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Sonntag, 23. Dezember 2001 --- Größer
als die Wirklichkeit
Heute Abend das Rolling Stones-Konzert im IMAX, »Rolling Stones @ the
Max« mit meinem Vater und zwei von seinen Arbeitskollegen. Wir kamen
sehr knapp an, gerade noch rechtzeitig zu Beginn des Hauptfilms.
Die IMAX-Erfahrung war für mich nichts Neues, ich kannte IMAX schon aus
München von vor ca. drei Jahren. Jetzt so ein Ding in Nürnberg zu
haben, ist schon cool. Es hat gestern eröffnet. Der Film ist durchaus
zu empfehlen. Er dauert doppelt so lange wie ein normaler IMAX-Film und muss
aus technischen Gründen in der Mitte für knapp fünf Minuten
unterbrochen werden. Der Sound ist bombastisch und man hat wirklich das Gefühl,
mit den Stones auf der Bühne zu stehen.
Durch die Eröffnung des IMAX (mit MAD-Simulationskino) und drei weiteren normalen Kinosälen wird das CineCitta' zum Megaplex. Es ist meinen Infos zu Folge das größte Kino Deutschlands (wenn man nach Anzahl der Leinwände und Gesamtanzahl der Plätze geht).
Nach dem Kino wieder nach Hause, es hatte tatsächlich -18 Grad. Es war
so kalt, dass der Schnee unter den Stiefeln knirschte.
Spiegel:
»Auf Deutschlands Autobahnen herrschen verheerende Zustände.«
wegen des Schnees.
Am 10.12. habe ich den Telefonanschluss bei NEFkom beantragt und es hieß, dass es fünf Wochen dauern könne. Bisher noch keine neuen Entwicklungen.
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Samstag, 22. Dezember 2001 --- Ein
Ring, sie zu knechten - sie alle zu finden. Ins Dunkel zu treiben und ewig
zu binden.
Heute aus dem Bett um 16 Uhr. Am Nachmittag direkt mal den Kursmünzensatz
der ersten Euro-Münzen aus San Marino bestellt, für 17.000 Lire
(hey, so viel kostete mein erster Geldbeutel), also 8,78 Euro zuzüglich
7.000 Lire für Porto und Verpackung, insgesamt 12,39 Euro. Weniger wegen
der zu erwartenden Wertsteigerungen, sondern weil die Münzen aus San
Marino einfach schön
sind.
In der Stadt suchte ich bei den Zeitschriften im Horten die aktuelle Ausgabe
von »DMEuro«. Deren Zeitschriftenstand ist absolut chaotisch,
alles an einer zehn Meter langen, zwei Meter hohen Wand, ein richtige Versteckspiel.
Essen im Poseidon.
Es liegen 30 cm Schnee, auf der A9 bei Bayreuth ist es zu einem Schneechaos gekommen.
Am Abend der erste Teil von Herr der Ringe, ein 3-Stunden-Marathon, der in
der Mitte für eine Viertelstunde unterbrochen wurde. Das Kino hat schon
auf Europreise umgestellt, die Karte kostete 17,02 Mark (8,70 Euro, mit ordentlichem
Überlängen- und Wochenend-Aufschlag dabei).
Während der Werbung einer der derzeit besseren Kinowerbespots, von Mercedes
Benz. Werbung für deren neues Navigationssystem: »Warum braucht
es 500 Millionen Spermien, um eine Eizelle zu befruchten? Weil Männer
nie nach dem Weg fragen.«
Bin ich eigentlich der Einzige, der den Film etwas mau fand? Und zwar nicht,
weil man »natürlich« bei der Umsetzung von Buch auf Film
Abstriche machen muss, sondern weil ich es stellenweise einfach langatmig
fand. Ich habe als Kind nur den ersten von drei Bänden gelesen, weil
der schon relativ öde war. Mal sehen, ob der zweite Teil mehr Leben in
die Bude bringt. Direkter Vergleich mit dem derzeitigen Konkurrenten Harry
Potter? Der Zauberlehrling sorgte für mehr Kurzweile.
Bei spiegel.de hat's noch einen Bericht
über die Spezialeffekte.
Nach dem Kino gingen wir noch weiter ins TIO. Auf ein Projekt im Januar angesprochen meinte Holger, dass es nun sicher sei, aber im wesentlich kleineren Umfang, wahrscheinlich würden sie mich gar nicht dazu brauchen. Naja, ok. Als kleinen Mitternachtsimbiss noch eine Wagenrad-große Pizza und zum Runterspülen testweise mal einen Cuba Libre. Den Cocktail habe ich mir aufregender vorgestellt, ist jetzt nicht so mein Fall. Meine beiden Standards sind Tequila Sunrise (könnt' ich wie Limo trinken) und Gin Fizz.
