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Sonntag, 24. Februar 2002 --- my
two cents: Jetzt neu: noch weniger Bilder, noch mehr Text
*argl*, noch stärkere Halsschmerzen. Und ich kann nicht frei atmen. Wenn's
mir morgen auch so geht, dann bleib' ich zu Hause. Ich bin niemand, der wegen
eines Schnupfens daheim bleibt, aber bei Fieber (ab 38,5 Grad) oder wenn's
mir richtig dreckig geht, kenne ich keine Gnade. Was ist das? Ohrenschmerzen?
Und beim Schlucken tut's im Hals weh? Nein, nein, nein! Ich will nicht krank
sein!
Die Links von heute: Adobe hat Photoshop
in Version 7 angekündigt
und Kai
hat ein paar interessante Dinge dazu geschrieben. Ich werde mich erstmal weiter
mit Fireworks begnügen; mit dem Flash
MX-Freehand 10-Studio (Screenshots)
steht demnächst noch eine größere Ausgabe an und außerdem:
was nützt einem Photoshop, wenn man es nicht bedienen kann?
Weitere Berichte mit vielen Screenshots bei MacCentral
und MacWorld
(gefunden via Mac-TV).
Sun will StarOffice 6 nicht
mehr kostenlos anbieten. Für Privat-Anwender soll eine mit SO6 weitgehend
identische Version erscheinen, OpenOffice. Von StarOffice für Mac war
in der Heise-Meldung keine Rede. Also ich weiß nicht. Der Charme von
SO war ja bisher, dass es kostenlos war. Dass mehr Service und Support für
Firmen bezahlt werden müssen, ist auch klar. Und in manchen Dingen war
SO dem MS-Office voraus. Aber SO wird MS-Office nicht mehr so viele Marktanteile
abgraben können, wenn es jetzt auch Geld kostet. Und davon ab taugen
die Exportfilter von SO zu MS-Office (speziell Word) nur bedingt. Durch die
Anschaffung des Power Mac musste ich wieder auf MS-Office umsteigen und ich
habe es ehrlich gesagt nicht bereut. Keine Probleme mit dem Dateiaustausch,
besseres Look&Feel, auch wenn bei SO manche Dinge, wie geschrieben, besser
durchdacht waren, umgekehrt galt und gilt das für MS-Office in anderen
Bereichen jedoch auch.
Ich habe mich jetzt dafür entschieden, my two cents schneller zu pflegen. Bilder, Scans und Grafiken nur noch in Ausnahmefällen, dann bleibt mehr Zeit für's schreiben. Und notfalls auch mal kürzer fassen, nicht jeden Gedanken aufschreiben, und den einen oder anderen Link weglassen. Aber auf keinen Fall werde ich zu einem Weblog-Stil übergehen, in dem es nur Sätze wie »Schaut Euch das mal an! Sehe ich genauso.« gibt. Das kann ich gar nicht leiden, weil man dabei andere Seiten absurfen muss, um den Kontext zu verstehen. Ich will mit my two cents auch künftig mehr Tagebuch als Weblog sein.
Ein Freund hat von einem aktuellen Auftrag erzählt. Dass noch Netscape 4-Kompatibilität erwartet wird, verwundert nicht weiter. Aber die Entscheider glänzen durch Halbwissen und verlangen jetzt sogar, dass die Schriften mit <font>-Tags formatiert werden, statt mit Stylesheets (die zur Schriftformatierung versteht sogar NN4). Dazu ein aus den Fingern gesaugter Termin. Die beteiligten Firmen streichen jetzt munter Features, Hauptsache, zu diesem Termin steht eine Lösung. Und wir alle wissen, dass einmal aufgestellte Lösungen nach einem Fertigstellungstermin nicht überarbeitet werden, auch wenn sie auf tönernen Füßen stehen. Der Kunde ist groß, bringt Geld und Image. Löbliche Ziele durchsetzen und sagen, »Dann sucht Euch eine andere Agentur«, oder eher die »Wir waren jung und brauchten das Geld«-Schiene fahren?
Im Spiegel der vergangenen Woche waren mal wieder ein paar geniale Artikel:
Alles ab dem Auslands-Teil, inkl. der Titelgeschichte, habe ich noch nicht
gelesen. Aber eine Tiefkühlpizza und ein Erkältungsbad geben gleich
Gelegenheit dazu.
Anschließend noch Mac-TV und Spiegel-TV, Koffer packen (falls es mir
morgen wieder besser geht, fahre ich natürlich nach Schweinfurt, keine
Frage), Ende der Durchsage für heute.
Wecker für 5 Uhr 30 gestellt.
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Samstag, 23. Februar 2002 --- We
scare because we care
Aufstehen um 15 Uhr. Halsweh! Ich muss mich letzte Woche bei dem zugigen Wetter
in Augsburg (»orkanartige Böen«, Regen von vorne) erkältet
haben. Bis »Malcolm in the middle« um 17:30 begann, blätterte
ich die neue c't durch und packte natürlich den Drucker aus, der heute
ankam. Ein Traum! Gut, die Seitenabdeckung hat mich etwas genervt, aber ich
muss sie ja nur einmal abnehmen (und wieder einsetzen...), um das USB-Kabel
anzustecken. Es war jetzt nicht direkt die »Out of the box«-Experience,
die ich mir gewünscht hatte, ich musste noch den Treiber von hp.com für
Mac OS X ziehen (die CD hatte ich nicht installiert) und neu starten, dann
druckte der Drucker. Print easy. Die erste Seite kommt in unter zehn Sekunden
und die Folgeseiten sind auch ratz-fatz da. Der Drucker ist nur laut, wenn
er druckt, ansonsten schnurrt er wie ein Kätzchen, im Gegensatz zum alten
Brother, der, auch wenn er nur eine Seite gedruckt hat, noch 15 Minuten mit
dem Lüfter am rödeln war. Der Grafik-Ausdruck ist tadellos. Ich
weiß nicht, welche Auflösung der jetzt hat, ob 600x600 oder sogar
1.200x1.200, aber das ist eigentlich auch egal. Es ist genug! Seit gestern
läuft auch mein Scanner wieder, weil ich auf der Agfa-Homepage endlich
Scanwise für OS X gefunden habe. Ich bin glücklich!
Um 17 Uhr kam Michl auf einen Sprung vorbei, um den Brother abzuholen und
mir die vereinbarten 50 Euro zu geben. Er gab mir 40 und einen 20-DM-Schein.
*grumml* Ok, muss ich nächste Woche auf's Konto einzahlen. Donnerstag
nächster Woche ist der letzte Termin, um bei Banken noch sein »deutsches
Geld« loszuwerden, danach nimmt es nur noch die Landeszentralbank (von
denen gibt es aber in jeder größeren Stadt eine, sogar in Erlangen
und Bayreuth).
Noch eben das mit dem Drucker gelieferte Toast
Titanium installiert (ein CD-Brennprogramm muss einen Namen haben
wie Nero oder Toast, aber sicher nicht WinOnCD)
und um 19 Uhr fuhr ich mit Verena in die Stadt. Sie fuhr weiter zu Kristin,
ich ging ins Kino, wo ich mich gegen halb acht mit Klaus traf. Ein paar Minuten
später kamen auch Stefie und Holger, die aus München zu Besuch waren.
Wie sich später herausstellte, sind wir gestern im gleichen Zug gefahren,
ich allerdings an der Spitze in Wagen 31, sie am Schluss des Zuges, »in
den Wagen mit den Ordnungsnummern 21 bis 29.« Man merkt, dass ich Bahn
fahre, oder?
Es ist wieder saukalt, zwei Grad plus.
Für 27 Euro ein neues 5-Sterne-Ticket gekauft (fünfmal Kino vorab
bezahlt, gültig für jeden Tag in jeder Vorstellung für jeden
Platz, also nur 5,40 Euro statt sieben oder acht Euro). Reservierungsnummer
8, sehr gute Plätze (Mitte-Mitte, genauer: Reihe E, Plätze 10-13)
in Kino 4. Wir haben uns jetzt doch zu »Monster-AG« durchgerungen.
Wir hätten ihn lieber auf Englisch gesehen (habe auch gestern nochmal
in der Zeitung nachgeschlagen, ob er nicht inzwischen doch im Roxy läuft,
aber nein...), aber bevor wir ihn gar nicht sehen, dann halt auf Deutsch.
Vor dem Hauptfilm noch ein Vorfilm, ebenfalls von Pixar, »Der Vogelschreck«
(»For the birds«). Sehr lustig! »Monsters, Inc.« selbst
war auch sehr gut, aber ich hätte mir noch mehr Schenkelklopfer gewünscht.
