»Jeder Kongoserver ist besser erreichbar als Strato.«
Demian am 22.12.99 im Forum für Strato-Kunden

»Wäre es nicht Ironie des Schicksals, wenn sich Egon Krenz und Helumt Kohl demnächst beim Hofgang treffen?«
Harald Schmidt am 23.12.99

»Kohl kann seinem Lebenswerk eine weitere historische Leistung hinzufügen: Noch eine Enthüllung, und die SPD muss ihn zu ihrem Ehrenvorsitzenden machen.«
Wolfgang Willig in einer Leserzuschrift an den Spiegel (51/99)

»Fahrradlichter in der 'zulässigen' Stärke sind im wahrsten Sinne des Wortes Grablichter!«
Wieland Schwinger in de.rec.fahrrad

 

-- Freitag, 24. Dezember 1999 --

In eigener Sache
Ja, im Vergleich zum November habe ich in diesem Monat mal auf Sparflamme geschalten, was Tagebucheintraege und favorites betrifft (von nicht vorhandenen Artikeln ganz zu schweigen).
Ich gelobe Besserung!
In den nächsten Tagen werde ich eine favorites-Ausgabe schreiben und diese am 31.12.1999 zusammen mit einem Tagebucheintrag ins Web stellen.

Ganz schön was los
Es ist so einiges passiert in den letzten Tagen.
Helmut Kohl gerät immer weiter ins Abseits, in Aachen hat ein Einzeltäter drei Geiseln in der Landeszentralbank genommen und hat sich zwischen den Optionen aufgeben oder sterben für letztere entschieden.
Ich habe mir die Zeit mit viel Lesestoff vertrieben: ein paar Ausgaben des Spiegel, ein Buch mit dem ich noch nicht ganz fertig bin (siehe unten beim Thema E-Commerce) und etwa 300 Postings in der Newsgroup de.rec.fahrrad, die ich mir mal wieder abonniert habe. Die Threads die mich interessierten drehten sich um Beleuchtung, Hunde, Wartung, Überwinterung und um Hydraulikbremsen statt Seilzugbremsen. Wer mal reinschauen möchte, kann sich die vergangenen Nachrichten bei Deja durchlesen:
>> Deja.com: Power Search

Melissa-Programmierer bekennt sich schuldig
Bereits am 10.12.99 hat Heise berichtet, dass sich der Programmierer des Melissa-Virus für schuldig bekennt. Wir erinnern uns: Im März 1999 hat sich Melissa rasend schnell verbreitet, ein Makro-Virus, das Word97- und Word2000-Dateien befällt und Outlook zur Verbreitung nutzt.
Dem Autor David Smith droht jetzt eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe von bis zu 160 Millionen US-Dollar (man schätzt, dass Melissa Schäden in Höhe von 80 Millionen USD angerichtet hat).
Naja. Ich bin der Meinung, wer ein Windows-Betriebssystem von Microsoft, Microsofts Office-Software und den schrottigen (hält sich nicht an Standards, Anfänger produzieren dank kranker Voreinstellungen Müll, Sicherheitslöcher so groß wie Scheunentore) Mail-Client namens Outlook (oder Outlook Express) aus gleichem Hause einsetzt, schreit schon laut: »Schadet mir!« Gut, es mag ein paar Leute geben die wissen was sie tun und diese Risiken bewusst eingehen, den ganzen Anfängern sollte man aber vielleicht mal sagen, dass es nie gut ist, Mail-Anhänge zu öffnen, die man ungefragt erhalten hat (auch von Freunden) und alle Sicherheitshinweise bezgl. möglicher Makro-Viren in den Wind zu schlagen. Generell empfehlenswert ist außerdem, die Seuche Javascript vor allem im Mail-Client zu deaktivieren, sicherheitsbewusste Surfer schalten Java und Javascript auch im Browser aus.
>> Heise News-Ticker: Melissa-Autor bekennt sich schuldig
>> FAQ (Frequently Asked Questions) zu Outlook Express

»Die Betroffenen sind selber schuld... ich stell mein Auto auch nicht in die Bronx, mit einem Schild 'der Schlüssel steckt, nicht registrierte Waffen im Kofferraum'.«
Aus einem Beitrag im Heise-Forum zum Thema »Melissa-Autor bekennt sich schuldig«

Frohes Fest und so weiter
Ja, allen Leser/-innen von my two cents wünsche ich frohe Weihnachten und schöne Feiertage. Spezieller Gruß an alle, die in diesen Tagen arbeiten müssen (ich muss am 26.12. zur Nachtschicht ausrücken).

