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Dienstag, 04. Juni 2002 --- Your Royal Highness
Der letzte Tag im alten, handbetriebenen Weblog-System.

Zwischen neun und zwölf nochmal drei Stunden in die Kiste gelegt. Anschließend unter die Dusche und mit dem Rad in die Stadt gefahren; 23 Grad.

Nun doch noch der lange aufgeschobene Besuch bei meinem Hautarzt. Er hat immer Dienstag nachmittags ab 14 Uhr offene Sprechstunde, d.h., keine Termine, wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Termine gibt es nur für Behandlungen, OPs und ähnliches. Ich war um fünf nach eins da und war der siebte. Da jeder neu Hinzugekommene frug, wer zuletzt angekommen sei, ging es auch relativ zivilisiert ab, als sich die Tür öffnete. Diejenigen, die erst um Punkt zwei ankamen, bekamen von den Sprechstundenhilfen direkt gesagt, sie mögen in drei Stunden wiederkommen und sich nochmal melden, man lege die Karte schon mal raus und in die Warteschlange. Ich nahm im Wartebereich Platz und kam um 14:45 an die Reihe. Das Warten vor der Tür und ab zwei im Wartezimmer gab Gelegenheit, ein gutes Stück mit dem aktuellen Spiegel voran zu kommen.
Ich bekam einen weiteren Termin für in sechs Wochen (Untersuchungen immer Mittwoch vormittags; mein Termin: 17.07. um zehn Uhr). Es wird wohl Heuschnupfen sein und ich bekam einige Tabletten. In sechs Wochen werde ich dann mehr wissen.

Wenn ich schon mal in der Stadt bin, darf natürlich ein Iskender nicht fehlen. Um halb fünf war ich wieder zu Hause und duschte mir erstmal den Kopf ab: ich war vom Fahrradfahren fix und alle: schwerer Rucksack (2,5 Liter Getränke), falsche Kleidung (T-Shirt ok, aber lange, schwarze Jeans statt einer kurzen Hose und es musste inzwischen wohl schon über 25 Grad haben). Mails beantwortet, weiter am neuen my two cents geschliffen und ab 17:45 noch unter Kopfschmerzen (deswegen keine anderen Aktionen) die Übertragung der Parade für die Queen angesehen. Eine sehr schöne Parade, sehr bunt, mit zig Vertretern aus den Commonwealth-Ländern und sehr vielen Kindern dabei. Allein schon den Kommentaren von Rolf Seelmann-Eggebert und Juliane Eisenführ zuzuhören macht Freude (vor allem nach den peinlichen RTL2-Kommentaren gestern während des Konzerts). Die Kommentare wurden vor einigen Wochen auch schon von Harald Schmidt gelobt. Wer die Kommentare der beiden noch mal erleben möchte, hat am 15. Juni Gelegenheit dazu, denn dann wird die Geburtstagsparade der Queen übertragen. Rolf Seelmann-Eggebert hat ein enormes Fachwissen und weiß stets mit eloquenter Ausdrucksweise zu begeistern (»Die Königin wird sich später, nach dem Gottesdienst, eines Kraftfahrzeugs bedienen.«). Er erzählt locker über die Heraldik und weiß, wie viel Schuss Salut diese oder jene Einheiten abgeben oder woran man die fünf Leibgarden der Königign unterscheiden kann und erklärt, dass die Enkel beim Herausfahren aus dem Gelände des Palasts mit einem royal salut (kurzes Anspielen der Hymne) begrüßt werden. Abschließend gab es noch eine Flugshow mit 27 Maschinen, darunter auch die Concorde. Doch, die Veranstaltung war/ist sehr beeindruckend, auch wenn ich's sonst nicht so mit Königshäusern habe. Eine Million Menschen sollen auf The Mall und in den angrenzenden Straßen gewesen sein.

Ah, ich sehe gerade, dass am 7. August zwei Gerhard Polt-Filme auf DVD rauskommen: »Man spricht deutsh« und »Kehraus<«. Beide Filme sind Geniestreiche.