Trotzdem eine glasklare Empfehlung: must see.
Anschließend, gegen 23:45, noch ins TIO. Happen essen, paar Cocktails
schlürfen. Wir blieben drei Stunden. Für 24,40 (25,50 mit Trinkgeld;
ich gehe selten in Kneipen, aber wenn, dann richtig; selten, weil die Leute
mit denen ich in Kneipen gehen möchte, nicht immer greifbar sind) ließ
ich mir kommen: Spezi, Tortellini al Forno, Eistee, Gin Fizz, noch ein Eistee,
Tequila Sunrise. Eigentlich ein Caipi vor dem Sunrise, weil ihn Holger mir
empfohlen hat. Aber nee, nicht mein Ding, viel zu sauer. Saurer als Gin Fizz
darf für mich ein Cocktail nicht sein. Weil ich mich zum Caipi überwunden
habe (den ich nach drei Zügen an Stefie weiterreichte), probierte Holger
auch einen Gin Fizz und er fand ihn nicht schlecht. Meinen ersten Gin Fizz
habe ich vor etwa einem Jahr getrunken, ich weiß nicht mehr genau wann.
Ging auf meinen ehemaligen Bio-Lehrer an der Realschule (Herr Z.) zurück.
Kein schlechter Lehrer, mehr eine Hassliebe. Er brachte einmal den Gag, eine
Ex schreiben zu lassen, bei der es zwei Gruppen gab. Normal, aber der Coup
war, dass er uns davon nichts sagte und es auch nicht auf dem Blatt ersichtlich
war. Er gab den Leuten in der ersten Reihe je einen Stapel Blätter zum
Durchreichen. Die Aufgabe war, die Bestandteile des menschlichen Auges zu
beschriften. Beim Abschreiben führte das natürlich zu einiger Konfussion
und lautstarkem Missfallen (»Was schreibst'n Du da für'n Scheiß?!«),
und Herr Z. grinste von einem Ohr zum anderen. Und er empfahl auch mal Gin
Fizz. Früher hätte er immer Bärenwein und Gin Fizz getrunken.
Schrieb ich Bärenwein? Natürlich Beerenwein. Als kleines Kind dachte
ich immer, dass Beerenwein etwas mit Bären zu tun hat. :-)
Was für ein Zufall: Stefie kommt aus Schweinfurt. Bzw. aus einem 29-Einwohner-Ort,
sechs Kilometer weit weg von Schweinfurt.
Und sonst?
Oh Mann, wir haben über so vieles gesprochen. Über das, was wir
in der letzten Zeit gemacht haben, was wir vorhaben, natürlich über
Hardware und Software, über's Geschäft, über Werbung (»Mix
it, baby«). Holger stellte nochmal fest, dass ich wohl mehr in my
two cents schreiben würde, wenn ich ein Tool wie Blogger benutzen
würde. Nicht »mehr« im Sinne von quantitativ, sondern was
die Frequenz betrifft. Zeitnaher. Nicht erst mit zwei Monaten Verspätung.
Das glaube ich inzwischen auch, aber die Zeit, die ich mit dem Anpassen der
Tool-Templates an my two cents verbringe, kann ich auch mit dem Füllen
der Lücken von Ende Dezember, Anfang Januar verbringen. Außerdem
will ich nicht nur kurze Einträge schreiben, sondern den perfekten Eintrag,
so wie am 7. Januar oder 11.
Februar. Ok, es gibt Tage, an denen mir auch nichts besseres einfällt,
als drei Sätze hintereinander mit »Ich« zu beginnen. Ich
werde mich wohl langsam von dem Gedanken verabschieden müssen. Nicht
jede URL mit aufschreiben, die ich an einem Tag entdeckt und für gut
befunden habe.
Holger ließ sich vor dem Gin Fizz außerdem einen Whisky Sour kommen, an dem ich mal zog. Nee! Aber mehr aus Prinzip (ein Whisky wird nicht verpanscht!), eigentlich war er nicht schlecht.
Diesen Tag muss ich mir rot im Kalender anstreichen:
Klaus ist von Netscape 4 auf Internet Explorer 5 umgestiegen! Die Erleuchtung
kam bei einer großen Tabelle: während Netscape in Villabajo noch
rumrödelte, war IE in Villariba schon längst fertig.
Also jetzt gibt es keinen Grund mehr, an table-based layouts für Netscape
4 festzuhalten: Klaus ist umgestiegen.
Vor einiger Zeit habe ich Holger gesagt, er solle mir bitte sofort
bescheid geben, wenn es auch nur die kleinste, die geringste Andeutung einer
Möglichkeit gibt, dass er aus seiner Wohnung auszieht. Und heute Abend
hat er mir bescheid gegeben. Das bringt mich etwas in Zugzwang, weil es mir
eigentlich nicht ins Konzept passt. Je nachdem, wie es hier beruflich weitergeht,
brauche ich keine Wohnung in München. Das entscheidet sich im Laufe des
März. Selbst wenn sich herausstellt, dass ich nach München ziehen
will, habe ich keinen Bedarf, das vor Jahresende zu tun. Ich habe eigentlich
noch nicht genug Geld zusammen, am 8.4. wird hier mein neuer Telefonanschluss
mit 12 Monaten Laufzeit geschaltet (vielleicht sogar mit DSL), den PC habe
ich vor drei Wochen in den Keller verfrachtet und meine Familie an den Mac
gewöhnt, den alten Drucker habe ich heute weggegeben und vor einer Woche
habe ich angekündigt, wenn ich mal demnächst ausziehe,
dann legt Euch mal 2.000 Euro für einen neuen Computer und einen neuen
Drucker auf Seite.
Aber die Wohnung wäre schon cool. Aus mehreren Gründen:
Es gibt ein paar Dinge, die dagegen sprechen:
Für Uneingeweihte klingt das vielleicht alles etwas seltsam. Ich habe
einen Job, der mir gefällt und durchaus nicht schlecht bezahlt ist und
ich mag München als Stadt nicht wirklich. Warum sollte jemand wie ich
dann diesen Job aufgeben und in eine Stadt ziehen, die ihm nicht wirklich
gefällt, nur weil die Wohnung eines Freundes frei wird? Kurze Version:
Ich habe meine Gründe. Ohne das jetzt hier breit treten zu wollen.
Aber das kann alles noch dauern. Wie gesagt, in München ist es nicht
ungewöhnlich, ein halbes Jahr lang nach einer Wohnung zu suchen und das
gilt auch für Holger und Stefie. Zumal sie nicht darauf angewiesenen
sind, die Erstbeste zu nehmen, beide haben ja eine Wohnung in München.
Sie werden sich wohl eine aussuchen, die ihnen gefällt und die bezahlbar
ist. Das werden 200 andere Leute auch so sehen und dann hängt es wiederrum
von den Vermietern der neuen Wohnung ab, ob das Los auf Holger und Stefie
fällt. Ich glaube deswegen nicht, dass die Unterschriften in zwei Wochen
getrocknet sind. Es kann durchaus zwei, drei, sechs Monate dauern.
Ich habe erstmal mein Interesse bekundet, aber ich muss sehen, was sich beruflich weiter tut. Im März weiß ich mehr. Ob dann mittelfristig eine Wohnung in München interessant ist oder eher eine in Erlangen oder Nürnberg, falls ich innerhalb der Bank den Job wechsle.
Zehn vor zwei brachen wir auf. Wir gingen vom TIO in Richtung Hugo (Hugenottenplatz).
Klaus wohnt nur zwei Ecken weiter und geht zu Fuß. Holger und Stefie
steigen in ein Taxi, das sie geschätzte drei Kilometer weiter bringt.
Ich hebe noch eben Geld ab, damit ich Montag-Morgen das Taxi bezahlen kann,
wenn ich wieder auf Tour gehe. Dann steige ich in den Nightliner N28, der
mich bis Hüttendorf bringt. Im Bus treffe ich noch einen alten Schulkameraden:
Markus B.
Noch ein paar Mails geschrieben und my two cents, etwas gesurft.
Mal näher betrachten: Filmklischees,
gefunden via Christian.
Beispiele: »Sex: Alle Betten sind mit speziellen L-förmigen Zudecken
ausgestattet, die bei der Frau bis zur Achselhöhle reichen, beim Mann
aber nur bis zur Hüfte.«
»Helden: Der beste Freund/Partner des Helden wird gewöhnlich drei
Tage vor seinem Ruhestand umgebracht.«
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Freitag, 22. Februar 2002 --- Little
change of plans
Ich stehe um acht Uhr auf und sehe aus dem Fenster. Es regnet in Strömen.
