus.   :-)   Wenn ich mir eine kurze Beschreibung erlauben darf: etwas kompakter gebaut als ich (1,70?), glatte, kastanien-braune Haare die zwar bis zu den Schulterblättern reichten, die sie aber hochgesteckt trug und eben solche braunen Augen, wenn ich mich recht entsinne.
Zu meiner ăberraschung bleiben wir zu zweit; ich dachte, dass Michael noch kommt und wir zu dritt wären, aber ok. Sehr cool: zwei Springer, die eine 22, der andere 23, schmeißen zwei Tage lang zu zweit den Laden. Zum Glück bleibt es relativ ruhig und es stehen keine Termine an, denn zu zweit ist die Filiale doch etwas dünn besetzt. Wenn ich einen Termin hätte und die Kollegin an der Kasse ein paar Leute bedienen müsste und es käme noch jemand mit Beratungsbedarf, ist das Haus voll. Notfalls hätten wir einen Termin für einen anderen Tag vergeben, falls dann mein Kundengespräch länger gedauert hätte.
In der Mittagspause sind wir in einer Buchhandlung vorbei; sie hat einen bestellten Motorradfahrer-Comic für ihren Freund abgeholt, ich habe bei einem neuen Scheibenwelt-Roman von Terry Pratchett zugeschlagen: »Die volle Wahrheit« (der 25. Scheibenwelt-Roman, aber ich habe nicht alle). Eigentlich habe ich keine Zeit, Bücher zu lesen (bin froh, wenn ich jede Woche den Spiegel und alle zwei Wochen die c't fertig bekomme, die letzten sechs brandeins-Ausgaben habe ich gar nicht mehr gelesen), aber der Klappentext hat es mir angetan:

Die Scheibenwelt hat das Aufkommen neuer Technologien bereits erlebt, wie zum Beispiel die vom Teufel gestiftete Erfindung des Kinos. Jetzt hat Ankh-Morpork auch noch eine freie Presse, engagierte Zeitungsschreiber, Zwerge, die sich als Drucker betätigen, und Leute, die ihre geliebten Kreaturen in der Klatschspalte sehen wollen. Das politische Tagesgeschäft legt einen Zahn zu und wird schmutziger. William de Worde, der Herausgeber der Ankh-Morpork-Times, fühlt sich der Wahrheit verpflichtet. Da kommt dem Aufklärer eine Verschwörung im alten Adel, durch die der Patrizier gestürzt werden soll, gerade recht.

38 Mark (19,43 €), ab 1.1.2002 dann 19 € (37,16 DM), laut Preisschild.

Mittagessen: Döner, und zwar einer der besten: In der Gasse zwischen Multistore und Sparkasse, an der Straßenbahn-Haltestelle.

Am Abend hat mich Sandra in ihren MX-5 gepackt und mit ins Hotel gefahren. Mein Koffer ging gerade so in den Kofferraum. Irre kleines Auto, aber schön (zum Einsteigen braucht man einen Schuhlöffel). Hotel Viktoria, Nähe Bahnhof (sieben Minuten zu Fuß von der Filiale weg). Ich weiß nicht, ob's noch andere Hotels in LU gibt, aber ich habe so langsam meine Zweifel. Das Hotel, in dem ich letzten Sommer war (keine Ahnung, wie das hieß...), war auch schon mehr die Pension Familienbetrieb. Und die Einrichtung im Viktoria war ähnlich rustikal, eigentlich noch ein Stück schärfer: Zwei Betten (ok...), ein Schrank, ein Tisch, ein Stuhl, alles sah so aus, wie von vor dem Krieg. Wenn im Schrank ein Aufdruck »Stadt Ludwigshafen« prankt und in der Nachttischlampe das IKEA-Preisschild (25 Mark) noch klebt, ich weiß nicht... Schwer zu beschreiben. Ich hätte Fotos machen sollen... Jedenfalls nicht die 80 oder 90 Mark pro ăbernachtung wert, die es gekostet hat. Die Einrichtung in der Bundeswehr-Unterkunft während dem einwöchigen Seminar in meiner Zivizeit (Zivildienst-Schule Staffelstein) war moderner. Natürlich war dieses Zimmer jetzt wesentlich geräumiger und hatte einen Extra-Raum für Klo, Waschbecken und sogar eine Badewanne (wie gesagt, Doppelzimmer; ich habe die Erfahrung gemacht, dass Hotel-Doppelzimmer Badewannen haben, Einzelzimmer haben immer nur eine Dusche). Die Betten waren auch wesentlich besser als in der Zivildienst-Schule, das Kopfkissen verdiente diese Bezeichnung sogar (anders der Jugendherbergs-Lappen im Hotel der letzter Woche, 145 Mark die Nacht), aber ich rede jetzt von der Optik, von der Einrichtung!
Sandra war auch erst in dem Hotel, in dem ich letzten Sommer war, aber sie hat sich nach zwei Tagen ein anderes (eben Viktoria) gesucht, denn das Erstere war etwas krude: Kein Herrenbesuch auf den Zimmern gestattet. Ihr Freund, nicht nur, dass er sie während der nächsten fünf Monate in Ludwigshafen nicht besuchen durfte, durfte nicht mal ihre Koffer auf's Zimmer bringen. Völlig von der Rolle.

