Relaunch ante portas --- 2000-12-29, two days to go...
Willkommen zurück!
Die im Februar angekündigte
mehrtägige Pause hat sich nun doch etwas hingezogen.:-)
Es ist viel passiert seit dem und daher ein kleiner Rückblick, kurz
vor der Wiederbelebung von my two cents durch regelmäßige
Einträge ab Januar 2001.
Da sich das Jahr dem Ende neigt, darf das auch gern als unvollständiger
Jahresrückblick verstanden werden.
Tja, die Erscheinungsweise wird nun doch nicht monatlich sein und auch mit der zwischendurch angedachten Datenbanklösung wird's erstmal nichts. Mehr dazu in meinem vor ein paar Tagen geposteten Text bezgl. des bevorstehenden Neustarts.
Ich fang mal ganz vorne an:
November 1999, my two cents geht an den Start. Ich arbeitete mit
SuSE Linux und betrieb fleißig Windows-Bashing.
Zur
Info, wie ich aktuell dazu stehe: ich habe mir ein Windows 2000-Professional
gekauft (440,- DM als OEM-Version; im MediaMarkt hätte es mit Packung
und Handbuch 800 gekostet; gut, dass wir verglichen haben). Dieses Betriebssystem
ist einfach genial.
Linux war (als ich es benutzte) eine tolle Sache und vor allem preiswert,
aber es sprachen doch einige Dinge dagegen: Zunächst mal ist es (zumindest
SuSE, von Mandrake höre ich ganz andere, positive Dinge) immer noch zu
umständlich und uneinheitlich. Config-Files zu editieren und man-Files
zu lesen stellt für mich zwar kein Problem dar, aber ich will mit meinem
Computer arbeiten und nicht für ihn. Mein Scanner (USB-Anschluss) ging
nicht mehr. Netscape 4 ist auf SuSE noch instabiler als auf Windows. Mein
Lieblings-Webeditor (Macromedia Dreamweaver) ist nicht für Linux verfügbar
und wird es auf absehbare Zeit nicht sein (VMware als Emulator ist Workaround,
muss nicht sein). Und ich vermisste das Look and Feel von Windows; KDE mag
noch so toll sein...
Mir hat noch niemand erklären können, warum ein Mac das einzig Wahre
sein soll, zumal es alle (für mich) wichtigen Programme sowohl für
Win32 als auch für den Mac gibt und der PC noch solche genialen Errungenschaften
wie die rechte Maustaste (für Kontext-Menüs) und das Mausrad (nie
wieder ohne!) mitbringt, die beim Mac aus politischen Gründen wohl nie
eingeführt werden.
Apropos Bashing: Ich hätte ja nicht gedacht, dass Akte noch tiefer gehen kann, als bisher und als bisher. Dann kam die Story mit dem Koks im Reichstag. Tiefer kann Journalismus ja wohl nicht mehr sinken.
Apropos Journalismus: Die Zeitschrift Tomorrow hat AOL zum Testsieger in einem Provider-Vergleichstest gekürt. Ja, lassen wir Euch mal glauben, dass Tomorrow eine kompetente Fachzeitschrift ist und AOL der beste Provider wo gibt...
Auf Webmonkey gesehen (entdeckt von Holger): »...while Netscape
6 still refuses to, you know, exist.« Das gilt ja nun nicht mehr
so ganz, jetzt müsste es eher heißen »...while Netscape 6
still refuses to, you know, be ready.« Die Netscape 6-final die von
AOL/Netscape auf den Markt geworfen wurde, basiert auf dem Mozilla Milestone
18, deklariert als Beta-Software. Und so kommt der Neue nun auch daher: fett,
langsam, instabil. Sehr viele haben nach drei Jahren Wartezeit in der Geiselhaft
von Netscape 4 auf den ultimativen Browser gehofft und sind nun bekehrt worden
und verwenden den IE (inzwischen auch ich, es macht einfach keinen Spaß
mehr, Netscape 4 viermal
in zwanzig Minuten abstürzen zu sehen, während man dreißig
Browser-Fenster offen hat.
Dass nicht mehr alle Sites so arbeiten wie gedacht, war hingegen lange bekannt,
allenfalls die fehlende Abwärtskompatibilität kann bemängelt
werden.
Javascript war für
mich mal die Pest.
Jetzt nicht mehr, »solange die Site auch ohne noch funktioniert.«
Rollovers oder DHTML-Menüs (wenn die Navigation intelligent aufgebaut
wurde und man auch ohne JS navigieren kann) gehen in ordnung.
Am 25.11.2000 hatte
ich noch geschrieben: »In diese Aufzählung könnte man auch noch
Unternehmen wie amazon.com, Netscape, ebay.com, Alando.de/ebay.de oder die
Erfinder der Messenger-Software ICQ aufnehmen. Sie alle haben keine fünfzigjährige
Unternehmensgeschichte und sind heute an den Börsen trotzdem so viel Wert
wie Exxon oder Boeing.« Ein paar Börsencrashs später
sieht das natürlich etwas anders aus und die ersten Start-ups mit teilweise
abenteuerlichen Ideen sind wieder vom Kurszettel verschwunden. Dass das so
kommen musste, war klar.
Dass dann auf den Zeitschriftentiteln über das bevorstehende Ende der
New Economy orakelt werden würde, war auch klar.
Es ist noch nicht vorbei, denn New Economy bedeutet auch noch etwas anderes
als mit einer bekloppten Idee Geld bei Anlegern einzusammeln.
Der Zusammenschluss von AOL und Time Warner im Januar
2000 war nicht die einzige bedeutende Kiste, was das Internet betrifft.
Für viele sicher überraschend kam die Meldung, dass Bertelsmann
bei Napster mit einsteigt und dass der kostenlose Dienst demnächst in
etwas Abo-mässiges verwandelt wird. Ich find's genial (aus der Sicht
von Bertelsmann) und gut (aus der Sicht als User, weil das die Qualität
heben wird und Zweifel an der Legalität beiseite gewischt werden).
Und sonst?
Bis Ende April war ich Zivi, danach bin ich wieder zurück in die Bank
gegangen. Nicht in die gleiche Filiale, aber in den gleichen Job (man hat
tatsächlich kein gesetzliches Anrecht auf genau den gleichen Arbeitsplatz).
Den Mai über war ich in Amberg (Oberpfalz, Bayern) eingesetzt, um dort
auszuhelfen, da eine neue (feste) Kollegin erst vier Wochen später dazu
stieß.
Danach eine Woche in einer Nürnberger Filiale, um dann nach Augsburg
abberufen zu werden (für zwei Wochen). Von da an wurde ich vollends zum
Springer, denn nach Augsburg stand für ebenfalls zwei Wochen Ludwigshafen
auf dem Plan, unterbrochen von einer Woche Nürnberg. Und seit dem fast
ununterbrochen in München, inzwischen habe ich mich fast an die Stadt
gewöhnt (ich fand München gräßlich, jetzt finde ich es
nur noch provinziell, was nicht ganz so schlimm ist). Haupturlaub war erst
im November, was aber nicht so dramatisch war, da ich ja noch durch den Zivi
vier Wochen im Frühjahr frei hatte.