Halt, was ist das? Der Regen geht in Schnee über. Dicke Flocken wie zuletzt
im Dezember! Ok, es ist offiziell noch Winter, aber bitte, hoffentlich ist
das nur ein kurzes Gastspiel.
Aus der Bank gibt es heute nichts besonderes mehr zu berücksichtigen. Ich hatte den Tag über sehr viele Kunden mit sehr vielen kleineren Sachen. Einige Kontolöschungen von Sparanlagen (mit Wiederanlage), eine Girolöschung und zwei Giro-Neueröffnungen. Ansonsten habe ich meine Akten fertig gemacht und an die Kollegen übergeben (nur noch kontrollieren, dann ablegen) und abends einen sauberen Schreibtisch hinterlassen.
Um kurz nach 15 Uhr bekam ich den Anruf: nächste Woche nicht Heilbronn, sondern Schweinfurt. Im Ordnersystem muss das blanke Chaos herrschen, es gibt quasi für jeden Handgriff tausend Ordner, statt alles unter der Kundennummer abzulegen und nur die Sachen mit längerer Aufbewahrungsfrist --- z.B. 30 Jahre bei Sparbuchkündigungen (ein Revisor: »Zeigen Sie uns mal den Ordner, der uns alle überlebt«) --- separat. Für die komplette Neuordnung des Ordnersystems in einer Filiale verantwortlich zu sein, klingt für die ersten zehn Sekunden recht spannend. Tatsächlich bedeutet es aber, acht Stunden am Tag Ablage zu machen. Ich war noch nicht in Schweinfurt, aber vielleicht sind die Ordner etwas abgeschieden in einem Hinterzimmer oder einem anderen Stockwerk oder ich kann sie dorthin mitnehmen. Dann kann ich in Ruhe dran arbeiten und mit dem iPod Musik hören, damit ich nicht nach zwei Tagen dem Wahnsinn anheim falle.
Ich nahm den ICE ab Augsburg um 17:17 Uhr. Bis der ankam, habe ich mal eben
noch bei der Cyberport-Hotline angerufen, um mich nach dem Stand meiner Bestellung
zu erkundigen. Denn eigentlich hatte ich damit gerechnet, den neuen HP-Drucker
spätestens morgen anschließen zu können, damit die Family
nicht noch eine Woche ohne Drucker ist, gerade, weil Verena zum Ende der nächsten
Woche irgendeine umfangreichere Arbeit fertig bekommen muss. Im Gespräch
ertönte hinter mir eine Lautsprecher-Druchsage. Die sehr nette Hotlinerin:
»Sind Sie am Bahnhof?« Ich: »Ja.« Meine Bestellung
wurde heute am späten Nachmittag verschickt, mit ein bisschen Glück
kommt sie morgen. Am Schluss meinte sie noch: »Tschüß und
gute Reise!« Ich werde auch künftig bei Cyberport bestellen, keine
Frage!
Am Abend las ich dann auch die Mail-Bestätigung von Cyberport:
Diese Lieferung hat einen Wert von 503,45 EUR und wird von Ihnen per
Kreditkarte Visacard bezahlt.
Hallo Karstadt! Ihr wolltet ja meine 51,11 Euro nicht!
Der Zug kam pünktlich. Es fielen dicke Schneeflocken und der Wind war garstig. In Erlangen wieder nicht windig, aber dafür auch eine schöne Schicht Schneematsch auf dem Bahnsteig. Und da ich in Wagen 31 an der Spitze des Zuges fuhr (und der Zug in Nürnberg die Richtung wechselt), durfte ich in Erlangen noch hundert Meter durch ebenfalls dort fallenden Schnee zum überdachten Teil des Bahnhofs laufen.
Gegen halb acht war ich zu Hause. Da der ICE über Erlangen nach Halle/Berlin
fuhr, löste ich beim ZuB (für die Laien: »Zugbegleiter«)
einen Fahrschein von Nürnberg bis Erlangen nach, für genau fünf
Euro.
Hmm, meine Amazon-Bestellung (Futurama, »Eine wie keine«)
lag schon auf dem Schreibtisch. Nettes Detail bei den Futurama-DVDs:
nicht nur ein »20th Century Fox«-Logo ziert die Packung, nein,
auch ein »30th Century Fox«-Logo. Die Vorspann-Screens (»Presented
in BC-Brain Control, where available«, »Filmed on Location«,
»In double-vision when drunk«...) sind in Englisch, zum Glück.
Mein zweites Paar schwarze Schuhe ist wieder vom Schuster zurück. Reparaturen
(Hosen oder Schuhe) muss ich bei meinen Eltern in Auftrag geben, weil ich
ja unter der Woche nicht da bin. Da mir alle drei Monate neue Anzughosen zu
teuer werden, auch wenn sie »nur« 54 Euro kosten, bin ich schon
auf Jeans aus feinem, schwarzen Stoff umgestiegen. Schwarze Schuhe müssen
natürlich sein, aber da auch da mein Verschleiß relativ hoch ist
(nach etwa einem halbem Jahr und zwei Reparaturen kommen sie weg), kaufe ich
keine all zu teuren Schuhe. Maximal, maximal 100 Euro. Aber nach Möglichkeit
eher in Richtung 50 Euro. Diesmal war keine gebrochene Sohle zu reparieren,
sondern die Einlage innen, in beiden Schuhen. 17 Euro 30.
Um Viertel nach acht dann die letzte Voyager-Folge. War nochmal sehr
gut und ein Träne bildete sich durchaus, als die Voyager im Alpha-Quadranten
ankam. Aber wie die Borg-Königin schon sagte, gibt es da ein Zeit-Paradoxon:
wenn Admiral Janeway aus der Zukunft zusammen mit der Borg-Queen stirbt, wie
kann der Admiral dann aus der Zukunft zurückreisen und Captain Janeway
nach Hause bringen, wenn sie das doch gar nicht mehr erlebt? Hmm, nur so ein
Gedankengang, aber heute löse ich keine Zeit-Paradoxen mehr. Bald kommt
ja »Zurück in die
Zukunft« auf DVD raus. Ich sage ja, dass man sich den zweiten
und dritten Teil hintereinander
ansehen muss. Ich hab' mal lange drüber gegrübelt, aber ich glaube
damals zu dem Schluss gekommen zu sein, dass »Zurück in die Zukunft«
in sich schlüssig ist. Wenn wir mal unterstellen, dass man in einen DeLorean
einen Flux-Kompensator einbauen kann. :-) Der
Freund von Sandra kennt jemanden, der einen DeLorean besitzt. Blanker Edelstahl,
keine Lackierung. Und das Ding schluckt Sprit, als wenn es kein Morgen gäbe.
Aber ansonsten ein cooles Auto, auch nach zwanzig Jahren.
Nach Voyager will ich meine Videokonserve öffnen und was muss
ich feststellen? Nur die beiden Stargate-Folgen der letzten Woche
wurden aufgenommen (waren außerdem Wiederholungen), die ich per Timer-Aufnahme
programmiert hatte, aber keine einzige meiner SAT.1-Programmierungen dieser
Woche! So habe ich einmal Harald Schmidt und Frasier verpasst! Jetzt
ist die Frage: Sind die bei SAT.1 zu blöd, ein VPS-Signal auszustrahlen,
wie man es manchmal hört oder hätte ich mich nicht auf die uralte
Formel Anfangszeit = VPS-Startzeit verlassen sollen? Das nächste
mal programmiere ich per Timer. Nur noch. Und VPS nur noch bei ARD und ZDF.
Also praktisch nie, weil ich höchst selten etwas bei ARD oder ZDF aufnehme.
Um Viertel nach elf die Harald-Schmidt-Show und dann noch Frasier.
Anschließend noch etwas surfen.
Geil, es gibt einen neuen »Ice Age«-Trailer!
Jagoda geht, Gerster kommt. Ich bin gespannt, was die Reformierung der Bundesanstalt für Arbeit unter dem Neuen bringt. Der Vorstand besteht künftig aus drei, per Vertrag angestellten Vorstandsmitgliedern, es gibt eine Art Aufsichtsrat und weitere Reformen sollen von einer Kommission, die vom VW-Vorstandsmitglied Peter Hartz (Personalvorstand) geleitet wird, ausgearbeitet werden.
