»Wenn Sie jede potentielle Kundenbeziehung wie eine Affäre behandeln, wissen Sie, dass Sie Ihre Seele, und nicht etwa ein animiertes GIF, geben müssen, um ernstgenommen zu werden.«
Klaus Schallhorn in seinem Newsletter vom 29.01.2000
>> business interactive

»Ich weiß noch wie es war, als ich ausgezogen bin: Ich habe geweint, ich habe meinen Pumuckel-Koffer gepackt und im Radio lief "Mambo No. 5".«
Harald Schmidt in seiner Show vom 28.01.2000

 

-- Montag, 31. Januar 2000 --

Zweite Ausgabe der favorites im Januar, fünfte Ausgabe seit dem Launch von my two cents
Diese Ausgabe meiner Surftipps ist etwas besonderes. Weniger, weil es die fünfte Ausgabe ist, mehr, weil ich Lust auf ein großes special zum Thema Film hatte. Jetzt schlägt's acht: Empfehlungen für Digital-Movie, DVD-inside, filmfacts, die FAQ-Seite von Vicay, der höllische Kinobesuch, Frank Schieles Kinotechnik-Seiten, die IMAX-Page von Christian Laub und die IMAX-Seiten des CineCitta' Nürnberg. Wir steigen also mit Heimkino (speziell DVD) in die Sache ein, es geht weiter mit der großen Leinwand und hört auf bei der ganz großen Leinwand der IMAX-Kinos.
favorites lesen oder Druckversion laden

Alles im grünen Bereich
Ansonsten nichts besonderes seit Dienstag: »Bimbesgate« (Harald Schmidt) geht weiter, Wetten dass...? hatte ein paar lausige Wetten, ich bin wieder gesund, ich habe einen neuen Zwei-Jahres-Vertrag für ein Handy unterschrieben (bei Viag: ich kenne die Probleme, aber ich gebe ihnen eine Chance, solange es nicht derart abgleitet wie bei Strato) und ich muss diese Woche, wie berichtet, nur an zwei Tagen arbeiten und dann erst wieder am sechsten März antreten. Die nächsten Tage werde ich mal einen Plan aufstellen, wie ich meinen Urlaub sinnvoll verbringen kann (Kino, Sneak-Previews, DVD, mich mal um den Job in der Bank kümmern, freimark.de neu layouten und texten, ein paar Artikel für my two cents und Page207 schreiben, Unterlagen ordnen, Altpapier ausmisten...).

Alles im roten Bereich
Der Krisennavigator hat die »Unternehmenskrise 1999« gekürt: die Wahl fiel nicht auf die Philip Holzmann AG, sondern auf die Strato Medien AG. Als Begründung hat Frank Roselieb einen sehr guten Artikel geschrieben, der im ersten Teil penibel auflistet (jeweils mit Datum), durch welche Ereignisse Strato vom ausgezeichneten (durch diverse Zeitschriften) zum schlechtesten Provider geworden ist. Der zweite Teil widmet sich dem Thema »Krisenmanagement« und erklärt, welche Fehler bei Strato/Teles/XLink gemacht wurden und werden, und wie es hätte anders laufen müssen.
>> Unternehmenskrise des Jahres 1999

Nachtrag 14.02.2K: Da Strato laut c't rechtliche Schritte gegen die Bezeichnung »Unternehmenskrise 1999« erwägt, hat man beim Krisennavigator die Seiten Strato betreffend überarbeitet. Der (weitgehend identische) Text findet sich nun hier:
>> Ein Lehrstück für unzureichende Unternehmenskommunikation

Investigativer Journalismus a la Akte at its best
Das SAT.1-Magazin Akte2000 plant für die kommende Sendung einen Beitrag zu Liquid-Audio, dem erfolglosen Konkurrenz-Format zu mp3: einem Berliner Internet-Freak sei es gelungen, mit »handelsüblicher Hard- und Software« den Kopierschutz zu knacken; Akte-Recherchen hätten ergeben, dass es dem Berliner gelungen sei, die LA-Titel aus dem Internet in mp3-Dateien zu wandeln und auf CD zu brennen.
Wenn Akte mit Recherchen anfängt, zumal bei einem Internet-Thema, dann kann schonmal ein Beitrag auf ComputerBILD-Niveau herauskommen, denn, so klärt der ots-Text zur bevorstehenden Sendung auf, dem Berliner ist folgendes Kunststück gelungen: »Ich lade mir die Liquid-Audio-Tracks runter, spiele sie ab und recorde sie im Modus "all you hear". Dabei werden alle Sounddaten aufgenommen.«
Also das tut schon weh.
Ein Leser aus de.rec.tv.misc wusste das passend zu kommentieren: »Aber so umgehe ich den Macrovisionsschutz auf VHS Videos. Ist nur immer doof, wenn jemand durchs Bild läuft, oder das Telefon gerade klingelt ;)«

Im Übrigen finde ich es schon beschämend, wenn die Themenankündigung im Videotext (bzw. SAT.1-Text) aktueller ist als die Web-Site im Internet.

Traurig aber wahr
Christiane Schulzki-Haddouti hat wieder einen sehr lesenswerten Artikel für Spiegel-online geschrieben, Thema diesmal sind die Pläne der Bundesregierung, »Deutschland in fünf Jahren dahin zu bringen, wo Schweden, Finnland oder die USA heute schon sind«. Die Regierung will Deutschland in der Informationswirtschaft in eine europaweite Spitzenposition bringen, der CSU-MdB Martin Mayer beklagt, das wäre nur die »zweite Liga«, Deutschland müsse schon weltweit eine Spitzenstellung einnehmen.
Dann macht mal. Und wehe, ich höre nochmal was von Rundfunkgebühren für mit dem Internet verbundene PCs oder von Handwerkskammern (die aktuelle c't 3/2000 berichtet), die EDV-Geschäften Probleme wegen fehlender Meistertitel bereiten.
Und nicht vergessen: Im Internet-Zeitalter sind fünf Jahre eine Ewigkeit, da etwas seriös planen zu wollen, ist völlig abwegig.
>> Netzdepesche: Anspruch auf das Schlusslicht

Das war wohl nichts
ProSieben hat wieder mal den Wetterbericht ihrer Hauptnachrichten umgekrempelt: Da hantiert der Moderator mühsam mit einem Pad rum und lässt einen winzigen Cursor über ein Windows-like Fenster stolpern und klickt unter größten Anstrengungen auf das nächste Bild. Das soll fortschrittlich sein? Da wünscht man sich doch Wettervorhersagen zurück, bei denen der Moderator noch beherzt ins Bild gegriffen hat und das Bild mit einem Knopf in der anderen Hand weitergeschaltet wurde.

Lohnt wieder
Der Spiegel dieser Woche mal wieder: der alltägliche Pfusch im Operationssaal, Interview mit Michael Dell, die neuen Wirtschaftsblätter, das Spielzeugdrama Toy Story 2, wie sicher sind Fahrstühle, mögliche akute Absturzgefahr an den Weltbörsen, Chaos bei Viag-Interkom, Schlamperei im Service-Vorzeigeland USA...

my two cents ist nicht verantwortlich für die Inhalte anderer Web-Sites.