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Sonntag, 07. April 2002 --- Keine besonderen Vorkommnisse
Uh, gerade beim iBook meine erste Unix-kernel panic erlebt: Ich habe per FireWire 130 MB auf den Power Mac kopiert (10 Sekunden). Dann ordnungsgemäß das iBook geunmountet und das Book meiner Schwester wieder gegeben, damit sie ihre Facharbeit weiterschreiben kann. Sie klappt das iBook bei sich im Zimmer auf und kommt zu mir, auf dem Bildschirm die kernel panic (»Was is denn des?«). Vielleicht hätte ich das Book erst zuklappen und dann das Kabel ziehen sollen, ich weiß es nicht.
Naja, per Einschaltknopf resettet und neu gestartet, alles einwandfrei.

Heute Nachmittag ist es vier Grad wärmer als gestern, es hat zehn Grad.

Ich bin überrascht: der neue Aldi-PC bringt doch tatsächlich drei FireWire-Ports mit.

Sonst keine besonderen Vorkommnisse heute. Aufgestanden um zwei, Fernsehen: eine ältere, sehr gute Voyager-Folge (»Zersplittert«/»Shattered«), zweimal »Outer Limits«. Am Abend gebadet, in der c't gelesen, Mac-TV gesehen, News gelesen, Spiegel-TV.

e-plus bewirbt derzeit seine Version von i-mode mit einem nett gemachten Werbespot: Ein Mann und ein überdimensionierter Hund, der i-mode darstellen soll, gehen Treppenstufen hinunter und betreten eine Tiefgarage.

i-mode-Hund: Um acht hast Du ein Geschäftsessen mit Mister Watanabe.
Manager: Gut.
i-mode: Danach könnten wir noch ein paar Drinks nehmen, in dem neuen Club am Hafen, da ist heute Eröffnung.
Manager: Gebongt.
i-mode: Vergiss Deinen Schirm nicht, später wird's regnen.
Manager: Alles klar.
[Um die Ecke lauert ein halbes Dutzend zwielichtiger Typen mit Baseballschlägern.]
Manager: Oh Gott... Was is'n das?
[i-mode-Hund schnüffelt]
i-mode: Ein Tennessee Slugger 100. Das Modell zersplitterte in der 96er World Series Roger Rocker im sechsten Spiel in der Hand und verletzte ihn schwer.
Manager: Miese Keule.
[i-mode-Hund und Manager gehen weiter, Bande lässt ihre Baseballschläger fallen.]
Manager: Ich dachte, das Modell gäb's gar nicht mehr, tss.

Genial. Wir wissen alle, dass i-mode in der wirklichen Welt nicht das halten kann, was die Werbung verspricht, aber wie bringt man das Grundprinzip (Informationen unterwegs abrufen, Personal Information Manager...) einfach, anschaulich und originell rüber? Prima gelöst.

Auch nett ist die aktuelle DIMIX-Werbung, für den Cola-Bier-Mix von Diebels. Ein Zugabteil. Am Fenster sitzt ein Herr, der seine besten Jahre schon hinter sich hat, etwas korpulent, Brille mit dicken Gläsern in dicker Fassung, wenig Haare auf dem Kopf. Daneben eine junge Frau, die durchaus das Attribut »heiß« für sich verbuchen kann. Sie sieht ihn aus einer Flasche Bier trinken, nimmt selbst schnell einen Schluck aus ihrer Cola und knutscht ihn. Sprecher: »Das kann man auch einfacher haben. DIMIX, der Diebels Cola Mix.«

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So, noch zwölf Stunden bis zum offiziellen Umschalttermin. Gute Nacht.

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Samstag, 06. April 2002 --- From red to green
12 Uhr, aufstehen!
Um Viertel vor eins schälte ich mich dann doch aus dem Bett, um noch nach Nürnberg zu fahren. Fertig gemacht, auf dem Weg nach Vach noch die neue c't aus dem Briefkasten geholt und um Viertel vor zwei war ich in Fürth. Hunger und Durst trieben mich zum ehemals besten Dönerhaus der Welt, zum »City Kebap Haus« am Fürther Hauptbahnhof, neben dem Beck. Dass der stark nachgelassen hat, habe ich schon erzählt. Neu ist, dass die Preise kräftig angezogen haben: 3 Euro für einen Döner (früher 5 Mark), 2 Euro für ein Lahmacun (früher 3 Mark). Und dann noch nicht mal richtig warm. Nee, sorry, aber das war's dann.

Nach Nürnberg fuhr ich, um bei Gravis hinter dem Hauptbahnhof (Nelson-Mandela-Platz, in dem Haus mit der sechsfarbigen Apple-Leuchtreklame) zwei Airport-Karten zu kaufen. Je eine für den Quicksilver und eine für's iBook, pro Stück 135 Euro. Das Dumme war nur: die hatten keine da. Lieferzeit: zwei Wochen. Ich habe dankend abgelehnt, denn Cyberport hat sie zum gleichen Preis lieferbar und da kann ich dann auch noch den Montag abwarten um zu sehen, ob DSL wirklich funktioniert. Vielleicht entscheide ich mich doch noch für die separate Basisstation (bei Cyberport 80 Euro billiger als bei Gravis), statt den Quicksilver die Basis emulieren zu lassen. Dieses Verfahren hat den Vorteil, preiswert zu sein (nämlich nur zweimal 135 Euro). Allerdings gibt es zwei gravierende Nachteile: Der Power Mac muss immer an sein, um Basisstation spielen zu können. Gemäß meinen Energiespar-Einstellungen schläft er nach einer halben Stunde ohne benutzt worden zu sein ein und Airport-Aktivität ist kein Grund zum Wachbleiben. Ergo muss die Energiespar-Option jedesmal, wenn ich über das iBook ins Netz will, geändert (=deaktiviert) und danach wieder zurückgeändert werden, damit er wach bleibt. Oder ich schalte sie ganz ab und schicke ihn immer per Hand in den Schlaf. Der zweite Nachteil ist, so wird in de.soc.mac berichtet, dass die Reichweite geringer ist, wenn der Power Mac die Basis emuliert und keine »richtige« Airport-Basis vorhanden ist.