Spiegel-online kommt zu einem vernichtenden
Urteil zu den legalen Musiktauschbörsen der Major Labels: zu teuer,
den Benutzer gängelnd und einschränkend. Man könnte den Eindruck
gewinnen, die Labels hätten gar kein Interesse daran, Musik übers
Internet zu verbreiten.
Ich würde ja gerne für Musik bezahlen, aber so nicht. Ich will mir
auch einzelne Tracks eine Albums runterladen können, seltene Remixes
(ohne einen Sampler für 20 Euro kaufen zu müsssen) und ich möchte
sie unbeschränkt hören können, nicht nur 30 Tage. Und vor allem
hilft es mir wenig, wenn nur US-Amerikaner und Kanadier Zugang zu den neuen
Diensten haben. Auch wenn das erstmal nur Versuchsballone sind, mich ärgert
diese Beschränktheit. Da hat man ein tolles Medium und ein Gut, das sich
problemlos über dieses Medium verteilen lässt. Es ist ja nicht so,
dass ich per Katalog und Postkarte in den USA einen Kühlschrank bestellen
würde, nein, ich will einfach nur Musikfiles über's Internet runterladen
können.
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Donnerstag, 21. Februar 2002 ---
Ungut
In der Bank heute ein etwas komplizierterer Fall: Bei mir ein Kunde, der vor
etwa einem Jahr zusammen mit seiner Frau einen größeren Kredit
aufgenommen hat (um 30.000 Euro). Sie ist seit Anfang der Woche wegen eines
Bandscheibenvorfalls im Krankenhaus, seit Anfang November aber schon krank
zu Hause. Der Dispo auf dem Girokonto bei uns ist ausgeschöpft, die letzten
beiden Kreditraten nicht bezahlt. Die Krankenkasse zahlt ihr jetzt nur noch
das verminderte Krankengeld. Es geht jetzt um eine Umschuldung: alten Kredit
ablösen, Dispo ausgleichen. Leider nicht machbar. Das Krankengeld darf
ich bei der Ermittlung des Haushaltseinkommens nicht ansetzen. Mit seinem
Gehalt allein sind die Lebenshaltungskosten (verheiratet, drei Kinder), die
das Programm ansetzt, nicht zu decken, das verfügbare Einkommen ist also
zu gering. Davon ab ist er allein ausgelastet: der Höchstbetrag, den
er laut Programm insgesamt an Krediten haben darf, ist überschritten.
Lösung: Damals wurde eine Restschuldversicherung mit Arbeitsunfähigkeits-Komponente
abgeschlossen. Er bringt mir morgen ein ärztliches Attest, das ich an
die Kreditabteilung weiterleite (damit die bescheid wissen und nicht »durchmahnen«
und zur Weiterleitung an die Versicherung). Wenn die Versicherung die Raten
bezahlt, ist den Kunden erstmal geholfen. Dann kann man weitersehen wegen
einer Umschuldung. Es bleibt aber auch noch abzuwarten, wie's mit der Familie
weitergeht. Sie muss vielleicht eine Umschulung machen, da wird sie während
dieser Zeit kaum das gleiche Gehalt wie vorher bekommen. Und ein Umzug steht
auch noch an, weil die Miete in der Wohnung zu hoch ist. Und Umzüge kosten
Geld. Ich schätze mal, dass man später mit einer Streckung des Kredits
die Raten niedrig(er) halten kann. Ich werd's aber nicht mehr verfolgen können,
da ich wahrscheinlich nicht mehr so schnell nach Augsburg komme. Von daher
konnte ich nur tun, was zu tun war: wegen der Versicherung nachfragen und
das Attest reinschicken. Dann muss man einfach zwei, drei Wochen abwarten,
was die Versicherung spricht.
Wir haben es immer schon gewusst: In Filmen benutzen die Guten Macs und die Bösen Windows-PCs. Dean Browell sammelt Cameo-Auftritte von Macs und befürchtet schon, dass eine Darstellerin demnächst aus einer beliebten US-Serie aussteigen wird: sie ist von einem Mac auf ein Dell-Notebook umgestiegen. Vorher ist bereits der einzige CIA-Agent mit Windows-Rechner aus der Serie geschrieben worden: er wurde enttarnt und beging Selbstmord.
Bei spiegel.de gibt es ein sehr umfangreiches Dossier zum Nahost-Konflikt. Unter anderem mit einem Artikel zum amtierenden Premierminister Israels, Ariel Scharon. Wenn man das so liest könnte man den Eindruck gewinnen, dass er gar kein Interesse an Frieden und Aussöhnung hat und dass es, so lange er das Sagen hat, auch nicht dazu kommen wird. Jassir Arafat ist sicher auch kein Unschuldslamm, aber dieser Artikel über Scharon macht mich wütend. Erst gestern habe ich einen interessanten Text von Stefan Münz zu diesem Thema gelesen. Und vor einiger Zeit ist mir noch was anderes über den Weg gelaufen: Scharon droht in Belgien ein Kriegsverbrecher-Prozess. Er meidet Belgien bereits.
Heute Abend bin ich direkt nach der Arbeit zum Griechen. Eigentlich wollte
ich jetzt mal einen anderen testen und habe mich deswegen im Web kundig gemacht.
Einer war zu weit vom Schuss. Einen anderen habe ich in der Mittagspause nicht
gefunden. Ein weiterer stellte sich abends beim Vorbeigehen als Italiener
heraus. Ein vierter in der Theaterstraße hat das Geschäft wohl
aufgegeben. Am Rückweg vom Theater zum Poseidon kam ich noch
an einem Spielegeschäft vorbei. Quake 3 hatten sie zwar, »aber
leider nicht für Mac.«
Der Schlaf übermannte mich mal wieder und ich schlief von 21:30 bis 03:30
Uhr. Selbstredend konnte ich dann nicht mehr einschlafen. Um sechs ging die
Sonne auf. Naja, ok. Von sieben bis acht ging noch was, da war nochmal eine
Mütze Schlaf drin.
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Mittwoch, 20. Februar 2002 --- Der
Bayreuth-Effekt kennt kein Erbarmen
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch habe ich von, hmm, 02:45 bis 06:05
geschlafen (der Bayreuth-Effekt, wie gestern beschrieben), und gleich zwanzig
Minuten verschlafen; eigentlich wollte ich im Viertel vor sechs aufstehen.
Das Taxi daher für 06:25 statt 06:20 bestellt und im Bad einen Zahn zugelegt.
Im ICE nach Augsburg ergab sich noch eine Gelegenheit, eine halbe Stunde vor
Ankunft zu schlafen. Das Wetter ist wie gestern: in Erlangen regnerisch, aber
vergleichsweise mild. In Augsburg aus dem Zug ausgestiegen, kein Regen, aber
windig. Und pünktlich zur Mittagspause tröpfelt es wieder und der
Wind nahm zu. In der Mittagspause wieder McDonald's, kein Döner. Zu windig.
Am Vormittag eine Kreditaufstockung um 10.000 Euro. Ein sehr angenehmer Kunde,
in meinem Alter, hat richtig Spaß gemacht. Dazu ein glasklarer Fall:
Girokonto im Haus, hohes Einkommen, keine Fremdverpflichtungen. Im Prinzip
nur durchklicken bis zur Entscheidung. Die WpHG-Aktion war heute innerhalb
weniger Minuten erledigt: 52 Kunden per Serienbrief angeschrieben, fünf
Minuten. Etwa zehn weitere »per Hand« angeschrieben, da die Namen
in dieser zweiten Excel-Tabelle nur in Großbuchstaben vorlagen, nicht
wirklich geeignet für einen Brief.
Am Nachmittag hatte ich eigentlich noch einen Termin zur Riester-Renten-Beratung,
der mich allerdings versetzte. Zeit, um die nächste Aktion zu beginnen:
Depot-Kunden anschreiben. Bevor ich damit durchstarten kann, war allerdings
erstmal eine Sortieraktion angesagt: Ein Stapel Kurzmitteilungen war in zwei
zu trennen: einmal ein Stapel mit denjenigen Kunden, von denen auch Depotauszüge
vorliegen und ein zweiter Stapel mit Kunden, bei denen es keine Depotauszüge
gab. Ganz fertig wurde ich damit nicht, aber gegen 17 Uhr bin ich dennoch
aufgebrochen. Zum Karstadt, um vergeblich nach der Futurama-Box, dem neuen
iMac und dem iMac-Prospekt
Ausschau zu halten und zum Müller, um Verpflegung zu kaufen. Dort habe
ich außerdem das perfekte Haarspray gefunden: »wellaflex Haarspray,
normaler Halt« von Wella. 75 ml für 1,02 Euro. Perfekt deswegen,
weil die Dose sehr kompakt ist, schätzungsweise 15 Zentimeter hoch und
zwei Zentimeter im Durchmesser. Ideal für den Kulturbeutel. Ich steige
jetzt auf Haarspray um, weil mir Gel zu unpraktisch ist. Das Spray eignet
sich ideal dafür, um den per Handtuch nach dem Haarewaschen erzeugten
Wuschelkopf zu fixieren. Das ist deswegen notwendig, weil meine getrockneten
Haare nicht wirklich gutaussehend fallen und der Pony eine Tendenz zur Ingo
Appelt-Gedächtnisfrisur hat. Es gibt Grenzen.
