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Sonntag, 06. Januar 2002 --- Historische
Banknoten
Übrigens, wer sich nochmal die alten Scheine der »Euro-In-Länder«
(Staaten, die an der EWWU teilnehmen) ansehen möchte, wird auf einer
Seite der EZB fündig.
Danke an Christian Koch für sein Posting in de.etc.finanz.misc.
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Samstag, 05. Januar 2002 --- Propaganda
Microsoft möchte gegen Linux bei seinen Kunden vorgehen,
und unter anderem mit dem »Mythos« aufräumen, dass Linux
umsonst sei. Es kostet freilich keine Lizenzgebühren, aber es administriert
sich auch nicht selbst, darauf könnte ich mich einlassen. Man will aber
außerdem eine »ausgefeilte Kostenanalyse« zwischen Windows
und Linux vorlegen. Da bin ich ja mal gespannt. Nicht nur, dass sich auch
Windows-Netzwerke nicht von selbst administrieren, man darf Microsoft ja auch
noch zigtausend Dollar an Lizenzgebühren für das System selbst,
Web-, E-Mail- und Datenbank-Server überweisen; alles Dinge, die bei Linux
ohne Extrakosten schon dabei sind (Apache, sendmail, mySQL). Mit der Studie
wurde das »unabhängige Beratungsunternehmen « D.H. Brown
Associates beauftragt. Der erste und älteste Grundsatz einer jeden Studie
ist: Wer hat die Studie bezahlt und welche Interessen verfolgt dieser Jemand
damit? Interessant ist auch, dass Microsoft das Ergebnis der Studie schon
zu kennen scheint, oder warum empfiehlt der für Windows zuständiger
Vice President Brian Valentine in einer internen E-Mail, diese Studie im Verkaufsgespräch
einzusetzen, die erst im Mai fertig gestellt sein wird?
Dass die Gebote, für die für manche Artikel bei eBay der Zuschlag gegeben wird, von Zeit zu Zeit jenseits von Gut und Böse sind, ist bekannt. Was derzeit bei den Euro-Starter-Kits (sowohl bei deutschen als auch bei ausländischen) abgeht, grenzt an Wahnsinn. Über 200 Euro für ein finnisches Starter-Kit mit einem Nominalwert von 3,88 Euro? Die Leute müssen verrückt sein. Soviel ist das Kit nicht wert und es wird nie so viel wert sein. Echte Münzsammler können da nur den Kopf schütteln.
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Am Nachmittag fuhr ich mit meiner Schwester ins Krankenhaus, meine Mutter besuchen. Anschließend noch zum Altstadtmarkt, Lebensmittel etc. einkaufen (37 Euro).
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Freitag, 04. Januar 2002 --- Reality
Distortion Field
Heute habe ich bereits meine erste ausländische Euro-Münze in der
Hand: ein niederländisches Ein-Euro-Stück, als Wechselgeld beim
Döner-Stand in Bayreuth bekommen, nachmittags um vier. Wird selbstverständlich
aufgehoben.
C&A bietet seit Jahresanfang im Rahmen der Euro-Einführung eine Rabattaktion an: Wer mit Karte bezahlt statt mit Bargeld, bekommt 20% Nachlass. Trotz einstweiliger Verfügung lässt C&A die Aktion aber weiterlaufen und hat sie auf alle Kunden ausgeweitet.
Wie krank und verblendet muss man eigentlich sein, wenn man sein neugeborenes Kind Osama bin Laden nennen will? So geschehen in Nigeria, dort gibt es derzeit einen Osama-Boom im Kreissaal.
Infos zu den ganz alten DM-Scheinen (vor 1990) gibt's bei moneymuseum.com.