Im Hauptbahnhof bin ich mal ein wenig durch die erneuerte Westhallte geschlendert. Muss erst vor ein paar Tagen eröffnet worden sein, viele Geschäfte sind auch noch nicht eingezogen. Sieht sehr schön aus! Damit ist die Renovierung des Hauptgebäudes, nach Ost- und Mittelhalle, abgeschlossen. Das Reisezentrum ist allerdings noch nicht wieder in die Westhalle eingezogen. Es fehlen jetzt nur noch die drei Tunnel zu den Bahnsteigen, die sehen einfach hässlich aus. Und die Bahnsteige selbst könnten auch eine Kompletterneuerung vertragen, Modell Bamberg.
In der Galerie in der Westhalle gibt es demnächst, wenn ich's mir recht gemerkt habe, vom 12. bis 26. April, eine Ausstellung zu den Siegerentwürfen, die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes und die Königstorpassage betreffend. Täglich von 12 bis 22 Uhr (oder so), Eintritt frei. Muss ich auch mal vorbeischauen. Der Bahnhofsvorplatz ist, so wie er ist, eine Katastrophe. Wenn man aus der Mittelhalle kommt und in die Innenstadt will, steht man vor einer dreispurigen Straße (bei mir heißt »spurig« immer »pro Fahrtrichtung«), die sich ein zweites Mal um eine kleine Insel wickelt. Auf dieser Insel sind Haltestellen für Busse und Straßenbahnen. Sowohl zu dieser Insel als auch in die Innenstadt gelangt man nur unterirdisch, durch die Königstorpassage. Im übrigen das klassische Sammelgebiet für das letzte Gesocks der Stadt.

Nach dem Besuch bei Gravis fuhr ich mit der U2 noch bis Rathenauplatz, um ein Exemplar des weltbesten Döners zu mir zu nehmen. Übrigens auch Putenfleisch, aber die machen irgendwas anders. Anschließend wieder nach Hause, U2 bis Hauptbahnhof, U1 bis Fürth-Hauptbahnhof, noch ein Abstecher beim Marktkauf, dann mit dem 173er Bus nach Vach und heimgeradelt.

Verena nervt mich momentan mit ihrer Facharbeit. Aber ok, da muss man durch. Morgen und Montag bekommt sie das iBook, dann kann ich am Power Mac arbeiten und vor allem surfen, wenn am Montag DSL kommt. Spaßeshalber steckte ich heute die DSL-Ausrüstung an meine TAE-Dose. Interessanterweise funktioniert mein Telefon und Internet (per ISDN), auch wenn der DSL-Splitter an der TAE hängt und der NTBA am Splitter. Klappt einwandfrei, alle LEDs, die leuchten sollen, leuchten grün, auch diejenige, die eine erfolgreiche Verbindung zwischen Computer und DSL-Modem anzeigt. Bis auf die DSL-LED, die bleibt rot. Also lasse ich es gleich, wie es ist (später habe ich es noch aufgeräumt, am Nachmittag lagen die drei Schachteln einfach auf dem Fußboden). DSL funktioniert leider noch nicht. Hätte ja sein können.
Verena schreibt die Facharbeit übrigens mit Word für OS X. Ich weiß nicht, ob Word X die gleichen Krankheiten wie WinWord hat und mit denen sich derzeit Jörg vom DiJaLOG herumschlägt (Hausarbeit), aber bei Ihr hält sich das in Grenzen. Bevor ich gucken konnte, hat sie die Gliederung in ein Extra-Dokument gemacht, händisch. Der eigentliche Text ist jetzt ungefähr zehn Seiten lang, ohne Bilder und ohne Fußnoten. Alles kein Problem.