Nach dem Shopping stehe ich um Viertel nach fünf vor dem Poseidon, da ich mich auf eine Öffnungszeitenangabe (»ab 17 Uhr«) aus dem Internet verlassen habe. Nicht vom Poseidon selbst, sondern von irgendeinem fremden Anbieter. Das ist der erste Grund, weswegen jedes Unternehmen eine Website braucht: wenn es nur für Anschrift, Telefonnummer und Öffnungszeiten ist, solche Angaben will ich bei einer Dönerbude und erst recht bei einem Restaurant abfragen können (das ist aus dem Artikel, den ich für Page 207 mangels Zeit nicht mehr schreiben konnte). Was mich wundert ist, dass das Poseidon an sich eine Website hat, auf der auch Anschrift und Telefonnummer stehen, nicht aber die Öffnungszeiten. Jedenfalls, es ist 17:15, das Lokal öffnet um 17:30 und es regnet. Was tun? Eine Viertelstunde im Regen warten? Oder zehn Minuten im Regen zum Hotel laufen und da den Rucksack ausleeren? Ich entscheide mich für's Hotel. Für zwei Übernachtungen das Ibis am Hauptbahnhof, 54 Euro die Nacht (zahlt die Bank). Was gibt es über das Ibis zu erzählen? Zunächst mal ist das in Augsburg am Bahnhof, wie der Name schon sagt, am Bahnhof. War sehr vorteilhaft, als ich in München gearbeitet habe und es ab und an in München wegen Messen keine freien Hotels mehr gab. Im Augsburger Ibis einquartiert (es gibt noch eins in Augsburg, ich weiß aber nicht, wo genau), früh zwei Minuten zum Bahnhof, ICE nach München in 35 Minuten, zur Filiale zehn Minuten ab Bahnhof München. Außerdem ist ein CineStar am Bahnhof. Der Nachteil ist, dass die Filiale 15 Minuten entfernt in der Augsburger Innenstadt ist. Zum Griechen sind es zehn Minuten. Zu Ibis generell kann man sagen: kennst Du eins, dann kennst Du alle. Zumindest das Münchner in der Nähe des dortigen Hauptbahnhofs und das Augsburger sind von der Einrichtung her identisch, und ich würde sogar behaupten, vom Zimmerschnitt her zumindest teilweise ähnlich. Das ist durchaus ein Vorteil, weil die Einrichtung an sich nicht schlecht ist. Es gibt ausreichend große Waschbecken, um morgens die Haare waschen zu können, riesige Doppel-Betten, eine Kofferablage und eine TAE-Dose in der Wand für's Modem. Es gibt allerdings keinen Schrank, nur eine Vorrichtung mit zwei, drei Bügeln. Es gibt auch keine Minibar. Ich bediene mich nie an der Minibar, die Preise sind in Hotels generell horrend, aber ich benutze Minibars als Kühlschrank für meine eigenen Getränke. Dass die Ibise, die ich kenne, gleich sind, ist allerdings auch ihr größter Nachteil: es ist völlig egal, in welcher Stadt man übernachtet; wenn man morgens aufwacht, wacht man immer im gleichen Zimmer auf. Gut, zu Hause wacht man natürlich auch immer im gleichen Zimmer auf, aber das ist ja immer am gleichen Ort. Ich finde es ein ganz kleines bisschen deprimierend, morgens aufzuwachen und feststellen zu müssen, dass es völlig beliebig, völlig egal ist, in welcher Stadt man sich eigentlich befindet.
Gegen 18 Uhr habe ich mich erstmal für 'ne Stunde hingelegt und bin
um 23:30 Uhr wieder aufgewacht. Wieder zum Griechen. Es sind nur noch zwei
andere Gäste im Lokal und ich habe Glück, dass die Küche noch
geöffnet ist. Um halb eins breche ich wieder auf, das Poseidon
schloss nach mir. Eigentlich haben sie bis ein Uhr geöffnet, aber es
macht natürlich keinen Sinn, noch eine halbe Stunde geöffnet zu
haben, wenn kein Gast mehr da ist und die Küche schon geschlossen hat.
Beim Griechen las ich die Spiegel-Geschichte über Aufstieg und Fall von
Kabel New Media zu Ende.
Harald Schmidt habe ich freilich verpasst (aber zu Hause aufgenommen, sehe
ich mir dann am Freitag-Abend nach Voyager an), aber ich kam noch rechtzeitig
zu Frasier.
Beim Telefoncomputer des Erlanger CineStar habe ich noch eben vier Karten
für Monster-AG reserviert. Holger kommt mit Stefi am Wochenende nach
Erlangen und wir sehen ihn uns dann an. Wann kann man endlich beim CineStar
Erlangen, so wie beim Augsburger oder besser noch so wie beim CineCitta' Nürnberg
Karten online reservieren? Ich habe jetzt keine Ahnung, welche Plätze
mir der Computer zugeteilt hat und was sie taugen. Zwar Loge statt Parkett
(kostet mit dem 5-Sterne-Ticket das Gleiche), aber zwischen Mitte-Mitte und
letzte Reihe hinten links kann das alles bedeuten.
Danach noch ein bisschen gesurft:
Ein Freund hat in ICQ auf meine Frage geantwortet, warum mir sowas
nicht passieren kann: er gibt bescheid, wenn die FAU
so einen Kurs anbietet. :-)
Bei Amazon habe ich mir gerade die Futurama-Box
für 35 Euro nochwas bestellt und »Eine
wie keine« (ok, Teenie-Film, aber den lobenden Kritiken zu Folge
ein etwas anderer, im positiven Sinne, außerdem mit lecker Rachel Leigh
Cock und nur 15 Euro nochwas). Am Abend nochmal eben zu Hause durchgeklingelt,
ob mein Vater für mich die Futurama-Box mitgebracht hat (nein). Gestern
gab's sie bei MediaMarkt noch nicht, aber es wurde »jeden Tag damit
gerechnet«. Hätte dann 38 Euro gekostet. Nachdem Amazon heute seine
Versandgebühr-Politik geändert
hat (versandkostenfrei ab 20 Euro statt bisher 45,50), habe ich zugeschlagen.
Sicher, mit »Eine wie keine« wäre ich auch so drüber
gewesen, aber zu dem habe ich mich spontan entschlossen. Ich finde die neue
Versandkosten-Regelung von Amazon gut. Zwar sind jetzt reine Buchsendungen
nicht mehr portofrei, aber mir kommt die niedrigere Schwelle für die
Versandkostenbefreiung entgegen. Über 20 Euro bin ich in der Regel, aber nicht
unbedingt auch über den bisherigen 45,50. Dass Bücher jetzt nicht
mehr umsonst verschickt werden, unabhängig vom Bestellwert, ist irgendwo
logisch. Ein 5 Euro-Buch zu verschicken war für Amazon nicht wirklich
ein Gewinn. Ich nehme mal an, dass man sich jetzt dazu entschlossen hat, da
man inzwischen einigermaßen bekannt ist (mal ehrlich, bestellt jemand
online Bücher woanders als bei Amazon?) und man die Portokosten nicht
mehr länger quersubventionieren wollte.
Das Buch »Internetprojekte von <start> bis </ende>«
klingt interessant.