Die Mozilla-Entwickler haben vielen Leuten ein besonderes Weihnachtsgeschenk gemacht: der Milestone 12 des künftigen Netscape Navigators/Communicators.
Da es sich um Software im Alpha-Stadium handelt, ist der Browser noch etwas wacklig unterwegs. Ich hoffe, dass der neue Navigator (im Februar soll eine erste Beta-Version rauskommen) Microsofts IE bezüglich Stabilität, Komfort und Rendering-Geschwindigkeit wieder einholt, der letzte 4.7-Aufguss war nichts, was man sich downloaden musste.
>> Mozilla.org

Service in Deutschland
Es ist wieder an der Zeit, einige Worte über die vielzitierte »Service-Wüste Deutschland« zu verlieren.
Wer etwas verkaufen will, kann Kunden auf hauptsächlich vier Arten anlocken: günstige Preise, eine bekannte Marke, gute Qualität und guter Service. Es gibt Händler die das verstanden haben und es gibt Händler, die nur die schnelle Mark schauen. Drei Beispiele:
Mein Fahrrad-Händler hat dieses Prinzip verstanden und wird von mir daher ausdrücklich empfohlen. Als ich letzten Freitag nach längerer Zeit mal wieder dort aufkreuzte, um für drei Mark einen neuen Spanngummi zu kaufen, kamen der Verkäufer und ich in ein Gespräch, wie ich denn mit meinem neuen Fahrrad zufrieden sei, das ich dort vor ein paar Monaten gekauft habe. Dass man mich auf der anderen Seite der Theke wieder erkannt hat und auch noch wusste (ohne in den Computer zu schauen), welches Rad ich damals gekauft habe und für welche Zwecke ich es einsetze, hat meine Entscheidung für eine kleine Aufrüstung stark beschleunigt. Am Montag kaufe ich mir dort eine hydraulische Felgenbremse von Magura (HS33), vierhundert Mark. Auch sonst ist man dort sehr kulant, kompetent und hilfsbereit, wie ich bereits bei früheren Besuchen zu anderen Gelgenheiten feststellen konnte.

Im Gegensatz dazu weiß man bei der Strato AG anscheinend nicht, was das Wort »Service« bedeutet.
Gut, man kann als Kunde auch mal Fehler machen. Den ersten Computer kann man sich guten Gewissens auch bei einer Kette kaufen, wenn man bis zum zweiten Computer was gelernt hat, dann geht man zum Schrauber um die Ecke und stellt sich dort den Wunsch-PC mit handverlesenen Komponenten zusammen. Der erste Webspace-Provider [Webspace ist eine geschützte Marke, krank, was?] darf gerne preiswert sein, das nächste Mal setzt man aus Erfahrung auf einen etwas teureren Anbieter.
Strato war sehr preiswert und auch ich bin diesem Dienstleister auf den Leim gegangen. Anfangs war noch alles in Ordnung (abgesehen von ein paar Schreibfehlern in meiner Kundendatei und dem Denic-Eintrag, obwohl ich als Schriftart Arial/Helvetica verwendet habe; wurde nach ein paar Tagen behoben), außer dass man auf Anfragen zur Antwort nur neue Rechnungen bekommt. Vor einigen Wochen nahm das Unglück seinen Lauf: die Verbindungen zu meinen Domains (und nur zu Strato-Domains, alles andere flutschte wie gewohnt) wurden immer länger, von anderen Kunden hörte man, dass die Mail-Server völlig am Ende wären. Um den 15. Dezember sollte dann der Umzug in ein anderes Rechenzentrum erfolgen (XLink zog um, bei denen Strato Wiederverkäufer ist). Das dauerte ewig. An einem Tag gab es einen totalen Zusammenbruch, weil jemand an der USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung) rumgespielt hat.
Ich werde das verfolgen. Einen neuen Provider habe ich mir bereits ausgesucht, allein die Tatsache, dass es de facto überhaupt keine Kommunikation von Strato zu seinen Kunden gibt (auf E-Mails wird, wenn überhaupt, nur mit neuen Rechnungen geantwortet, wenn man beispielsweise eine neue Domain beantragt hat, die Fragen aus der Mail bleiben unbeantwortet) hat mich schon auf die Palme gebracht, aber die inakzeptablen »Geschwindigkeiten« im November/Dezember und der völlig inkompetent abgewickelte Umzug von Stratos Hoster waren genug.
Übrigens gehört Strato zur Teles AG. Auch so ein Fehler, den ich in der Vergangenheit gemacht habe: Preiswerte ISDN-Karte von Teles, Treiber nur über 0190-Nummer. Jetzt habe ich eine Fritz-Card von AVM, die Stellen ihre Treiber wenigstens für jeden downloadbar ins Web.
>> Empfehlung: Freilauf Fahrradladen in Erlangen
>> Meiden: Strato AG
>> Klaus Schallhorn: Wenn Sie einen Kunden schlecht behandeln, sagt er's seinen 80.000 Freunden

