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Sonntag, 21. April 2002 --- Geisterfahrer
Morgän! Es ist 15 Uhr, die Sonne lacht und es hat 16 Grad, sechs Grad mehr als gestern. Hmm, vielleicht noch Kino heute Abend? Mit dem Rad eine halbe Stunde in die Stadt fahren, Grieche, Kino, halbe Stunde heim? Mal sehen. Mac-TV kommt an sich um 21 Uhr. Oder ich hoffe auf eine Wiederholung im Laufe der nächsten Woche.
Ich wollte dieses Wochenende auch noch baden. Das kommt glaube ich jetzt gleich als nächstes, sonst mache ich das wieder nicht. Und danach unbedingt die Reisekosten-Abrechnung. Ich habe meine Reisekosten der letzten vier Wochen noch nicht abgerechnet und entsprechend schlecht geht's meinem Konto (Hotel, Zug und Barabhebungen für Taxi und Essen ziehen den Kontostand nach unten).

Wenn ich mir so die Einträge im Jobforum auf multimedia.de durchlese, komme ich mir vor wie ein Geisterfahrer: alle wollen raus aus der Branche, ich will rein. Mal sehen, wie sich das Geschäft entwickelt. Und wer weiß, evtl tut sich noch eine interessante Gelegenheit innerhalb der Bank auf. Und damit meine ich keine festen Stellen als Kundenberater in der Region (diese offenen Stellen gibt es), ich bevorzuge weiter das Springerdasein und habe den Blick auf Stellenanzeigen im ORG- oder IT-Bereich.

Erfreulich: Spüre ich da eine Tendenz bei Banken, sich von propritären Systemen und eigener Spezial-Software zu verabschieden und zu HTML-basiertem Online-Banking zu wechseln? Nicht nur bei meinem Arbeitgeber vor ein paar Wochen, jetzt macht es auch die Netbank im Rahmen ihres Redesigns zum dreijährigen Jubiläum.

Na wer sagt's denn, die Reisekosten-Abrechnung bringt etwas über 1.100 Euro. So, jetzt aber ab zum Griechen. Klaus hat eben noch angerufen, er könnte es mit Hängen und Würgen für die 20:30-Vorstellung von »Ice Age« schaffen. Aber ich schlug vor, das nochmal eine Woche zu schieben, weil es ja nicht sein muss, sich jetzt zu stressen. 23 Uhr-Vorstellung habe ich abgelehnt, da ich wegen Augsburg ja wieder um halb sechs aufstehen muss. Also radle ich jetzt zum Griechen und dann wieder heim.

Ganz habe ich es nicht mehr bis zum Beginn von Mac-TV um 21 Uhr geschafft, aber um 21:15 war ich dann wieder zu Hause und habe mich zugeschaltet. Das sie heute bei dem Thema nicht bis halb zehn fertig werden, sondern wieder hemmungslos überziehen (gut so!), war klar. Es ging um »Apple und die Fachhändler-Krise« oder, wie ich es ausdrücken würde, um die Vernichtung der Apple-Fachhändler in Deutschland durch Apple selbst. Lesenswerte Beiträge dazu gibt es bei macwelt.de, den Macguardians, nochmal bei den Macguardians (Teil 1, Teil 2, Teil 3) und in einer älteren Mac-TV-Sendung (Links von Mac-TV zusammengestellt).
Wenn ich mal meine Situation betrachte: Ich wohne in Erlangen. Im Raum Nürnberg-Fürth-Erlangen gibt es laut Apple-Website zwei Fachhändler: einmal der Gravis hinterm Hauptbahnhof (zwar Innenstadt-nah, aber null Laufkundschaft) und einen j.w.d. in Nürnberg, in einem Stadtteil, in dem man nicht mal weiß, was eine U-Bahn-Station ist. Ergebnis: Ich kaufe bei Cyberport, die liefern mir das ins Haus (Gravis ist eine Apotheke, die zum Listenpreis verkaufen; Gravis ist als bundesweite Kette auch nicht in dem Maße von der Krise betroffen, wie es ein einzelner Fachhändler ist).

Der neue Videorecorder ist geil. Ein sehr schnelles Laufwerk, extrem schneller Suchlauf und eine »What was this?«-Funktion in Form einer »Replay«-Taste auf der Fernbedienung, die das Band um zehn Sekunden zurückspult.

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Samstag, 20. April 2002 --- Plug and Play für Masochisten
Woah, ich bin vielleicht schlecht gelaunt! Es ist Samstag-Abend und ich habe eben meinen neuen Videorecorder angeschlossen, einen NV-FJ621 von Panasonic, ein Nachfolger meines NV-HD620, in der ich-weiß-nicht-wie-vielten Generation. Sechs Köpfe für 200 Euro und damit nur halb so teuer wie der alte Panasonic mit vier Köpfen, den ich 1998 gekauft habe. Mich regen hier momentan zwei Dinge auf. Erstens hat es Panasonic versäumt vorzusehen, dass mancherorts vielleicht zwei Videorecorder der gleichen Marke stehen, sprich, die Fernbedienung des Neuen spricht auch den Alten an. Andere Firmen (Akai?) lösen das, indem ein Recorder der Recorder A, der andere der Recorder B ist. Aber das ist noch mein geringstes Problem. Was mir echt auf die Senkel geht ist der Kabelsalat. Kann es denn so schwer sein, einen einheitlichen Standard zu entwickeln? Ich zahle auch gerne etwas mehr. Aber die Realität sieht so aus, wenn man einen Fernseher, einen DVD-Player und zwei Videorecorder zur Zusammenarbeit ermuntern will: Der alte VCR ist mit einem Scart-Kabel (ekelhaft dicke Kabel und ekelhaft klobige Stecker) mit dem Fernseher verbunden. Außerdem führt ein Kaltgerätestecker in Richtung Steckdose und eine Cinch-Verbindung zur Stereo-Anlage (ich höre nur über meinen Verstärker; ich bin doch nicht wahnsinnig und höre über den Fernseher, wenn ich einen Verstärker habe). Darüber hinaus geht ein Antennenkabel vom VCR zum Fernseher. Der zweite VCR ist per Scart mit dem ersten (alten) VCR verbunden, außerdem mit einem Antennenkabel. Natürlich braucht auch dieser Recorder Strom und eine Cinch-Verbindung zum Verstärker. An der zweiten Scart-Buchse meines Fernsehers hängt mit einem weiteren Scart-Kabel direkt der DVD-Player, von dem aus nicht nur ein Stromkabel weggeht, sondern auch drei Cinch-Kabel für den Dolby Digital-Sound (eines für die beiden Front-Lautsprecher, eins für die beiden rückwärtigen Lautsprecher und eins für Center und Subwoofer) und eines für normalen Stereo-Sound. Solche Verkabelungskonzepte sind für die Klappsmühle, ehrlich. Ich möchte eine zentrale Steuerungseinheit, einen Super-Verstärker, in dem sämtliche Bild- und Ton-Daten digital umgeschlagen werden. Und von jedem Gerät sollen nur zwei Kabel ausgehen: Strom und ein Datenkabel (auf dem Bild, Ton und das Antennensignal transportiert werden). Vielleicht bringt ja HDMI eine Verbesserung.
Warum ein neuer Videorecorder? Bei meinem alten sind die Batterien in der Fernbedienung ausgelaufen. Außerdem gibt der Motor langsam den Geist auf. Das Angebot war günstig, also zuschlagen. Den alten benutze ich noch so lange als Zweitrecorder weiter, bis er alle Viere von sich streckt.