Jetzt meldet auch Heise die Einstellung der GeldKarte bei der Dresdner Bank.

Vorhin, nachdem ich mir den Kopf zwecks Abkühlung wusch und bevor ich Mails beantwortete, rief ich bei Macromedia Europa an. Freundlicherweise eine kostenlose 0800-Nummer, die aber meines Wissens nach Schottland weitergeleitet wird. Eigentlich wollte ich das Level-3-Upgrade von Flash MX auf Studio MX für 359 Euro in englisch und zum Download bestellen. Leider konnte mir der freundliche Herr am anderen Ende der Leitung nicht die Download-Version anbieten sondern nur die boxed Version (also in einer Schachtel, mit CD und Handbüchern). Zuzüglich 20 Euro für den Versand und plus 16% Mehrwertsteuer (insgesamt also 439,64 Euro). Und ein Update von einer deutschen Version auf eine englische ist leider auch nicht möglich (oder besser: Macromedia will das nicht), so wie ich auch schon letztes Jahr leidvoll erfahren musste, dass ein Cross-Update von einer niedrigen Windows- auf eine höhere Mac-Version nicht möglich ist. Sei's drum. Lieferzeit ca. vier bis sechs Wochen, da die boxed Versionen, weder die englische, noch die deutsche, noch gar nicht lieferbar sind (bisher nur als Download erhältlich). Wenn ich die Mail bzgl. der early bird notification bekomme (=Mitteilung, dass man die boxed versions jetzt auch quasi »im Laden« kaufen kann), dann sollte längstens innerhalb von zwei Wochen danach auch meine Box bei mir aufschlagen, so der Macromedia-Mitarbeiter. Ein bisschen schade finde ich's schon, dass man da bei Macromedia doch recht unflexibel ist, nicht nur, was Cross-Updates von einem Betriebssystem zum anderen betrifft (soll vorkommen, dass Leute von der dunklen Seite weg, hin zum Mac bekehrt werden), sondern jetzt auch die Sache, dass man nicht die Sprache wechseln kann, ohne den vollen Preis zu bezahlen (die Vollversion kostet inkl. Steuer 1.112,44 Euro). Und dann die Sache, dass man mir jetzt nicht die Möglichkeit bot, die Programme runterzuladen. Und die Sache mit Coldfusion: das liegt dem Studio MX in der Mac-Version nicht bei, weil es davon keine Mac-Version gibt. Man hätte es ja beilegen können für die Leute, die Virtual PC haben (einen Windows-Emulator für den Mac). Wird Studio MX für Macler dann billiger, wenn ein Programm fehlt? Natürlich nicht. Wenn Macromedia nicht so gute Produkte hätte könnte man glatt annehmen, ich wäre nicht gut auf Macromedia zu sprechen.
Ich bin mal gespannt, wie dick die Verpackung ausfällt. Die Programme werden alle auf einer CD sein, aber es wird vier »... verwenden«-Handbücher geben: Für Flash MX, Dreamweaver MX, Fireworks MX und FreeHand 10.

Heute morgen noch ein verzweifelter Hilferuf nach de.soc.mac, weil mich das mit den Home- und End-Tasten langsam in den Wahnsinn treibt. Auf dem Pro-Keyboard von Apple gibt es über dem Cursor-Block, wie auch bei einer PC-Tastatur, einen Block mit sechs Tasten. Links-oben »Hilfe«, darunter die Entfernen-Taste. Auf der rechten Seite oben die Page-up-Taste zum seitenweisen nach-oben blättern in einem Dokument, darunter die Page-down-Taste. In der Mitte bin ich es seit fast zehn Jahren gewohnt, oben eine Home- oder Pos1-Taste und unten eine End-Taste zu haben. Erstere, um an den Zeilenanfang zu springen, letztgenannte, um an's Zeilenende zu gelangen. Beim Mac gibt es da zwei Pfeile. Auf der oberen Taste zeigt er von rechts-unten nach links-oben, auf der unteren Taste weist er von links-oben nach rechts-unten. Funktionsweise: die erste Taste bringt einen an den Anfang des Dokuments, die zweite an dessen Schluss. Das mag nützlich sein, wenn man zehn Kilometer lange Log-Dateien bearbeitet, für mich ist es kompletter Unsinn. Am Nachmittag lag zum Glück schon die Antwort vor: beim Mac geht »Home« und »End« mit den Cursor-Tasten links/rechts, wenn man gleichzeitig die Apfel-Taste drückt. Nicht optimal, aber das hilft mir auch schon weiter. Wortweises vor- und zurückspringen geht mit der Alt- und den Cursor-Tasten.