Beim Zappen gesehen: Irgend so ein Typ der neuen Retorten-Band Br*Sis meinte eben: »Wenn wir in fünf Jahren noch erfolgreich sind, hat sich mein Traum erfüllt«. Mann, das Bübchen hat keine Ahnung vom Business. Die No Angels sind jetzt schon auf dem absteigenden Ast und das war klar, als RTL2 mit dem neuen Popstars-Casting für Br*Sis begann. Und um zu sehen, was aus so manchem »Star« geworden ist, muss man sich nur mal einen Chart-Sampler von vor zwei oder fünf Jahren ansehen: die meisten Bandnamen würden gut in die FHM-Rubrik »Ich dachte, du wärst längst tot« passen.
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Donnerstag, 03. Januar 2002 ---
Business as usual
Nichts besonderes zu berichten, Euro-Umstellung weiterhin reibungslos. Kunden
zahlen weniger D-Mark ein als gedacht, viele heben nur Euro ab und geben ihre
restlichen Mark-Bestände anscheinend im Handel aus.
EZB-Präsident Wim Duisenberg in einer Pressekonferenz über Preisänderungen durch die Euro-Einführung
Die Lehrer schlagen zurück:
Zitat des Tages bei Spiegel-online von Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes
Die heutige Ration Euro-Links:
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Mittwoch, 02. Januar 2002 --- Alles
im grünen Bereich
Den Taxi-Fahrer bezahlte ich noch in D-Mark, da er sein Taxameter (Taxometer?)
noch nicht umgestellt hatte und es gerade so schön passte (knapp 30 Mark,
er gab mir auf meine zwei Zwanziger einen Zehner zurück; er hat mich
bis Fürth gefahren).
Am Bahnhof in Nürnberg gab ich mein erstes Euro-Geld in dieser Arbeitswoche aus, um 6 Uhr 23 kaufte ich zehn Wrigley Spearmint Kaugummis für 60 Cent, eine Rolle Orangen-Plätzchen für eins fünfzig, einen halben Liter Mezzo-Mix und Sprite für je 1 Euro 80, zusammen 5,70.
Die Umstellung verlief reibungslos. Der Andrang ist rege, aber es ist bei weitem nicht so schlimm, wie ich gedacht hatte. Keine Schlangen, wenn's bei uns in der Bayreuther Filiale mal voll ist, sind fünf Leute gleichzeitig da. Alles handhabbar. Einige wollen D-Mark in Euro tauschen, es ist aber kein Problem, denjenigen zu sagen, dass wir die DM erst auf's Konto einzahlen und dann Euro auszahlen (wurde seitens der Zentrale so festgelegt, um Umrechnungsfehler und Rundungsdifferenzen beim Kassenabschluss zu vermeiden). Die Lage der Filiale ist am Rande der Fußgängerzone relativ schlecht, so dass den Tag über nur vereinzelt Nicht-Kunden hereinkommen, um DM tauschen zu lassen (was wir aber ablehnen, da grundsätzlich nur über ein Konto getauscht wird). Sehr viele bringen noch kleinere und größere Mengen an Münzen, wir kommen mit dem Rollen fast nicht mehr hinterher.
In der Mittagspause beim Drogeriemarkt Müller: Die Kassiererin wirft das entgegengenommene DM-Geld einfach in einen Eimer zu ihren Füßen (habe ich öfter gelesen, dass Geschäfte das so handhaben wollen) und gibt nur noch Euro aus. Der Kassencomputer macht's einfach: Produkt über den Scanner ziehen, Anzeige des Euro-Betrags. Wenn ein Kunde in DM bezahlen will, gibt die Kassiererin den gegebenen Betrag (in DM) ein und drückt auf eine DM-Taste. Der Computer rechnet automatisch um und zeigt das Rückgeld in Euro an. An der Kasse werden die Kunden gebeten, auch ihre restlichen DM-Scheine abzugeben, damit die gleich mitgewechselt werden können.
Unsere Kunden erzählen ein paar Mal von einem Parkhaus neben dem Plus-Laden: der Kassenautomat akzeptiert nur DM, es hängt ein Zettel daran, dass die Euro-Automaten am 8. Januar kommen werden. Natürlich schlecht, wenn man dann nur noch Euro hat: DM kann man in Geschäften und Banken nicht mehr bekommen. Die Leute müssen geflucht haben wie die Kesselflicker.
