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-- Sonntag, 02. Januar 2000 --
Der Hype ist tot, lang lebe der Hype
Ja, das war er also, der Jahrtausendwechsel. Alles mögliche wurde in
der »Letzte Tankstelle vor der Wüste«-Weise beworben. Dafür
heißt es ab sofort: »Erstes <Produkt> des neuen Millennium«
und in spätestens einem halben Jahr werden dann Stimmen laut, »jetzt
wird der richtige Jahrtausendwechsel gefeiert« und wir werden wieder
mit »Letztes <Produkt> des Jahrtausends«-Werbung überschüttet,
nur um uns 2001 dann sagen zu lassen, wir bräuchten unbedingt das erste
Sonstwas des neuen (diesmal wirklich) Jahrtausends.
Griff ins Klo
Bisher habe ich noch keine Prophezeihungen für das neue Jahr gehört,
ich will's aber eigentlich auch gar nicht wissen.
Wie jedes Jahr haben auch 1999 die Wahrsager und Hellseher (was zu erwarten
war) wieder auf der ganzen Linie versagt und bestenfalls Glückstreffer
gelandet.
Das »Forum Parawissenschaften« berichtet, dass von 803 registrierten
Voraussagen zwischen 1990 und 1999 nur 31 eingetreten sind (4%). Richtig waren
vor allem Wahlergebnisse, bei denen es nicht all zu viele Möglichkeiten
gibt, wenn man nur tippen muss, welche Partei stärkste Kraft wird (bei
der Bundestagswahl 1998 lag eben die eine Hälfte der Hellseher richtig,
die andere Hälfte falsch). Dass JFK jr. bei einem Flugzeugunglück
ums Leben kam oder das Raissa Gorbatschowa sterben würde haben die Profis
ebensowenig vorausgesagt wie den Rücktritt von Oskar Lafontaine oder
den Kosovo-Krieg.
Auch diesmal ist der Papst nicht gestorben, obwohl die Chancen von Jahr zu
Jahr steigen.
Blick in die Zukunft
In der aktuellen c't (Magazin für Computertechnik, Ausgabe 1/2000) gibt
es mal wieder ein sehr interessantes Vorwort: Wie denken die Leute des ausgehenden
dritten Jahrtausends über die Welt vor 1.000 Jahren, als das World Wide
Web noch jung war?
»Herr Professor, was ich nicht begreife: Wieso wurde eine so unglaubliche
Ressource wie Das Web für solch sinnlose Zwecke missbraucht?«
Alles im grünen Bereich
Ich habe Y2K überlebt. Bis jetzt. Mal sehen wie's am Montag aussieht.
Persönlicher Tipp von mir: Kontrolliert mal Eure Daueraufträge bei
der Bank. Mir hat man 1995 noch gesagt, ich solle 311299 eingeben,
wenn ein DA unbefristet gelten soll.
Falls man das behoben hat: Kontrolliert mal, ob am 31.12.1999 auch wirklich
die letzte Ausführung war, falls man maschinell alle umgestellt hat und
die auf der Strecke blieben, die wirklich nur bis Jahresende laufen sollten.
Unabhängig davon freue ich mich schon auf den 29. Februar.
>> Jahr
2000: Neue Probleme (Heise-Meldung vom 1. April 1999)
Kleine Änderung
Auf der Titelseite der favorites und bei allen Tagebucheinträgen
habe ich die Reihenfolge der internen Links geändert: Ältere Tagbucheinträge
stehen jetzt unten, der neueste Eintrag steht oben.
Dito bei den favorites: Die Ausgabe 3 steht jetzt oben, Ausgabe 1
wird ganz unten aufgelistet.
Netter Marketing-Gag
Die Süddeutsche Zeitung (SZ) hat sich was nettes einfallen lassen:
Eine Ausgabe zum ersten Januar, und zwar kostenlos. Die lokale Tageszeitung
kommt erst am 3. Januar wieder raus und kostet dann freilich den regulären
Preis. Die SZ wird es »erst in tausend Jahren« wieder kostenlos
geben.:-)
Auf der ersten Seite unter anderem zwei lesenswerte Antworten zur Streitfrage,
wann das neue Jahrtausend nun beginnt. Patrick Illinger vertritt die Meinung,
ein frisch eröffnetes Konto hat auch einen Kontostand von null Mark und
der erste Geburtstag eines Kindes ist eben der Tag der Geburt. Und überhaupt
wurde am Kalender so viel rumgeschraubt, is' egal, jetzt wird gefeiert. Klaus
Podak sagt, nur weil viele Menschen einer Meinung sind, wird's noch lange
nicht richtig. Die Null wäre außerdem nur ein Platzhalter, trennt
nur das Jahr eins vor Christus vom Jahr eins nach, bekommt aber selbst kein
eigenes Jahr.
Andere Leute sagen: Wenn ich Äpfel zähle, fange ich auch nicht bei
Null an, sondern bei eins. Der zweite Kasten Bier beginnt mit der 21. Flasche,
nicht mit der 20. Flasche, der letzten Flasche des alten Kastens.
Netter Fernseh-Spot von Nike: Ein Mann geht in voller Montur (Trainigsanzug und Schuhe von Nike) aus dem Haus. Um ihn herum das Chaos, Anarchie regiert, Autos brennen, ein außer Kontrolle geratener Tomahawk-Marschflugkörper fliegt ihm über den Kopf und ein Geschwader Hubschrauber fliegt auf die Stadt zu (der Läufer ist inzwischen auf einer Anhöhe etwas außerhalb des Stadt angekommen, in einem Vorort). Unser Mann joggt weiter und grüßt einen entgegenkommenden Jogger freundlich: »Morning«. Und der grüßt zurück: »How are you doing?« Schriftzug: Just do it.
Der Spiegel hat einen Kalender im Web mit allen bedeutenden Terminen dieses
neuen Jahres. Sehr zu empfehlen.
>> Die
Termine des Jahres 2000
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