Hey, das klingt cool! Eben bei Groove Salad gehört: Shantel - »Circle (Blue)«

Der Rest des Tages war von der restlichen Videokonserve (noch eine Folge von Becker, eine Harald-Schmidt-Show und »Inspektor Rolle«) geprägt. Auf Weggehen habe ich heute ehrlich gesagt keine Lust. Verena entführt wieder das Auto, zum Radfahren ist es etwas kühl (zehn Grad, aber nachts wird's ja noch kälter, außerdem ist das Wetter regnerisch). Auch wenn die Liste der noch zu sehenden Filme nicht kürzer wird, im Gegenteil: zu den immer noch nicht gesehenen Titeln »Ice Age«, »Spy Game« und »Beautiful Mind« gesellen sich jetzt noch »Panic Room« (David Fincher) und »Jay and Silent Bob strike back«. Nächsten Donnerstag kommt noch »Kate & Leopold« hinzu (interessiert mich zuletzt wegen der romantischen Geschichte, sondern freilich nur wegen der Idee »Mann aus der Vergangenheit muss sich in unserer heutigen Welt zurecht finden«). Highlights im Mai: »Blade II« und natürlich »Epsiode II«.

Und natürlich: K10k ist zurück.

Im Spiegel der kommenden Woche wird ein interessanter Artikel über das geplante TV-Duell zwischen Schröder und Stoiber zu lesen sein, der bereits online verfügbar ist. In drei Teilen. Ich hasse sowas wie die Pest, einen Artikel im Web auf mehrere Seiten aufzuteilen. A List Apart ist zum Glück von dieser Unsitte abgerückt. Sicher, es müssen für die Modem-Besitzer weniger Daten übertragen werden, aber wer den Artikel zu Ende lesen will, muss entweder online bleiben oder sich zwei weitere Male einwählen, wenn man die Aufstückelung nicht gleich erkennt und per »Open in new window« umgeht.

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Freitag, 19. April 2002 --- Timeout
Heute früh etwas pünktlicher, fünf vor neun. Es gab noch eine Verzögerung, wie jeden Freitag, da ich an der Rezeption freilich erst noch bezahlen musste. Nett: Auf die Rechnung gab's ein Mini-Toblerone dazu. In der Bank fiel heute ein Termin aus, aber ich hatte trotzdem noch gut zu tun. Rund 15.000 Kreditumsatz. Ich nahm einen Zug später, nicht den ICE um 17:17, sondern den um 18:23. Schalterschluss um 16 Uhr und ich blieb noch bis 18 Uhr. Ich nutzte die Zeit, um einige Kreditakten (fast) fertig zu machen. Mir rinnt die Zeit für solche Nacharbeiten durch die Finger. Wenn der Kunde die Filiale verlassen hat, heißt das ja nicht, dass für mich die Arbeit dann getan ist; Akten wollen aufbereitet, Kundendaten gepflegt werden. Und mir läuft die Zeit davon, weil sowohl Montag als auch Dienstag voll mit Terminen sind, zu jeder vollen Stunde einer, beim Kollegen dito. Außerdem kommt ab Montag jemand von der Zeitarbeit, der dann in der Filiale aushelfen soll. Der will natürlich auch erstmal eingelernt werden, das kostet zusätzliche Zeit. Wahrscheinlich bin ich nur noch bis Dienstag da; der für meine Einsätze zuständige Kollege meinte, ich solle mich mal auf »höchstwahrscheinlich Bayreuth« einstellen. Am Montag werde ich etwas länger bleiben, um meine Akten fertig zu bekommen und am Dienstag-Abend werde ich keinesfalls bis acht Uhr in der Bank bleiben, ich habe schließlich noch zwei Stunden Heimweg und müsste am Mittwoch für Bayreuth wieder früh raus (zwischen Augsburg und Bayreuth gibt es keine Direktverbindung, ich muss über Nürnberg fahren; und wenn ich mal in Nürnberg bin, kann ich auch gleich nach Hause).
Dass ich von meiner Prio 2-Aufgabe nichts erledigt habe, muss ich nicht erwähnen, oder? Ich bin froh, wenn ich bis Dienstag-Abend Prio 1 einigermaßen durch habe, und sowohl am Montag als auch am Dienstag kommen zu meinen halb fertigen Fällen weitere Fälle hinzu. Das kann so nicht funktionieren. Wenn ich die Akten des »kranken« Kollegen kontrollieren soll, brauche ich auch die Zeit dafür. Dafür stehe ich dann natürlich nicht zur Verfügung, um Umsatz zu machen. Ich habe keinen Schimmer, wer wann diese Akten kontrollieren will.

Der Herr neben mir im Zug hatte die aktuelle Ausgabe der Macwelt auf dem Tisch liegen. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass der Apple-Marktanteil in Deutschland kaum noch meßbar ist. Zum Quatschen hatte ich allerdings keine Lust.