Es wird auch erzählt, dass die Schlangen vor der Sparkasse extrem lang
sein sollen, bis zu anderthalb Stunden Wartezeit.
Tja, es scheint so, als würde die Euro-Bargeldeinführung relativ
unspektakulär an mir vorüberziehen.
Am Abend hat's sicher 'ne Stunde länger gedauert mit dem Abschluss von beiden Kassen (DM und Euro), aber das blieb alles im Rahmen.
Wieder ein paar Links zu Euro-Nachrichten:
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Dienstag, 01. Januar 2002 --- Euro-Bargeldeinführung:
Ich war dabei.
Kurz nach Mitternacht: Die Stadt (Herzogenaurach, rund 25.000 Einwohner) war
irre voll, ganz Herzogenaurach schien auf den Beinen zu sein und alle kannten
nur ein Ziel: den Marktplatz zwischen den zwei Türmen, der Mittelpunkt
der 1000-Jahr-Feier (dieses Jahr feiert auch Erlangen
sein 1.000-jähriges). Wir mussten schon etwas außerhalb (bei der
BP-Tankstelle) parken, da es in der Stadt keinen einzigen freien Parkplatz
mehr gab. Gegen 23:30 (noch der 31.12.01) waren wir am Marktplatz und drei
Minuten später begann die Show: eine Video-Projektion mit einigen Infos
zur 1000-jährigen Geschichte der Stadt und ein paar Laserstrahlen bemalten
die Wände und wiesen in den Himmel (ganz ehrlich: in Kino 2 im Erlanger
CineStar bringt's das mehr, wenn dank Nebelmaschine die Laser über die
Köpfe strahlen, aber ich weiß nicht, ob man bei solchen Temperaturen
bzw. generell im Freien Nebelmaschinen hätte einsetzen können oder
dürfen).
Mitternacht, ein gutes Neues!
Ein professionelles Feuerwerk von knapp zehn Minuten Dauer, aber insgesamt
nicht weltbewegend. Auf dem Rückweg bin ich noch in eine HVB-Filiale,
um meine ersten Euros abzuheben. Ich war der Einzige Kunde in der SB-Zone,
keine Schlangen, niemand der vor mir war, niemand, der nach mir in die Filiale
kommen wollte. Ich wähle 150 Euro. Der Automat zählt ab und gibt
mir zwei 50er, einen 20er, zwei 10er und zwei 5er aus. Es ist 0 Uhr 13.
Jetzt wird man sich wieder an eine neue Jahreszahl gewöhnen müssen und sich x-mal verschreiben. :-)
Einen der 5er habe ich zu Hause gleich beiseite, den hebe ich zusammen mit
einem bankfrischen 10-Mark-Schein auf. Meinen Eltern habe ich noch die Sicherheitsmerkmale
gezeigt und danach habe ich mir noch eine Video-Konserve von der Zeit um Mitternacht
angesehen, ein ZDF-Spezial vom Brandenburger Tor in Berlin und vom Willy-Brandt-Platz
aus Frankfurt. In der Sendung sollte es auch um die ersten Euros gehen, aber
in den ganzen 15 Minuten wurde kein einziger Schein gezeigt. Die Reporterin
in Frankfurt ist um kurz nach Mitternacht in die SB-Zone einer Commerzbank-Filiale
gegangen und an der Schlange (fünf Leute) vorbei zum Geldautomaten (GAA).
Alles was man dort zu sehen bekam war eine wartende Frau und die Boot-Sequenz
von NT 4 auf dem Bildschirm; ein grüner Desktop und zwei DOS-Fenster,
die noch einen Batch nach dem Systemstart verarbeiteten. Zurück nach
Berlin. Die Reporterin dort erzählt, nahe des Brandenburger Tors sei
ein Pavillon der Dresdner Bank aufgebaut worden, wo man seine D-Mark in Euro
tauschen konnte. Der Finanzminister himself sei einer der ersten gewesen,
die vom Vorstandsvorsitzenden der Dresdner Bank einen 200-Mark-Schein in Euro
gewechselt bekamen. Wir schalten mal rüber... In dem Moment bricht die
Verbindung ab, der Moderator auf dem Dach des ZDF-Hauptstadtstudios ist wieder
am Zug. Naja, das ist halt live.