Im Netz eine Anleitung zur Geräuschreduzierung des Power Mac gefunden. Den Hitzetod wird ein Power Mac, der im Werkszustand belassen wird, sicher nie finden, drei Lüfter im Gehäuse und ggf. noch einer auf der Grafikkarte sorgen für Durchzug, aber auch für schlaflose Nächte. Da ich aber zwei linke Hände habe (ich sag's immer wieder gern: in der siebten Klasse in Handwerken eine Fünf gehabt und stolz drauf gewesen), lasse ich das Basteln wohl lieber.
Was mich bei meinem Quicksilver, die Ehrlichkeit muss sein, inzwischen gewaltig nervt, ist ISDN. Der Draytek miniVigor-Adapter für den USB-Port ist eine weit verbreitete Lösung, aber die Treiber sind anscheinend scheiße programmiert. Jedes Mal, wenn ich den Power Mac aufwecke, muss ich erst das USB-Kabel ziehen und wieder einstecken, sonst kann keine Verbindung aufgebaut werden und »Internet-Verbindung« meldet »Kein Trägersignal gefunden.« Ob der miniVigor dabei am USB-Hub oder direkt am Power Mac hängt, spielt keine Rolle. Außerdem nervt, dass der Power Mac regelmäßig wieder aufwacht, wenn ich ihn schlafen geschickt habe und der Vigor hängt noch am USB. Und wenn ich ihn abstecke, den Mac schlafen lege und er dadurch auch durchschläft, man ihn dann wieder aufweckt und online gehen will, aber versäumt den Vigor wieder an den USB anzuschließen, friert der ganze Mac ein (ok, das ist ein OS X-Problem). Und manchmal schläft der Mac nicht richtig automatisch ein. Nach einer halben Stunde schaltet sich zwar der Bildschirm ab, aber der Tower läuft weiter. Ich führe das auch auf den Vigor zurück. Und manchmal kann ich so oft auf »Verbinden« drücken wie ich will, aber es wird keine Verbindung aufgebaut, man muss erst wieder den Vigor abstecken und das Programm »Internet-Verbindung« beenden. Das kotzt mich an... ICH WILL DSL!!!
Ich muss am Montag einfach DSL bekommen. Wie schonmal gesagt wohne ich nicht im Bayerischen Wald, sondern zehn Kilometer südlich von einer 100.000 Einwohner-Stadt und zwanzig Kilometer nördlich von »einer Stadt wie Nürnberg mit 500.000 Einwohnern« (Edmund Stoiber zum Thema Zuwanderung).
Viel schlimmer allerdings als dass mir der miniVigor den nackten Arsch zeigt ist, dass meine ISDN-Lösung unter Windows 2000 mit einer Fritz!Card für PCI einwandfrei funktioniert hat. Das darf nicht sein. Allerdings habe ich W2K nie in den Ruhezustand gelegt, da hatte ich kein Vertrauen in Windows.
Und wenn ich ganz ehrlich bin, dass Feature von WinXP, das es erlaubt, dass ich ein anderer Nutzer B am System anmeldet und die Programme von Nutzer A weiterlaufen, ist schon geil. Hier geht es inzwischen zu wie auf dem Postamt: meine Schwester will chatten und E-Mails schreiben, mein Vater will in eBay stöbern oder nach neuen Mails sehen und ich habe vielleicht gerade 15 IE-Fenster offen und Classic gestartet. Bitte, bitte, Apple, bringt so ein Feature in einer der nächsten OS X-Versionen! Ich kaufe auch gerne nochmal zwei 512 MB-Speicherriegel, falls es sein muss!
Abgesehen von diesen Dingen und dem lahmen IE bin ich allerdings hochzufrieden mit meinem Quicksilver und möchte nie wieder zu Windows zurück.

Das mit »Ice Age« wird leider auch dieses Wochenende nichts. Klaus muss sich die nächsten beiden Wochen auf Vordiploms-Prüfungen vorbereiten. Ist besser so, wenn er lernt. Ich weiß noch nicht, ob ich heute Abend allein ins Kino gehe; »Spygame« und »beautiful Mind« stehen ja immer noch auf meiner Liste. Aber heute ist es nicht nur zehn Grad kühler als letzte Woche, heute ist auch nicht wirklich mein Tag. Airport nicht bekommen, DSL läuft noch nicht, beim Erdbeeren-Essen auf die Zunge gebissen...
Um halb sechs »Malcolm in the middle«.
Irgendwann gegen 19 Uhr bin ich eingeschlafen und wieder nach neun aufgwacht. Kopfschmerzen...
Hunger. Tiefkühlpizza.   :-(

23 Uhr. Ich nehme mir ein Glas Malt und lese ein wenig bei Spiegel-online. Hmm, am Montag muss ich mal neuen Whisky kaufen, das war eben das letzte Glas »Glen Grant«, ich habe nichts mehr im Haus. Als nächstes ist denke ich »Highland Park« dran. Von Michl habe ich vor ein paar Jahren mal eine kleine Probierflasche (0,05 l) bekommen, der war sehr gut. Ist, wie der »Glenmorangie«, den ich letztes Jahr geleerte habe (auch sehr gut), nicht gerade billig. Wird wohl irgendwas ziwschen 50 und 60 Euro die 0,7 l-Flasche kosten. Ah, Kommando zurück, in der »Glenfiddich«-Flasche ist noch etwa ein Drittel. Aber der »Highland Park« steht auf dem Einkaufszettel.

Eben noch das Inhaltsverzeichnis des Spiegels der nächsten Woche gelesen. Wieder einige sehr interessante Artikel; der Titel behandelt den Nahost-Konflikt. Und ich bin auf den Artikel zu Manuel Andrack gespannt: »Harald Schmidts Chef-Redakteur wird von vielen gelobt - und überschätzt«, heißt es im Inhaltsverzeichnis.

Beim Online-Artikel »Sex and the University« hatte ich ein Deja-vu: so hieß doch vor ein paar Wochen schonmal ein Artikel bei Spiegel-online? Aber dieser hier ist neu und brillant geschrieben, mit der richtigen Prise Sarkasmus:

Diese Überzeugung haben viele Hochschullehrer verinnerlicht und dokumentieren sie durch ihre Berufskleidung. Selten nur sieht man in Seminaren den schnittigen Dreiteiler, ein kühn bis zum Bauchansatz geöffnetes Hemd mit Haifischflossenkragen oder gar eine mondäne Sonnenbrille im Haar. Und nie beugen sich Dozenten lässig hinunter zur Sekretärin und bestellen mit tiefer Stimme zwei Fingerbreit Kaffee. Stattdessen kommen sie aus dem Dienstzimmer geschlurft, die Brösel des Frühstücksbrötchens noch auf der Cordhose, und legen wortlos einen Stapel Seminarvorlagen auf den Sekretärinnentisch.
 
Keinen Deut besser sind die akademischen Frauen. Professorinnen und Assistentinnen kleiden sich vorzugsweise, als habe der örtliche Großhändler Pferdedecken zu Schleuderpreisen abgegeben.

Heute schon um 18:45 in den Nachrichten gesehen, jetzt auch bei spiegel.de gelesen: In einem Zoo ist ein weißes Löwen-Baby ertrunken. Bemerkenswert an dieser Geschichte ist, dass der Parkchef noch versuchte, unter Einsatz seines Lebens das Baby per Mund-zu-Mund-Beatmung zu retten.