Langsam kriege ich einen Koller mit den Erlanger Stadtbussen. Tagsüber ist das ja kein Problem, aber ich werde mir merken, nach 20 Uhr nicht mehr auf einen Stadtbus zu warten. Ich wartete 15 Minuten auf einen Bus, den 253er, der neulich um diese Zeit noch kam. Aber er kam nicht nach zehn Minuten (da hätte er kommen sollen) und auch nicht nach weiteren fünf Gnadenminuten. Also gut, kein Iskender mehr bei Adana. Und Avrasya und Delphi sind auch zu weit weg. Es gibt keinen guten Döner oder Griechen in Bahnhofsnähe! Manch einer, der Erlangen kennt wird einwenden, dass doch Pascha-Döner direkt neben dem Bahnhof ist. Ich kann mich nur wiederholen: Es gibt keinen guten Döner in Bahnhofsnähe!
Also um halb neun ein Taxi geschnappt und nach Hause. Übrigens hatte der Zug von Nürnberg nach Erlangen fünf Minuten Verspätung. Zum Glück, denn er fuhr heute nicht planmässig aus Gleis 13 ab, sondern aus Gleis 18. Sehr freundlich, noch auf Leute wie mich zu warten, die es gerade so bis zur Fahrplan-mäßigen Abfahrt um 20:50 auf's Gleis 13 geschafft haben (war noch im Bahnhofskiosk, im Müller und in der Ausstellung zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes). Weit und breit keine Anzeigetafel mit aktuellen Abfahrtzeiten und Gleisangaben, und der gelbe Abfahrtszeiten-Zettel im Mittelgang ist ja Makulatur, da steht »Gleis 13«. Zum Glück eine Ansage für's richtige Gleis und zum Glück fuhr der Zug wegen der Gleisänderung fünf Minuten später. Da ich letzteres nicht wusste, nahm ich Beine und Trolly in die Hand, Rucksack auf dem Rücken und dicker Winterjacke. Ich muss gestunken haben wie ein nasser Otter, als ich dann im Zug war.

Noch zwei Worte zum Bahnhofs-Umbau in Nürnberg. Das Internet-Cafe im ersten Stock (zwischen Mittel- und Osthalle auf Gleisseite) hat jetzt eröffnet. Pro Viertelstunde ein Euro, wenn ich's richtig im Kopf habe. Ebenfalls im ersten Stock, aber auf der Stadtseite und zwischen Mittel- und Westhalle, wird demnächst ein McClean eröffnet. Wer schonmal die Notwendigkeit verspürte, um nicht zu sagen, von der Natur gezwungen wurde, die alten Nürnberger Bahnhofstoiletten im Untergeschoss zu besuchen und wer dagegen schonmal das Vergnügen hatte, sich im McClean im Münchner oder Leipziger Hauptbahnhof zu erleichtern, der wird verstehen, dass ich diese Neueröffnung durchaus begrüße. Die Toiletten nicht versiffen zu lassen und nicht nur einmal täglich pro forma zu reinigen, wie das bei denen im Untergeschoss der Fall ist, kostet natürlich Geld. Wenn ich mich recht entsinne, waren's im Münchner Hbf eine Mark fünfzig für die große Erleichterung und fünfzig Pfennig oder eine Mark für das kleine Geschäft. Ich weiß nicht, welche Euro-Preise jetzt gelten, aber gerüchteweise habe ich gehört, dass es dort jetzt ein Euro für die Solo-Kabine sein soll.

Abendprogramm: Ein paar Fertignudeln (laut Packung »2 Portionen«, dabei waren's nur anderthalb, 169 Gramm), solche von der Sorte, bei denen man Nudeln und Soße im gleichen Topf kocht. Mein Gott ja, es ist alles andere als ein Feinschmecker-Essen, aber es geht schnell. Die Videokonserve der vergangenen Woche noch angefangen und die heutigen Ausgaben der Schmidt-Show und Becker direkt gesehen.

Für alle, die immer noch nicht wissen, warum eine Übernahme des Kirch-Imperiums durch Silvio Berlusconi nicht wünschenswert ist, ein Artikel bei Spiegel-online. Der italienische Ministerpräsident, dem nicht nur seine eigenen Privatsender gehören, sondern der als Ministerpräsident auch die staatlichen Sender kontrolliert, fordert die Entlassung von zwei RAI-Journalisten, die kritisch über ihn berichtet haben.

Bei Wired gibt es einen Artikel von jemandem, der auf den Mac umgestiegen ist und sich einen der neuen iMac G4 mit 800 MHz gekauft hat. Und der über die lahme Surf-Geschwindigkeit genauso enttäuscht ist wie ich. Zwei gute Nachrichten: 1. ist eine Geschwindigkeits-Steigerung zu erwarten, wenn OS X-native Techniken genutzt werden (siehe den Artikel) und 2. plant Microsoft, den IE nicht mehr für OS 9 zu unterstützen (Mac-TV).

Mal wieder die News bei DVD-inside.de gelesen. »Harold and Maude« kommt Mitte Mai auf DVD raus. Noch eine Videokassette, die ich dann der hiesigen Mediothek der Evangelischen Jugend stiften kann.
Mit dem Kauf von »The Rock« warte ich noch etwas. Bisher habe ich vergeblich gehofft, dass der Preis von fast 30 Euro irgendwo gesenkt wird; für Juli ist jetzt eine neue Special Edition angekündigt. Ja, es ist ein Bay/Bruckheimer-Film, aber ausnahmsweise mal gute Action.

Geil, eben mal den release candidate 1 von Mozilla runtergeladen - 16,3 MB in zwei Minuten. Übertragungsraten von 112 KByte/s in der Spitze machen's möglich.

Noch die sonstigen Links von heute:
Auf einer Auktion wurde für ein Foto nach dem WTC-Anschlag 100.000 Euro geboten.
Die Jet-Tankstellen haben sich mit ihrer neuen Werbekampagne sicher ins Knie geschossen (Abbildung einer achtköpfigen Familie, Text: »Günstiger Tanken, Geld für Kondome haben.«). Genauso abstoßend finde ich allerdings die Überreaktion mancher Leute, die gleich pauschal von »Kinderfeindlichkeit« sprechen, als wären auf dem Plakat nicht sechs, sondern nur ein oder zwei Kinder zu sehen. Kann man mir folgen?

Am Rande erwähnt: Mich nervt, dass es scheinbar meine Lieblingschips, die erst vor ca. zwei Jahren eingeführten, originalen »Rustica« von funny-frisch, nicht mehr gibt. Überall gibt's nur noch diese dämlichen geriffelten Rustica-Chips. Die könnt Ihr behalten!

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Donnerstag, 18. April 2002 --- Es war schön, stressig und ertragreich
Ahrg, wieder zu spät! Ich komme um neun Uhr in der Filiale an.
Viel zu tun heute auf Arbeit. Allein ich habe drei Kredite mit zusammen 42.000 Euro Umsatz abgeschlossen, das ist ein mehr als respektables Ergebnis. Nach der Arbeit noch ein Abstecher bei Müller (Frigeo Brause-Tabletten, Getränke) und bei Karstadt (Maxim, TV-Spielfilm), dann direkt zum Griechen. Für Harald Schmidt hat es am Abend nicht mehr gereicht, ich bin irgendwann zwischen acht und zehn Uhr eingeschlafen.

Manuel Andrack, der Redaktionsleiter der Harald-Schmidt-Show, trinkt seit Jahresanfang in jeder Show ein Bier. Er will damit die schwächelnde deutsche Brauereiwirtschaft ankurbeln und wird in den nächsten zwanzig Jahren alle 5.100 deutschen Biere durchprobieren. Dafür ist er jetzt von den deutschen Brauern zu deren offiziellem Bier-Botschafter ernannt worden.