Heia um vier Uhr, nachdem ich noch die Nachtausgabe der Tagesschau
um 03:50 aufgenommen habe.
Es ist schon ein seltsames Gefühl, wenn die Nachrichtensprecherin sagt:
Ist das zu glauben? Es ist halb acht Uhr morgens und ich bin von alleine aufgewacht. Ausgeschlafen. Das kann damit zusammenhängen, dass ich gestern Nachmittag nochmal gut zwei Stunden geschlafen habe und auch sonst mit Dösen nicht zu knapp kam. Naja. Vielleicht gehen wir heute essen. Sehr wahrscheinlich sogar. Italienisch hat sich gestern schon mal rauskristallisiert, aber ich will mal sehen, ob ich die anderen noch für den Schlotfeger (Steakhaus ersten Ranges in Erlangen!) oder einen Griechen begeistern kann (ich habe mein Griechen-Pensum für diese Woche ja noch nicht voll). Ich gehe auf jeden Fall in die Stadt, denn ich will Geld ausgeben. Einen Döner oder zur Not auch was bei McDonald's, einfach nur, um etwas in Euro zu bezahlen. Falls ich mit der Familie essen gehe, wird's natürlich kein Döner, sondern eine Zeitschrift am Bahnhof.
In Freiburg soll der Döner in der Silvester-Nacht 3 Euro 50 gekostet haben. Bin mal gespannt, was andere noch von ihren ersten Euro-Erlebnissen zu Silvester berichten.

Zwischen 15 und 17 Uhr habe ich geschlafen, dann fuhren wir mit der Familie
zum Steak-Essen. Mein Vater hat bei seiner Bank am Automaten Geld abgehoben:
300 Euro, mit zwei 50ern, zwei 20ern und zwei 5ern dabei (den Rest weiß
ich nicht mehr, wohl noch ein 50er und ein 100er). Im Steak-Haus, im ehemaligen
Eku-Inn beim Fahrradhändler Freilauf, war bereits Bezahlen mit Euro angesagt.
Den Gästen wurde angeboten, D-Mark an der Theke in Euro wechseln zu lassen,
aber die Bedienung akzeptierte nur Karten oder Euro-Bargeld.
Nach dem Essen noch ein Abstecher beim Bahnhof, ich wollte meine ersten Euro
ausgeben. Die Wahl fiel auf eine GEO-Sonderausgabe, »GEO Epoche«
zum 11. September. Es kostete acht Euro; der Verkäufer fragte mich, ob
ich in D-Mark oder Euro bezahlen wollte. Ich sagte »in Euro bitte«
und gab ihm einen Zehner. Es war ein Gefühl, wie das erste selbst verdiente
Geld auszugeben. Holger und Stefie müssen sich noch ganz anders gefühlt
haben, sie sind über Silverster nach Amsterdam gefahren. In Amsterdam
mit dem gleichen Geld bezahlen in München und sofort wissen, was die
Dinge im Ausland kosten...

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Für die my two cents-Leser habe ich die Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten nochmal auf einer Extra-Seite zusammengefasst. Und lasst Euch keinen Tausender andrehen; der Fünfhunderter ist der größte Schein.
Interessant auch die Diskussionen in Newsgroups zur Euro-Einführung, vor allem in de.etc.finanz.misc und de.etc.finanz.banken+broker.
Hier noch eine Reihe von Links zu Nachrichten, die Euro-Bargeldeinführung betreffend:
Wie bekloppt muss man eigentlich sein, um eine U-Bahn zu entführen?! So geschehen am 29.12. in Nürnberg, schreibt die NN (Nürnberger Nachrichten) in ihrer Silvester-Ausgabe:
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