Ich habe Klaus meine Dias zum Scannen mitgegeben. Eigentlich wollten wir sie heute gegen 18 Uhr einscannen, aber wir waren beide noch am Essen und vor dem Kino war's dann zu knapp. Er scannt sie mir die nächsten Tage mit 1.200 dpi und brennt sie auf eine CD-ROM. Ich überlege ernsthaft, mir einen Dia-Scanner zuzulegen. Mal sehen, wie sich das mit der Fotografiererei bei mir weiterentwickelt.
Nach dem Film habe ich zu Hause noch Verenas Weihnachts- und Geburtstagsgeschenk im Internet (bei Amazon) gefunden. Allerdings sechs Wochen Lieferzeit.
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Freitag, 21. Dezember 2001 --- Nur
einen winzigen Schlock!
Aufgestanden um 14 Uhr.
Am Nachmittag bin ich auf einen Sprung in die Stadt, einen Iskender bei Adana essen, »O Brother, where art thou?« kaufen und beim Münzhändler wegen Münzkapseln vorbeischauen. Ein paar der ersten Euro-Münzen werde ich mir sicher aufheben, außerdem auch mein letztes Markstück. Schneegestöber.
Am Abend, wie seit Jahren jeden Freitag vor Weihnachten, Feuerzangenbowle im Jugendheim. Richard konnte wieder den Beamer organisieren, für DVD-Player (Michl und ich), Verstärker (Michl), Boxen und Kabel (Richard) war auch gesorgt. Am Anfang natürlich die Feuerzangenbowle, inzwischen auf DVD. Dazu gab's selbstredend Feuerzangenbowle, wie immer sehr gut zubereitet von Rainer. Und wenn man die Ausrüstung schon mal da hat, schaut man noch ein, zwei weitere Filme an. Dieses Jahr viel die Wahl auf das zuvor gekaufte »O Brother, where art thou?« und danach »Shrek«.
Danach zusammenpacken, Heimreise antreten (ok, sind nur drei Kilometer). Es gab zehn Zentimeter Neuschnee und die Gelegenheit nutzte ich, um mal ein bisschen im Schnee auf ungeräumten Straßen zu fahren. Zwischen Kriegenbrunn und Hüttendorf nur mit 30, 40, die Straße war kaum auszumachen. In weiser Voraussicht habe ich mich bei der Bowle etwas zurückgehalten, so dass ich freilich nicht unter Alkoholeinfluss mit meiner Schwester nach Hause fuhr. Das Auto habe ich nicht so klug geparkt, am nächsten Morgen war es von Schneehaufen umgeben, nachdem der Schneepflug durch's Dorf gefahren war.
Der Liebling des Jahres bei Harald Schmidt: Rudolf Scharping, herzlichen Glückwunsch.
Das ist der Wahnsinn: Es gibt Leute, die 101 Euro für ein Starterkit aus Monaco bezahlen, Nominalwert 15,24 Euro.
In den USA ist das Unternehmen Enron Pleite gegangen. Sehr viele Bürger dort haben ihre gesamten Ersparnisse in Aktien des Unternehmens angelegt, als Altersvorsorge. Sie haben jetzt nichts mehr.
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Donnerstag, 20. Dezember 2001 ---
Rest-Urlaub
Heute gibt es nicht besonderes. Ich habe heute und morgen zwei Urlaubstage,
weil mein Chef nicht gewollt hat, dass ich Rest-Urlaub mit ins nächste
Jahr nehme. Da habe ich prinzipiell nichts gegen. Ich habe ausgeschlafen,
spiegel.de, heise.de
und ftd.de/euro gelesen und gebadet.
Abends blieb ich zu Hause.
In einem Münzforum überlegen Leute ernsthaft, 10,23 DM in einen Plastikbeutel zu verschweißen, »DM-Abschieds-Kit« draufzuschreiben und es bei eBay zu versteigern. Bei dem Wahnsinn, der derzeit mit den Euro-Starterkits abläuft, würde sicher auch solch ein Päckchen seine Abnehmer finden.
Seitens der EZB gibt es bereits Überlegungen,
die Euro-Banknoten ab 2005 mit winzigen Chips auszustatten, um so die Fälschungssicherheit
(v.a. bei der Automatenprüfung) zu erhöhen.