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Montag, 03. Juni 2002 --- Party at the Palace
Guten Morgen! Es ist sieben Uhr. Mit Sunlog bin ich inzwischen sehr weit gekommen, es ist im Prinzip ab sofort einsetzbar. Das Layout konnte ich nach ein paar eh fälligen Anpassungen gut übernehmen. Ich »warte« jetzt nur noch darauf, die alten Einträge im alten, handbetriebenen System fertig zu stellen und dann steige ich um. Vielleicht morgen oder übermorgen, je nachdem, wie weit ich heute mit den alten Sachen noch komme.

Sogar Jason Kottke ist jetzt auf ein automatisches System umgestiegen, Movable Type, das im englischsprachigen Raum sehr verbreitet zu sein scheint (verwendet übrigens auch Jon Wiggens). Kottke schreibt:

»After mucking around for months trying to build my own system that did absolutely everything (God, what the hell was I thinking?), I chose to go with Movable Type, a donation-supported off-the-shelf microcontent management system (mCMS).«

Dem kann ich nur zustimmen, ich habe eigentlich auch schon seit Monaten vor, selbst etwas zu stricken (what the hell was I thinking?).

Ein Weblog (auch auf Sunlog basierend), das ich mal unter Beobachtung halten muss: »Life after laugh«: Literatur, Fotografie, Film, Fernsehen, Erotic Art.

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Heise meldet, dass das IT-Wirtschaftsmagazin CIO vor Beeinträchtigungen der Arbeitseffektivität durch die elektronische Kommunikation warnt. In der Meldung gibt's einen ganz kurzen Abriss über Ursachen und Maßnahmen, aber im Prinzip kann ich wieder nur mal auf einen längeren c't-Artikel verweisen (»Kommunikette«) in dem steht, wie man mit den Medien von heute vielleicht umgehen sollte.

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Ich hab' mir ja neulich einen neuen Videorecorder gekauft, VHS. Die Frage ist berechtigt, warum's nicht gleich ein Festplatten- oder DVD-Recorder wurde. Die Antwort ist einfach: die Dinger sind einfach noch zu teuer (ca. 1.200 Euro). Ein Festplatten-Recorder nutzt mir nichts, weil ich Aufgenommenes gerne archiviere (oder haben die etwa eine FireWire-Schnittstelle, an die man neue Platten anstecken kann?). Bei einem DVD-Recorder kann man immerhin archivieren, aber nicht nur die Geräte sind noch zu teuer, sondern auch die Medien. In zwei Jahren nochmal schauen. Bei DVD-Video war ich 1998 noch ein early adopter und habe mir einen der ersten Player gekauft, den legendären Panasonic A-350, der damals sage und schreibe 2.000 Mark (1.022,58 €) kostete (war auch so teuer, weil er einen integrierten Dolby Digital-Decoder hatte). DVD-Recorder sind eine feine Sache und ich warte seit Jahren darauf, aber nochmal den early adopter zu geben, wird mir zu teuer, die Kohle brauch' ich für was anderes.