Das Editorial der neuen c't trifft mal wieder genau ins Schwarze. Es geht um die Lüge von den Breitbandzugängen bzw. die Werbung mit den selben. Die QSC-Werbung für deren DSL-Anschluss finde ich genial, weil sie anschaulich ist (grobpixeliger Typ schlurft an den Frühstückstisch und seine Frau sagt »Wieder mal im Internet gewesen?«, als Lösung wird DSL von QSC angepriesen), aber nicht nur das, genau wie die i-mode-Werbung von E-Plus ist sie darüber hinaus auch falsch. 768 KBit/s (T-DSL), oder bei mir ab nächster Woche 1 MBit/s über NEFkom, sind nicht wirklich Breitband. Für VHS-Qualität braucht's 2 MBit/s und mehr. Nicht, dass mich jemand falsch versteht: der 8.4., wenn DSL bei mir am Montag geschalten wird, wird künftig zu meinem persönlichen Feiertag. Aber über »Video in digitaler Fernsehqualität« hüllen wir mal lieber den Mantel des Schweigens, soweit sind wir noch lange nicht.

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Freitag, 05. April 2002 --- Berechtigter Optimismus
Heute war vergleichsweise viel los. Voller Terminplan bei der Kollegin in der Beratung, und kaum war ein Termin weg, kam ein Kunde ohne Termin zur Tür rein, der sie sprechen wollte. Und als der weg war, war schon der nächste Termin da. An der Kasse zog es zum Nachmittag hin an. Ich war heute auch den Vormittag an der Kasse. Der Teilzeit-Kollegin hatten wir gestern gesagt, sie müsse erst am Montag wieder kommen, weil wir das hier bei dem vergleichsweise geringen Kundenaufkommen auch allein schaffen würden und außerdem ist sie am Montag ja ganztags da, weil ich zu Hause bin.

Heute ging die Meldung über die Ticker (Heise, Mac-TV), dass in den USA ein frustrierter PC-Kunde seinen neuen Computer im Geschäft zertrümmert hat, weil er auch nach fünfmaliger Reparatur weder zur Soundausgabe noch zum CD-Brennen fähig war. Wirklich, nie hat der Spruch »Mit einem Mac wäre das nicht passiert« besser gepasst als hier.

Die Kollegin blieb nach Schalterschluss noch etwas länger, diverses erledigen, unter anderem »Tonnen« von ec-Karten zum Wochenende sperren. Es ist schlimm, dass man erwachsenen Leuten den erhobenen Zeigefinger zeigen muss, weil sie mit Geld nicht umgehen können. Kartensperre zum Wochenende ist leider all zu häufig das einzige Mittel, das zu wirken scheint.

Ich hab's nicht ganz geschafft mit meinem Vorsatz, um Viertel nach drei aus der Filiale zu gehen. Ich legte allerdings auch keine Eile an den Tag, sondern erledigte alles sorgfältig. Fahre ich halt nicht mit dem RE um vier sondern mit dem ICE eine halbe Stunde später. Um vier dann raus, bei Sahin Döner noch ein Lahmacun mit Käse. Der ICE kam relativ pünktlich. Ich kann nicht verstehen, weswegen man an einem Freitag auf dieser Strecke nur einen halben Zug einsetzt. Alle Wagen, mal ab von der ersten Klasse, waren gestopft voll. Das Mutter-Kind-Abteil war allerdings leer und so quartierte ich mich dort ein. Es folgten noch vier junge Leute, anscheinend Soldaten, die von irgendeinem Lehrgang kamen (nicht zum ersten Mal, dass ich so einen Trupp am Freitag-Nachmittag am Bayreuther Bahnhof sehe, aber immer wieder andere Leute). Einer hatte Tropifrutti dabei und bot mir auch die Packung an.
In Nürnberg waren's noch zwanzig Minuten bis zur Abfahrt des RE nach Erlangen um 17:50. Ich ging nochmal in die Bahnhofs-Buchhandlung und setzte mich eine Viertelstunde vor Abfahrt in den Zug (ein neuer, roter Doppelstock-Wagen). In Erlangen nahm ich einen Stadtbus bis Neuer Markt und genehmigte mir bei Adana noch einen Iskender. Ein Anruf zu Hause hatte ergeben, dass nichts darauf wartete, von mir verspeist zu werden. Da ich Kohldampf hatte (keine Mittagspause freitags) und keinen Appetit auf Nudeln oder Tiefkühlpizza (außerdem meine Fallback-Lösung für's Wochenende), war das die richtige Entscheidung. Aber am Wochenende gibt's noch Lasagne.
Ich erwischte knapp den letzten Bus nach Hause. Sieben Minuten vor Abfahrt an der Haltestelle gewesen, aber ich dachte zum Einen, dass es nur noch fünf Minuten wären, außerdem wartete ich bei Adana nicht lange, sondern zog mich an und zahlte, noch bevor er abräumen konnte. Nicht sehr höflich, ich weiß, aber die Zeit drängte.