Eigentlich wollte ich heute Abend zum Italiener in der Walzmühle (ein Einkaufs-Zentrum, mit einem Vobis, einem McDonald's, einer SB-Filiale der Sparkasse, einem Real und einigen kleineren anderen Läden sowie dem Village-Kino mit zehn Sälen darüber), aber der hat die Segel gestrichen. Also doch der Grieche in Mannheim (Sandra ist nach Heidelberg gefahren, zu ihrem Freund Marc; vorher habe ich noch im Village Plätze für den Kinofilm reserviert, den wir morgen zu dritt sehen wollen). Dumm nur, dass ich nicht mehr weiß, wo ich die Rechnung von letztem Jahr hingelegt habe. Eine Zeit lang habe ich mir mal Restaurant-Rechnungen aufgehoben, eben für den Fall, dass ich da mal wieder hin will, aber vielleicht nicht mehr genau weiß, wo das Dahin ist. In Mannheim ist das ein spezielles Problem, da die Innenstadt Schachbrett-artig in Blöcken aufgeteilt ist und es keine richtigen Anhaltspunkte oder Straßennamen gibt. Ich wusste nur noch, dass es im nördlichen Teil der Innenstadt war (wirklich nördlich? Jedenfalls »oben«), in einer der längs zum Rhein verlaufenden Straßen (nicht quer zu Bahnlinie), auf der linken Seite, wenn man von unten kommt, in einem Keller. Um es kurz zu machen: etwa zwanzig Minuten später, einige Blöcke später, habe ich ihn dann wieder gefunden: »Dimitra« in Q2, Hausnummer 16 (eigentlich heißt es nur »Q2, 16«), Nähe Paradeplatz. Sehr zartes Schweinefleisch, exzellentes Suvlaki. Hat sich gelohnt. Das volle Programm: Dolmades, Suvlaki mit zwei Spießen, dazu ein Tsatsiki und im Verlaufe des Essens zwei Spezi.

In der Playlist:
Madonna: »Ray of Light«
Zucchero: »Baila (Sexy Thing)«
Nine Inch Nails: »a warm place«

Mit der Straßenbahn ab Paradeplatz dann wieder heimgegondelt, in iTunes noch etwas mit den Playlists gespielt, Heia.

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Montag, 03. Dezember 2001 --- Was muss, muss
Die ersten beiden Tage dieser Woche arbeite ich in der Zentrale, bevor's am Mittwoch endlich wieder nach Ludwigshafen geht. Am Montag helfe ich in der Vertriebssteuerung aus, bei einer »Porto-Bereinigungsaktion«. Bedeutet, dass ich Kunden, denen fälschlicherweise Porto für die Zusendung von Kontoauszügen berechnet wurde, diese Beträge wieder gutschreiben muss. Waren 261 Stück, kurz nach zehn war's erledigt (eine Buchung je Kunde über 1,10 oder 2,20 DM, am Schluss eine Gegenbuchung für jede der beiden betroffenen Filialen).
Den Rest des Tages war ich mit der Bonusspar-Bereinigungsaktion beschäftigt: Es lag eine fünf Zentimeter dicke Liste aller am 1.1. fällig werdenden Prämienspar- und VL-Sparverträge vor und es musste kontrolliert werden, ob die eingestellten Gegenkonten noch existieren. Wenn nicht, dann war ein anderes Girokonto oder notfalls ein anderes Sparbuch des Kunden einzusetzen, weil die fällig werdenden Sparverträge bei uns automatisch aufgelöst und auf ein anderes Konto (eben das Gegenkonto) umgebucht werden. Wenn der Kunde keine weiteren Konten im Haus hatte, war das Filial-CpD einzutragen (CpD heißt »Conto pro Diverse« Konto für Diverses, ein Zwischenkonto). Bis 17 Uhr habe ich mich nur damit befasst nachzusehen, ob das eingetragene Gegenkonto existent ist. Wenn nicht, habe ich das erstmal markiert, bei diesen verbleibenden Fällen muss sich jemand anders um die Korrektur kümmern, ich hab's bis 17 Uhr nicht mehr geschafft (morgen muss ich an einer anderen Sache arbeiten, nämlich...).
Morgen geht's an die WpHG-Bereinigungsaktion in einer Filiale. Die Aufgabe: alle Kunden anschreiben, bei denen kein WpHG-Beratungsbogen für's Depot vorliegt. Das ist eine gesetzliche Vorgabe (Paragraph 31 WpHG, Wertpapierhandelsgesetz) und muss nachgeholt werden, wenn es bei der Depoteröffnung versäumt wurde bzw. wenn das Depot eröffnet wurde, als es das WpHG noch nicht gab und deswegen kein Bogen vorliegt (und auch noch nicht nachgeholt wurde).
Suuuper spannend, aber was muss, muss.