Super! Mac-TV berichtet von Apples Quartalzahlen und zählt nüchtern 15 Punkte auf (20 neue Apple-Stores geplant, 220.000 neue iMacs verkauft, 22% Zuwachs bei den Laptops usw.). Als 16. Punkt schreibt er ganz nüchtern:

In Deutschland wird es eine Special Edition des iMacs geben mit dem Codenamen "Stiftung Warentest": Schwarzweiss-Röhrenmonitor, Diskettenlaufwerk, 33er Modem, und statt Aqua gibt es das Terminal. Damit will man vor allem den PC-Nutzen den Umstieg erleichtern.

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Mittwoch, 17. April 2002 --- Griechen-Top 5 revisited
Heute keine Arbeit im eigentlichen Sinne. Die jährliche Betriebsversammlung steht an und die ist, wie jedes Jahr, in Stuttgart. Wir trafen uns um Viertel vor neun am Augsburger Hauptbahnhof und trafen um neun nach neun die Kollegen aus München. Nett, einige Gesichter wieder zu sehen (wie auch später auf der Versammlung) und es sind auch drei neue Kollegen dazu gekommen. Der Zug fuhr länger als ich gedacht hatte (war aber voll im Plan), nämlich anderthalb Stunden. Es begann erst um zwölf, aber eine Stunde früher da zu sein, erwies sich als nicht verkehrt, denn die Kollegen aus den anderen Filialen trudelten nach und nach ein und das gab Gelegenheit zu ein paar Gesprächen.
Von der Versammlung selbst werde ich hier nichts schreiben, nur ein Bonmot eines unserer Vorstände, nämlich »Neid muss man sich verdienen, Mitleid wird einem geschenkt« (das war ein Lob, unsere Zahlen können sich tatsächlich sehen lassen) und eine Zahl: etwa 140 Leute arbeiten in den Süd-Filialen.
Zwei Kolleginnen aus München haben jetzt Wohnungen eben dort gefunden, nach jeweils sechs Monaten Suchzeit. In Berlin hingegen soll es derzeit wohl eher so sein, dass der Makler fragt: »Wie viele Wohnungen hätten Sie denn gern?«
Um halb vier löste sich das Treffen fluchtartig auf. Unser ICE fuhr erst um 16:12 (plus fünf Minuten Verspätung); wir setzten uns noch ein wenig in eine Bahnhofskneipe. Ich stieg nicht in Augsburg mit aus sondern löste kurz nach Ulm noch eine Fahrkarte Augsburg-München nach (mit Rückfahrt, zusammen 16 Euro). Holger hat mir eine SMS geschickt, dass das mit dem Treffen heute klappen würde.

Wieder in München zu sein war ein tolles Gefühl. Einige werden sich vielleicht noch daran erinnern, dass ich München anfangs (2000/2001) gehasst habe, aber inzwischen habe ich mich nicht nur an die Stadt (und die Einwohner) gewöhnt, ich mag sie auch. Sicher, im Prinzip ist München immer noch ein provinzielles Nest, in dem der Pizzadienst früher die Rollläden runterlässt als in Erlangen. Aber das Klima ist gut, die Leute sind nicht sooo schlimm (dafür modisch gekleidet), an jeder Ecke gibt es eine U-Bahn-Station, es gibt den Kunstpark, es gibt Schwabing, das Faun und den weltbesten Griechen.
Ich stieg am Hauptbahnhof in die nächste S-Bahn ein und am Marienplatz wieder aus. Ein paar Schritte in die Sendlinger Straße, in die Hackenstraße abgebogen, rauf in Holgers Büro. Überraschung: Holger und Robert sind aus der Abstellkammer ausgezogen und auf dem gleichen Stockwerk ein paar Zimmer weiter in größere Räume umgezogen. Zwei oder drei riesige Zimmer, in einem steht noch eine Couch. Zwei oder drei Fenster im Arbeitszimmer. Sehr schön!
Stefie kam ein paar Minuten später. Ich lud noch etwas meinen iPod und versuchte, Holger 600 MB Videos rüberzukopieren, aber die AppleTalk-Verbindung brach dauernd ab. Mal sehen, ob ich nächsten Mittwoch noch in Augsburg bin, dann kommt das FireWire-Kabel zum Einsatz oder ich brenn' ihm eine CD. Dummerweise habe ich Toast Titanium nur auf dem Power Mac zu Hause, nicht auf dem iBook und aus dem Finder heraus zu brennen klingt zwar gut, funktioniert aber nicht immer.
Holger empfahl mir noch eine Sampler-CD: »Real Ibiza Vol. 3« (Chill-out-Musik). Mal anhören, wenn Real endlich ihren Player für OS X rausbringen.
Es dürfte halb acht gewesen sein, als wir aufbrachen. Zu Fuß zum Sendlinger Tor, U-Bahn bis Odeonsplatz, dort umgestiegen in die U4 bis Westendstraße. Dann die Westendstraße runter (die nächste Straßenbahn bis zur Haltestelle Fachnerstraße hätte zu lange gedauert). Ins »Athen« wollte ich schon seit Wochen wieder, um endlich einen my two cents-Eintrag mit dieser Überschrift machen zu können. Erst jetzt habe ich alle Griechen aus meiner letztjährigen Top 5 wieder besucht und ich kann nun die neue Griechen-Top 5 präsentieren:

Platz Name Ort Adresse Fon geöffnet Lage
1 Taverne Athen München Westendstr. 223, 80686 München 089-577886 tägl. 11:30-14:30 und 18:00-01:00 U4/U5 bis Westendstraße, dann Tram 18 bis Fachnerstraße (Tram-Plan)
2 Restaurant Dionysos Heilbronn Turmstr. 9, 74072 Heilbronn 07131-68265 tägl. 11:30-15:00 und 17:00-24:00 Vom CinemaxX (Berliner Platz) aus hundert Meter die Turmstr. runter, rechte Seite
3 Taverna Plaka Bayreuth Sophienstr. 18, 954444 Bayreuth 0921-53303 tägl. 11:30-14:30 und 17:30 bis 23:30 Nähe Markt
4 Restaurant Dimitra Mannheim Q2, 16, 68161 Mannheim 0621-24408 ??? Innenstadt, Nähe Paradeplatz
5 Restaurant Delphi Erlangen Bohlenplatz 4, 91054 Erlangen 09131-206277 tägl. 11:30-14:30 und 17:30-24:00 Innenstadt, Bohlenplatz