Mal die Leseprobe
durchlesen. Inzwischen benutze ich immer öfter die Funktion, die Druckvorschau
als PDF zu speichern (ist ein OS X-Feature). Dadurch kann ich die Seiten auch
später durchlesen und muss den IE nicht offen lassen. Und wenn das Preview-Programm
abstürzt (was mir noch nicht passiert ist), dann habe ich die Dokumente
noch auf meinem Desktop, während sie bei einem abstürzendem IE weg
sind (was mir durchaus schon passiert ist). Die Probekapitel lese ich dann
am Freitag-Abend im Zug. Außerdem als PDF gespeichert habe ich die A
List Apart-Story vom letzten Freitag (»Better
Living Through XHTML«) und einige Seiten des Online
Style Guide der New York Public Library, von dem in dem ALA-Text die Rede
ist. Weiterhin landete ein Artikel aus der Titelgeschichte der aktuellen brandeins
über Genossenschaften
auf der Platte und zwei Artikel zum Redesign der Macromedia-Website (Redesign
Production Strategy for macromedia.com, How
We Did It: Using CSS on Macromedia.com und Macromedia
Redesign: Online Forums). Die brandeins habe ich sogar erst gestern
in der Hand gehabt, aber ich kam wieder nicht zum Lesen. Ich weiß nicht,
ob ich die brandeins abbestellen sollte. Einerseits liegen noch die
letzten sechs Ausgaben ungelesen bei mir im Regal und manchmal nervt mich
die Schreibe. Andererseits sind die Artikel oft durchaus interessant. Aber
ich habe einfach keine Zeit! Ich lese sehr viel aus dem Internet, Webseiten
und News, aber kaum noch Gedrucktes. Eigentlich nur noch Rundmailings aus
der Bank, abends, wenn ich auf das Essen im Lokal warte (und Ausdrucke von
Spiegel-online-Artikeln), die c't alle zwei Wochen samstags und wenn ich mit
dem Zug am Wochenanfang oder -ende fahre, dann den Spiegel. Aber keine anderen
Zeitschriften, keine Sachbücher und keine Romane. Sachbücher noch
ab und an, aber nur am Wochenende, um zügig voran zu kommen und mal ein
paar Stunden nur zu lesen. »Burn
Rate« zum Beispiel. An den letzten Roman kann ich mich gar nicht
mehr erinnern.
Nebenbei das Update auf Mac OS X, Version 10.1.3 runtergeladen (17 MB), das heute morgen erschienen ist.
Harald Schmidt gestern war genial. Er ist von einem Provinz-Polizisten angezeigt worden, weil er in einer Sendung Anfang Februar »mehrfach« erwähnt hatte, dass er mit 16 sein Mofa frisiert hat. Er hielt das Schreiben in die Kamera und las es vor. »Selbst wenn ich damals lebenslänglich bekommen hätte, wäre ich jetzt in psychiatrischer Behandlung oder draußen.« Dann füllte er einen beigehefteten Schein aus, den er zurückschicken musste. Er kreuzte an, dass er keine Angaben zur Tat machen möchte. »Ich möchte mich ja nicht selbst belasten.« Und er verzichtet auch auf einen Anwalt: »Ich nehme mir doch keinen Anwalt, um ihn im teuersten Hotel von Den Haag einzuquartieren.« Er wolle diesen Fall »von einem deutschen Gericht klären lassen.«
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Dienstag, 19. Februar 2002 --- Orkanartige
Böen
Ich konnte mal wieder nur schlecht schlafen. Von etwa halb fünf bis drei
Viertel sechs. Dann aufstehen, Vierkampf im Bad (Zähne putzen, waschen,
rasieren, Haare waschen), Taxi für zwanzig nach sechs bestellt.
Auf der Hinfahrt konnte ich noch eine halbe Stunde bis zur Ankunft in Augsburg
schlafen. Der ICE fuhr gerade den Bahnhof an, da vibrierte mein Handy: der
Kollege war dran; ob ich in Augsburg sei. »Ich fahr' gerade in den Bahnhof.«
--- »Optimal.«
In Augsburg ist es recht ungemütlich: windig, regnerisch. Am Morgen vier
Kunden: eine Anfrage wegen unserem Riester-Renten-Produkt (ich muss mir das
nochmal zu Gemüte führen...), eine Kreditaufstockung um 5.000 Euro
und eine Nachlass-Sache. Die Momente, die ich bei diesem Job wirklich schätze
sind die, wenn Kunden verärgert in die Filiale gekommen sind, aber zufrieden
wieder gehen.
In der Mittagspause tröpfelt es und der Wind hat stark angezogen, richtig
kräftige Böen. Ich weiß nicht wieso, aber aus irgendeinem
Grund habe ich »Pink Moon« von Nick Drake im Kopf. Passt eigentlich
gar nicht zu dem Wetter. :-)
Das McDonald's am Königsplatz wird umgebaut und als Alternative bleibt
das kleinere McD in der Nähe des Rathauses. Das kleinste McD, das ich
je gesehen habe und ausgerechnet hier haben die Kids die Angewohnheit, ewig
sitzen zu bleiben. Oder bilde ich mir das ein? Ich habe ja nichts dagegen,
nach dem Essen noch etwas zu sitzen, aber doch nicht im kleinsten FastFood-Restaurant
der Stadt? Naja, dann werde ich für den Rest der Woche wohl auf Döner
umschwenken. Wenn das Wetter mitspielt. Denn ein Döner muss sofort heiß
gegessen werden, also beim Döner-Mann direkt (der an den ich denke, bietet
diese Möglichkeit aber nicht) oder beim Gehen.
Am Nachmittag hatte ich etwas Zeit, um mich um WpHG Teil II zu widmen. In
der ersten Aktion bis Ende letzten Jahres (ich berichtete ausführlich)
haben wir die WpHG-Bögen der eigenen Depot-Kunden nachgeholt, diesmal
sind die Fondskunden an der Reihe, die ihre Fondsanteile direkt bei einer
Fondsgesellschaft verwalten lassen, aber bei uns gekauft haben. Erstmal die
VLer aussieben, die ihre Vermögenswirksamen Leistungen in Fonds einzahlen.
Von denen benötigen wir keinen Beratungsbogen, zumindest jetzt noch nicht.
Die Liste der verbleibenden Kunden ist schon wesentlich kürzer; morgen
schreibe ich sie an. Hmm, alle nötigen Daten liegen in zwei Excel-Tabellen
vor, da werfe ich doch den Serienbrief-Assi an, bevor ich die alle per Hand
abtippe. Morgen.
Ansonsten noch eine längere Beratung wegen einer Rentenversicherung,
da gab es Unklarheiten, weil im Versicherungsschein von Änderungen gegenüber
dem Antrag die Rede war. Nach einem Telefonat mit der Versicherung stellte
sich heraus, dass man da zu Gunsten des Kunden sehr genau ist: Die Eckdaten
stehen im Angebot, dass dem Kunden mitgegeben wurde, zum Beispiel der Versicherungsverlauf.
Wenn das im Antrag fehlt, ist das eine Änderung zwischen Versicherungsschein
und Antrag, denn die Versicherung hat ja Interpretationsspielraum, wenn Angaben
im Antrag fehlen. Und der Hinweis ist nochmal der Hint für den Kunden,
dass es da möglicherweise Abweichungen vom Antrag gegeben hat.
Dann noch eine Kreditanfrage. Es kommt vor, dass ich ein gutes Gefühl
habe, wenn das Kreditprogramm die Anfrage ablehnt. Beispiel von heute: Er,
Inder, seit 1997 in Deutschland, seit Sommer beim Arbeitgeber, aber mal abgeschoben
worden. Verheiratet, ein Kind, 820 Euro Einkommen. Knackpunkt ganz klar: das
Einkommen. Das Programm zwickt gleich mal pauschal 920 Euro Lebenshaltungskosten
für drei Personen ab. Da ist die Warmmiete und die Rate für den
Kredit noch gar nicht drin. Also sie noch als zweiten Darlehensnehmer mit
aufgenommen. Seit drei Jahren beim Arbeitgeber, 625-Mark-Job seit Dezember,
davor ein halbes Jahr gearbeitet, davor drei Jahre arbeitslos gewesen, Kindererziehung.
Jetzt klappt das rechnerisch, aber mit Eidesstattlicher Versicherung in der
Schufa ist nichts zu machen. Ein Bürge? Ein Arbeitskollege könnte
vielleicht noch helfen. Verdient das selbe. Ja, auch verheiratet. Ja, auch
ein Kind. Da muss ich aber auch gleich wieder ablehnen: gleiche Situation
wie bei ihm alleine. Die beiden Einkommen kann ich nicht zusammenwerfen, da
jeder von ihnen eine Familie zu ernähren hat. Abgesehen von den objektiven
Daten (zu niedriges Einkommen bei ihm, schlechte Schufa bei ihr) hatte ich
auch ansonsten nichts dagegen, dass mein Programm den Kredit ablehnte. Seit
1997 mit Unterbrechung im Land, weil einmal abgeschoben worden, keine unbefristete
Aufenthaltsgenehmigung bei ihm und bei ihr ein Gebäudereinigungs-Job
seit zwei Monaten, davor aber doch eigentlich arbeitslos gemeldet gewesen
und dann noch die negative Schufa, sind keine Idealbedingungen für 4.000
Euro Kreditherauslage.