Auch wenn der Euro offiziell noch nicht im Vereinigten Königreich eingeführt
wurde, schleicht
er sich dennoch ein: viele Hotels und Geschäfte wollen von Touristen
auch den Euro akzeptieren.
Google hat mal wieder ein neues Logo. Nett.
Harald Schmidt hat heute herrlich über Helmut Lotti hergezogen. Dann hatte er das Gefühl, etwas zu weit gegangen zu sein und relativierte seine Kritik: »Sie können Helmut Lotti ja kaufen. Sie müssen es ja nicht hören.« In diesem Zusammenhang zählte er die Menschen auf, die er niemals in seine Show einladen wird: Lilo Wanders, Vanessa Mae, Kim Wilde. Vanessa Mae war m.W. das einzige Mal (als sie einmal in der Show war), das jemand bei der Schmidt-Show nicht gänzlich live gespielt hat. »Selbst Prince war hier auf dieser Bühne und hat live gespielt! Bei uns wird nur live gespielt!«
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Mittwoch, 19. Dezember 2001 ---
Let's talk about Sex
Um neun fing ich zu arbeiten an, aber bereits um zehn war ich mit der WpHG-Geschichte
fertig. Um halb elf raus aus der Bank und um halb zwölf ins Kino, »Memento«.
Holger hat ihn mir empfohlen. Ja, durchaus interessant. Das besondere bei
dem film ist, dass er in Szenen rückwärts erzählt wird. Der
Film beginnt mit dem Schluss und der Film erklärt, wie es dazu gekommen
ist. Etwas krude und nicht ganz einfach der Handlung zu folgen, bzw. sie während
des Sehens zusammenzusetzen. Im Web gibt's noch eine FAQ
zu dem Film.
Abends habe ich mich mit Karin getroffen. Ich weiß nicht, wie lange
wir uns nicht mehr gesehen haben, vielleicht zwei Jahre. Wir unterhielten
uns ungefähr drei Stunden, und ich schätze, dass es etwa die letzten
zwei Stunden vorwiegend um Sex ging. Wir hatten damals schon eine, wie soll
ich sagen, »offene Beziehung«. Beziehung ist vielleicht das falsche
Wort, weil wir ja keine Mann-Frau-Beziehung im üblichen Sinne des Wortes
hatten. Freundschaft.
Ich kann und will hier nicht ins Detail gehen, jedenfalls tat es mir sehr
gut, Karin wiederzusehen und mich mit ihr zu unterhalten, nicht nur, aber
vor allem über Sex. Ich weiß nicht, wie es meinen Leserinnen und
Lesern geht, aber mir würde was fehlen, hätte ich nicht eine Freundin
wie Karin, mit der man sich auch außerhalb einer Beziehung mal über
Vor- und Nachteile von Stellungen unterhalten kann. Unter anderem. Davon ab
ist mir die Freundschaft zu Karin auch sonst sehr wichtig, mir würde
auch etwas fehlen, wenn ich nicht diese Freundschaft zu ihr hätte, auch
wenn wir uns nicht sehr oft sehen. Wenn wir uns wieder sehen, ist es so, als
wären keine zwei Jahre vergangen, als wäre das letzte Treffen erst
vor kurzem gewesen. Ich kann das schlecht beschreiben.
Um zehn vor Mitternacht testete ich noch einen neuen Griechen, den ich vor ein paar Tagen entdeckt habe: »Platon« in der Königstraße 76 (90402 Nürnberg, direkt an der Königstor-Passage, im ersten Stock, Fon: 0911-221180). Hat bis vier oder fünf Uhr früh geöffnet. Als Vorspeise kaltes Dolmadakia, sehr gut (6,20 DM). Dann Suvlaki für 17 Mark 90 und ein 0,4-Liter Spezi für 5 Mark 40 und Tzatziki für 6,90 DM (teuer!). Zusammen 36,40 DM bzw. 18,61 Euro. Suvlaki für fast 18 Mark ist allerdings auch nicht gerade günstig. Insgesamt ok, hat aber nicht das Zeug zum Top5-Griechen. Nachts um zwei aber eine überlegenswerte Alternative zum Burger King um die Ecke und zum McDonald's auf der anderen Straßenseite.
Dann nach Hause.
Der Musikabodienst Pressplay ist gestartet;
er verfügt über die Rechte von Vivendi, Sony und EMI.