Aufbruch um 21 Uhr 45, nach einem großen Spezi, Dolmadakia, Suvlaki mit zwei Spießen (zwar nicht rechteckig, aber sehr zart und mit Grillstreifen, dazu leckerer Tomatenreis) und Tzatziki (scharf, nicht zu flüssig, aber auch nicht zu cremig), noch einer Extra-Portion Tzatziki und einer kleinen Cola. Und wie letztes Jahr brachte der Kellner mit der Rechnung für jeden einen Ouzo mit einem angeschmolzenen Eiswürfel, super (spart man sich natürlich etwas Ouzo, gefällt mir aber besser so).
Ich kam nicht mehr mit zu Holger und Stefie, da war die Zeit bis zum nächsten Zug zu knapp, außerdem war ich schon recht müde. Den RegionalExpress nach Augsburg erwischte ich ganz knapp. Zwei Minuten nach dem Einsteigen fuhr der Zug ab. Recht voll, aber auch kein Wunder, denn der Zug bestand nur aus zwei doppelstöckigen Wagons. Leider keine neuen, roten Dostos, sondern alte, umgebaute. Mit einer gewissen Faszination konnte das halbe Obergeschoss in meinem Wagen beobachten, wie sich jemand zum Affen machte. Ein Typ telefonierte lautstark per Handy mit seiner Angebeteten, irgendeine banale Sache. Mit drei weiteren Reisenden ergab sich noch eine interessante Diskussion zu Bahnpreisen und dem neuen Preissystem. Die gutaussehende Studentin mir gegenüber war in Augsburg leider zu schnell weg, um sie noch auf einen Drink einzuladen (Kaffee um 23 Uhr passt nicht so, oder?).
Ich war um elf Uhr im Hotel und sah mir noch Harald Schmidt und Becker an.
Harald Schmidt war mal wieder in seinem Element, der Part am Schreibtisch war genial... Gestern hat er sich über den neuen Kabelnetz-Betreiber ish aufgeregt, weil er seinen Fernseher neu programmieren musste. Ausschnitte von heute:

»Meine Damen und Herren, mein Gast heute Abend, und ich sage es Ihnen mindestens zweimal pro Woche, die erfolgreichste Frau im deutschen Fernsehen; eine Sensation: von null auf hundert. Vorher wusste man überhaupt nicht, dass es in Deutschland Gerichte gibt, man dachte, wer Recht hat zieht den Colt und sagt "Bwuff", ja. So wie Olli Kahn neulich, als dieser Spanier ihn angerufen hat in Madrid: "Wenn Du noch einmal anrufst, dann pust' ich Dir die Fresse weg."«
[...] Wahlumfrage [...]
»Gestern Abend habe ich mich hier kritisch geäußert zu ish. Ok. Dann fahr' ich nach Hause, nehme ein Grünkorn-Brot zu mir. Ich bau' ja zu Hause selber Brot an, weil ich mich bewusst ernähre, verstehst Du, gesund ernähre. Jeden Tag Obst; was ich an Obst esse, das gibt's überhaupt nicht. Eimerweise Obst. So. Ich setze mich vor meinen Fernseher, vier mal acht Meter, zweitausend Programme über Kabel und mache "Bwuff.". Das ist das Geräusch, wenn sich mein Fernseher einschaltet. Die roten Vorhänge gehen zur Seite. Sämtliche Intendanten der deutschen Sender kommen auf die Bildfläche und sagen: "Was würden Sie gerne sehen, Herr Schmidt?" Ich sage: "Wenn Ihr mich das noch einmal fragt, puste ich Euch die Fresse weg." Und dann schalte ich auf SAT.1, um das Movie zu sehen, äh, "Nach dem Ende der Hochzeitsnacht" oder "Das Ende der Hochzeitsnacht" oder "Wenn der Schleier weg ist" oder so ähnlich. Mit Caroline Eichhorn und mit Kai Wiesinger. Ich sitze da, sehr spannend, plötzlich denke mir: "Ist das ein Werbespot, den ich noch nicht gesehen habe?", es macht "Wüch" und "Grissel-grissel"; und das Bild ist weg. Und ich sage mir: Moment. Kann das sein, das ish sich gerächt hat? Da fiel mir ein, meine Sendung ist ja noch gar nicht ausgestrahlt. Verstehen Sie, 18 Uhr aufgezeichnet, 20 Uhr 15 gucke ich mir diesen Thriller an, und um 23 Uhr 15 kann ish erst wissen, dass es mit ihnen zu Ende geht, wenn sie meine Show sehen. Sie können mir also nicht den Stecker rausgezogen haben oder einen Mitarbeiter mit langen Zähnen drum gebeten, dass er mir im Garten das Kabel annagt. Und ich schwöre es: dreimal ist mir gestern während dieses Krimis das Programm abgestürzt.«[...]

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Dienstag, 16. April 2002 --- Schattenseiten
Oh Mann! Jetzt bin ich gestern schon um 18 Uhr eingenickt (ich hatte mir sogar noch Illusionen gemacht, um acht ins Kino zu gehen), habe bis vier Uhr morgens geschlafen und von fünf bis acht sogar nochmal nachgelegt. Und ich dreh' mich nochmal um und versäume, den Wecker in meinem Handy nachzustellen. Prompt verschlafen. Um 8 Uhr 32, als mich die Sonne, die durch's Fenster schien, schon blendete, sah ich auf das Handy-Display und war schlagartig wach. Zwei Dinge waren klar: 1. brauche ich im Bad eine Viertelstunde (wenn ich mich beeile und mein Vier-Punkte-Programm durchziehe) und 2. sind es vom Hotel bis zur Filiale ebenfalls 15 Minuten Fußweg, da ich diese Woche im Ibis am Bahnhof bin.
Um neun Uhr war ich in der Filiale, gerade noch so zur Schalteröffnung.