Zu Hause war weniger Post als gedacht. Jetzt habe ich doch mal die Telekom-Rechnung aufgemacht, die schon seit letztem Wochenende auf meinem Schreibtisch liegt. Erfreulich: Das Surftime-Paket von T-Online (90 Stunden für x Euro) wurde mir nicht mehr in Rechnung gestellt. Vor ein paar Wochen hatte ich gekündigt und ein T-Onliner hat mich angerufen. Wir hatten uns auf die Kündigung von Surftime geeinigt aber auf das Weiterbestehen meiner Beziehung zu T-Online, damit ich noch Internet by Call nutzen kann. Ich hatte ja Zweifel, ob das klappt, aber das hat es offensichtlich. Trotzdem noch 101 Euro Rechnungssumme. Außerdem ist das Sarah Michelle Gellar-FHM-Magazin angekommen. Kontoauszüge von meinem Haupt-Girokonto und Arbeitgeber und Kontoauszüge von der Netbank. Noch eine »Bescheinigung zur Sozialversicherung«, meine Gehaltsabrechnung, mein Begrüßungsbrief zu Paybox und die PIN für Amazon-Payments, um den Marketplace nutzen zu können. Nachdem der Marketplace für amazon.de angekündigt wurde, habe ich meine drei »Herr der Ringe«-Bände zum Verkauf angeboten (der erste ohne Verpackung, aber ungelesen, die beiden anderen sogar noch mit Verpackung). Dabei ist mir aufgefallen, dass sogar noch mein altes Gericom-Notebook gelistet war, das ich letzten Sommer über eBay verkauft habe. Bisher wollte die Bücher noch niemand. Ich hatte eigentlich noch mit zwei weiteren ersteigerten eBay-Artikeln gerechnet. Und ja, das Paket das gekommen ist, kam tatsächlich von NEFkom. Inhalt: ein T-DSL-Splitter (da steht wirklich »T-DSL« drauf), ein Siemens ISDN-NTBA mit NEFkom-Aufkleber und ein Siemens DSL-Modem.
Ich bin jetzt hiermit offiziell berechtigt optimistisch gestimmt!
Natürlich gleich mal alles zusammengesteckt. Aber DSL soll ja erst am Montag geschaltet werden.

Die Bahn hat auf meine E-Mail von vor ein paar Wochen geantwortet. Ich habe schon ganz vergessen, was ich gefragt hatte, aber wenigstens haben sie geantwortet. Später ist mir die Frage wieder eingefallen: Wäre es nicht für bahn.comfort-Kunden (=Vielfahrer) interessant, kostenlos/vergünstigt von der 2. in die 1. Wagenklasse zu wechseln? Hier die Antwort:

Ihre Nachricht vom: 04.03.2002
Unser Zeichen: [...]
Sehr geehrter Herr Freimark,
 
vielen Dank für Ihre Mail, die wir gerne beantworten.
 
Das bahn.comfort Programm ist ein besonderes Serviceangebot der DB für Ihre Vielfahrer, mit dem die DB Ihren treuesten Kunden das Reisen noch angenehmer gestalten möchte. Durch Befragungen von Vielfahrern wurden deren Erwartungen ermittelt. Dabei wurde deutlich, dass neben einem Preisvorteil / Rabatt, den die DB mit der BahnCard bereits bietet, ein Bedürfnis nach individuellen Serviceleistungen besteht, die dem Vielfahrer das Reisen mit der DB erleichtert. Das bahn.comfort Serviceprogramm setzt genau dort an und bietet den bahn.comfort Kunden einen konkreten Zusatznutzen rund um die Bahnfahrt.
 
Die Einführung des bahn.comfort Serviceprogramms und die damit zusammenhängenden Services sind als ein erster Schritt zu betrachten. Wir werden natürlich das Serviceprogramm entsprechend weiterentwickeln. Deshalb freuen wir uns auch über Ihre Anregungen und Verbesserungswünsche.
 
Mit freundlichen Grüßen
[...]

Hier gerade noch drei Links zu Artikeln auf spiegel.de:

Ansonsten bestand der Abend aus dem Ansehen der Video-Konserve: Viermal Harald Schmidt und Lateline, inkl. der heutigen Sendungen.

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Donnerstag, 04. April 2002 --- Nothing to see here
Auch heute wieder vergleichsweise wenig los in der Bank. Am Abend um halb neun eingeschlafen und um halb zwölf wieder aufgewacht. Dann war's freilich zu spät, um 'nen Happen zu essen.
Ach ja, ich saß heute seit dem Morgen wie auf Kohlen, weil ich auf eine bestimmte E-Mail wartete. Und dabei wusste ich, dass ich sie frühestens am Freitag bekommen würde, aber ich habe halt gehofft.

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Mittwoch, 03. April 2002 --- Microsoft kassiert im Handstreich die deutsche Verwaltung
Tagsüber nicht viel los.
Abends war ich im Roxy-Diner neben dem Cineplaza-Kino. Cheeseburger. Kann ich nicht empfehlen, was allerdings daran liegen könnte, dass ich keinen Käse mag, der sich kilometerlang in die Länge zieht und zu klumpen anfängt. Der Hamburger dort ist ok, wobei mir lieber wäre, wenn sie dort »richtiges« Cole Slaw machen würden und nicht einfach nur den Weißkraut-Salat auf den Teller raspeln und ein Häufchen geraspelte Karotten daneben, so ganz ohne Dressing.

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Mac-TV hat heute eine ganze Reihe von Artikeln vom Stapel gelassen, nachdem in den letzten Tagen nicht so viel los war. Jörn hat wieder mal eine exzellente Analyse zum Thema »Deutscher Städtebund kauft bei Microsoft« verfasst.
Microsoft hat einen Rahmenvertrag zum Erwerb von Software-Produkten abschließen können. »Gerade für kleine und mittlere Gemeinden eröffne der Vertrag die Möglichkeit zum Erwerb preiswerter Microsoft-Programme.« Jörn schreibt in seinem Artikel:

Der eigentliche Hammer ist aber diese Aussage des Verbandssprechers: "(...) Grundlage für die E-Government-Verwaltung ist die breite Nutzung von Basissoftware. Mit dem Einsatz von Microsoft Betriebssystemen, Office-Software und dem SharePoint Portal Server ist ein sinnvoller Grundstein gelegt." Die Formuliereung "breite Nutzung von Basis-Software" bedeutet im Klartext: "Damit E-Government funktioniert, müssen möglichst alle die gleiche Software benutzen." Und das bedeutet konkret, dass die Rechner nicht nur alle Office nutzen sollen, sondern auch Windows. Nur so funktioniert das.
 