Zuhören dürfen indes nur US-Amerikaner mit Windows-Rechner, Internet
Explorer und Media Player 7.1. Ich frage mich, wer zehn bis 25 Dollar monatliche
Abo-Gebühr auf den Tresen legt, um sich derart gängeln zu lassen:
Die Musikindustrie hat's noch immer nicht begriffen. So lange es kein legales
und attraktives Angebot gibt, werden die User sicher nicht auf die
Angebote der Industrie umschwenken. Jede CD die man im Laden kaufen kann ist
flexibler in der Handhabung. Letztendlich wird es denke ich auf einen Kampf
hinauslaufen: auf der einen Seite die Konsumenten, die ihre Musik dort hören
möchten, wann, wo und wie sie wollen und auf der anderen Seite die Industrie,
die den Konsumenten vorschreiben will, wann, wo und wie das zu geschehen hat.
Wenn das digitale Rechtemanagement zur Gewinnmaximierung eingesetzt wird,
wird es meiner Ansicht nach keinen Erfolg haben, weil niemand zwei Euro mehr
pro Song zahlen will, wenn er das Stück ausnahmsweise beim Joggen statt
in den eigenen vier Wänden hören möchte.
Davon ab: Was soll das, Pressplay nur in den USA anzubieten? Sind die völlig
bescheuert? Gerade Musik und das Internet sind die ideale Kombination zur
Verbreitung der Inhalte, es hat überhaupt keinen Sinn, es nur auf einen
Markt zu beschränken! Über die unseelige Vorgabe, Pressplay nur
auf Windows mit IE und Media Player laufen zu lassen, lasse ich mich gar nicht
mehr aus.
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Dienstag, 18. Dezember 2001 ---
Sie bekommen nichts!
Die WpHG-Bereinigung geht weiter, nähert sich aber dem Ende. Morgen werde
ich fertig.
Harald Schmidt kommentiert den »Run« auf die Starter-Kits heute
in seiner Show mit diesen Worten:
»Wenn Sie noch kein Starter-Kit bekommen haben, bekommen sie ab
1. Januar nichts! Sie bekommen nichts!«
Für das Protokoll: Im Unispiegel ist mal wieder ein Bericht zur Wohnungsnot in München. In München gibt es keine bezahlbaren Wohnungen. Zwar ist München die deutsche Medienhauptstadt, sie hat die Infrastruktur und zieht wahnsinnig viele Fachkräfte an, aber man weiß langsam nicht mehr, wo die wohnen sollen, das Problem haben dort nicht nur Studenten.
Bei Apple ein Bericht über
Robert Kallina, den Designer der Euro-Banknoten. Er hat die Noten an seinem
Mac mit Freehand
entworfen.
Wegen der Euro-Umstellung müssen auch die großen Gummibären
(die einzeln verkauft werden) schrumpfen:
Der "Bärli" muss abspecken, damit das Verhältnis
von Preis und Gewicht nach der Euro-Bargeldeinführung am 1. Januar 2002
gleich bleibt. Statt zehn Pfennig kostet die Süßigkeit dann fünf
Euro-Cent, was 9,8 Pfennig entspricht - also einem Minus von gut zwei Prozent
gegenüber dem ursprünglichen Preis.
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Montag, 17. Dezember 2001 --- »Jeder
nur ein Kreuz!«
Ab heute gibt es in Deutschland offiziell Euro-Münzen für die Bevölkerung
in Form von Münzhaushaltsmischungen, den Starter-Kits. Nach den Fernsehbildern
vom Wochenende (andere Länder haben am Freitag und Samstag mit der Ausgabe
begonnen und der Andrang war groß) und den Zeitungsberichten, wonach
sich rund die Hälfte der Deutschen mindestens ein Tütchen besorgen
will, waren wir auf das Schlimmste gefasst, sprich, Ausgabe nur an Kunden
und maximal eines pro Nase. Um halb neun Uhr morgens waren aber nur drei Leute
bereits da und zur Schalteröffnung um neun warteten dann etwa zehn. Nach
der Mittagspause gab es nochmal einen größeren Andrang, aber man
könnte jetzt nicht sagen, dass einem die Kits aus den Händen gerissen
wurden. Die Nachfrage war nicht immens, aber beständg, so dass die Kassiererin
nicht »arbeitslos« wurde. Die Beschränkung auf eines pro
Kunde gaben wir recht schnell auf und am Nachmittag bekamen auch Nicht-Kunden
Starter-Kits. Die Filialen wurden unterschiedlich mit den Gebinden (ein Gebinde
ist ein Plastiksack mit 50 Starter-Kits, Gesamtwert demnach 1.000 Mark) ausgestattet;
die Filiale in der ich war, hat elf Gebinde bekommen.
Für die Nachwelt: FTD-Bericht,
Spiegel-Bericht.