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Die Tagesschau meldet, dass die GeldKarte bei der Dresdner Bank praktisch vor dem Aus stünde. In der Meldung verwirren mich etwas die Zahlen, denn es ist von nur 42.000 Kunden der Dresdner die Rede, die die Karte überhaupt hätten und davon hätten nur ca. 5.000 die Karte genutzt. Ich bin verwirrt, denn an sich ist die GeldKarte auf nahezu jeder deutschen ec-Karte mit drauf (der Chip). Und die Dresdner hat mehr als 42.000 Kunden. Oder ist hier von white cards die Rede, von GeldKarten, die nicht an ein Konto gebunden sind? Die gibt es eigentlich nur theoretisch, denn ich habe vor einiger Zeit mal verschiedene Banken abgeklappert und nach einer kontoungebundenen GeldKarte gefragt, doch nirgendwo war eine zu bekommen, auch wenn auf den Websites der angesteuerten Banken anderes zu lesen war. Laut der Tagesschau-Meldung gibt es bei der Deutschen Bank die GeldKarte demnächst nur noch als Karte gegen Extra-Gebühr (ob es eine weiße Karte, also ohne Kontoverbindung ist, weiß ich nicht, wohl eher nicht). Hmm, ein typisches Henne-Ei-Problem. Es gibt zwar genügend GeldKarten (wie gesagt, nahezu jede deutsche ec-Karte hat den Chip), aber sie wird kaum genutzt, weil es zu wenig Akzeptanzstellen gibt. Es gibt zu wenig Akzeptanzstellen, weil niemand die Karte nutzt. Vereinfacht gesagt, da spielen natürlich noch ein paar andere Faktoren eine Rolle (z.B. Gebühren für den Händler). Inzwischen gibt es genügend Akzeptanzstellen: Ich kann in meinem Lieblings-Copy-Shop mit der GeldKarte bezahlen, McDonald's akzeptiert sie, diverse Nahverkehrsautomaten in z.B. Nürnberg und München (von diesen Verkehrsverbünden weiß ich es), Fahrkartenautomaten der Bahn, Parkschein-Automaten, Getränkeautomaten in U-Bahn-Stationen (München).
Ich bin ein Fan der GeldKarte.

Beim Surfen bzgl. der GeldKarte bin ich über einen FTD-Artikel gestolpert:

»Die Hälfte aller Bankfilialen könnten geschlossen werden, 30 Prozent aller Bankangestellten seien überflüssig.« [Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank]

Das ist keine neue Erkenntnis. schon 1997 gab es einen Artikel in der c't, dessen Tenor war, dass mittelfristig im Dienstleistungssektor, vor allem bei Banken und Versicherungen, die Arbeitsplätze wegfallen könnten, der Einsatz von moderner Technik (auf heutigem Stand!) macht's möglich. Wenn ich ehrlich bin, war der Artikel einer der Auslöser wegen derer ich mir gesagt habe: »In zehn Jahren arbeitest Du nicht mehr in einer Bankfiliale. Such' Dir selbst was anderes, bevor die 30 bis 50 Prozent Einsparpotential Realität werden.« Inzwischen ist das eigentlich ein eher nebensächlicher Grund geworden, inzwischen gibt es andere Gründe für meine nach wie vor unveränderte Tendenz bzw. meinen Wunsch »In zehn Jahren arbeitest Du nicht mehr in einer Bankfiliale.«

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Jetzt gibt's kein Zurück mehr: ich bin entdeckt worden.

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Zum Mittagessen ein leckeres Schnitzel von einem Schwein aus dem Dorf (ch habe es allerdings nicht gekannt).

Gegen 14:30 über dem aktuellen Spiegel eingeschlafen.