Was soll man sagen? Microsoft ist am Ziel. Alle glauben, dass ein Zusammenspiel verschiedener Stellen nur funktioniert, wenn alles und jedes von Microsoft kommt. Und Microsoft tut das ihre dazu, um möglichst inkompatibel mit dem Rest der Welt zu sein.

Natürlich verpflichtet ein Rahmenvertrag nicht dazu, Microsoft-Produkte zu kaufen. Aber Beispiele wie das von Elster zeigen, dass es inzwischen teilweise auch in der öffentlichen Verwaltung nicht mehr ohne Windows geht, oder sich Nachteile durch ein Nicht-MS-System erkauft.

Ich kann es mir schon vorstellen, wenn es in einigen Jahren beim Finanzamt heißt: »Herr Freimark, warum geben Sie Ihre Steuererklärung eigentlich immer noch auf Papier ab?« Und ich sage: »Ich habe einen Computer der innovativsten Hard- und Software-Firma der Branche, dessen Betriebssystem jeder Windows-Version Jahre voraus ist und das von Microsoft seit Jahren nur schlecht kopiert wird. Ich würde ja gerne elektronisch abgeben, aber Windows wäre ein Rückschritt.«

Dass MS mit harten Bandagen kämpft, ist auch zwischen den Zeilen dieser Heise-Meldung zu lesen:

Die Befragung durch Microsoft-Anwalt Richard Pepperman trieb Borthwick [AOL-Manager] allerdings zum Eingeständnis, dass Microsofts .NET-Konzept im Wesentlichen auf offenen Standards beruhe -- und damit sehr viel offener für die Nutzung durch Wettbewerber sei als der proprietäre MagicCarpet-Dienst, an dem AOL arbeitet.

AOL ist in Bezug auf seine Methoden keinen Deut besser als Microsoft, aber dem AOL-Manager fiel wohl im entscheidenden Moment nicht ein, dass Microsoft mit .net zwar auf Standards aufbaut, aber noch nie zimperlich war, Standards durch undokumentierte Erweiterungen aufzuweichen. Und auch bei .net hat Microsoft kein gesteigertes Bedürfnis, von dieser Praxis abzuweichen (siehe den c't-Artikel »Das Microsoft-Internet«).

Und damit wir uns nicht missverstehen: Ich benutze Microsofts Internet Explorer für den Mac sowie Office. Die Antwort auf das Warum ist einfach: es gibt für den Mac weder einen besseren Browser (Mozilla/Netscape 6 ist schnarchlangsam, NN4, Omniweb und iCab sind nicht Standard-konform im Sinne von CSS2, Opera ist Beta), noch ein besseres Office-Programm (habe auf Windows vorher StarOffice benutzt; Sun bringt SO nicht für den Mac raus).
Aber ich habe etwas gegen propritäre »Standards«. Ich blase auch keine Word-Dokumente durch den Äther, sondern verschicke Plattform-unabhängige PDFs und schreibe blanken Text in meine E-Mails.

Seit kurzem gibt es ein neues, deutschsprachiges Mac-Portal: macmotion.de (siehe auch Mac-TV-Meldung). Mal unter Beobachtung nehmen.

Heute habe ich mal wieder die Rubrik »Mediawatch« bei den Macguardians besucht. In der letzten Ausgabe ihres Test-Magazins hat die Stiftung Warentest Notebooks unter die Lupe genommen und die Guardians nahmen das zum Anlass, der Stiftung den »Nix-Checker-Award« zu verleihen, weil sie gar nichts verstanden haben. Man wirft die berechtigte Frage auf, ob man der Stiftung in anderen Bereichen trauen kann, wenn sich im Computer-Bereich, von dem ich mehr verstehe als die Damen und Herren Tester, herausstellt, dass man dort nichts gepeilt hat. Stein des Anstoßes: das iBook. Die Tester bemängeln das zu kleine Display (12 Zoll) und »übersehen« zwei Dinge: zum Einen gibt es auch 14-Zoll-iBooks. Zum Anderen kann ein kleines Display auch ein Kaufgrund sein (für mich war das einer der Gründe, wegen derer ich mich gegen das Powerbook entschieden habe), denn ein kleineres Display passt natürlich auch in ein kleineres Gehäuse. Davon ab hat das iBook eines der besten Displays am Markt, eine der längsten Akku-Laufzeiten, das leiseste Betriebsgeräusch (c't-Test: »Der Lüfter des Apple iBook sprang auch unter Volllast nicht an.«) und das alles bei nur 2 cm Dicke und 2 kg Gewicht. Weiterhin wird von der Stiftung bemängelt, dass 600 MHz Prozessortakt ja wohl nicht mehr zeitgemäß seien. Hallo? Jemand zu Hause? Schon mal was vom Unterschied zwischen RISC- und CISC-Prozessoren gehört? Aber der Abschuss, der absolute Burner -- bitte anschnallen -- ist das hier: »Außerdem fehlt ein Diskettenlaufwerk.«
Bedauerlich ist, dass der Spiegel ungeprüft nachplappert.