Heise meldet,
dass es um Kunden-Management in deutschen Firmen schlecht bestellt ist. IMHO
ist es das einzig Wahre, wenn jeder Mitarbeiter einsehen kann, wann wer was
mit einem Kunden per Brief, Mail, Telefon oder Chat besprochen hat. Dazu gehört
zum Beispiel ein Dokumenten-Management-System. Ich schreibe gar nicht mal
»ein gutes«, sondern ich verlange überhaupt mal eines. Dadurch
müsste der Kunde, wenn er es mit einem anderen Mitarbeiter zu tun hat
(andere Zuständigkeit, Urlaubsvertretung, Springer...), nicht jedes Mal
bei Adam und Eva anfangen, wenn es um eine größere Sache geht.
Oder darauf warten, bis der ursprüngliche Ansprechpartner wieder zu sprechen
ist. Und es ließe sich schnell feststellen, wann was mit wem vereinbart
wurde.
Gar nicht verstehen kann ich, dass die mangelnde Verbreitung zu 22% (»Nennen
Sie Gründe...«) an der geringen Akzeptanz der Mitarbeiter liegt.
Als Mitarbeiter liegt es doch in meinem Interesse, wenn ich einem Kunden schnell
helfen kann, weil ich schnellen Zugriff auf alle Informationen habe (ich will
DSL in den Filialen, kein ISDN) und nicht erst rumrödeln und puzzlen
oder dem Kunden durch zig Nachfragen alles aus der Nase ziehen muss.
Ich könnte
heulen:
Ein Mitarbeiter von Macromedia deutete auf der Kölner Bildungsmesse
gegenüber Mac-TV an, dass die Produkte "Dreamweaver" und "Fireworks"
möglicherweise erst Ende diesen Jahres in den USA und Anfang nächsten
Jahres in Deutschland verfügbar sein könnten.
Pünktlich um 18:05 Uhr bin ich gegangen, um den ICE um 18:23 nach Nürnberg
zu erwischen. Der Fußweg bis zum Bahnhof dauert auch 12 bis 15 Minuten
und so kam ich pünktlich. Ab Donauwörth habe ich gedöst, weil
ich hundemüde war. Ich nenne es »den Bayreuth-Effekt«. Wenn
ich Freitag-Abend um 17 Uhr mit dem RegionalExpress durch die Pampa fahre,
nicke ich regelmäßig ein. Wäre ich wach geblieben, wäre
ich gegen 20 oder 21 Uhr ins Bett gegangen und hätte geschlafen wie ein
Stein. Nach der einen Stunde Zugschlaf bin ich nach dem Aussteigen zwar etwas
zerknautscht, aber für den Rest des Abends fit wie ein Turnschuh, so
dass ich sicher nicht um 22 oder 23 Uhr schlafen gehe, sondern erst nach Harald
Schmidt um zwölf oder nach Frasier kurz vor eins. Oder am Wochenende,
Freitag auf Samstag, auch mal bis drei wach bleibe. Nicht so gut ist, dass
ich morgen, Mittwoch, wieder um 05:45 aufstehen muss, weil ich wieder nach
Augsburg fahren muss.
Der Bayreuth-Effekt ist relativ problemlos, weil der Zug nur nach Nürnberg
fährt und nach 15 bis 30 Minuten wieder in die Gegenrichtung aufbricht.
Aber der ICE fährt bis Hamburg und fast wäre meine nächste
Haltestelle Würzburg gewesen. Ich blinzle aus dem Fenster, sehe die Lichter
von Nürnberg, während der Zug auf den Bahnhof anfährt. Hmm,
sollte doch mal aufstehen, denke ich. Keinesfalls »nur eine Minute noch«.
Klappt auch und ich steige am Ende des Bahnsteigs aus, ewig weit weg vom Ostausgang
(der Zug macht eine Schleife, kommt von Norden und fährt dann Richtung
Hamburg wieder in Gegenrichtung aus dem Bahnhof). Zufällig hatte ich
heute morgen eine Reservierung für die Lounge an der Zugspitze bekommen.
Was genau null bringt, da es außen stockdunkel ist und innen die Innenbeleuchtung
eingeschaltet ist. Der typische Schlafzimmer-Effekt: wenn innen das Licht
brennt, kann man aus dem Fenster starren wie man will, man sieht erst etwas,
wenn innen das Licht aus ist. Es regnet Bindfäden und ich sehe zu, dass
ich die Treppen zum Ostausgang erreiche. Rein in die U-Bahn, U2 bis Rathenauplatz,
eben noch einen Döner bei Ballerina-Döner essen. Um acht Uhr wieder
zurück zum Hauptbahnhof in die U1, mit der U-Bahn bis Fürth. Von
dort mit dem Taxi nach Hause.
Von Cyberport kam noch keine E-Mail, also kommt morgen auch noch kein Drucker.
Aber ich nehme mal an, dass er noch diese Woche kommt. Nachdem ich am Wochenende
nicht zum Baden kam, hole ich das jetzt nach und lese bei der Gelegenheit
die Allgemeinen Versicherungsbedingungen unseres Riester-Produkts. Nicht die
ideale Badewannen-Lektüre, aber ich will das morgen wissen und Spiegel-Artikel
kann ich immer noch im Zug lesen. Wenn ich nicht schlafe. Danach noch den
Rest von TVtotal, Harald Schmidt, my two cents aufschreiben.
Nach Harald Schmidt wieder Pseudo-Nachrichten auf SAT.1. Diesmal sehe ich
sie mir an, weil ich Bilder zum Amoklauf von heute sehen will (ich sehe Nachrichten
eigentlich nur, wenn ich bewegte Bilder sehen will, ansonsten hole ich mir
alle News von heise.de, spiegel.de und tagesschau.de, Hintergründe aus
der wöchentlichen Print-Ausgabe des Spiegel). Der erste Satz: reißerisch
(ich bekomme ihn jetzt leider nicht mehr zusammen). Und natürlich wird
der volle Name des Täters genannt, nicht etwa der Nachname abgekürzt,
so wie das sonst gang und gäbe ist. Dann der Filmbericht: »Immer
wieder kommt es in Deutschland zu solchen Amokläufen. Vor einem Jahr...«
Und dann führen sie gerade mal zwei Beispiele an. Nicht gerade viel,
um den Satz mit »Immer wieder« zu beginnen, gerade so, als ob
es alle zwei Monate passieren würde.
Oh Mann, Stoiber fordert jetzt auch den Rücktritt von Riester. Weil der
Arbeitsminister nicht rechtzeitig etwas gegen die Misere bei der Bundesanstalt
für Arbeit unternommen hat. Wie ich vor ein paar Tagen schon schrieb,
lehnte sich Friedrich Merz mit dieser blödsinnigen Forderung weit aus
dem Fenster. Jagoda, Unions-Mitglied und seit 1991 Präsident der BA,
ist natürlich unschuldig. Und der Minster, seit 1998 im Amt, soll jetzt
die politische Verantwortung für den Statistik-Skandal übernehmen,
der in der BA schon vor 1998 bekannt war? Völlig bekloppt. Und ja klar,
die amtierende Bundesregierung, seit 98 im Amt, ist auch schuld, dass von
den 90.000 Beschäftigten bei der BA nur 8.000 in der Arbeitsvermittlung
tätig sind. Schröder muss sich vieles ankreiden lassen, aber Stoiber
sollte sich vielleicht in bisschen mehr als heiße Luft einfallen lassen.
Das Interview nach den Pseudo-Nachrichten ist eine einzige Aneinanderreihung
von Vorwürfen ohne Gegenvorschläge und ausweichenden Um-den-heißen-Brei-Antworten
auf konkrete Fragen. Und wenn ich Riester oder Schröder reden höre,
kommen aus deren Mündern nur Erfolgsmeldungen, nach dem Motto, der Umsatz
kann sich doch sehen lassen, aber die Ausgaben vergessen wir mal. Wen soll
ich im September eigentlich wählen?
Ach, was reg' ich mich auf, jetzt kommt Frasier.
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Montag, 18. Februar 2002 --- Metaphern
Eigentlich wollte ich heute morgen in die Stadt. Döner essen, mal bei
Gravis in Nürnberg vorbeischauen, den neuen iMac begutachten und Toast
Titanium kaufen, da habe ich noch einen Gutschein für 20 Euro Preisnachlass,
wenn man ihn mit dem Kaufbeleg an Roxio schickt.