In einem anderen Bericht
tut der Spiegel überrascht: Der lange angekündigte Starter-Kit
ist nichts als ein schnödes Plastiktütchen mit ein paar Münzen.
Natürlich nicht, das war seit über einem Jahr bekannt, dass es genau
das ist und nicht mehr. Aber trotzdem will jeder so ein Ding in der Hand haben
(ich auch!), denn es sind die ersten Euro-Münzen!
Etwas später dann die Entwarnung
des Spiegel: alles halb so wild gewesen heute.
Zu den Euro-Münzen ein paar Hinweise für meine Leser:
Macht Euch mit den Münzen vertraut. Zuerst ist es mal recht verwirrend
und wegen der glänzenden Farben meinen auch viele, Spielgeld in Händen
zu halten. Die Münzen auseinander zu halten fällt erst sehr schwer,
vor allem 10, 20 und 50 Cent. Prägt Euch nicht die Rückseiten ein,
denn die sind ja in jedem Land verschieden (bisher 12 Euro-Teilnehmer-Länder
zuzüglich Vatikan, San Marino und Monaco, die auch eigene Münzen
prägen) und es kommen in den nächsten Jahren bestimmt noch ein paar
Länder dazu (heißer Kandidat für vielleicht schon 2005 ist
Großbritannien). Manche Länder prägen für jede Münze
eine eigene Rückseite, z.B. Österreich, Griechenland und Italien, andere
prägen nur je eine Rückseite für die drei verschiedenen Arten
(z.B. Deutschland mit dem Bundesadler auf den zwei großen Münzen,
dem Brandenburger Tor auf den drei mittleren und dem Eichenzweig auf den drei
kleinen Münzen) und einige bringen auf alle Münzen das gleiche Bild
(z.B. Belgien und Irland). Unabhängig von der Rückseite kann mit
allen Münzen in ganz Euroland bezahlt werden. Vergesst also die Rückseiten.
Wichtig zur Unterscheidung sind die Vorderseiten, aber vor allen Dingen die
Ränder.
Zunächst noch ein allgemeines Wort zur Farbgebung und zur Größe.
Die drei (vom Wert her) kleinsten Münzen, ein, zwei und fünf Cent,
sind Kupfer-farben. Die drei mittleren Münzen (zehn, 20 und 50 Cent)
bestehen aus einer Legierung mit Namen »Nordisches Gold« und glänzen
golden. Das 1-Euro-Stück besteht aus einem Silber-farbenen Kern, der
von einem Gold-farbenen Ring umschlossen wird. Beim 2-Euro-Stück ist
es umgekehrt, es hat quasi »mehr Gold-Anteil«.
Die wertvollste Münze aus jeder der drei Reihen ist größer
als die (wert- und größenmässig) kleinste Münze aus der
nächsten Reihe. Das 5-Cent-Stück ist also größer als
die 10-Cent-Münze und 50 Cent haben einen größeren Durchmesser
als das 1-Euro-Stück.
Jetzt das Wichtigste: der Rand. Bei der Rändelung hat man vor allem
an die Blinden gedacht, damit sie die Münzen besser unterscheiden können.
In dieser Hinsicht sind sie wesentlich besser als die deutschen Münzen.
Was für die Blinden gut ist, kann den Normal-Sehenden nicht schaden,
im Gegenteil, man kann sich das auch zu Nutze machen (man sieht auf den ersten
Blick anhand des Randes, welche Münzen man im Geldbeutel hat, man kann
auch in der dunkelsten Kneipe sein Bier bezahlen, indem man die Münzen
befühlt).
Jede Münze kann eindeutig am Rand unterschieden werden. Das 1-Cent-Stück
hat einen glatten Rand, ebenso wie das 5-Cent-Stück. Die beiden kann
man leicht anhand der Größe unterscheiden. Die Münze zu 2
Cent hat auch einen glatten Rand, aber zusätzlich eine umlaufende Einkerbung.
Bei 10 und 50 Cent sind die Ränder wieder identisch und auch sie kann
man sehr gut durch die unterschiedliche Größe unterscheiden. Der
Rand ist geriffelt. Der Rand des 20-Cent-Stücks heißt »Spanische
Blume«, das sind sieben Einkerbungen. Ein Euro hat einen glatten Rand,
der durch drei »Zonen« unterbrochen ist, in denen es eine Riffelung
gibt (»gebrochen geriffelt«). Der Rand der 2-Euro-Münze ist
ebenfalls geriffelt, trägt aber außerdem eine Inschrift (bei den
deutschen Münzen: »Einigkeit und Recht und Freiheit«).
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