Heute zeigten sich die Schattenseiten unseres genialen Kreditprogramms: bei einem Kunden, bei dem ich gerne den Kredit gemacht hätte, lehnte das Programm ab. Es fiel mal ein negatives Schufamerkmal an, das der Kunde aber im Januar 2001 erledigte (hat die offene Rechnung bezahlt). Aber dieser Erledigtvermerk steht noch weitere drei Jahre in der Schufa und fällt erst nach Ablauf des dritten Jahres (also Ende 2004) raus. Weil es mal ein »vertragswidriges Verhalten« gab, lehnte das Programm ab. Und wie bereits gestern erläutert, habe ich keine Möglichkeit mehr, noch irgendetwas selbst zu entscheiden.
Andererseits gibt es Momente, in denen ich froh bin, dass mir das Programm die Entscheidung abnimmt und dass ich mit (verkürzt) »das Programm hat das so entschieden, ich kann leider nichts daran ändern« die Sache abschließend erklären kann. Wie zum Beispiel bei einem anderen Fall heute morgen. Ganz ehrlich, der erste Eindruck zählt bekanntermaßen und hier hat es mich nicht wenig überrascht, dass das Programm meinen subjektiven Eindruck objektiv bestätigt hat. Negative Schufa bei drei, vier Gläubigern, er möchte einen Kredit aufnehmen, um die alten Sachen zu tilgen. Nicht nur in diesem Fall, sondern generell als Banker muss ich hier sagen, dass wir (und nicht nur wir) bei solchen Fällen keinen Kredit herausgeben. Wenn schon in mehreren Fällen vertragswidriges Verhalten (fachsprech) vorliegt, warum sollte es dann diesmal bei uns besser laufen und wir uns das ganze Risiko von drei ausstehenden Forderungen ins Haus holen? Nein, das Programm hat die Kreditanfrage völlig zu Recht abgelehnt.
Oder wie Harald Schmidt sagen würde: »Heute haben wir einen Top-Gast bei uns. Bei vielen Gästen sage ich das, aber er ist einer der wenigen, bei dem ich das auch so meine.«

Es gibt eine Sache, die mir bei meinem Job nicht gefällt. Derzeit gibt es bei uns Änderungen im Baufinanzierungs-Bereich (neues Programm, neue Abläufe). Von unserem Baufi-Partner kommen derzeit Leute in die Filialen, um uns zu zeigen, wie das mit der neuen Anwendung funktioniert. Mein Pech: Ich war letzte Woche in Bayreuth, diese Woche bin ich in Augsburg. Letzte Woche war der Baufi-Experte in Augsburg, diese Woche kommt er nach Bayreuth.

Um 19 Uhr die Filiale verlassen, und schon wieder müde. Aber ich habe mich zusammengenommen und mich noch zur Post (Kündigung brandeins-Abo abgeschickt), zum Bahnhof (Eistee) und zum Müller (andere Getränke) geschleppt. Im Hotel noch Mails abgeholt (Macromedia hat mir die Seriennummer für mein kostenloses Flash MX-Update geschickt) und etwas gesurft, um neun Uhr zum Griechen aufgebrochen.

Die Meldungen von heute:
Keine Woche ist vergangen, nachdem sich die Umsatzzahlen bei ComRoad in Rauch auflösten, da muss heute Phenomedia (»Moorhuhn«) zu Kreuze kriechen. Es ist unfassbar. Ich fasse es nicht, dass es am Neuen Markt nicht nur Unternehmen gibt, die sensationell schlecht wirtschaften, sondern das es auch Vorstände gibt, die schlichtweg Betrüger sind. Als Aktionär einer dieser Firmen würde mir ja jetzt der Arsch bluten. Das Geld kann man sich abschreiben, die Aktie zum Altpapier legen.

Lange hat's gedauert, aber nun endlich hat das Kultusministerium die fundamentalistischen Schwestern in Auerbach vom Dienst suspendiert.

So, noch Harald Schmidt, aber dann Ende. Morgen ist Betriebsversammlung in Stuttgart, Treffpunkt am Bahnhof Augsburg um Viertel vor neun (ein Zug später hätte es an sich auch getan, aber ok, man hatte die Reservierungen).
Gut, »Becker« ging dann doch noch. Seit letztem Freitag bringt SAT.1 auf dem »Frasier«-Sendeplatz diese neue Serie. Nachdem die letzte synchronisierte Frasier-Staffel ausgelaufen war, brachte SAT.1 die erste Staffel von »Lateline«. Beide Serien, Becker und Lateline, sind nicht schlecht, aber kein Ersatz für Frasier. Nochmal kurz, worum's bei diesen Serien geht:

Frasier
Bei Frasier geht es um den gleichnamigen Psychologen Dr. Frasier Crane, der eine eigene Radioshow hat. Er wohnt zusammmen mit seinem Vater, einem pensionierten Polizisten und dessen Physiotherapeutin in einer riesigen Wohnung in Seattle. Frasier hat auch noch einen Bruder, Niles Crane, der ebenfalls Psychologe ist. Die beiden analysieren ihre Mitmenschen und gehören nebenbei zu den oberen Zehntausend; vor allem Frasier ist ein wahrer Gentleman, der immer versucht, sich geschickt aus der Affäre zu ziehen, wenn er durch ein Missverständnis mal wieder in eine mißliche Lage geraten ist. Bemerkenswert bei dieser Show ist außerdem immer noch der Gag im Abspann. Während die Schlussmusik läuft und die Credits eingeblendet werden, gibt es noch eine kleine Pointe mit Bezug auf die vorangegangene halbe Stunde. Während dieser paar Sekunden sagt aber niemand ein Wort (man hört nur die Musik), es ist also Situationskomik, Gestik und Mimik.

Lateline
Lateline ist ein erfolgreiches Nachrichtenformat und der Zuschauer bekommt Einblick in den Alltag der Redaktion. Es gibt verschiedene Charaktere wie den snobistischen Anchor-Man Pearce McKenzie, seine ihm treu ergebene Assistentin, den Producer der Show, Vic Karp (Miguel Ferrer) oder Gale Ingersoll, die gerne leitende Producerin wäre und natürlich Al Freundlich (gespielt von Al Franken), einem etwas tollpatschigen Reporter, der sich immer für die Grundprinzipien eines sauberen und ehrlichen Journalismus einsetzt, auch wenn es der Quote nicht dienlich ist. Die Show lebt vor allem von Als Fettnäpfchen.

Becker
Dr. John Becker ist ein Riesen-Arschloch, aber unter der harten Schale steckt ein weicher Kern. Er kümmert sich immer um seine Patienten, ist aber regelmäßig zu grob zu ihnen. Wenn er nicht in seiner Praxis oder seiner Wohnung ist (»Freund aus Asien! Mach' die Musik leiser, sonst rufe ich die Einwanderungsbehörde an!«), findet man ihn in seiner Stammkneipe, wo er sich mit der Barkeeperin Reggie (Terry Farrell) und dem blinden Zeitungsverkäufer Jake unterhält. An »Becker« gefällt mir Johns Art: derbe Sprüche, die gut nach Harald Schmidt passen, und auf der anderen Seite der gleiche Typ, der noch an das Gute im Menschen glaubt.
Zitat aus der heutigen Folge:

Becker: »Also, was macht ihr denn so?«
Reggie: »Bevor du reingekommen bist, haben wir uns unterhalten.«
Jake: »Ja, wir führen ein Leben das auch weiter geht, wenn du nicht da bist.«
Becker: »Oh. Ich hatte immer angenommen, dieser Laden hier ist wie mein Kühlschrank: wenn ich die Tür zu mache, geht das Licht aus.«