20 Uhr. Am Morgen (11 Uhr) habe ich mir das Spiel Brasilien-Türkei angesehen. Wie die ARD zu berichten wusste, ist die Türkei zum ersten Mal seit 48 Jahren wieder bei einer WM vertreten und die Brasilianer hätten in den letzten beiden Jahren, u.a. dank vier Trainerwechsel, nichts mehr auf die Reihe gebracht, haben die WM-Qualifikation auch nur mit Hängen und Würgen in der Relegation geschafft. Die erste Halbzeit lief etwas müde: einige gute Aktionen, aber torlos und weitestgehend ohne Druck. Dann, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte: Tor für die Türkei. Sensationell. Zu Beginn der zweiten Hälfte kamen die Brasilianer dann mit mehr Druck, aber die Türken hielten wacker dagegen. Kurz vor Schluss der Ausgleich durch einen Elfmeter und in der Nachspielzeit ein weiteres Tor für Brasilien. Insgesamt haben die Brasilianer bei mir keinen positiven Eindruck hinterlassen: zwar waren es die Türken, die zwei rote Karten kassiert haben. Eine durchaus berechtigt wegen kräftigen Trikotziehens am Strafraum, was dann zum Elfmeter führte, der allerdings nicht berechtigt war, da am Trikot vor dem Strafraum gezogen wurde und der Brasilianer sich dann im Strafraum fallen lies. Schon einige Minuten zuvor, in der ersten Halbzeit, glänzte Ronaldo mit einer Schwalbe. Die zweite rote Karte in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte. Ecke für Brasilien, ein türkischer Spieler schießt dem Brasilianer in der Ecke etwas scharf den Ball zu. Der wird am Knie getroffen und hält sich theatralisch das Gesicht.
Ein unverdientes 2:1 für Brasilien.

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Die letzten Tage hatte ich eine kleine E-Mail-Diskussion mit Kai bzgl lokalisierter Software, bzw. konkret, welche Vorteile die englischsprachigen Originalversionen gegenüber den deutschen Versionen haben. Da ich wegen Sunlog Dreamweaver nicht mehr so oft brauchen werde (die Nebenbeschäftigung, Web-Design, HTML-Schulungen usw. ist etwas eingeschlafen), habe ich überlegt, ob ich nicht noch ein wenig warte und doch die deutschen Versionen nehme. Aber ich bin durch Kais Argumente überzeugt worden:

Es gibt auch ein paar kleinere Nachteile:
Tastatur-Shortcuts u.ä. sind teilweise anders und zum Schreiben von Artikeln braucht man jemanden, der eine deutsche Version hat, damit man sich die deutschen Menübefehle und Begriffe sagen lassen kann..

Heute sehe ich bei Heise die Meldung, dass das Update für Office X verfügbar ist. Will's glatt runterladen, da sehe ich beim Weiterlesen, dass nur für das englische Office das Update bereits fertig ist, für die deutsche Version soll es in Kürze (morgen) folgen.

Hmm, ich werde dann morgen doch mal bei Macromedia anrufen und mir die Download-Version von Studio MX als Level 3-Upgrade auf englisch bestellen. Auch, wenn ich es nicht jetzt sofort brauche, aber das günstigere Level 3-Upgrade (für Besitzer von Flash MX) ist zeitlich befristet wie ich schon schrieb, ich glaube bis Ende Juni.

Neulich hatte ich mich noch gefragt, ob es eigentlich in Israel einen Siedlungsstopp gibt. Nein, gibt es nicht, die Tagesschau meldet, dass im besetzten arabischen Ost-Jerusalem mit dem Bau einer neuen Siedlung begonnen wurde. Ich finde das höchst kontraproduktiv und provokativ, auf strittigem Gebiet vollendete Tatsachen zu schaffen.

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Am Abend habe ich mir noch ca. zwei Stunden das Konzert im Garten des Buckingham Palace angesehen, das anlässlich des 50-jährigen Thronjubiläums der Queen gegeben wurde. Übertragen von RTL2, in Mono, von Werbung unterbrochen und mit zwei Pfeifen als Kommentatoren. 12.000 Leute schmeißen sich während einer Moderation weg, bepissen sich vor Lachen, und die beiden Haubentaucher faseln irgendwelches belangloses Zeug. Wenn sie wenigstens übersetzt hätten, aber so konnte man sich auch nicht auf den Originalton konzentrieren (ganz ohne Kommentar wäre freilich besser gewesen). Aber das Konzert ist ein klarer Kauf-Kandidat, wenn es mal auf DVD rauskommt. Die Stars gaben sich die Klinke in die Hand: Phil Collins an den Drums, Brian May von Queen an der Gitarre, Joe Cocker, Cliff Richard, Eric Clapton, Ray Davis von den Kinks, Paul McCartney, Elton John, Tom Jones, S Club 7, The Corrs, Annie Lennox auf der Bühne. Sogar einen Beach Boy hat man nochmal ausgebuddelt. State of the Art Lightshow auf der riesigen Bühne. Sehr nett der Auftritt von Ozzy Osbourne: eigentlich ein netter, älterer Herr, der aber das Haus rockte und auch in der königlichen Loge wurde Beifall geklatscht. Am Schluss kam die königliche Familie noch auf die Bühne (und als die Quenn an Ozzy vorbeiging und die Kamera das einfing, das war ein Bild für die Götter).
[Berichte bei Spiegel, Yahoo! (dpa) und Tagesschau]
Gestern Abend kam bei Spiegel-TV ein sehenswerter Bericht über die Queen mit Ausschnitten aus den vergangenen 50 Jahren und über die Hinwendung an die Medien in den vergangenen Jahren (ich will das Konzert jetzt nicht als PR-Gag abtun, aber es hat auch mit einer PR-Arbeit der Krone zu tun).