Aufgestanden gegen 14 Uhr. »Absolut Schlegl« gesehen, um zwanzig
vor fünf fertig gemacht. Kurz nach fünf sind mein Vater und ich
zu meinem Großvater in die Stadt gefahren. Ich habe ihm beim Einladen
seines Koffers in den Kofferraum geholfen, da er für eine Woche wegfährt,
und zu dritt sind wir dann nach Kosbach »zum Polster« gefahren,
wo wir auf meine Schwester, die aus der Stadt direkt dorthin ist, und meine
Mutter trafen, die mit meiner Tante und meinem Onkel mitfuhr.
Ich habe heute einen Tag frei genommen, da meine Tante ihren 50. Geburtstag
feiert. Eben beim Polster, mit einigen Verwandten und Freunden. Das Essen
ist sehr lecker. Ein paar ausgefallene Vorspeisen, Kalbfleisch zum Hauptgang
und Mousse als Nachspeise. Michl habe ich bei der Gelgenheit meinen Brother-Drucker
angeboten und wir haben uns auf 50 Euro geeinigt. Als ich gestern bei eBay
nachsah, was für den Laser geboten wird, war ich doch recht schnell desillusioniert,
denn die Gebote bewegten sich zwischen 15 und 25 Euro, teilweise sogar unabhängig
davon, ob ein Gerät als defekt ausgezeichnet war. Er wird ihn für
sich oder seinen Vater verwenden und unter Windows2000 taugt er ja auch noch,
wenn man über den mangelhaften Grafikdruck hinwegsehen kann. »Probier'
ihn aus, und wenn er nicht gefällt, dann gib ihn zurück, dann verkaufe
ich ihn über eBay.«
Gegen halb elf waren wir wieder zu Hause. Noch ein bisschen Surfen, News lesen
und das um 21:15 auf Video aufgenommene »Edel & Starck« gesehen.
Hmm, weder die Heilbronner noch der Kollege aus der Zentrale haben auf meine
Mails geantwortet. Dann fahr' ich morgen nach Augsburg, wie ursprünglich
geplant. Leider gibt's in meinem favorisierten Hotel keine Zimmer mehr und
im Ibis am Bahnhof erst ab Mittwoch wieder. Bedeutet: morgen Abend nach Schalterschluss
wieder nach Hause fahren, und am Mittwoch-Morgen mit Tasche wieder runter.
Geht. Augsburg-Nürnberg eine Stunde zehn Minuten mit dem ICE.
Die Betreiber der Site Mozilla Evangelism haben einen Wettbewerb für ein Mozilla-gerechtes Web ausgeschrieben. Der Grund: zu viele Seiten verwenden falschen oder verstümmelten HTML-Code. Tja, wenn man korrektes HTML und CSS verwenden würde, gäbe es solche Probleme nicht. Vorwärts-Kompatibilität mit heutigen und künftigen Browsern durch Standard-konformes Arbeiten ist hier die Lösung, nicht die Rückwärts-Kompatibilität, indem man mit tausend work-arounds Rücksicht auf alte Browser nimmt.
Nach Chaos City und Seinfeld habe ich noch den HP-Drucker (LaserJet 1200) bestellt. 429 Euro bei Cyberport. Und noch Toast. Zwar habe ich bei Gravis noch diesen Nachlass, aber bei Cyberport kostet es nur 89 statt 99 Euro bei Gravis (ohne Nachlass). Mei, bei Gravis hätte ich auch wieder Versandkosten und müsste den Nachlass erst beantragen, so dass es sich im Endeffekt nichts nimmt. Für einen Moment hatte ich noch den 1200N im Sinn, mit Ethernet-Anschluss. Dann hätte ich drahtlos via Airport mit dem iBook von der Gartenliege aus drucken können. Aber mal ehrlich, wie oft macht man das? Und wenn ich Airport wirklich kaufe (sollte ich ab April DSL haben), kann ich immer noch die per Preview von OS X generierten PDFs auf den Desktop des Power Mac beamen, das ist 210 Euro Preisaufschlag beim 1200N gegenüber dem 1200 nicht wert. Toast und der Drucker sollen lieferbar per sofort sein. Da nehme ich mal an, dass er die Woche noch kommt, vielleicht Mittwoch oder Donnerstag.
Die Titelillustration des aktuellen Spiegel (8/2002) ist genial. Martialisches Aussehen und ebensolche Kleidung. Bush (Harald Schmidt: »Brezel-Bush«) trägt eine silberne Brezel an einer Halskette.
+++
Gestern morgen habe ich mir mal wieder »Starship Troopers« angesehen. Nicht, weil ich Lust darauf hatte, sondern weil mir vor ein paar Tagen doch eine frappierende Ähnlichkeit in der Argumentation der Bush-Administration gegenüber der aus »Starship Troopers« aufgefallen ist.
| Fiktion | Wirklichkeit |
|---|---|
| Why we fight: Klendathu, source of the Bug meteor attacks, orbits a twin-star system whose brutal gravitational forces produce an unlimited supply of Bug meteorites in the form of this asteroid belt. To ensure the safety of our solar system Klendathu must be eliminated. | In Milwaukee sagte Bush am Montag, er werde Regimen wie Iran, Irak und
Nordkorea nicht erlauben, "unsere Lebensweise zu bedrohen".
US-Präsidialamtssprecher Ari Fleischer erklärte, Bush sei darauf
aus, das zu tun, womit er das amerikanische Volk schützen könne.
Nach Einschätzung des Präsidenten dränge die Zeit, so Fleischer.
Iran, Irak und Nordkorea stellten "ganz klar" eine Bedrohung
für die USA dar. [...] Der Sprecher des US-Außenministeriums, Richard Boucher, sagte über den Iran: "Die bösen Absichten zeigen sich darin, dass sie Massenvernichtungswaffen entwickeln und Verbindungen zum Terrorismus unterhalten." |
Das allein reicht natürlich noch nicht für einen Vergleich zwischen Bush und Starship Troopers. Bemerkenswert ist aber einmal die Schwarz-Weiß-Malerei, die Bush betreibt (»Wir sind die Guten, das sind die Bösen.«). Und ich darf auch an Bushs Argument »Wer nicht für mich ist, ist gegen mich« erinnern (»Jede Nation muss sich jetzt entscheiden, ob sie für oder gegen den Terrorismus ist«). Wie der Philosophie-Professor Hubert Schleichert (Uni Konstanz) in seinem Buch »Wie man mit Fundamentalisten diskutiert, ohne den Verstand zu verlieren« schreibt (Verlag C.H. Beck, Seite 29):
Übertragen auf die gegenwärtige Situation könnte man vielleicht auch von »Neutralität« sprechen. Auch wenn der 11. September 2001 ein schrecklicher Tag war, muss man jetzt doch nicht zu allem, was die USA machen, Ja und Amen sagen.
Zurück zum Thema, meinem Starship Troopers-Vergleich.
Nein, ein kurzes Abschweifen erlaube ich mir noch. Es ist nämlich auch
interessant, welche Staaten nicht unter die oben zitierte Definition
des Bösen fallen, nämlich Indien und Pakistan. Wohl, weil es politisch
(un)günstig ist. Beide haben ungefragt A-Waffen-Programme gestartet und
bis zur Serienreife gebracht. Gut, in wie weit beide »Verbindungen zum
Terrorismus« unterhalten, ist eine Definitionsfrage, was man unter Terrorismus
versteht. Vielleicht die Grenzkonflikte
in Kaschmir? Aber das nur am Rande, bevor es zu weit ins Politische abgleitet
und von meinem Starship Troopers-Vergleich entfernt.
Der Vergleich zwischen dem Film und der Wirklichkeit wird nämlich in
dem Moment frappierend, in dem die USA den Irak angreifen würden, wie
es sich derzeit
abzeichnet. Denn dann stellt sich wie im Film die Frage, wer hier eigentlich
der Aggressor ist. Dass man einen Monat nach den Attacken auf das WTC noch
von Verteidigung sprechen konnte, als es gegen die Taliban in Afghanistan
ging, war mit Mühe und Not noch plausibel zu erklären. Ginge es
jetzt gegen den Irak, wäre das meiner Ansicht nach bestenfalls »Angriff
ist die bessere Verteidigung«, oder, wie es Ludger Volmer, Staatsminister
im Auswärtigen Amt, formulierte:
das Begleichen alter Rechnungen.
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Hier geht's zu den früheren Einträgen: 11.02.2002 bis 17.02.2002