Wo ich schonmal dabei bin, gerade noch Kurzerklärungen zu den ProSieben-Serien, die Montag-Abend kommen:

Chaos City
Mit »Chaos City« ist New York gemeint. Es geht um das Büro des Bürgermeisters und seinen Stab. Die Hauptfigur ist der Weiberheld und Zweite Bürgermeister, anfangs noch von Michael J. Fox gespielt, inzwischen von Charlie Sheen. Ihm arbeiten ein paar skurile Gestalten zu: Der Minderheitenbauftragte Heywood, natürlich schwarzer Hautfarbe und schwul, der PR-Mann Paul Lassiter, der immer noch den Typ verkörpert, mit dem in der Schule niemand spielen wollte, oder Stuart Bondek, der nur Porno im Kopf hat. Die weibliche Hauptrolle wird derzeit von Heather Locklear gespielt, aber auch Heidi Klum war schon mit diesem Part zu sehen. Sehenswert in dieser Serie sind die Sticheleien zwischen Stuart und Heywood oder die gemeinsamen Aktionen gegen Lessiter (»Wer Paul etwas erzählt, packt 'nen Zehner in die Kaffeekasse.«).

Seinfeld
Seinfeld ist nicht nur der Klassiker und die beste Show von allen, sondern auch die erfolgreichste. Acht Jahre lang lief diese »Show about nothing«, in der über das Leben von Jerry Seinfeld (himself) und seine Freunde erzählt wurde. Da ist seine Ex, Elaine Benes (Julia Louis-Dreyfus), die noch halbwegs normal ist. Sein Schulfreund George Costanza (Jason Alexander) schlägt da schon in eine andere Richtung: Er ist dick, hat eine Glatze, wohnt mit über 30 Jahren noch bei seinen Eltern und ist meistens arbeitslos. Wenn er mal arbeitet, versucht er, möglichst wenig zu arbeiten. Das Extrem der Show ist Cosmo Kramer (Michael Richards). Kramer ist völlig durchgeknallt. Niemand weiß genau, was er macht oder wovon er lebt, aber er schneit ab und an mal in Jerrys Wohnung rein (er wohnt auf dem Flur gegenüber) und bedient sich am Kühlschrank. Dabei erzählt er von seinen neuesten verrückten Plänen (für »Kramerica Industries« hat er sich mal einen Praktikanten in die Wohnung geholt und aus den oberen Stockwerken Passanten mit ölgefüllten Wasserbällen beworfen, um seine neueste Erfindung, einen unsinkbaren Öltransporter zu testen).
Jerry Seinfeld beendete die Show auf dem Höhepunkt: auch als ihm der Sender pro Folge fünf Millionen Dollar zahlen wollte, lehnte er eine Fortsetzung ab.

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Montag, 15. April 2002 --- The Future is now

»Taxi, guten Morgen?«
-- »Freimark, guten Morgen.«
»Einmal Hüttendorfer Straß' 43?«
-- »Ja, um 6 Uhr 20 bitte.«
»Alles klar. Danke, ade.«
»Ade.«

Ding, gestern Abend noch im Fernsehen gesehen: ab 1. Mai kommen auf RTL2 neue Stargate-Folgen.

Heute also wieder Augsburg. Und das passt mir ehrlich gesagt nicht ins Konzept. Ich wäre gerne noch eine Woche länger in Bayreuth geblieben oder zu Hause, Überstunden ab- (drei Tage) und Minusstunden aufbauen (durch das ständige rumreisen fallen bei mir so schnell Überstunden an, dass es Sinn macht, im Vorgriff darauf ein negatives Zeitpolster aufzubauen, wenn Gelegenheit dazu da ist). Aber mei, was will man machen. Ich steige aus dem Zug uns es ist diesiges Wetter, wie letztes Mal in Augsburg.
Ein Kollege hat Mitte März in der Filiale aufgehört und vor mir liegt ein halber Meter Akten, den ich kontrollieren muss. Da ich zusammen mit einem Kollegen in der Beratung bin, mich also nicht vom Tagesgeschäft abseilen kann, muss das aber erstmal niedrige Priorität haben.

Aus schlechter Erfahrung im letzten Jahr habe ich zwei Dinge gelernt:

  1. Nur Arbeit beginnen, wenn ich weiß, dass ich sie auch beenden kann.
  2. Begonnene Arbeit beenden.

Wie mein Chef sagen würde: Der Sinn eines Springers ist nicht, dass er wie ein Hubschrauber einfliegt, eine Menge Staub aufwirbelt und wieder abhebt. Und ich muss sagen, ich fahre gut mit der Vermeidung des Helikopter-Prinzips. Ich kann die Filialen in großem Umfang unterstützen, hinterlasse aber nicht zusätzliche Arbeit, wenn ich wieder gehe.

Was ich wirklich nicht leiden kann ist, wenn ich in meiner Arbeit 4.000 Mal unterbrochen werde. Ein Kunde kommt rein, das Telefon klingelt vor dem Gespräch, zweimal während eines Gesprächs und nach einem Gespräch, etc. pp. Wenn ich mich mal an etwas dran setze, dann brauche ich Ruhe, um die Sache sorgfältig zu Ende zu führen. Wenn ich weiß, dass in zehn Minuten der nächste Termin kommt, fange ich keine Sache an, für die ich fünfzehn oder zwanzig Minuten brauche. Wenn ich eine Arbeit anfange, dann will ich's durchziehen. Und zu einer effizienten Arbeitsweise gehört auch eine sinnvolle Zeitplanung, nicht ein Termin nach dem anderen, es braucht Freiräume, um zwischendurch auch mal was anderes machen zu können oder eine unterbrochene Arbeit zu Ende führen zu können. Aus aktuellem Anlass darf ich daher nochmal auf Tom DeMarcos Management-Buch »Spielräume« hinweisen, denn diese Erkenntnisse sind weder neu, noch auf meinem Humus gewachsen.