Nochmal zu WeHaveTheWayOut.com: Heute morgen habe ich eine E-Mail an Heise geschickt, ob das nicht ein Thema für den Newsticker wäre. Jürgen Kuri hat geantwortet, man werde mal sehen, was sich daraus machen lässt. Tatsächlich kam später auch eine fundierte Ticker-Meldung, die von guter Recherchearbeit zeugt.
Aus dem Forum:

Ich kann mir genau vorstellen, wie die jetzt vor dem IIS sitzen...
"Es geht nicht"
"Hm. Sollte es aber. Vielleicht, wenn ich hier unter der Option->Erweitert->Hinzufügen->Extras->Erweitert doch noch ein Häkchen hinter dieses Ding mache, das ich nicht verstehe?"
"Ja, mach mal, und mach gleich noch Schreib- und Ausführberechtigung für Jeden"
"Ok, ich hab gleich noch alles vererbt, glaube ich, geht's jetzt?"
"Nee... immer noch nicht, mach da auch mal noch 'alles freigeben'..."
"Ok. Geht nicht. Sollen wir vielleicht mal einen Neustart machen?"
"IIS oder Windows?"
"Eigentlich braucht man das ja nicht mehr... aber wir holen am besten die ganze Kiste mal durch"
[Stunden später]
"Jetzt scheint es zu gehen, woran lag es jetzt?"
"Keine Ahnung, aber sollen wir jetzt mal Kaffee trinken und danach nach der Sicherheit schauen?"
...to be continued.

Von der IIS-Blamage berichten auch Yahoo! und The Register.

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Dem Meinungsforschungsinstitut Emnid zufolge sind Manager E-Mail-scheu. 14 Prozent der befragten Führungskräfte würden überhaupt keine E-Mail verwenden, 38 Prozent fühlen sich durch jede Mail gestört. Ich sage es immer wieder: der c't-Artikel »Kommunikette« sollte für jedermann zum Pflichtartikel werden. Wer Medien falsch nutzt, z.B. zum Telefonhörer greift für eine Frage, die besser asynchron geklärt wird (E-Mail schicken; Mail beantworten, wenn es die Zeit zulässt) oder eine Mail schickt, um einen Termin zu vereinbaren, macht es seinen Mitmenschen freilich nicht leichter

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Dienstag, 02. April 2002 --- Gibt's bei Traubenzucker eigentlich eine lethale Dosis?
Muss ich erwähnen, dass ich letzte Nacht nicht geschlafen habe? Natürlich nicht. Und kaum hat man sich hingelegt, fallen einem massig Dinge für my two cents ein. Habe mir neun Notizen auf einem Schmierzettel gemacht.

Um zehn vor halb sechs stehe ich also wieder auf und torkel' ins Bad. Das Taxi brachte mich um zehn vor sechs zum Bahnhof. Dort bei Yorma's noch Getränke für heute gekauft und zwei Quader Traubenzucker. Der Rest ist bekannt und muss hier nicht wiederholt werden: Ankunft in der Bayreuther Filiale um fünf nach acht. Glücklicherweise hatte ich einen Schlüssel dabei, so dass ich innen gemütlich den Rechner hochfahren und einige vorbereitende Dinge erledigen konnte.

Über den Vormittag, so zehn, elf Uhr, wurde das Wetter immer besser: praller Sonnenschein, eine leichte, warme Brise. In der Mittagspause hätte ich auch ohne Jacke rausgehen können, es hatte an die zwanzig Grad. Ich Held habe mich mal wieder nicht um den Wetterbericht gekümmert und meine Winterjacke angezogen. Die verschwand nach der Mittagspause aber in der Tasche und abends ging ich im Hemd die zehn Minuten zum Hotel. Heute Mittag ausnahmsweise mal kein McD, sondern mal wieder Döner mit Käse. iPod natürlich dabei, und was passt besser zu diesem Frühlingstag, als »This Life« von Mandalay? Ein lockerer Beat, dezent begleitet von einer Trompete. Ich weiß jetzt aber ehrlich gesagt gar nicht, ob es das Original war oder ein Remix.

Um 14 Uhr noch einen Kredit von heute Vormittag fertig gemacht: Am Morgen kam der Kunde, um sich über die Möglichkeiten zu informieren, er hätte am Karfreitag einen Totalschaden mit seinem Auto gebaut (geänderte Vorfahrtsregelung an einer ihm seit Jahren bekannten Kreuzung) und bräuchte jetzt einen neuen Gebrauchten. Alle Daten eingegeben und dem Kunden mitgeteilt, dass nicht nur seine angepeilten 5.000 Euro gingen, sondern gerne auch bis zu 12.000, falls er einen schöneren Gebrauchten sieht. Nur die Gehaltsabrechnungen vorbeibringen, dann können wir's fertig machen. Um 14 Uhr war er wieder da, ich hatte eigentlich erst für morgen oder übermorgen damit gerechnet. Gehaltsabrechnungen und Ausweis kopiert, Vertrag gedruckt und den Kredit freigegeben, mit 10.000 Euro. War sehr schön, auch ein angenehmer Kunde.

Am Nachmittag blieb es dann aber erschreckend ruhig. Der Andrang, vor allem am Vormittag, war aber nach Ostern wie erwartet ein wenig größer. Abends waren's dann circa 90 Kassenbuchungen. Das ist normal, aber ich hatte das weniger abbekommen, da sich das vor allem (zu zwei Dritteln) am Vormittag abgespielt hat, da war die Kollegin an der Kasse.
Eben nochmal zu Hause angerufen, ob denn Post gekommen wäre. Ein Paket! Das kann eigentlich nur die DSL-Hardware sein. Die NEFkom-Dame meinte noch, dass DSL-Modem und -Splitter eine Woche vor Anschluss verschickt werden und für Flash MX wäre es etwas früh (für das free upgrade wurden mir ca. drei bis vier Wochen Wartezeit in Aussicht gestellt). Mein vorsichtiger Optimismus hat sich soeben in berechtigten Optimismus gewandelt. Wenn ich am Freitag heimkomme und es ist wirklich die DSL-Hardware in dem Paket, wird sich das nochmal auf »hoffnungsvolle Erwartung« steigern. Und ja, falls es von NEFkom kommt, werde ich die Geräte natürlich noch am Freitag-Abend installieren, so dass ich am Montag um 12 Uhr nur umstecken muss.
Um 18:02 hat die Kasse gepasst. Filiale abgeschlossen, raus.
Drei Plättchen aus dem ersten Traubenzucker-Quader haben genügt. Überraschenderweise hatte ich heute keinen toten Punkt.