E-Commerce funktioniert angeblich nicht
Ich weiß nicht mehr, wo ich's gelesen habe, aber angeblich will Levi seinen Verkauf über's Web einstellen, da es sich nicht rentieren würde (da ich dazu keine Quelle mehr habe, bitte vorsichtig mit dieser Info sein!).
Falls dem so ist: Das wundert mich bei Levi auch überhaupt nicht.
Ich war gerade eben nochmal auf der Web-Site (vor einigen Monaten schonmal, ich wusste aber nur die Nummer meiner Wunsch-Hose und bin deswegen nicht weit gekommen; im Levi-Shop hat man mir versprochen mich anzurufen, wenn man genaueres über meine Hose weiß (Anruf kam natürlich nicht), in einem Nicht-Levi-Jeans-Geschäft erzählte man mir dann, die Nummer würde nicht mehr hergestellt).
Ich hätte schon etwas kaufen können (sogar meine Wunsch-Nummer), aber nur wenn ich in der Lage gewesen wäre, einen US-Bundesstaat anzugeben, in dem ich wohne. Auf der europäischen Site hatte man diese Hose leider nicht im Angebot (oder man hat sie zu gut vor mir versteckt). Auf der Web-Site gab es auch nicht alle verfügbaren Hosen (stand da), für eine größere Auswahl solle man doch in einen Shop in der Nähe gehen.
So etwas wird von mir mit Ignoranz bestraft: Mein Geld lasse ich künftig bei einem anderen Jeans-Fabrikanten.
E-Commerce funktioniert: Das Unternehmen Dell setzt im Internet jeden Tag dreißig Millionen US-Dollar um.
In Zukunft wird es nicht mehr darum gehen, ob E-Commerce erfolgreich ist oder nicht, in Zukunft werden nur die Unternehmen durchschlagenden Erfolg haben, die ihr gesamtes Unternehmen auf E-Business ausgerichtet haben. Ich lese dazu gerade ein Buch von David Siegel und werde darüber berichten, wenn ich es durch habe (David Siegel: Futurize your Enterprise: Business Strategy in the Age of the E-Customer).
>> Levi
>> Dell
>> David Siegels Site zum Buch: Futurize now

Nur für Jungs/Nur für Mädchen: Lästern
Jungs lästern anders als Mädchen. Das habe ich letzte Woche feststellen dürfen. Während Jungs eher subtil andere Leute durch den Kakao ziehen (Anwesende nicht ausgeschlossen, gelacht wird gemeinsam), hacken die Mädels am gleichen Tisch (es begab sich in der Mittagspause...) etwas bösartiger auf einer Kollegin rum.
Der Endstand: Bei den Jungs haben fünf Leute ihr Fett abbekommen (gerecht, jeder etwas), die Mädels haben es auf eine Zielperson gebracht.

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