Mittagspause. Anlass, um mal wieder unser Kreditprogramm über den grünen Klee zu loben, denn es ist einfach genial: Zwanzig Minuten vor der Pause fragte ein Kunde noch um einen Kredit an. Alle Daten eingetippt (persönliche Daten, Einkommen, Warmmiete, Fremdverpflichtungen), am Schluss auf den Knopf gedrückt, um die Entscheidung des Programms einzuholen. Das Programm, das übrigens ein Web-Interface besitzt, zieht sich automatisch die Schufa, bewertet diese, berücksichtigt die interne Kontoführung des Vorkredits und wirft ein Ergebnis aus. In diesem Fall: grün; 20.000 Euro Kreditaufstockung in unter einer Viertelstunde angefragt und genehmigt. Das Drucken des Vertrages (PDF-Dateien werden on the fly generiert) und das gemeinsame Durchgehen mit dem Kunden dauerte nochmal genauso lange. Fertig. Heute Nacht wird der Kredit im System automatisch angelegt, das Geld überwiesen, der Vorkredit ausgeglichen, gelöscht und bei der Schufa als »erledigt« gemeldet.
Früher (vor fünf Jahren) war das alles noch Handarbeit. Ein Dutzend Bildschirm-Masken hintereinander, höchste Konzentration, nicht unterbrechen, selbst auf Grund von Erfahrung und Richtlinie die Kreditentscheidung treffen und am Schluss, wenn der Kunde längst die Filiale verlassen hat, nochmal ein halbes Dutzend Masken Nachbearbeitung (Konto anlegen, Rateneinzug einstellen, Buchungen veranlassen), Akten zusammenstellen, ausführliches Votum schreiben. Der Fortschritt ist nicht aufzuhalten; wenn ich mal einen Ausblick auf die Zukunft geben darf: Der Kunde steht in der SB-Zone oder sitzt zu Hause am PC/Mac via Online-Banking. Er beantragt den Kredit selbst, gibt alle Daten selbst ein und das Programm holt die Schufa und prüft anhand der hinterlegten Richtlinie. Wenn der Kredit genehmigt wird, bekommt er das Geld auf sein Konto überwiesen. Im Prinzip ist das heute schon so, nur dass jetzt die Eingaben der Berater vor dem Monitor macht und künftig der Kunde selbst. Die Entscheidung trifft bereits heute der Computer, ich habe keine Möglichkeit mehr, auf die Programm-Entscheidung Einfluss zu nehmen.

Noch ein Nachtrag: Chimera ist ein sehr vielversprechender Browser für Mac OS X. Er basiert auf der rendering engine von Mozilla, Gecko, wirft aber alle Bestandteile über Bord, die mit einem Browser nichts zu tun haben (Mail-Client, News-Client, Messenger...). Er ist wegen der Reduzierung auf's Wesentliche und die Gecko-Engine rasend schnell und er sieht dank Aqua-Anpassung im Gegensatz zu Mozilla oder Netscape 6 auch noch gut aus. Leider allerdings noch im Beta-Statium.

Bald soll es für Bus und Bahn ein automatisches Ticketsystem geben. Ich kann's nur hoffen; zuletzt habe ich im Dezember meinen Geldbeutel zu Hause vergessen (war in der Jackentasche, wegen den kalten Temperaturen hatte ich aber den Mantel angezogen). Das passiert mir nicht oft, davor zuletzt etwa im Sommer 2001 und davor ein paar Jahre lang nicht, aber es ist ärgerlich, weil man im Zug immer kontrolliert wird. Ich wünsche mir ein (freiwilliges) System, bei dem man dem Schaffner irgendeine Karte geben kann, der liest sie in sein Lesegerät ein (Chip oder Barcode, aber keine störungsanfälligen Magnetstreifen) und bekommt automatisch angezeigt: »Herr Freimark darf vom 12.06.2001 bis 13.06.2002 im Gesamtraum des Nürnberger Verkehrsverbunds fahren, außerdem werktags in den vier inneren Ringen des Münchner Verkehrsverbundes und ebenfalls werktags unbegrenzt im ICE zwischen Nürnberg und München.« Hmm, so eine Karte kann man auch zu Hause vergessen... Vielleicht was mit Fingerabdruck, den habe ich immer dabei.

Erst die Musikindustrie, dann Hollywood, jetzt begehren auch noch amerikanische Buchautoren auf: Der Autorenverband »Authors Guild« beschwert sich über Amazons Marketplace, wo Benutzer auf den Seiten von Amazon gebrauchte Bücher verkaufen können. Das Argument: Wenn Kunden vor kurzem gekaufte Bücher weiterverkaufen, dann profitieren ausschließlich die Verkäufer, nicht aber die Verleger und Autoren der Gebrauchtware. Leute, das ist das Wesen eines Gebrauchtgeschäfts. Dafür bekommt der Käufer ja auch kein neues Produkt, sondern gebrauchte Ware. Ich warte ab sofort darauf, dass demnächst die Meldung eintrudelt, die Authors Guild möchte gerne Bibliotheken schließen. Bleibt mehr für die Autoren und Verlage übrig, wenn man Bücher kaufen muss, weil man sie nicht mehr ausleihen kann. Erste Ansätze mit E-Books gab es ja bereits, die freilich grandios gefloppt sind, weil sie den Leser bevormunden wollten (und weil ein Roman auf einem 500 Gramm schweren Lesegerät mit schlechtem Kontrast nicht wirklich Spaß macht).
Was für ein Zufall, das jetzt das Stichwort »Musiktauschbörse« kommt: Kai hat letzte Woche schon geschrieben, wie begeistert er von Audiogalaxy ist. Ich wollte es am Wochenende testen und musste mich wundern, weil ich auf der Audiogalaxy-Website nur Clients für Windows und Linux vorfand. Heute stolpere ich über eine OS X-Version. Am Wochenende mal antesten...
Thema Mac OS X: Apple startet in den USA eine neue Anzeigenkampagne. Claim: »Sends other UNIX boxes to /dev/null.« Endlich wird mal die Unix-Basis (FreeBSD) von OS X thematisiert. Auf dem Desktop zu sehen: Programm-Icons von Netscape und X-Window für den Wiedererkennungswert (gut erkannt, Klaus), ein Terminal-Fenster, ein gemountetes FireWire-Laufwerk, eine DVD »Crouching Tiger, hidden Dragon« auf dem Desktop.
Dazu passend ein Artikel aus dem aktuellen Linux-Journal, Überschrift »UNIX
under the Desktop.
« von Doc Searls und Brent Simmons:

»The GUI is called Aqua, named for its watery, gum-droppy look, which includes variably translucent windows and other stuff Microsoft can copy later.«
[...]
»Then last week we put OS X on a Titanium laptop. It blew our minds.«

Am Abend drängte der Hunger nicht so sehr, so dass es ein Texas Wrap bei Burger King tat. Mein erster King Wrap bei BK, und ich muss sagen: nicht schlecht. Es handelt sich im Prinzip um einen Crepe, der mit BBQ-Sauce eingeschmiert ist, belegt mit etwas Salat und gegrillten Hackfleischstücken. Das ganze wird zusammengerollt. Vom Preis-Leistungs-Verhältnis her ist ein Lahmacun aber besser: der Texas Wrap für zwei fünfzig, das Lahmacun für zwei Euro ist i.d.R. außerdem etwas größer.

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