Später noch eine Spiegel-Reportage über Europas größtes Gericht in Berlin Moabit und die »24 Stunden«-Reportage über das Flußpferdhaus im Berliner Zoo.

»Einmal, muss man auch sagen, einmal in seinem Leben, einmal. Das ist ein singuläres Event. Das muss man einmal in seinem Leben muss man das erforscht, erlebt haben, gespürt haben, im Centercourt von diesem Wimbledon. Wenn Sie da drinsitzen im Zentrum, auf Tuchfühlung, so wie Sie vor mir, sitzen dann da diese Royals. Ein Duke von Windsor. Ein York von Wellington. Ein Royal nach dem andern, und sauft sein Cola vor Ihren Augen! Dem können Sie auf die Büchse spucken, verstehen Sie? Großartig. Ich habe einmal in meinem Leben unsern Ministerpräsidenten erlebt, wie er eine Leberkäs-Semmel gegessen hat, das war shocking. Nein, verstehen Sie mich nicht falsch, unser Ministerpräsident, der Mann ist politisch ein Genie, aber so braucht er keine Leberkäs-Semmel essen.«
Gerhard Polt, »Longline«

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Sonntag, 02. Juni 2002 --- Sunlog ante portas
Heute gibt es nichts besonderes zu berichten. Ich hab' den Nachmittag verschlafen, weil ich erst um acht Uhr früh ins Bett bin. Erfreulicherweise war am Abend nach dem Aufwachen der Schnupfen so gut wie weg, die Nase wieder schlagartig frei. Läuft noch ein bisschen, aber sie ist nicht mehr verstopft. In der Nacht von Samstag auf Sonntag habe ich mich mit dem Sunlog beschäftigt, da ich jetzt doch auf ein automatisches System umsteigen will und Sunlog scheint mir da gut geeignet: es ist von diversen Bloggern (u.a. Jörg und Christian) erprobt und hat sich inzwischen einen guten Ruf erarbeitet. Es ist kostenlos (steht unter der GPL) und setzt auf PHP mit mySQL. In der Nacht habe ich mich noch etwas dämlich angestellt (falsches Passwort bei der Datenbank und ähnliches), aber am morgen lief es dann. Fast zumindest, es gab noch ein Problem mit den Nutzerrechten (ich konnte nachträglich nicht mehr die Konfiguration verändern). Mit Andreas' Hilfe konnte ich aber die Probleme lösen und ich werde noch diese Woche auf Sunlog umstellen. [Andreas ist derjenige, der Sunlog geschrieben hat.]

Am Sonntag-Abend, nachdem ich um halb acht aufgestanden bin und Mac-TV gesehen habe, ging's wieder ab zum Griechen. In der Nacht wieder wach geblieben (ich muss wieder in einen guten Rhythmus reinkommen).