Im Hotel Lohmühle habe ich eines der vier Zimmer im vierten Stock bekommen, wie ich es mir am Donnerstag gewünscht hatte. Der Aufzug geht zwar nur bis in den dritten, aber die paar Treppenstufen noch lohnen sich. Im vierten Stock gibt es je zwei Zimmer auf der Nord- und auf der Südseite. Da es direkt unter dem Dach ist, haben wir nicht nur eine Dachschräge im Zimmer (ich mag sowas), sondern die Zimmer sind auch größer.
Ich habe nur grad meine Tasche ausgeräumt (die Hemden müssen eine Nacht hängen, damit sich die Falten wieder etwas glätten), mich gewaschen und umgezogen und bin dann um kurz nach sieben wieder los.

Beim Müller noch Rasiercreme, Brause und was zu trinken gekauft, dann zu Plaka (der Grieche). Bestellung »Wie immer.«

Zwanzig nach acht, zurück im Hotel. »Nur fünf Minuten.«

Zwei Uhr: eben wieder aufgewacht.

Bei Spiegel-online tauchte heute ein Artikel zu Abkürzungen im Netz auf. Tenor: »Die eigentlich zeitsparend gemeinten Buchstabenkombinationen hemmen angeblich den Lesefluss und führen zu Missverständnissen.« Ich bin seit August 1995 im Netz und ich war/bin noch Teil einer Netz-Subkultur. ASAP, AFAIK, BTW, IMHO, ROTFL und ähnliche stammen aus dieser Subkultur und ich würde sie als gängig bezeichnen. Sicher, der Typ, der sich letzte Woche zum ersten Mal mit einer AOL-CD ins Internet eingewählt hat, kennt diese Akronyme nicht unbedingt, lernt sie aber auch schnell.

Immer wieder gut: Jakob Nielsen-Schreibtisch-Hintergründe.
Und natürlich die Seite, von der das »Obey«-T-Shirt kommt.

Microsoft betreibt die Anti-Unix-Site WeHaveAWayOut.com. Einige Interessierte haben herausgefunden, dass die Site unter dem Unix-System FreeBSD läuft. Als das publik wurde, hat Microsoft die Site vom Netz genommen und auf Microsoft IIS umgestellt. Seitdem ist sie nicht mehr erreichbar...
Das ist der Reichsparteitag für mich, ehrlich...

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Montag, 01. April 2002 --- 15 Grad, heiter
Im aktuellen Spiegel gibt es eine minutiöse Darstellung der Ereignisse, die zum Eklat im Bundesrat geführt haben. Sehr empfehlenswerte Dokumentation.
Im aktuellen Spiegel ist ein langer Bericht (Titelstory) über das Bundesrats-Theater von vorvergangenem Freitag. Dazu im Text die Abbildung einer netten Karikatur aus der FAZ: Im Hinbtergrund das Bundesrats-Gebäude, davor der hohe Zaun und in einem Tor (»Eingang Sitzungssaal«) ein Security-Mann. Daneben ein kleines Kassen-Häuschen mit einigen Schlachtenbummlern davor (Aufschrift auf den Schultern der Kutte nicht »Nordkurve« sondern »Bundestrat«, »CDU-Hessen«, ein »Sachsen-Anhalt«-Schal, eine »SPD Berlin«-Fahne). Sie skandieren: »Wir. Wolln. Euch. Kämpfen sehn, wir wolln Euch kämpfen sehn...«

Ich konnte nicht einschlafen. Erst um halb sechs fielen mir die Augen zu. Zuvor habe ich noch vier Stunden geschrieben. Um 15 Uhr dann aufgestanden.

Passiert ist heute nichts weiter besonderes. Im Fernsehen läuft nichts gescheites, im Web tut sich auch wenig, bis auf ein paar Aprilscherze.

Noch sieben mal wach werden, dann kommt DSL und ich bin im Paradies.

Um 19 Uhr nochmal geduscht, ein paar Nudeln gegessen, gesurft, Spiegel gelesen, two cents geschrieben, Tasche für nächste Woche gepackt.

Ding, weil's mir gerade einfällt: manche Leute haben einen laschen Händedruck, das gibt's gar nicht. Man könnte meinen, man hielte toten Fisch in der Hand. Leute, zupacken!

Ach ja, eine Bilanz der letzten vier Tage aus Weblog-Sicht: Die Lücken zu stopfen von halb fertig geschriebenen Tagen vor allem aus dem März hat doch länger gedauert als gedacht. Bis zurück zur ersten Januar-Woche ist jetzt alles auf dem Laufenden. Es fehlen noch die Einträge 1. bis 6. Januar (1a) und 21. bis 23. Dezember (12c). Das ist in der kommenden Woche aber zu schaffen. Morgen werde ich wahrscheinlich wieder hundemüde ins Bett fallen. Am Mittwoch wollte ich abends noch Stargate sehen und am Donnerstag vielleicht mal ins Kino. Ich werde aber zusehen, dass ich auf dem aktuellen Stand bleibe und noch die Lücken aus dem Januar und Dezember gar schließen.

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Hier geht's zu den früheren Einträgen: 28.03.2002 bis 31.03.2002