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Samstag, 01. Dezember 2001 --- Zur richtigen Zeit am falschen Ort
Eigentlich wäre heute Betriebsausflug der Bayreuther Filiale gewesen, dem ich mich anschließen wollte. Geplant war »Holiday on Ice«, gut Essen gehen und am Abend noch eine Travestie-Show. Treffzeit war 12:30 Uhr und als Treffpunkt hatte ich mir die Meistersingerhalle in Nürnberg gemerkt. Ich Pappnase, warum habe ich mich auf eine Erinnerung verlassen, die eine Woche alt war? Warum habe ich nicht nochmal auf der Einladung nachgesehen? Während ich bis zehn vor eins vor der Meistersingerhalle gewartet habe, standen die Kolleginnen vor der Frankenhalle. Zuerst dachte ich ja, ich habe mich in der Zeit vertan, aber als ich wieder zu Hause war (und nachsah), war mir klar, dass ich vor der falschen Halle gewartet hatte. Naja, und Anschluss konnte ich keinen mehr finden, weil ich nicht wusste, wann es wo weiterging. Sehr ärgerlich.
Wenigstens habe ich in Fürth am Bahnhof noch die aktuelle FHM-Ausgabe (12/2001, die mit Kalender und Heidi Klum auf dem Cover) bekommen, die ich letzte Woche in der anderen Stadt nicht mehr bekam (wegen des Kalenders). In dieser Ausgabe: Judith Richter, das Model aus der D2-Vodafone-Werbung. Yummy!

Die Splash-Screens vor dem Programmstart von Word X, Excel X und Entourage X. PowerPoint X ist nicht abgebildet (verwende ich nicht).Etwas überrascht war ich heute doch ob der Möglichkeiten, Kleinbild-Dias auf CD zu bannen. MediaMarkt bietet z.B. den Photo-CD-Service, der auch professionellen Ansprüchen genügt, aber auch professionell kostet: 20 Mark für den Rohling, fünf Mark Bearbeitungsgebühr und etwas über eine Mark pro Bild. Auch von älteren Dias möglich (also nachdem der Film schon entwickelt wurde), Dauer circa sieben bis zehn Tage. Die andere Möglichkeit: Eine der sogenannten »Zehn-Mark-Aufpreis-CDs«, die, wer hätte das gedacht, zehn Mark Aufpreis zur Filmentwicklung kosten, eine geringere Auflösung bieten und bei denen es nicht möglich ist, gleichzeitig auch Dias zu entwickeln.

Cyberport hat heute Office X geliefert; das ging schneller als gedacht. Am späten Nachmittag installiert und gestartet: Wow! Das sieht mal lecker aus! Das neue Entourage ist schöner geworden, generell wurden alle Icons und Dialoge an Aqua angepasst und es werden sheets verwendet (z.B. beim Dialog, ob Änderungen vor dem Schließen gespeichert werden sollen). Der Knüller bei allen Office-Programmen (besonders für Word interessant): aus dem Drucken-Dialog heraus kann man per Klick auf »Vorschau« das Mac OS X-Systemprogramm »Vorschau« (Preview) starten. Dort gibt es im Ablage-Menü den Befehl »Als PDF sichern...« Sehr cool: PDFs aus Word-DOCs generieren, ohne auf den Adobe Distiller oder Acrobat angewiesen zu sein!

Aus der Rubrik »Panorama«: Bei einem Einpark-Manöver hat ein 89-jähriger zwölf Autos beschädigt. Er selbst und seine 86-jährige Beifahrerin wurden verletzt, außerdem eine ebenfalls 86-jährige Fußgängerin, die über die Wrackteile stolperte.
Auch wenn's für die Beteiligten weniger erfreulich ist, aber als ich das gelesen habe, hab' ich mich weggeschmissen.

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