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Samstag, 01. Juni 2002 --- »Noel, komm, blas den Krüppel weg vom Platz.« (Polt, Spiegel)
Was macht man, wenn man schon um kurz vor sechs aufsteht und die nächsten Stunden an sich noch nichts vor hat? Man sieht »Die Sendung mit der Maus«. Es ging um das Entstehen einer Ausgabe der »Rheinischen Post« heute und vor 30 Jahren. Wobei »heute« auch relativ war: bei der Retro-Kleidung des einen Redakteurs und der grauenhaften Betriebssystem-Oberfläche des Satz-Systems musste ich schon zweimal hinsehen, aber die Aufnahmen stammten offenbar aus 2001 (es war von »Bundesumweltminister Jürgen Trittin« und »Dosenpfand ab März 2002« die Rede). War sehr interessant, da mal einen Einblick zu bekommen, weil mit Print hab' ich's nicht so. Interessant auch, wie viel Handarbeit da immer noch dabei ist; ich ging von einem weitgehend digitalen Workflow aus. Erschütternd dagegen die gezeigten Verfahren, wie sie in den frühen 70ern zur Anwendung kamen: da musste jede einzelne Zeitungsseite noch als Bleivorlage erstellt werden, Gutenberg lässt grüßen. In sofern doch schon ein Fortschritt.

Die Schmidt-Show und »Becker« von gestern habe ich noch gesehen. Harald Schmidt hat sich vor kurzem auch über die SAT.1-Nacht-Nachrichten aufgeregt (»Zeigen zum Bush-Besuch, um den Tagesablauf zu verdeutlichen, wie der tschechische Staatspräsident bei Johannes Rau aus dem Auto steigt«). Seit zwei Sendungen bringen sie nach dem zweiten Werbeblock, direkt nach dem »nacht«-Trailer, ihre eigene Vorschau von »die nacht« mit der Stimme von Kai Edel:

»Das sehen Sie gleich wirklich in "die nacht": Immer mehr Hunde fahren im Kreis. Wie Sie sich davor schützen können und worauf Sie achten müssen. WM-Beobachtung: Rudi Völler hat einen Radiergummi in der Nase. WM-Verarsche: Waldi Hartmann steht in Wahrheit in Eisenhüttenstadt. Sowie: Späte Ehrung: Tom Sellecks Schnurbart wird zum Weltkulturerbe.«

Mir geht's heute morgen ziemlich elend. Und dabei ist es »nur« ein Schnupfen, aber was für einer. Auch nach zigmal Nasentropfen ist die Nase noch zu und hat doch derart viel Rotz zu bieten, dass ich mit (Papier-)Taschentüchern nicht mehr weiterkomme und auf Handtücher umsteigen muss (ekelhaft, ich weiß, aber was will man machen). Da half alles nichts und ich musste die Keule für einen Rundumschlag aus dem Sack holen: Wick DayMed. Jetzt geht's mir besser.

Zwischen neun und zwölf nochmal zum Schlafen hingelegt.

Dann das WM-Auftakt-Spiel der deutschen Mannschaft gegen Saudi-Arabien. Ein sehr schönes Spiel, nicht nur wegen des 8:0-Endstands (4:0). Sehr schöne Kombinationen und Spielzüge, einwandfrei; sieben von acht Toren über die Flanke (davon fünf per Kopfball), keine Elfmeter.

In der Halbzeitpause war dann eine Tiefkühlpizza fällig, denn mit der zuen Nase geh' ich heute trotz 21,7 Grad nicht mehr aus dem Haus. Dass ich nächste Woche zu Hause bin, trifft sich gut, nicht nur wegen meines Schnupfens, sondern auch, weil ich dann definitiv diesen Dienstag zu meinem Hautarzt kann. Da er auch Allergologe ist, werde ich die Gelegenheit nutzen, ihn mal auf meinen seltsamen Schnupfen anzusprechen. Ich habe den Verdacht, dass es Heuschnupfen ist. Wenn ich niesen muss, dann unvermittelt und drei-, vier- oder fünfmal hintereinander, außerdem tränen mir manchmal auch die Augen. Hatte ich auch letzten Sommer schon.

Laut einem Spiegel-Artikel bringen noch immer massig Leute ihre alten Mark-Bestände zu den Landeszentralbanken (bzw. zu den Hauptverwaltungen und Filialen der Deutschen Bundesbank, wie es seit vier Wochen heißt).

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